Lyrisches

Dornen-Gott

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Du findest Gott in einer Schublade.
Vier Seiten aus
Regeln und
Dogmen und
Sicherheit und
Ordnung.
Ein geregelter,
sicherer,
ordentlicher Gott,
bedürftig nach Kontrolle
und Wächtern.

Ich finde Gott
an meinen dunkelsten Orten.
Zwischen meinen Bettlaken und
den Seiten eines Gedichtbands.
Auf Berggipfeln.
Und den Tälern.
In den Gesichtern der Zerrütteten
und ihrer Sehnsucht.
Im Lachen meiner Geliebten
und in ihren Dornen.
Im Geruch frischen Brotes
und dem Wein
und in meiner Endlichkeit.

 
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Bücher

Heiliger Alltag reloaded!

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::Fanfaren-Klänge::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Anfang Juni ist es soweit. Dann kommt Heiliger Alltag als zweite Auflage auf den Markt. Und als Special: ein Planer für 2019 im gleichen Design mit Texten und Fotos von mir!

Ich freu mich so!

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Planer_Cover

Gedanken, Glaube

Das Ungelöste

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Rainer Maria Rilketemplebangkok

Je länger ich lebe, desto weniger weiß ich. Mit 26 war ich mir in allem sicher. Keine Fragen. Es gab Schwarz. Und es gab Weiß. Aber mit dem Alter werde ich grau. Ich halte mir nicht mehr die Ohren zu, wenn die Zwischentöne kommen, die ganz leisen, schrägen. Sie füllen die dunklen Räume, die ich nie zu betreten wagte. Dort liegen keine Antworten. Nur unbequeme Fragen. Wer ist Gott? Ist er allmächtig? Hat er seine Macht freiwillig beschnitten? Kommen wir erst nach dem Tod in den Himmel  oder beginnt er bereits hier auf der Erde? Gibt es eine Hölle? Wohin geht der Buddhist, der Atheist, der AFD-ler? Liebt Gott den pädophilen Straftäter genau so wie mich? Kann ich die Bibel in allem wörtlich nehmen?

Je mehr ich zu wissen glaube, desto stiller werde ich.

Ich sitze hier mit meinem Wollknäueln von Fragen, ziehe hier und zupfe dort und zurre das ganze Gebilde zu einem dicken Knoten zusammen. „Hier Gott,“ biete ich Ihm das Knäuel an. „Du musst nicht die Knoten lösen, mir nur Frieden im Ungelösten geben.“ Und dann, ja dann hoffe ich, dass ich in ein neues Vertrauen hineinwachse. Ein Vertrauen, dem es nicht wichtig ist, ob die Erde vor 6.000 Jahren oder 4.5 Milliarden Jahren entstand. Ein Vertrauen, das in ein Lachen über meine eigenen Kleinlichkeiten mündet. Ein Vertrauen, das wie ein Schirm ist, unter dem ich sitzen kann. Und dann, ja dann wachse ich in Antworten hinein. Echte, gelebte Antworten, die keine frommen Worthülsen sind. Und das Ungelöste lass ich in Frieden ruhen. Das ist der Zauber des Älterwerdens.

Familie, Gedanken

Ein altes Paar Schuhe

IMG_0360Früher war in unserer fränkischen Tageszeitung jeden Tag ein kleiner „Liebe ist…. – Cartoon“ versteckt. Irgendwo zwischen den Immobilien- und Todesanzeigen. Dort hüpften sie immer rum, eine Frau, ein Mann, in ihrer ganzen prachtvoll stilisierten Nacktheit, sich gegenseitig anhimmelnd und Binsenweisheiten verkündigend. Ich übersprang sie immer, las lieber die Todesanzeigen.

Liebe ist…. nicht einfach. Weil sie sich immer verändert, nie gleich bleibt. Nie in der gleichen Intensität erlebt und gelebt wird, wie es uns in den Medien vorgaukeln (I’m looking at you, Hollywood!). Letzte Woche saß ich abends am Bett meiner Neunjährigen und ich schaute sie an, dachte mir: „Hä?“

„Hä? Sie wird dieses Jahr 10?! Ne, das kann ja nicht sein.“ Sie war doch gerade noch als schwarzhaariger, großäugiger Säugling in meinen Armen gelegen. Und nun zieht schon der große Lebenssturm namens Pubertät auf? Ihre langen Zöpfe ruhten auf dem Kissen, sie hielt ein Buch in den Händen und runzelte die Stirn. Dann schaute sie mich an. Mit jenem Blick, den sie schon als Baby draufhatte. Eine Welle von zärtlicher Zuneigung überspülte mich. Am Anfang, in ihren ersten Stunden und Tagen und Wochen und Monaten war meine Liebe zu ihr so brennend, so allumfassend, so blitzeblank neu wie……ein Schuh! Ich konnte stundenlang an ihrem Stubenwagen stehen und sie bewundern. Um beim Schuhbild zu bleiben: Der Schuh passte und ich wollte ihn nie mehr ausziehen. Mit den Jahren verlor er ein bisschen seinen Glanz und an einigen Stellen sah er bereits ein bisschen abgewetzt aus. Aber ich pflegte und polierte ihn. Ich fühlte mich wohl in ihm. Und nun ist er bereits ein bisschen ausgelatscht. Immer noch schön, aber halt mit kleineren Blessuren.

Aber genau das sind meine Lieblingsschuhe: in die ich nach einem langen Tag in unbequemen Stiefeln hineinschlüpfen kann, in ihre vertraute, gute, alte Wärme. Liebe ist ein Paar Chucks, Uggs oder Birkenstock. Sie bleiben uns erhalten, aber sie laufen erst in ausgelatschtem Zustand zur Höchstform auf. Nein, sie sind dann keine Vorzeige-Stücke mehr, keine IT-Pieces. Aber sie gehören so ganz und gar zu uns, dass wir uns ein Leben ohne sie nicht vorstellen mögen.

Das ist die beste Art der Liebe. Eine, auf die ich mich verlassen kann, die mir vertraut ist, die schon einiges durchlaufen hat. Die vielleicht ihren ersten Glanz verloren hat, aber die sich treu durch mein Leben zieht.

Und ja, selbst in den ältesten Paar Schuhen kann man immer noch zu neuen Abenteuern aufbrechen!

Bücher, Dressember, Familie, Fasten, Freundschaften, Garten, Hausrenovierung

10 Dinge

Sorry, ich mache mich hier rar…weil gerade so Vieles mein Leben bereichert und fordert, dass fürs Schreiben schlichtweg die Zeit fehlt. Aber heute nachmittag – der Kalender ist leer!!! – trommle ich mit meinen Fingern alle Dinge ins Internet, die meine Zeit ausfüllen:

  1. Wirklich Leute. Ihr seid die Besten! Die Dressember-Spendenaktion ist zwar schon ein kleines Weilchen her, aber meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen: 2315 US Dollar!!!! Als ich die Sache Anfang Dezember startete, war ich ein bisschen übermütig und zweifelte, ob ich überhaupt 100 Dollar zusammenbekommen würde. Danke! Danke! DANKE! Und ich hab tatsächlich jeden Tag im Dezember ein Kleid getragen. Oder einen Longpulli. Geht ja auch irgendwie als Kleid durch….

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  2. Heute lade ich mein Manuskript fürs neue Buch hoch und dann flattert es zum Verlag. Ein Gefühl hab ich, als würde ein langes Schuljahr zu Ende gehen! Das Zeugnis steht noch aus. Kommt dann in Form von Amazon-Rezensionen….ähäm. Der Titel lautet: Frühling, Sommer, Herbst, Familie. Oh, was habe ich in den letzten Monaten getippt, gebrütet, genäht, gebastelt und meine Kinder um Ideen angebettelt. Nun ist er fertig, der Wegbegleiter für Familien durch alle zwölf Monate! Es folgen Lektorat, viele weitere Stunden vor dem PC („….ich hätte da noch eine Verbesserung!“), Druck und dann ist das Buch im September auf dem Markt.

  3. Wenn man Projekte lange genug vor sich herschiebt, macht man sie irgendwann. Oder auch nicht, wenn sie ihre Relevanz verlieren. Seit fast einem Jahr brauchen wir Scheibengardinen am Küchenfenster. Der ungehinderte Blick nach draußen ist zwar prima, um Nachbarn zu stalken….aber umgekehrt verhält es sich ja ebenso. Der halbe Ort weiß, was es mittags bei Smoors zum Essen gibt. Freier Blick in den Kochtopf und so. Bei meinen Eltern habe ich ganz unten in ihrer Textilkiste einen hübschen Stoff gefunden und ihn an einem ruhigen Sonntagnachmittag in drei Scheibengardinen verwandelt, die perfekt in unsere Küche passen. Was lange währt, verwehrt nun den vollen Blick nach draußen und drinnen.IMG_4640_edited-1IMG_4637

     

  4. Ich mag meinen Book Club! Nicht zu fassen, dass wir uns jetzt schon das vierte (oder fünfte??) Jahr treffen, um Brownies zu futtern und Rotwein zu trinken um englische Bücher zu diskutieren. Aktuell: Confessions of a Funeral Director. Wir reden also über die Kultur des Todes…und setzen uns nebenbei mit der Oscar-Mode 2018 auseinander.

  5. Ich gehe wieder richtig gerne unter Menschen. Was passiert da mit mir? Übermäßiger Kontakt mit anderen Menschen hat mich seit der Geburt meines ersten Kindes enorm ausgelaugt. Und nun finde ich endlich wieder Freude an Gemeinschaft. Es ist schleichend passiert. Prima Timing, denn ich will hier im Ort ankommen, Freundschaften schließen, Menschen einladen.

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  6. Es wird sicherlich auf keinem anderen Blog verkündet. Nur hier, ganz exklusiv: Es ist Frühling!!!! Oh, mein Herz blüht auf. Und unser Kaninchen reißt aus. Probt fürs anstehende Osterfest. Und ich jage ihm durch den halben Schlossgarten hinterher……

  7. Der Garten steht als nächstes Projekt auf meiner Liste. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Seit Wochen schachere ich um Lärchenbretter für Hochbeete – aber der Verkäufer rührt sich nicht mehr. Hmmm, nun muss ich neue Quellen auftun. Dann wartet auch immer noch der verwüstete Vorgarten auf eine ordnende, kräftige Hand. Und ein Tomatenbeet soll ebenfalls folgen, sowie ein zweiter Komposthaufen. Ein Kirschbaum muss weichen. Puh, wahrscheinlich bin ich mit meiner One-Woman-Garten-Show erst in drei Jahren fertig! Gibt’s irgendwo einen Gartenbau-Praktikanten???IMG_4628

     

  8. Ein weiteres Projekt: Die Dachkammer möchte supergerne verspachtelt, geschliffen und gemalert werden. Da hab ich soviel Bock drauf wie auf eine Fahrprüfung.IMG_4642

     

  9. Mit dem Fasten klappt es dieses Jahr nicht so besonders (Danke lieber Book Club für den gestrigen Wein, die Brownies und den Käse….). Da fand ich Danielas Beitrag sehr tröstlich und erfrischend.

  10. Ich hab mich so mega über eine Woche strengen Frost gefreut! Mit den Kindern war ich Eislaufen. Zwei Nachmittage mitten in der Woche schaufelte ich spontan frei, füllte heißen Chai in Thermoskannen und dann schlitterten wir mit Wonne über perfekt glattes Eis bei Sonnenschein und frostigem Wind.
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