Weniger Plastik :: Küche / Einkauf

Bevor ich euch den angedrohten Plastik-Beitrag aufs Gemüt klatsche, sage ich DANKE! Danke euch lieben, lieben Bloglesern für eure vielfältigen Kommentare, eure Ermutigungen und die Kaffee-Tipps. Ihr seid einfach gigantomanisch. Und unsere neue French Press hoffentlich auch!

Gestern früh habe ich es getan!!: Ich habe alle Tupperware aus meinem Leben verbannt. Nun liegen die vielen Behälter in einer Kiste, die ich Ende der Woche in den Diakonieladen bringen werde. Seit Monaten unternehme ich immer wieder kleine Schritte,  damit unser Haushalt plastikfreier wird. Ich trau Plastik nicht mehr. Und nein – ich verfalle nicht in Weltuntergangs-Hysterie. Aber es ist erwiesen, dass Plastik Schadstoffe abgibt und unser Körper diese gerne aufnimmt. Und ein Joghurtbecher braucht auch halt mal 500 Jahre und mehr bis er verrottet ist. Braucht kein Mensch.

Ich glaube nicht, dass wir so ein radikaler Zero-Plastik-Haushalt werden, aber vielleicht ein 15%-Plastik-Haushalt. Meine Familie würde gar nicht mitkommen, führte ich radikale Schritte durch. Wir gewöhnen uns an Neues lieber scheibchenweise. Und eine Veränderung zieht meistens weitere Veränderungen nach sich.

Heute fange ich beim Einkauf und in der Küche an, wo wir ja an allen Ecken und Enden mit Plastik zugemüllt sind. Ich erzähle euch einfach von den Dingen, die für uns machbar und gar nicht so schmerzhaft sind.

Tupperware / Plastikbehälter: Durch Glasbehälter ersetzen. Die gibt es mittlerweile in allen Formen und Größen (leider oft mit Plastikdeckeln). Sie sind nicht nur gesünder, sondern sehen auch schöner aus als die olle Tupperware auf dem Abendbrottisch. Für kleine Reste, die in den Kühlschrank sollen, benutze ich Marmeladengläser. Andere kleine Vorräte wie Trockenfrüchte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Müsli verwende ich verschiedene Einmachgläser.

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Gefrierbeutel: Habe ich weitestgehend abgeschafft. Stattdessen kommen ebenfalls Marmeladegläser zum Einsatz. Ich fülle sie nicht ganz bis zum Rand, damit sie beim Gefriervorgang nicht platzen.

Plastik- und Alufolie: Pfui! Böse Folie! Manchmal bin ich verführt darauf zurückzugreifen, aber dann hau ich mir selbst auf die Finger. Stattdessen habe ich Abdeckhauben genäht (die ich übrigens auch gerne verschenke). Wer es mit dem Nähen nicht so hat, kann sich mit Wachstüchern helfen. Hab ich selbst noch nicht probiert, aber hier ist eine Anleitung, die ich demnächst testen werde. Alternativ kann man auch Bee’s-Wraps kaufen (nicht ganz billig…).

Schneidebretter: Eine Weile hieß es, Holzbretter seien unhygienisch. Stimmt aber nicht. Ich schneide sogar rohes Geflügel auf unseren Holzbrettern. Danach schrubbe ich sie sauber und gieß kochendes Wasser zur Desinfektion drüber. Hatte noch nie Probleme damit. Hab irgendwo gelesen, dass die Gerbsäure in bestimmten Holzarten desinfizierend wirkt (Hurra auf mein altes Eichenbrett!).

Strohhalme: Gibt’s aus Papier – und die sind eh viel hübscher!

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Verpackte Lebensmittel: Wenn du Zeit hast, dann kannst du einige Lebensmittel selbermachen, die sonst plastikverpackt aus dem Supermarkt kommen. Meistens stehen folgende Dinge auf meiner Liste:  Joghurt, Ricotta, Quark, Knuspermüsli, Toastbrot, Eis, Müsliriegel (Nein, ich schaffe es nicht immer, das alles selbst zu machen….aber ich bin bemüht…und es macht Spaß!).

Spülschwamm und Schwammtücher: Spülschwämme sind reines Plastik und darin nisten sich gerne schnell Bakterien ein. Gilt genauso für Schwammtücher. Hab ich beides schweren Herzens aus meiner Küche verbannt. Ich bin superglücklich mit meiner Spülbürste plus Wechselköpfe vom Waschbär. Aus alten Frottee-Handtüchern, die ich eigentlich wegwerfen wollte, habe ich Spüllappen zurechtgeschnitten und mit einem einfachen Zickzack-Stich umrandet, damit sie nicht ausfransen. Die funktionieren super und ich wechsle sie alle zwei Tage aus. Dann gehts ab in die Wäsche.

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Trinkflaschen: Puh, das ist eine verzwickte Sache. Dazu kursieren so viele unterschiedliche Meinungen. Für Josefine habe ich eine BPA-freie Flasche besorgt und für Amelie eine Trinkflasche aus Edelstahl.

Brotzeitdosen: Auch hier bin ich auf Edelstahl umgestiegen. Geht zwar ins Geld, dafür halten die Dinger aber zwei Leben lang.

Brotbeutel: Ich bewahre unser Brot in einem einfachen Stoffbeutel auf, den man vorne zuschnüren kann. Den nehm ich auch mit zum Bäcker, um unser Brot darin verpacken zu lassen.

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Obst und Gemüse: Letztens verließ ich leise protestierend den Aldi ohne ein Stück Obst und Gemüse, weil wirklich noch der letzte Pups in Folie verpackt war. Es kann nicht sein, dass nach einem Einkauf der Plastikmülleimer daheim überläuft. Also hab ich lieber auf Vitamine verzichtet. Ich kaufe Obst und Gemüse im Supermarkt mittlerweile lose ein. Die Dame an der Kasse „freut“ sich immer, wenn ihr die Äpfel einzeln entgegen kullern! Und wenn es sich anbietet, dann geh ich eh am liebsten in den Hofladen oder auf den Markt….

Käse / Wurst: Kauf ich am liebsten an der Theke, ohne Plastikgedöns. Aber woher bekomm ich Feta und Mozzarella?? Kann man auch selber machen – wenn man ungefähr 72 Stunden lang ungestört Zeit hat…

Milchprodukte: Sahne, Milch, Joghurt und Buttermilch gibt es in vielen Läden bereits in Gläsern.

Lebensmittel allgemein: Leider gibt es in meiner Nähe noch keinen Unverpackt-Laden. Wenn ich im Supermarkt eine plastikfreie Alternative finde, greife ich zu. Manchmal frage ich mich, ob ich genau diese Packung wirklich brauche (Chips und Schokolade: ich schaue EUCH an!). Und manchmal geht’s nicht anders. Dann muss ich halt zur Plastikverpackung greifen. Wir müssen kein Dogma aus der Plastikreduzierung machen, sonst werden wir unseres Lebens nicht mehr froh. Aber wir können gewaltig reduzieren.

Wenn ihr noch Tipps und Erfahrungen habt, dann immer her damit! 

Das nächste Mal gehen wir weiter ins Bad und zum Putzschrank. 

21 Kommentare zu „Weniger Plastik :: Küche / Einkauf

  1. Liebe Veronika,
    auch wir versuchen seit einiger Zeit „Plastik ärmer“ zu leben. Für unsere Kids hab ich die Emil Glasflasche besorgt. Sie kommen damit gut zurecht und haben auch schon so manchen Sturz überlebt. Schau mal unter Emil die Flasche.
    Bei der Körperpflege benutze ich festes Shampoo und Deo von Lush, Läden gibt´s in größeren Städten oder online. Haben auch so Sachen wie Körperbutter, Badekugeln usw.

  2. Huhu, ein sehr schöner Post! Wir haben auch schon ordentlich Plastik reduziert. Die Emil-Flaschen kann ich auch nur empfehlen, die sehen auch in der Schutzhülle sehr hübsch und kindgetecht aus. Strohhalme gibt es auch aus Edelstahl, die nutzen wir schon einige Monate – zum säubern einfach in die Spülmaschine und gut is. Loses Obst und Gemüse kann man auch gut in Wäschenetzen transportieren. Oder in einigen Biosupermärkten gibt es auch wiederverwendbaren Gemüsenetze zu kaufen (z.b. im Denns). Leider dürfen die lieben Damen in unserer Metzgerei Wurst und Fleisch nicht in mitgebrachte Behälter legen … geht das bei euch? Das wäre ja ein Traum! 🙂

    LG, Katha

    1. Ich hab gestern tatsächlich in unserem Rewe-Markt an der Theke nachgefragt. Wenn ich den Behälter auf die Theke stelle, dann befüllen die Verkäuferinnen diese. Probier also das nächste Mal aus 🙂

  3. Danke für deine Tipps!
    Hier noch einer meiner Lieblings-Plastik-vermeid-Tipps: Seit nem dreiviertel Jahr wasche ich meine Haare ausschließlich mit Roggenmehl (brauche seitdem nicht mal mehr ne Spülung oder Haarkur, und das obwohl ich sehr lange Haare habe, außerdem werden die Haare nicht so schnell fettig). Ergänzend dazu Kämme ich mit einer Wildschweinborsten-Bürste.
    Liebe Grüße, Iris (Freundin von Sally u Christina (durch sie bin ich auf dein Blog gestoßen)

  4. Liebe Veronika,
    vielen lieben dank! Wieder einmal toll, Deine Entschlossenheit und Umsetzung zu sehen!
    Ich vermeide auch seit einigen Jahren Tupper, allerdings ist der Schrank noch voll…, aber es kommt nix neues dazu. Wichtig zu sagen wäre mir, um das Wegwerfen zu vermeiden, lieber aufbrauchen (z. Bsp.Plastik-Spülbürste) und dann durch neue „Nicht-Plastik- Artikel“ ersetzten. Wie machst Du das mit Playmobil und Lego? Da ist meine Devise: in Grenzen halten. Aber auf Legos möchten wir alle nicht verzichten. Danke für die tollen Anregungen, sie lassen sich gut umsetzten! Freue mich auf Bilder vom Haus (wollte doch eigentlich Innenarchtiketin werden :)). Herzlcihen Glückwunsch! Wir haben unser Haus vor 8 Jahren gekauft und nun noch 2,5 Jahre lang aufgestockt. Ich kann also wirklich mitfühlen!!! Wünsche euch viel Kraft und Freude und zuverlässige Handwerker!
    Liebe Grüße, Christine

    1. Wir haben auch Lego, Duplo und Playmobil. Ich denke, solange das Spielzeug langlebig und hochwertig verarbeitet ist, dann wird es über viele Jahre hinweg bespielt und auch vererbt. Unser Lego stammt z.B. aus den Kindertagen meines Mannes.

  5. Ich verwende das Plastik mehrfach, soweit es geht. Obst und Gemüse kauf ich im Supermarkt nie eingeschweißt, aber stecke es dann doch in ein Plastikbeutelchen für den besseren Zusammenhalt. Diese Beutel nutze ich, bis sie zerfallen, ich habe immer welche dabei.
    Alu- und Frischhaltefolie gibts nicht in meinem Haushalt, ich decke mit Untertassen ab.

    Ich hab übrigens auch schon bei den Dönermädels gegenüber angeregt, sich mal bei Mäckes und Börgerking nach Alternativen zum Plastik umzusehen, die sind da ja sehr führend, und vor allem könnten sie dann damit werben, Remscheids erste Dönerbude ohne Plastik und Alu zu sein. Sie fanden die Idee gut … ich war länger nicht da, müsste mal nach den Fortschritten sehen.

  6. Danke Veronika für die tollen Anregungen. Ich freue mich auch auf die Fortsetzung. Weil du nach Blog-Ideen gefragt hast ist mir noch etwas eingefallen. Ein Thema ,das die meisten Eltern umtreibt. Angelehnt an deinen Slogan: „Wie überlebt unsere Beziehung Familie?“

  7. Liebe Veronika,

    ich habe vor einem halben Jahr (fast) alles Tupper rausgeschmissen. Jetzt steht alles im Keller und wartet darauf gut an den Mann/ die Frau zu kommen. Dein Vorschlag mit dem Diakonieladen hat mir zu einer Idee verholfen. Danke. Es hat sich jedenfalls toll angefühlt, jemanden an meiner Seite zu „sehen“, der genauso gehandelt hat wie ich. :-)) Auf deine genähten Hauben war ich ja eh schon gespannt. Weiter so. Viele Tipps gibt’s ja auch auf dem Blog http://www.besser-leben-ohne-plastik.de/category/plastikfrei-einkaufen/ oder http://www.keinheimfuerplastik.at/familie-krautwaschl/
    Sehr spannend das Thema. Es wird wohl nicht ganz ohne gehen, aber ich bin extrem zum Denken angeregt worden und hab auch gleich umgesetzt, sonst würde Tupper wahrscheinlich immer noch im Schrank stehen.
    Viel Erfolg weiterhin
    LG
    Christiane

  8. Liebe Veronika,
    vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Beitrag.
    Er hat mich inspiriert Plastik noch stärker zu vermeiden
    und zu reduzieren. Die Tipps sind wunderbar und ich
    werde einiges umsetzen. Die ersten Suppen sind in
    Gläsern eingefroren und es klappt hervorragend.
    Hast Du Erfahrungen mit dem Bees Wrap machen
    können?

    Liebe Grüße
    Theresia

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