Schreiben

Heute Abend – seid ihr spontan?

Heute Abend wird’s gut! Da darf ich wieder mit Sally Grayson auf der Bühne stehen.

„Wenn Alltag zu Musik wird“

Ein bisschen aus meinen Büchern lesen, ein bisschen plaudern, ein bisschen Sallys  Musik zuhören.

Wer im Raum S / HN / LB / SHA / WÜ lebt, hat es nicht weit. Unsere Location heute Abend: Obersulm – Willsbach. Kommt vorbei – wir freuen uns!

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Hausrenovierung

Jetzt geht’s rund hier!

Mit der Hausrenovierung ist es wie mit dem Babykriegen. Ich frage mich, wie es jemals irgendjemand geschafft hat, Handwerker, Materialwahl, Küchen- und Badplanung (von der Gartengestaltung ganz zu schweigen!), Wandgestaltung, Budgeteinhaltung zu überleben. Ich konnte mir auch damals beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein Baby aus mir rauskommen soll. Gibt es Frauen, die das jemals geschafft haben? Ja es gibt sie. Und es gibt Millionen Menschen, die bereits ein Haus gebaut oder renoviert haben und dabei nicht ihren Verstand verloren haben. Wir sind zu weit mehr fähig, als wir je für möglich halten.

Ich bin übrigens überhaupt nicht wegen der spontanen Demo-Teilnahme am Samstag in Verzug geraten. Erst war ich für Frauenrechte demonstrieren, dann plante ich meine Küche fertig. Die kleine Feministin in mir sagt, dass ich das Recht habe, mein Leben als Frau so zu führen, wie ich es möchte. Und das ist dieser Tage zwischen Herd, Garten, Schreibtisch und Kinderzimmer.

Seit Beginn der Woche bin ich mega-diszipliniert. Schreibe jeden Morgen detaillierte Pläne. Meine freie Zeit ist auf eine müde Stunde am Abend zusammengeschrumpft, in der ich entweder lese oder meine Herz- und Seelen-Serie Call the Midwife anschaue.

Ich werde hier nicht so oft wie sonst bloggen. Auch die versprochene Plastikfortsetzung muss noch warten. Die schieb ich mal rein, wenn ich mehr Zeit habe. Aber im Moment passiert viel Gutes. Die Handwerker schuften wie verrückt. Mein Schwiegervater plant und verhandelt und kauft Baumaterial. Ich freue mich wie ein Schnitzel, dass jeden Tag etwas neues Form gewinnt. Das Haus wird mega, wenn es fertig ist…und uns vorher das Budget nicht davon gerannt ist.

So, jetzt muss das Essen auf den Tisch, sagt die kleine Feministin in mir. Ich will essen. Und der Rest der Truppe auch.

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Freundschaften, Gedanken

Wir brauchen einander

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Ich mache mich hier gerade ein bisschen rar. Denn ich wate knietief im Sumpf des Hausumbau-Denksports. Das fordert mich an allen Fronten und Kanten. Außerdem tendierte ich in letzter Zeit zu freiwilliger Isolation. Seit Jahresanfang war ich recht depressiv unterwegs. Ich machte mir selbst und meiner Familie das Leben schwer mit meinen unangekündigten Stimmungsschwankungen. Mal lag ich heulend mit größtem Weltschmerz und einem Hauch von Selbstmitleid im Bett. Mal keckerte ich wie ein Gecko vor übertriebener Freude. Ich hatte von allem ein wenig zuviel. Nur kein gesundes Mittelmaß. Anfang letzter Woche fiel ich in ein dunkles Loch, in dem kein Staubkörnchen Hoffnung zu finden war. Ich wollte in diesem Loch ganz gerne bleiben, mich in einem Eck zusammenrollen und nicht mehr ans Tageslicht kommen.

In meinem Kalender stand an diesem Tag fett umrandet: „20 Uhr Book Club“. Mein lieber, lieber Book Club mit Freundinnen, die mir so sehr am Herzen liegen. Ich schrieb eine kryptische Rundmail, dass ich nicht kommen könnte, mir ginge es nicht gut. Es gibt zwei Urängste, die mich absolut an den Rand bringen: Die Angst verlassen zu werden. Und die Angst, zur Last zu fallen. Beides verursacht Fluchttendenzen.

Das Telefon klingelte. Ich ging nicht ran. Nein, nein, ich lasse mich nicht umstimmen! Das Email-Glöckchen machte „ding“. Nein, nein, ich geh nicht in mein Postfach! Alte Ängste verkrümmten meinen gesunden Menschenverstand. Aber meine Book-Club-Freundinnen bogen ihn wieder zurecht. Letzten Endes ging ich doch. „Wir sind so froh, dass du gekommen bist. So haben wir die Chance, für dich da sein zu können“. Ich durfte mein Herz ausschütten und dabei Rote-Beete-Chips essen. Wir beteten gemeinsam und ich wurde in den Arm genommen. Dann ging in nach Hause und sank erleichtert in mein Bett. Ich war nicht zur Last gefallen. Ich war nicht verlassen worden. Und nein: ich schaffe es nicht alleine – so sehr ich es auch versuche. Ich brauche meine Frauen. Ich brauche meinen Muttergott, der tröstet und nährt und Geborgenheit im Sturm schenkt.

An diesem Abend ließ ich die Finger von meiner Pille. Ich vermutete, dass mein Hormonhaushalt völlig aus den Fugen geraten war. Und tatsächlich ging es mir diese Woche jeden Tag ein bisschen besser. Mitte der Woche brachte eine andere Freundin „Anti-Frust-Kekse“ vorbei. (Zuerst las ich auf der Packung „Anti-Trump-Kekse“)

Und gestern rief mich meine Freundin Sally an, ob ich sie zum Women’s March on Washington in Heidelberg begleiten würde. Meine Vernunft sagte sofort nein. Ich muss eine Küche planen und tausend Dinge für den Umbau vorbereiten. Meine Leidenschaft schrie ja! Ja, ich will dorthin und gemeinsam mit anderen Frauen für eine gerechtere, friedvollere Welt marschieren. Ja, ich will laut mein Missfallen kundtun, dass immer mehr chauvinistische, rechtspopulistische Herrscher das Ruder in der westlichen Welt an sich reißen! Vernunft und Leidenschaft stritten eine Weile und eine halbe Stunde später war ich unterwegs nach Heidelberg. Kühlschrank, Backofen und Co. konnten warten.

Wir kamen etwas zu spät und rannten quer durch die Stadt bis wir auf die Demonstranten stießen. Hier strömten alle zusammen, die immer noch an eine bessere Welt glauben und bereit sind, für diese ihre Ärmel hochzukrempeln und sich pinke Pussy-Hats aufzusetzen. Ich stand mittendrin und schmunzelte. Was für ein Schlusspunkt hinter einer verrückten Woche. Nein, kein Schlusspunkt: sondern ein Doppelpunkt und ein Ausrufezeichen! Wir brauchen einander! Niemand muss in seinem dunklen Loch ausharren. Es gibt hilfreiche Hände, die etwas hinunterreichen (Anti-Trump-Kekse), die uns segnen, uns festhalten, uns hinaufziehen, zurechtbiegen und applaudieren. Und wenn es sein muss, ballen wir die Hände zu Fäusten, um mit ihnen friedlich für alle unsere Schwestern rund um den Globus zu protestieren.

 

Oh und PS!: Das letzte Mal ging ich 2002 in Melbourne auf die Straße. Gegen George W. Bush. Lustig. Den hätte ich jetzt ganz gerne irgendwie zurück…..

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Wochenende

Wochenende

  • Experimente von früh bis spät
  • Emotionale Achterbahnen
  • Hausplanung (wo bleiben die vermaledeiten Handwerker?????)
  • Das beste Mittagsschläfchen aller Zeiten
  • Waffelfrühstück
  • Süßkartoffel-Shrimps-Risotto
  • Schlittenfahrten
  • Schneeball-Schlachten
  • Essengehen beim Italiener
  • Ein weiteres Paar selbst gestrickter Socken
  • Zaghafte Kellerentrümpelung
  • Spontaner Kaffeebesuch von Verwandten
  • „Call-The-Midwife“-Marathon
  • Brotbacken

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Plastikfreier leben

Weniger Plastik :: Küche / Einkauf

Bevor ich euch den angedrohten Plastik-Beitrag aufs Gemüt klatsche, sage ich DANKE! Danke euch lieben, lieben Bloglesern für eure vielfältigen Kommentare, eure Ermutigungen und die Kaffee-Tipps. Ihr seid einfach gigantomanisch. Und unsere neue French Press hoffentlich auch!

Gestern früh habe ich es getan!!: Ich habe alle Tupperware aus meinem Leben verbannt. Nun liegen die vielen Behälter in einer Kiste, die ich Ende der Woche in den Diakonieladen bringen werde. Seit Monaten unternehme ich immer wieder kleine Schritte,  damit unser Haushalt plastikfreier wird. Ich trau Plastik nicht mehr. Und nein – ich verfalle nicht in Weltuntergangs-Hysterie. Aber es ist erwiesen, dass Plastik Schadstoffe abgibt und unser Körper diese gerne aufnimmt. Und ein Joghurtbecher braucht auch halt mal 500 Jahre und mehr bis er verrottet ist. Braucht kein Mensch.

Ich glaube nicht, dass wir so ein radikaler Zero-Plastik-Haushalt werden, aber vielleicht ein 15%-Plastik-Haushalt. Meine Familie würde gar nicht mitkommen, führte ich radikale Schritte durch. Wir gewöhnen uns an Neues lieber scheibchenweise. Und eine Veränderung zieht meistens weitere Veränderungen nach sich.

Heute fange ich beim Einkauf und in der Küche an, wo wir ja an allen Ecken und Enden mit Plastik zugemüllt sind. Ich erzähle euch einfach von den Dingen, die für uns machbar und gar nicht so schmerzhaft sind.

Tupperware / Plastikbehälter: Durch Glasbehälter ersetzen. Die gibt es mittlerweile in allen Formen und Größen (leider oft mit Plastikdeckeln). Sie sind nicht nur gesünder, sondern sehen auch schöner aus als die olle Tupperware auf dem Abendbrottisch. Für kleine Reste, die in den Kühlschrank sollen, benutze ich Marmeladengläser. Andere kleine Vorräte wie Trockenfrüchte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Müsli verwende ich verschiedene Einmachgläser.

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Gefrierbeutel: Habe ich weitestgehend abgeschafft. Stattdessen kommen ebenfalls Marmeladegläser zum Einsatz. Ich fülle sie nicht ganz bis zum Rand, damit sie beim Gefriervorgang nicht platzen.

Plastik- und Alufolie: Pfui! Böse Folie! Manchmal bin ich verführt darauf zurückzugreifen, aber dann hau ich mir selbst auf die Finger. Stattdessen habe ich Abdeckhauben genäht (die ich übrigens auch gerne verschenke). Wer es mit dem Nähen nicht so hat, kann sich mit Wachstüchern helfen. Hab ich selbst noch nicht probiert, aber hier ist eine Anleitung, die ich demnächst testen werde. Alternativ kann man auch Bee’s-Wraps kaufen (nicht ganz billig…).

Schneidebretter: Eine Weile hieß es, Holzbretter seien unhygienisch. Stimmt aber nicht. Ich schneide sogar rohes Geflügel auf unseren Holzbrettern. Danach schrubbe ich sie sauber und gieß kochendes Wasser zur Desinfektion drüber. Hatte noch nie Probleme damit. Hab irgendwo gelesen, dass die Gerbsäure in bestimmten Holzarten desinfizierend wirkt (Hurra auf mein altes Eichenbrett!).

Strohhalme: Gibt’s aus Papier – und die sind eh viel hübscher!

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Verpackte Lebensmittel: Wenn du Zeit hast, dann kannst du einige Lebensmittel selbermachen, die sonst plastikverpackt aus dem Supermarkt kommen. Meistens stehen folgende Dinge auf meiner Liste:  Joghurt, Ricotta, Quark, Knuspermüsli, Toastbrot, Eis, Müsliriegel (Nein, ich schaffe es nicht immer, das alles selbst zu machen….aber ich bin bemüht…und es macht Spaß!).

Spülschwamm und Schwammtücher: Spülschwämme sind reines Plastik und darin nisten sich gerne schnell Bakterien ein. Gilt genauso für Schwammtücher. Hab ich beides schweren Herzens aus meiner Küche verbannt. Ich bin superglücklich mit meiner Spülbürste plus Wechselköpfe vom Waschbär. Aus alten Frottee-Handtüchern, die ich eigentlich wegwerfen wollte, habe ich Spüllappen zurechtgeschnitten und mit einem einfachen Zickzack-Stich umrandet, damit sie nicht ausfransen. Die funktionieren super und ich wechsle sie alle zwei Tage aus. Dann gehts ab in die Wäsche.

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Trinkflaschen: Puh, das ist eine verzwickte Sache. Dazu kursieren so viele unterschiedliche Meinungen. Für Josefine habe ich eine BPA-freie Flasche besorgt und für Amelie eine Trinkflasche aus Edelstahl.

Brotzeitdosen: Auch hier bin ich auf Edelstahl umgestiegen. Geht zwar ins Geld, dafür halten die Dinger aber zwei Leben lang.

Brotbeutel: Ich bewahre unser Brot in einem einfachen Stoffbeutel auf, den man vorne zuschnüren kann. Den nehm ich auch mit zum Bäcker, um unser Brot darin verpacken zu lassen.

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Obst und Gemüse: Letztens verließ ich leise protestierend den Aldi ohne ein Stück Obst und Gemüse, weil wirklich noch der letzte Pups in Folie verpackt war. Es kann nicht sein, dass nach einem Einkauf der Plastikmülleimer daheim überläuft. Also hab ich lieber auf Vitamine verzichtet. Ich kaufe Obst und Gemüse im Supermarkt mittlerweile lose ein. Die Dame an der Kasse „freut“ sich immer, wenn ihr die Äpfel einzeln entgegen kullern! Und wenn es sich anbietet, dann geh ich eh am liebsten in den Hofladen oder auf den Markt….

Käse / Wurst: Kauf ich am liebsten an der Theke, ohne Plastikgedöns. Aber woher bekomm ich Feta und Mozzarella?? Kann man auch selber machen – wenn man ungefähr 72 Stunden lang ungestört Zeit hat…

Milchprodukte: Sahne, Milch, Joghurt und Buttermilch gibt es in vielen Läden bereits in Gläsern.

Lebensmittel allgemein: Leider gibt es in meiner Nähe noch keinen Unverpackt-Laden. Wenn ich im Supermarkt eine plastikfreie Alternative finde, greife ich zu. Manchmal frage ich mich, ob ich genau diese Packung wirklich brauche (Chips und Schokolade: ich schaue EUCH an!). Und manchmal geht’s nicht anders. Dann muss ich halt zur Plastikverpackung greifen. Wir müssen kein Dogma aus der Plastikreduzierung machen, sonst werden wir unseres Lebens nicht mehr froh. Aber wir können gewaltig reduzieren.

Wenn ihr noch Tipps und Erfahrungen habt, dann immer her damit! 

Das nächste Mal gehen wir weiter ins Bad und zum Putzschrank. 

Familie, Gedanken, Haushalt, Renovierung

Holpriger Start

img_6992_edited-1Ein Kind schläft bereits. Das andere liest sich gerade selbst die Weihnachtsgeschichte neben dem Christbaum vor. Die Zweige hängen traurig in die Tiefe und die abgebrannten Kerzen zeugen von gemütlichen Abenden „zwischen den Jahren“. Morgen bekommt der Baum zum ersten und letzten Mal in seinem Leben einen Freiflug. Ganz ikeamäßig aus dem Fenster.

Nur zögernd lasse ich die Weihnachtszeit los. Sie war eine Zäsur, ein tiefes Luftholen, eine Stille vor dem Sturm. Nach der Jahreswende begrüßte mich meine alljährliche Januar-Depression. Nun tja, keine wirkliche Depression, aber eine seltsame Verstimmung. Ich bin nicht besonders gut darin, negative Gefühle zuzulassen. Ich stemme mich dagegen und deshalb war die letzte Woche emotional anstrengend. Außerdem bleiben die Handwerker aus (echt jetzt? Ist die Unzuverlässigkeit der Handwerker doch kein Klischee??). Mein Mann war krank. Ich wuppte den ganzen Haushalt und noch ein bisschen mehr. Trotzdem blieb soviel liegen, dass ich jetzt schon innerlich die Ärmel hochkremple, mit den Hufen scharre und morgen eine neue Entrümpelungs-Challenge starte. Oh, wie ich mich nach weniger Ballast und mehr Luft sehne!

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Anfang der Woche war das Radlager unseres Autos defekt. Dann dachte sich unser Kaffee-Vollautomat: Ach, ich hab eigentlich auch keinen Bock mehr. Das war für meinen Liebsten eine furchtbare Katastrophe. Nun suchen wir verzweifelt nach einer vernünftigen Alternative (keine Pads, keine Kapseln, kein Filterkaffee, kein Vollautomat – Tipps?).Vorgestern nacht ging in unserem neuen Haus das Heizöl zur Neige und wir bekamen auf die Schnelle am Feiertag keinen Öl-Lieferanten. Da standen wir bei -14 Grad und sahen schon vor unserem geistigen Auge die Wasserrohre platzen. Wir beteten, flehten, rechneten und am Ende – mit einigen Heizlüftern – ging dann doch noch alles gut aus. Als wir gestern mittag Amelies Kindergeburtstag feierten, klingelte das Telefon: Der Heizöl-Mann ist da! Hurra! Armin musste mich verlassen und ich wusste: Ich muss diesen Kindergeburtstag alleine stemmen. Wenn ich überlebe, dann verleihe ich mir selbst einen fetten Orden!

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Ich überlebte. Und hatte sogar richtig Spaß an diesem Kindergeburtstag inklusive Lebkuchenhäuschen-Verzieren, Tortilla-Essen, Topfschlagen und Schlittenfahren. Achtjährige sind einfach toll! Es gab lediglich einige blaue Flecken (merke: beim Topfschlagen niemals das Zimmer verlassen!) und eine verkratzte Nase. Das Highlight war ein Freund, der mit seinem Quad auftauchte, alle Schlitten hinten befestigte und die Kinder wie eine lustige Parade über die vereisten Wege zog. (Leider hatte ich die Kamera nicht dabei…).

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Morgen beginnen wieder Schule und Kindergarten. Und dann kommen hoffentlich die Handwerker. Und mein Schwiegervater aka Bauleiter. Ich hoffe so sehr, diese Zeit trotz Depri-Blues mit Würde und Anstand bestreiten zu können…und nicht wie das keifende verheulte Elendsbündel, das ich letzte Woche oft manchmal war.

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Vielleicht ist es ganz gut so, dass das neue Jahr holprig beginnt. Es zeigt mir, dass ich trotz all der tollen Vorsätze nicht viel kontrollieren kann (einen Kindergeburtstag: YES! Einen Handwerker: Hahaha!). Ich habe mir soviele Strategien zurecht gelegt, damit unser Leben gut funktioniert. Aber ich fürchte, nun bricht die Zeit an, in der das Chaos herrschen wird. Und ich mittendrin. Ein blutiger Clash der Gegensätze? Oder eine Chance, heitere Gelassenheit im Auge des Sturms zu kultivieren?

Was ich die nächsten Wochen mehr denn je brauche ist persönlicher Minimalismus, einmal täglich raus in die Natur und definitiv mehr Schlaf (ich leide mal wieder unter seniler Bettflucht – ab 6 Uhr früh finde ich keinen Schlaf mehr).

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Das ist jetzt ein langer verworrener Beitrag geworden – Spiegelbild meines Ist-Zustands. Sorry! Das nächste Mal bin ich wieder sortierter. Dann gibt’s mal wieder eine Liste. Oder Tipps zum plastikfreieren Leben (hab ich schon so lange vor)….oder…

…habt ihr Wünsche, worüber ich bloggen soll?

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Familie, Gedanken

Erste Spuren

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Nun liegt es da, das neue Jahr, wie der frische, jungfräuliche Schnee, der heute alles sanft zugedeckt hat. Ich liebe das Nicht-Geräusch, das Schneeflocken machen, wenn sie zur Erde schweben. Und ich liebe unberührte Schneedecken. Am allerliebsten mag ich es, den ersten knirschenden Schritt in den Schnee zu setzen. Ich bleibe stehen und genieße das Gefühl, dass ich die erste bin, die ihre Spuren hinterlässt.

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Erste Fußstapfen bahnen sich einen Weg. Ich gehe zögerlich. Mit einem Gefühl der Unsicherheit. Die Zukunft liegt weiß vor mir. Ich sehe überhaupt nichts. Erkenne nicht, wie es weitergehen wird mit dem Schreiben, dem Fotografieren, dem Haus, mit mir, mit uns. Ich spüre die Last des Älterwerdens, die lauernden Abschiede, meine Einsamkeit. Wo ist sie hin, die Verspieltheit meiner Jugend, die Leichtigkeit der frühen Jahre? War das Leben jemals leicht oder spielt mir die Erinnerung einen Streich?

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Heute erwarteten wir spontan angekündigten Besuch von einer Freundin, die ich seit über einem Jahrzehnt nicht gesehen hatte. Mittlerweile haben sie und ihr Mann vier Kinder. Ich stellte  vorfreudig schnell einen großen Topf auf den Herd und füllte ihn mit Erbsen, Gemüse, Nudeln und Würstchen. Dann schnippelte ich einen Obstsalat für eine ganze Kompanie und kochte Tee. Ich überlegte ernsthaft, mit Staubsauger und Fensterputztuch durchs Haus zu fegen, um alles perfekt zu haben. Da musste ich mich selbst auslachen. Draußen fiel Schnee, herrlicher erster Schnee. Ich hörte die Kinder im Freien jauchzen. Und ich wollte mal wieder so schrecklich erwachsen sein und staubsaugen?

Schnell zog ich eine alte Winterjacke über, holte zwei Schneemannnasen-Mohrrüben aus dem Kühlschrank und lief nach draußen. Der Schnee war bereits zertrampelt. Tausend Spuren, zwei halbfertige Schneemänner, Kinder mit knallroten Backen, verwirrte Katzen. Der Nachbarsjunge warf einen Schneeball und entfesselte damit eine epische Schlacht. Ich lachte. Und wischte mir den nassen Schnee von der angelaufenen Brille.

Keine Ahnung, was kommt. Aber ich will mich in den Schnee schmeißen, ihn mit tausend Lebensspuren übersähen, Sorgen ins Haus sperren und vertrauensvoll in die Zukunft laufen.

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