Heute mach ich mir keine Freunde!

Gestern Nacht habe ich einen Blogeintrag im Kopf verfasst. Das mache ich gerne, wenn ich nicht schlafen kann. Draußen tobte sich (mal wieder) ein Gewitter aus. Neben mir zitterte ein vom Donner geängstigtes Kind. Und die schwüle Luft im Schlafzimmer war zum Schneiden dick.

Ich werde mir heute keine Freunde machen. Das tut mir Leid. Aber wenn ich noch länger schweige, dann platze ich.

Ich hasse den Sommer.

So, jetzt ist es raus.

Ihr dürft meinen Blog aus eurem Blogroll streichen, mich bei Facebook unfrienden, mich nie mehr anrufen.

Aber ich steh dazu.

Ich hasse HASSE HASSE den Sommer. Ach, ich mag ihn ja auch irgendwie. Ist ein netter Kerl, der Sommer. Aber er hat seine Macken, mit denen ich sehr schlecht leben kann.

Gestern nacht, während ich mich schwitzend von einer Seite zur anderen rollte, habe ich eine Liste von Dingen erstellt, die ich am Sommer nicht mag:

  • Die Hitze, diese unerträgliche, fürchterliche, ekelerregende Hitze!  Ich wurde vor dem Klimawandel geboren und bin nur für gemäßigte Sommer gerüstet. Genauso wie unser Haus. Ich kenne seit Jahren nur noch zwei Wetter-Zustände: schwüle Floridahitze oder englischer Sommerregen. Ach ja, und dazwischen Gewitter. Natürlich IMMER Punkt 20 Uhr, wenn meine Kinder schlafen sollen….
  • Stechmücken. Sssssssssssss!!!!!
  • Ich habe zu wenig Sommerklamotten. Überhaupt mag ich keine Sommerklamotten. Sie kaschieren nicht, sondern decken brutal alle „Mängel“ auf. Ich vermisse meine Schals, Strumpfhosen, Stiefel!!
  • Hitze-Ausschläge. Die bekomm ich gerne an unaussprechlichen Stellen. Mehr sag ich dazu nicht.
  • Der Nach-Draußen-Geh-Zwang, gepaart mit Unternehmungs-Sucht. Kaum zeigt sich die Sonne, MUSS ich nach draußen. Weil die Sommerzeit gezählt ist……. und jede Sonnenminute zählt!!! Das stresst mich vor allem, wenn ich es gerade auf der Couch eigentlich viel gemütlicher finde….
  • Mit überhitzten Kindern in ein überhitztes Auto einsteigen.
  • Volle, laute Schwimmbäder.
  • Jeden Abend meine Kinder duschen müssen.
  • Malessen am laufenden Band. Aufgeschlagene Knie, Wespenstiche, Zeckenbisse, Sonnenbrand,….
  • Meine Haare, die sich im Sommer in eine aufgeplatzte Matratzenfüllung verwandeln.

So, jetzt hab ich Dampf abgelassen. Und falls sich der Sommer dieses Jahr einigermaßen vernünftig anstellt, werde ich eine Liste mit seinen positiven Eigenschaften erstellen. Versprochen!

 

 

18 Kommentare zu „Heute mach ich mir keine Freunde!

  1. Liebste Veronika! Ich stimme dir aus vollstem Herzen zu. Genau so geht`s mir im Sommer. Danke, dass du dazu die Worte findest. (hoffe morgen wird es nicht so heiß! SOnst flüchten wir ins Eisbär-Gehege).

  2. Endlich spricht’s mal jemand aus! Danke 🙂 Ich hab im letzten Jahr auch angefangen, mich zu outen… Heute sind nur 16° (nach den 30° von gestern) – und ich liiiiebe es 🙂

  3. Endlich nennt jemand das Kind beim Namen! Ich mag viel lieber Frühling und Herbst, aus ziemlich ähnlichen Gründen. Vor allem der Herausgeh-Zwang wegen Sonnenstrahl… dabei würde ich am liebsten in Ruhe ein Buch lesen.

  4. Alles hat eben seine Zeit!
    Dein Eintrag erinnert mich an die endlosen Diskussionen mit meiner Schwester, die nicht verstehen kann, dass ich den -Achtung- Winter so sehr hasse. 🙂
    Wir sollten doch vielleicht auch froh sein, dass es noch „Reste“ der Jahreszeiten gibt und ich hoffe, dass meine Kinder mal noch erleben werden, was die Jahreszeiten eigentlich sind. Dazu muss es dann aber mal kalt und mal heiß werden… Ähm… 😉

  5. Frühling und Herbst sind doch zwei wunderbare Jahreszeiten. Sommer – unterm schlecht isoliertem Dach, schlaflose Nächte, durschwitzte Kleidung bei jeder kleinsten Bewegung – nein Danke!

  6. ih bin auch kein sommerfan… also skandinavischer sommer geht, klar freu ich mich auf sommer sonne nach dem winter… und vorallem hasse ich den virginia sommer- ab anfang mai bis ende september 30 grad und heißer uns 90% luftfeuchtigkeit. urgh.

  7. Hahaha 😀 also ich glaub deswegen streicht Dich niemand aus der Blogroll ;-). Ich bin auch ein totaler Frühlings- und Herbsttyp… außer wir sind im August in Österreich auf unserer Freizeit und ich kann mich im See abkühlen und dazwischen auf der Wiese entspannen… daheim – mit Klassenarbeiten der Kids im Nacken, den übervollen Wäschekörben und der Sonne, die mich ans Fensterputzen erinnert – kann ich gut drauf verzichten… ;-). LG, Miri

  8. Toll!!!
    Danke von Herzen für deinen Beitrag.
    Das tut sooooo gut.
    Ich mag den Sommer auch überhaupt nicht und würde am liebsten in dieser Zeit auswandern. Fühle mich auch oft von anderen Menschen(Nachbarn) gedrängt nach draußen zu gehn. Sonst sieht man sich ja nicht… Und gilt als Stubenhocker oder so…
    Liebe Grüßle
    Lilafischli

  9. Ich liiieeebe den Sommer,vor allem im Urlaub. Zum Glück sind meine Söhne erwachsen, so muss nur noch der Hund bespasst werden. Und die braucht nur uns, Wasser zum Baden,ihr Futter, herrlich. LG

  10. Liebe Veronika seit ein paar Monaten lese ich mit Begeisterung deinen Blog und immer wieder dachte ich, das müsste ich jetzt mal kommentieren….aber heute passierts!
    Danke danke danke, ich mag den Sommer auch nicht wirklich, Hitze, Kopfschmerzen, überfüllte Bäder…ja sicher es gibt auch schöne Momente…laue Sommernächte, länger hell, Grillabende…
    Danke für deine Ehrlichkeit, in meinem Umfeld scheint es nur Menschen zu geben, die den Sommer lieben……………

  11. Dies ist auch mein erster Kommentar bei Dir. Wir kennen uns nicht persönlich; ich kenne nur Deine Schwester Christine. Die kannst Du ja mal fragen, was ich für eine bin. 🙂
    Ich hatte im Frühling schon Horror, dass es diesen Sommer wieder so heiß werden wird. Und je älter (und fülliger) man wird, desto schlimmer!
    Und dafür habe ich mir im Garten an einem ganz schattigen Plätzchen eine minikleine Sitzgruppe nur für mich (und höchstens noch für meinen Mann für 1 Glas Rotwein am Abend) zum Häkeln und so eingerichtet. Und mir – jetzt könnt Ihr lachen – ein kleines Planschbecken zugelegt, nur für mich alleine. Damit ich bei größter Hitze darin Kneippgüsse machen und darin herumwaten und zur Not mich auch mal – ganz versteckt – hineinsetzen kann. 🙂
    Durch Frühlingswiesen streifen oder im Herbst durch den bunten Wald ist definitiv angenehmer!!

  12. Ich glaube, der Sommer ist schön, wunderschön! Er zwingt uns zum Pause machen, einen Gang zurückzuschalten, zur Siesta um die Mittagszeit, wenn die Hitze draußen flimmert. Und er lädt uns ein, das Leben zu feiern, besonders abends, wenn es wieder kühler wird, unter freiem Himmel, mit lieben Menschen oder auch allein. Leider erlauben es die Umstände nicht immer , dass die Vorzüge des Sommers herausstechen können…. Kranke pflegen bei 40 Grad Hitze im Krankenhaus, Auto fahren müssen auf kochenden Straßen, ohne Klimaanlage ( das gibt es tatsächlich noch), und dann auch nicht immer die passende Kleidung und leider auch nicht die Figur zu haben, um auch so den Sommer zu zelebrieren, unter diesen Umständen finde ich den Sommer auch nicht immer schön. Aber das Positive überwiegt!
    Liebe Veronika, du wirst es nicht so schnell schaffen, deinen Blog nicht zu mögen!
    Ich freue mich schon auf dein zweites Buch?

  13. Ja, ja, JA! Hinter etlichen Punkten deiner Liste kann ich meinen Haken dran setzen.

    Ich gönne jedem Menschen, der ihn mag, seinen/ihren geliebten Sommer, aber bitte gemäßigt. Soll heißen, nicht 6 Wochen schwül-warmes Wetter und auch keine 4 Wochen über 30°C ohne einen Tropfen Wasser am Stück. Aber genau diese Extreme und andere Wetterkapriolen (wie zuletzt die Unwetter) hatten wir in den letzten Jahren immer öfter.
    Mir will nicht einleuchten, warum gejammert wird, wenn es im Mai oder Juni mal eine Woche oder auch nur ein paar Tage am Stück regnerisch ist und stimme da in den Chor von „Der Boden / der Garten / die Landwirtschaft / der Weinbau braucht den Regen“ ein, auch wenn es bei den Biergartenbetreibern (und -besuchern) lange Gesichter geben mag.

    Ich selbst versuche nicht bei jeder Gelegenheit über die Hitze und den Sommer zu schimpfen (auch wenn’s mir schwer fällt *g*) und stelle meinen Rhythmus, soweit möglich, um… bin dann eher nachtaktiv, auch um die wenigen halbwegs kühlen Stunden zu nutzen um zumindest etwas „frische“ Luft in die Wohnung zu bekommen. Aber den Arbeitstag im Büro, in mehr oder weniger unbequemen Klamotten, muss ich irgendwie rumkriegen.

    Vielleicht treffe ich irgendwann noch den Traumprinzen, der mich auf einem weißen Motorschlitten in sein hübsches Holzhaus in den Schweizer Bergen mitnimmt, wo es von Oktober bis April schneit? Das wäre meine Welt 😉

    Ich wünsche dir, dass die Sommertage möglichst viel Angenehmes und Erfrischendes für dich bereit halten – ich habe letztes Jahre meine Liebe für selbst gemachte Limonade entdeckt. Weniger Zucker, herber und deshalb viel erfrischender als die gekaufte Brühe und so wandelbar – aber das brauche ich dir nicht zu schreiben, du bist so kreativ in der Küche 🙂
    Übrigens ist bei mir heute dein Buch angekommen, da bin ich sehr gespannt drauf und freue mich, wie meine Vorschreiberin, auf dein nächstes Buch!

    Viele Grüße aus Unterfranken,
    Alessa

  14. yes!!! Ich auch… :-))
    Das Einzige was ich am Sommer mag, sind die schönen Bergtouren (wenn es denn nicht zu heiss dazu ist…). Und an einem lauen Sommertag abends draussen sitzen zu können (wenn es denn nicht regnet…)
    Also hangeln wir uns durch… 😉
    Ich wünsche dir einen guten Sommer!

  15. Hallo Veronika
    Ich weiss, du hast dich inzwischen mit dem Sommer versöhnt; aber ICH musste gestern an dich denken. Ich und eine Freundin waren bei gefühlten 40 grad mit 7 Kindern, im Alter zwischen 1 und 8 Jahren, im Garten und „genossen“ den Sommer. Die Kinder im Planschbecken, paniert vom frisch gemähten Rasen, müde vom abrupten Klimawechsel und ich gestresst und überhitzt am schauen, dass ja alle ihren Sonnenhut tragen und mein kleiner Neffe nicht auf die neue Sitzlounge pinkelt…Unser Garten glich nach 1 Stunde einem Kriegsgebiet, der Rasen wurde zu Schlamm und ich fragte mich sehnsüchtig, wann ich endlich einfach draussen gemütlich im Liegestuhl liegen kann und sich meine Kinder mit ihren Freunden selbständig im Freibad rumtümmeln werden… Wahrscheinlich auch erst in gefühlten 100 Jahren…

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