Familie

Jammern braucht seinen Platz, aber Schönes noch viel mehr

img_5269_edited-1Gibt es einen tristeren Monat als den Februar? Gut, dass ihm die Kalender-Erfinder-Typen die wenigsten Tage zugeteilt haben. Normalerweise blühen um diese Zeit bei uns schon die Schneeglöckchen. Ich schaue jeden Tag nach. Nichts. Nur brauner Matsch, verfaultes Laub, erfrorenes Gras. Nur das gelegentliche Zwitschern der Amsel kündigt den nahenden Frühling an. Dieser Tage muss ich schon sehr genau hinsehen und -hören, um Schönheit zu erkennen. Ich bin regelrecht ausgehungert nach Schönheit! Nach den ersten Kräutern und den Bienen, nach einem Picknick im Freien und überhaupt nach frischer prickelnder Luft.

Auf der Baustelle sind wir auch meilenweit von Schönheit entfernt. Es sieht aus wie nach einem massiven Bombenangriff. Und vor dem Haus stapelt sich der Müll. Nun tja. Schön ist anders. Ich sehne mich auch hier, endlich Schönes schaffen zu können. Unser neues Heim zu füllen mit Licht und Möbeln und Kunst und Büchern und Musik und Freunden.

Ich unternehme kleine Schritte: Josefines Kinderbett abschleifen. Eine Kommode streichen und mit neuen Möbelknöpfen versehen. Rote-Beete-Suppe kochen für unsere Arbeiter und Kartoffelpfannkuchen für die Kinder backen. Socken stricken. Kaputte Sachen ausbessern. Literweise Ingwer-Zitronen-Tee kochen. Fotos machen. Hier ein paar Worte schreiben. Am Abend kleine Ecken im Haus aufräumen. Stofftaschentücher waschen. img_5285img_5155img_5280

Ich könnte gerade viel jammern (und das tu ich auch mindestens einmal am Tag): Dass der Februar hässlich ist und unser neues Haus momentan auch. Dass Armin und ich krank sind und unser Schwiegervater aka Bauleiter auch. Dass es bei uns daheim wie in einem Flüchtlingslager aussieht. Dass es Menschen gibt, die.ich.einfach.nicht.verstehe.

Jammern braucht seinen Platz (das wussten schon die Psalmisten), aber am Ende muss ich meinen Blick anheben um jenseits der Hässlichkeiten Leben zu entdecken. Ich weiß ja, dass nach dem Februar immer der März kommt.

Und während ich warte, versuche ich jeden Tag Leben und Schönes zu erkennen und zu schaffen. Auch wenn es noch so klein ist.img_5283img_5279img_5264img_5276

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5 Gedanken zu „Jammern braucht seinen Platz, aber Schönes noch viel mehr“

  1. Liebe Veronika… vielleicht heitert dich das auf: In der Nacht zum Montag habe ich von DIR geträumt. Du hattest in meiner Gegend einen Auftritt (als Sängerin) und bist in einem Heißluftballon in unserem Garten gelandet. Wahnsinn. Leider ein Traum, aber es war super. 😁

    Liebe Grüße. Bald ist März.
    Claudia

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  2. Du bist nicht alleine mit deinen Empfindungen. Mir gehts auch manchmal so.
    Vor 3 Wochen hatte ich so Sehnsucht nach Schneeglöckchen, dass ich ein paar Blumenläden
    abgeklappert habe, ohne Erfolg. Da kam mir die Idee ,einfach meine Aquarellfarben rauszuholen
    und mir ein paar Schneeglöckchen zu malen……das hat mich ein bisschen getröstet. Heute habe ich das Bild einer Freundin geschenkt, die auch so Sehnsucht hat, wie wir beide.

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