Buchtipp „Warum ich da noch hingehe“

IMG_3129Vor drei Monaten schrieb ich den Blogpost „Ohne Gemeinde“ und bekam ganz viel Rückmeldung von euch (ihr seid einfach die Besten!). Ich habe in der Zwischenzeit weiterhin auf dem Thema rumgekaut wie auf einem zähen Stück Fleisch. Und ich habe dabei sehnsüchtig auf das Buch von meiner lieben Freundin Christina Schöffler gewartet: „Warum ich da noch hingehe“. Nicht weil ich mir klare Antworten erhoffte, sondern weil ich weiß, dass Christina eine Liebe zur Gemeinde hat, die in anderen Sehnsucht und Hoffnung neu anfachen kann.

Ich wollte das Buch langsam durchlesen. Mir wichtige Stellen markieren. Darüber in Ruhe nachdenken. Aber das ging mal überhaupt nicht! Denn ich habe es in einem Rutsch verschlungen und statt zu markieren habe ich gelacht und geweint und mich so verstanden und herausgefordert gefühlt. Christinas Stimme ist eine starke und zugleich eine so liebevolle.

Mit einem der ersten Sätze hat sie mich voll abgeholt:

„Vielleicht erleben wir gerade ein wenig von dieser Revolution. Wir hinterfragen Dinge und Abläufe, die über Generationen selbstverständlich waren. Manches kann im Feuer landen und sterben und manches Gold werden wir aus dem Feuer ziehen.“ 

Über den Missionseifer: „Ich habe so viele Worte über Gott gemacht, ich sollte für den Rest meines Lebens einfach die Klappe halten und das leben, was ich glaube.“

Über den Wunsch von Gemeinden nach Erfolg: „Der Weg hinter Jesus her wird uns mit größerer Wahrscheinlichkeit in eine dunkle Zelle in Rom führen als in ein Wellness-Hotel an der Adria.“

Über Enttäuschungen und ihr eigenes Ausbrennen: „An unzähligen Sonntagen kam ich abends von unserem Gottesdienst nach Hause und fühlte mich ausgelutscht wie eine übriggebliebene Zitrone im Colaglas.“

Christina schreibt über die Nacht, über das Warten, über den Zerfall und letztendlich über die Auferstehung. Dass wir uns gerade trotz allem brauchen und den Weg nicht alleine gehen müssen. Dass wir Kirche sind, die der Welt Hoffnung schenkt. Auch wenn sie in Vielem so fehlerhaft und unvollkommen ist. Oder vielleicht gerade deshalb?

„Es ist ein kleiner Teil in der großen Geschichte Gottes, den unsere Gemeinschaft schreibt. Wir erklären unser Leben zu einer Gospel-Story, einer Geschichte, die durch alles hindurch in Gottes hängen zur guten Nachricht für die Welt wird.“

Danke Christina für alle deine Worte. Sie sind für mich zum Segen geworden und sicher auch für viele von euch. Jeder der seine Gemeinde liebt oder mit ihr hadert oder gar nicht mehr hingeht: für euch ist dieses Buch!IMG_2343_edited-1

6 Kommentare zu „Buchtipp „Warum ich da noch hingehe“

  1. Vielen Dank für deine Worte und deinen Tipp. Ich weiß GENAU, was du meinst. Danke dafür. Ich habe gerade folgendes Buch gelesen, dass mich sehr nachdenklich gemacht hat und in dem ich mich sehr wiedergefunden haben. Von Wayne Jacobsen: Der Schrei der Wildgänse.
    Deinen Buchtipp habe ich mir gerade bestellt. Ich glaube nach wie vor aus tiefsten Herzen: the local church is the hope of the world.

  2. Ihr beide redet mir aus der Seele.Das Thema kommt seit ca. 4 Jahren immer wieder auf den Tisch und wird mit Tränen wieder in die Kiste des DRAN BLEIBEN geschoben. Weggehen kann jeder….
    dachte ich jahrelang. Das ist eine schnelle und bequeme Lösung.
    Mittlerweile denke ich anders darüber und hüte mich die Leute zu verurteilen, die weggehen.
    An der LIebe wird man euch erkennen……sagt die Bibel….ich frage mich, bei all dem Perfektionismus, firmenähnlichen Umgehen mit den Mitarbeitern,Kontrollsucht der Leitung, Mitarbeiter und Zweigleiter werden vorsortiert von der Gemeindeleitung, nach ganz anderen Maßtäben die ich seit 25 Jahren Gemeindearbeit kenne, der KLassenunterschiede in der Gemeinde , wer wichtig ist und wer nicht, was von der LIEBE noch übrig ist….
    Hier geht es nicht um Veränderungen, neues wagen, offen sein und gute Traditionen beibehalten und schlechte verwerfen, sonder um Macht haben. Wo bleibt die Wertschätzung und Gerechtigkeit?
    Trotz reden miteinander kein Verständnis finden und keine Einsicht……
    WAS HÄLT uns als Familie noch dort? Die Frage darf man sich stellen.
    Keine bessere Alternative?
    Das Mitleid und die Fürsorge mit den unwichtigen Leuten in der der Gemeinde, wo wir uns selbst auch zu zählen…
    Gott hat trotzdem noch alles in der Hand???!!!
    …..Die Kiste ist noch nicht zu gemacht…..wir lassen uns gerne positiv überraschen…..
    Vielleicht könnt ihr uns verstehen……????

    1. Das ist absolut keine doofe Frage. Christina schreibt über die Erfahrungen mit ihrer Jesus-Freak-Gemeinde. Also tendiert das Buch schon eher zu freien Gemeinden. Aber ich denke, in vielen Kapiteln kann man so einiges wiedererkennen, womit man auch in traditionellen Gemeinden zu kämpfen hat. Liebe Grüße zurück!

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