DIY

Tutorial T-Shirt Stencil-Druck

IMG_2180_edited-1Ok, die Ferien sind vorbei und ich bin ein bisschen wehmütig. Das bin ich immer am letzten Ferientag. Wirklich, ich genieße die Zeit mit meinen Kindern, unsere Aktionen, die ruhigen Stunden Zuhause, honigzähe Frühsommertage, DIY-Projekte. Jetzt stehe ich in der Küche und backe meine Alltags-Muffins als kleine Pausenversüßung für den ersten Schul- und Kindergartentag. Allerdings wollen meine Kinder nicht ins Bett aus Angst vor diesem massiven Gewitter, das gerade durchzieht (DANKE Gewitter – super Timing!!!!!).

Unser Lieblings-DIY-Projekt während der Pfingstferien?

T-Shirts bedrucken!

Seit einem Jahr wollte ich mich an das Projekt wagen, aber hatte zuviel Respekt davor. Und jetzt? Pf! Warum hab ich überhaupt solange gewartet?

Wir konnten gar nicht mehr aufhören, weil die Ergebnisse so toll waren!

Du brauchst:

  • T-Shirt, unifarben
  • Freezer Paper (erhältlich bei Amazon)
  • Bleistift
  • Textilfarben und Pinsel
  • Bügeleisen
  • scharfes Teppichmesser, kleine Skalpell-Cutter für feinere Schnitte (wie bei dem Wolf…)
  • Eine Unterlage zum Schneiden
  • Ein Motiv

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    Zuerst suchen wir das Motiv aus. Am einfachsten sind simple Silhouetten. Josefine wünscht sich z.B. ein Meerschweinchen-Motiv. Also gebe ich in die Suchmaschine „Silhouette Meerschweinchen“ ein. Josefine wählt eines aus, ich übertrage es in ein Word-Dokument und drucke es aus. (Hier gibt es übrigens jede Menge Vorlagen!)

    Nun kommt das Freezer-Paper zum Einsatz. Ich schneide ein entsprechend großes Stück ab und lege es mit der nicht-glänzenden Seite nach oben. Das Motiv schiebe ich unter das Freezer-Paper, fixiere es ggf. mit Washi-Tape und pause es mit einem Bleistift ab. Dann lege ich das Paper auf die Unterlage und schneide vorsichtig an den Linien entlang. Je nach Alter des Kindes kann es Abpausen und Schneiden selber übernehmen. Allerdings sind die Teppichmesser und Skalpelle extrem scharf – also Vorsicht! Ein Erwachsener sollte immer dabei sein.

    Nun platziere ich die entstandene Schablone auf dem T-Shirt und bügele sie fest. Das Paper haftet gut und lässt sich später ohne Probleme wieder abziehen. Ich schiebe in das T-Shirt ebenfalls ein Stück Freezer-Paper mit der glänzenden Seite nach oben. Das verhindert, dass Farbe durchdrückt.

    Jetzt kommt der Part, den meine Kids lieben. Sie wählen eine Textilfarbe und malen mit dem Pinsel die Schablone sorgfältig aus. Wir warten 12 Stunden, bis die Farbe komplett getrocknet ist. Dann ziehen wir das Paper ab. Das ist der allerallerbeste Augenblick, der uns immer extrem glücklich macht!

    Jetzt nur noch nach Textilfarben-Anweisung bügeln, um die Farbe zu fixieren. Fertig ist das stylische Stück, das sofort am ersten Schultag getragen werden möchte!

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Familie

20 völlig ungeordnete Gedanken zum Mamasein: 

  1. Mädchen zu haben, ist völlig anders als ich erwartet habe. Sie sind KEINE Prinzessinnen und lassen sich nicht auf typisch weibliche Eigenschaften festlegen. Das find ich irgendwie richtig gut.

  2. Es wird EINFACHER! Heute morgen habe ich eine Familie mit drei Kindern unter 3 fotografiert. Eine Horde süßer Flöhe, die keine Minute still blieb und in drei verschiedene Richtungen rannte, sobald ich die Kamera hob. Die Eltern schwitzten und ich versprach ihnen, dass es wirklich und ganz ehrlich leichter wird, je älter die Kinder werden!

  3. Baby- und Kleinkindjahre sind anstrengend. Und man überlebt sie.

  4. Ein Mama-Körper verändert sich dank fortschreitenden Alters, Hormone, Stress, Erdanziehungskraft. Das war schon immer so, und das wird immer so sein.

  5. Ein Mama-Körper ist dankbar für ein bisschen Zuwendung: ein Nickerchen, ausreichend Wasser, eine Massage, barfuß durch den Garten laufen, ein grüner Smoothie, Gewichte-Stemmen.

  6. Ich darf mich nicht so stark von täglichen Details aufreiben lassen: Hausaufgaben, pünktlich zum Schulbus, Tischmanieren, Geschwister-Zoff usw. Wichtiger ist mir, ab und zu einen Schritt zurück zu treten und das große Bild anzuschauen: Ich lebe das Leben, das ich immer haben wollte!

  7. Unsere Zeit will ich so weit wie möglich selbstbestimmt füllen. Freizeit-Aktivitäten, Vereinsmeierei, Übernachtungsparties – alles nur dosiert.

  8. Wenn meine Kinder von Freundschaften und Herzschmerz erzählen, dann erinnere ich mich sofort an meine eigene Kindheit und meinen eigenen Schmerz. Schwer, das auseinander zu halten!

  9. So sehr ich meine Kinder liebe, manchmal möchte ich sie in den Garten sperren, mir eine Tasse Tee machen und in aller Ruhe nähen.

  10. Wenn ich meine innere Balance verliere, dann verlieren meine Kinder ebenfalls ihre innere Balance.

  11. Ein Abend mit einer Freundin, ein gutes Buch, internetfreie Zeit alleine, internetfreie Zeit mit Gott, eine Entrümpelungsaktion, Brotbacken, Yoga  – alles das sind Alltags-Inseln, auf denen ich soviel Kraft und Ruhe tanke. Auch eine Mama-Seele braucht Zuwendung…

  12. Unsere Kinder funktionieren nicht auf Knopfdruck, egal wieviel wir an Erziehung in sie investieren.

  13. Ich sollte meinen Kindern mehr vertrauen. Sie werden ihren Weg gehen. Und das wird IHR Weg sein, nicht meiner. Ich muss auch nicht ständig neben ihnen her rennen und zurufen, welchen Weg sie wählen sollen.

  14. Ich sollte es wirklich viel mehr schätzen und nutzen, dass meine Kinder mir noch vertrauen. Immer wieder das Gespräch suchen – vor allem, wenn sie sich zurückziehen!

  15. Und ich sollte es ausnützen, dass meine Kinder noch gerne Selbstgenähtes und -gestricktes tragen. Auch diese Tage sind gezählt…

  16. Mama-Sein ist ein verworrener Knoten aus Glücksgefühlen, brennender Liebe, Schuldgefühlen, Loslassen, Verlust, Stolz. Eines ist immer dem anderen verbunden.

  17. Ich kann in Wirklichkeit nichts kontrollieren, nur prägen.

  18. Ich kann ihr Wachstum nicht aufhalten. Auch wenn ich manchmal am liebsten STOPP!! schreien will.

  19. Ich sollte mir öfter mal am Ende eines Tages auf die Schulter klopfen. Dafür, dass ich aufgestanden bin, Pausenbrote geschmiert, Zöpfe geflochten, Wäsche gewaschen, ein Essen auf den Tisch gestellt, zugehört und Streit geschlichtet habe. (Und noch so vieles mehr).

  20. Ich sollte öfter mal anderen Mamas auf die Schulter klopfen. Und das tue ich hiermit.
    An alle Mamas da draußen: Ihr seid so wichtig und großartig und was ihr tagtäglich tut, das zählt!
Familie, Wochenende

Wochenende wie Honig

Eigentlich hat das Jahr doch erst angefangen. Und jetzt ist schon Ende Mai. Das geht mal gar nicht, dieses Lebenstempo. Die Tage und Woche rasen an mir vorbei und ich habe das Gefühl, überhaupt gar nichts auf die Reihe zu bekommen: Unbeantwortete Emails, ein zu entrümpelnder Keller (der immer voller wird), Schreib- und Fotoprojekte, Pflege von wichtigen Freundschaften. Ich streife nur hier und dort meine Aufgaben und Leidenschaften, ohne wirklich darin eintauchen zu können. Und das nervt!

Aber dann gibt es solche Wochenenden wie dieses. Das Leben macht eine Vollbremsung. Ich sitze im Garten mit meinem Strickzeug und Kaffee. „Mama, machst du uns den Rasensprenger an?“ Dann wetzen die Mädchen durch die eiskalten Wasserstrahlen. Anschließend gibt es ein Erdbeereis. Während sie vor Vergnügen schmatzen, versuche ich eine Liste für den Sommer zu erstellen, um Ordnung in mein Gedanken- und Planungschaos zu bekommen. „Zwei Nachthemden nähen, Steuererklärung abgeben, Lightroom lernen, Entrümpeln, neue Rezepte testen, Campen gehen, eine Gartenparty schmeißen.“ 

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Dann lege ich den Stift weg. Ich will nicht schon wieder in die Zukunft vorauseilen, an Unerledigtes denken, Sorgen Einlass gewähren. Die Liste schiebe ich zur Seite und schaue unseren verrückt gewordenen Staren zu. Sie pflücken meine Geranien und machen Krach wie eine Horde Hooligans. (Wirklich, kennt sich jemand von euch mit Staren aus? Warum pflücken sie meine Blumen? Warum kreischen sie stundenlang?)

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Währenddessen haben die Kinder die Malkreiden entdeckt und bedecken jeden Quadratmeter Asphalt mit Farbe. Schon lange hat sich Amelie gefragt, wie Gott denn die ganze Welt in seinen Händen halten kann. Heute hat sie es bildlich festgehalten. Das kann ER mit Seinen Riesenarmen! HA!!

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Dann packen wir die Badesachen und gehen an den See. Wir sind die Supereltern des Jahres, lassen die Kinder aus einer Quelle trinken und im See trotz Badeverbots baden. (Mal sehen, ob wir an Legionellen erkranken – ähäm.) Währenddessen sitze ich am Ufer und denke an gar nichts. Manchmal ist das richtig schön, das Gehirn auf Standby zu stellen.

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Das Wochenende vergeht wie zäher Honig. Süß und langsam. Eigentlich will ich keine tausend Dinge auf meiner Liste für den Sommer haben. Ich will einen Honig-Sommer: am Seeufer mit meinen Lieben sitzen. Ein Buch lesen. Leute einladen. Gedanken und Ideen und Aufgaben viel Raum und Zeit geben. Ich hab keine Ahnung, was diesen Sommer auf mich, auf uns zukommt. Aber eines weiß ich sicher: Da sind die Riesenarme Gottes, die uns mit unseren Sorgen und Ecken und Kanten und Nöten umfangen.

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Jetzt geht der Vollmond auf. Die Nachtigall singt. Meine Kinder wollen nicht ins Bett. Was mach ich nur mit Kindern und ihrer Zubettgehzeit in den Ferien? Sie spüren wohl dasselbe wie ich: Sie wollen das Honig-Wochenende noch ein bisschen in die Länge ziehen…..

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Familie

Back to the roots – Breslau

1959 haben meine Eltern geheiratet. Damals hatte mein Vati eine vorwitzige Haartolle und Mutti sah ein bisschen aus wie Grace Kelly.
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Fast 57 Jahre später sitzen Mutti und Vati in einem hochmodernen Reisebus – gemeinsam mit Kindern, Enkelkindern, einer Urenkelin, Schwiegertöchtern, Schwiegersöhnen. Auf ihrer Lebensreise ist aus einer Zweierschaft eine ganze Sippschaft gewachsen. Faszinierend! Unsere Fahrt geht nach Breslau -heute das polnische Wroclaw – woher meine Mutti stammt. Es war ihr brennender Wunsch, uns ihre schlesische Heimat zu zeigen. Wo sie geboren wurde und die ersten 7 Jahre ihres Lebens verbrachte.

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IMG_1078_edited-1IMG_1081klein_edited-1IMG_1080klein_edited-1IMG_1090klein_edited-2Ich wusste ja schon so einiges über Muttis Breslauer Leben, über ihre Flucht im eiskalten Winter.

Aber erst mit der Reise wurden die alten, oft gehörten Erzählungen greifbar, lebendig.
Zum Beispiel die Bärenstraße, in der sie wohnte. Alte, klassizistische Häuser, gesäumt von Bäumen. Heute stehen hier deprimierende Plattenbauten. Als die Sowjets 1945 Breslau stürmten, blieb hier kein Stein mehr auf dem anderen. Es war sozusagen ein Mini-Stalingrad.

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„Von hier aus sind wir bei -16 Grad losgezogen…“

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Oder Muttis Shoppingtrip ins Kaufhaus Wertheim, wo sie zum ersten Mal Rolltreppe fuhr.

IMG_1409kleinIMG_1415_edited-1(Ich habe mich in dieses Gebäude verliebt. Wirklich. Ich steh total auf Bauhaus-Architektur.)

Oder das Haus meiner Urgroßeltern auf dem Land, in dem Mutti mit ihren Geschwistern so manche Sommertage verbrachte.

IMG_1128_edited-1IMG_1134kleinIMG_1138IMG_1145_edited-1Oder die Häuser von Cousinen und Cousins, wo Mutti Kühe hütete und in der weiten schlesischen Landschaft träumte und spielte.  Die Häuser und die Verwandten gingen während der Kriegswirren verloren.

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Oder die Schweidnitzer Friedenskirche, in der mein Urgroßvater getauft wurde.

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Oder die herrlichen Breslauer Stadtstraßen und Parks, durch sie bummelte. 75 Prozent wurden zerstört, weil der damalige Gauleiter Hanke die Stadt nicht aufgeben wollte. Außerdem ließ er kaltblütig ein Jugendstil-Viertel sprengen, verpflichtete tausende Kinder, Schwangere und Alte zur Zwangsarbeit, damit sie ihm eine Flugbahn schaufelten. In dem einzigen Flugzeug, das jemals startete, saß der Gauleiter persönlich. Nur mal so am Rande…

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Oder die Markthalle, in der meine Oma als junge Frau arbeitete.

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Wir hörten soviele Geschichten. Und fast alle waren durchdrungen von Melancholie und Tragik.

Aber neben den traurigen Erzählungen steht Breslau mit seinen neuen Geschichten, mit seinen neuen Gesichtern, mit jungem bunten Leben. Inmitten der Welten- und Menschenzerstörung keimt immer wieder Hoffnung auf. Der Mensch schüttelt Asche, Bombenstaub, Verlust ab und macht weiter. Aus den Trümmern ist ein neues Breslau gewachsen.

IMG_1270kleinIMG_1306kleinBreslau ist voller Zwerge….man muss nur die Augen offen halten!
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IMG_1350kleinWir haben ihn gefunden – den vollgefressenen Zwerg vor dem Pizza Hut!!

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Ich habe meine Wurzeln kennengelernt. Die haben sich fremd-vertraut angefühlt. Und irgendwie ist meine Bewunderung für uns Menschen gestiegen. Weil wir eine Spezies aus Widerständlern, Überlebenden und Stehaufmännchen sind.

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Garten, Gedanken

Mai: Üppigkeiten

Hinter mir liegt eine üppige Woche – und eine weitere liegt vor mir. Nein, ich rede nicht von frittierter Schweinshaxe mit Mayonnaise. Sondern von meinem Kalender, von meinem Garten, von meinen Gefühlen, von den Bedürfnissen meiner Kinder. Ich konnte und wollte nicht im Bett bleiben und lief deshalb als rotzgeplagter Zombie durch die Gegend. Wahrhaftig kein erfrischender Anblick. Aber ich habe neues Make-Up gekauft, das dann leider auch nicht wirklich geholfen hat.

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Es war eine Weile sehr warm. Ich fand’s schon mit 22 Grad viel zu heiß. Meine Güte, war die Luft schon wieder drückend! Dann kam Regen. Und die Pflanzen in meinem Garten fühlten sich pudelwohl. Alle Pflanzen, wohlgemerkt. Der Rucola und der Löwenzahn, die Erdbeeren und der Giersch, der Spinat und der japanische Knöterich (die Ausgeburt der HÖLLE!!!!!). Als ich heute den Garten betrat, stand ich plötzlich im Dschungel. Mich hätte es nicht gewundert, wären nasse Lianen vom Baum gehangen! Ich ignorierte also meinen Husten, jätete Tonne um Tonne an Unkraut, pflanzte Broccoli und Chilis und Koriander. Mal sehen, ob mir die Schnecken (Ausgeburten der HÖLLE!!!!) was übrig lassen….

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Wie können Unkraut und Nutzpflanzen nur so nahe beieinander stehen? Wenn ich nicht regelmäßig jäte und aufpasse, dann erstickt das Unkraut meine zarten Pflanzen. Sie schlingen ihre dicken Wurzeln um die Füße der guten Pflanzen und hindern ihr Wachstum. Es ist mühsam. Beim Jäten dachte ich an mein Herz. Da wächst viel Gutes drin, und direkt nebenan eine Menge Unkraut. Auf den ersten Blick lässt sich manchmal gar kein Unterschied erkennen.

Unkraut kann harmlos, ja hübsch wirken. Ich verpacke eine Lästerei als Gebetsanliegen. Ich tu so, als ob ich meinem Kind zuhöre und bin in Gedanken schon zehn Schritte weiter. Ich behaupte „demütig“, dass mir Erfolg nicht wichtig ist und checke heimlich meine Amazon-Verkaufszahlen. Ich helfe einer Freundin, um mich selbst in ein besseres Licht zu rücken. 

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IMG_1051_edited-1Gestern hörte ich dieses Gebet: „Herr, schütze die anderen vor dem Unkraut in meinem Herzen. Und dem Guten, das in meinem Herzen gedeiht, schenke Wachstum.“ 

Jetzt bin ich ins Haus gegangen. Die schlammigen Stiefel habe ich draußen gelassen und der Dreck krallt sich unter meine Fingernägel. Mein Flanellhemd wandert in die Wäsche und die Kinder ins Bett. Es war ein üppiger Tag. Voll gepackt mit Arbeit, Kindersorgen, Kochen, Aufräumen, Unkrautjäten, Pflanzen, Koffer packen, Fotografieren, Schreiben.

Unser Leben ist wie der Mai – voll mit üppigem Wachstum. Und voller Unkraut, das trotz aller Bemühungen frech an die Oberfläche kommt. Immer wieder müssen wir die Ärmel hochkrempeln und es anpacken. Unser Leben, unser Unkraut. Damit wir aufblühen.

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Familie

Hochmut kommt vor dem Nikolaus…oder so…

Jaja, Hochmut kommt vor dem Fall. Und dann geht immer sofort alles den Bach runter.

Letzte Woche haute ich mir selbst anerkennend auf die Schulter, weil wir diesen Winter fast infektfrei und ohne längere Krankheitsausfälle bewältigt hatten. „Gut gemacht, Mama. Das lag sicherlich an deiner Kräutermedizin und den vielen Brennnesseln, die du deiner Familie untergejubelt hast.“ 

Einen Tag nach meiner Schulterklopferei lag Amelie krank auf dem Sofa. Ich folgte 12 Stunden später, pünktlich zu Armins Abreise nach London. Der Glückliche brachte möglichst schnell viele Kilometer zwischen sich und uns Virenschleudern.

Gestern stand ich trotzig auf. War ja schließlich Muttertag. Und was ist ein Muttertag ohne Mutter? Genau. Wir feiern ja auch nicht Nikolaus ohne Nikolaus. Obwohl er seinen Aufgaben sehr viel subtiler nachgeht als ich. Nikolaus schleicht nachts rum, stopft heimlich die Stiefel mit Süßkram voll und verpennt den Rest seines großen Ehrentages. Ich habe mich nachts im Bett hustend rumgeworfen, tagsüber die Kinder mit Süßkram vollgestopft und selbige am Abend nach Zecken abgesucht. Pennen war nicht drin.

Nun pflege ich mich noch eine Weile weiter und hab meine Mädels instruiert, dass ich heute weder Diener noch Alleinunterhalter noch Hinterherräumer bin. Sondern nur eine kranke Mutti, die tagsüber pennen will. Klappt bis auf wenige Ausnahmen schon ganz ordentlich.

Ich muss ja schließlich bis Mittwochabend tippeditoppe-fit sein. Oder zumindest meine Stimme wieder haben.

Dann stehe ich mit Sally Grayson in Knittlingen auf der Bühne. Wer spontan Lust und Zeit hat, ist herzlich zu unserem Lese-Konzert-Abend eingeladen!

Evangelische Kirchengemeinde Knittlingen
„Kaffeetässle“
Marktstr. 9 (im Pfleghof)
Beginn ist um 19:30 Uhr mit Snacks und Getränken
Ende gegen 21:30 Uhr
Eintritt ist frei, Anmeldung nicht erforderlich

 

 

 

 

Freitags-Futter, Rezepte

Freitags-Futter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

  • Spaziergänge im Morgennebel
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  • Chillen auf der Couch (krankheitsbedingt….)IMG_0756
  • Gebete von Freundinnen – Wirklich, gibt es etwas Besseres als Menschen, denen man sich  anvertrauen kann? Und bei denen man sich geborgen fühlt wie in einem Nest?
  • Freundliche Worte
  • Wildkräuter als Tee, Tinktur und in jeder Mahlzeit. (Wenn ihr diese Babies seht, dann unbedingt vernaschen. Das ist Knoblauchsrauke – lecker im Salatdressing und Kräuterquark).IMG_0750_edited-1
  • Mich beim Sport auspowern bis ans Limit
  • Der Sonne folgen und selbst gemachtes Erdbeereis essen….Ich hab ja schon viele Erdbeereis-Rezepte getestet, weil mir alle gekauften Varianten zu künstlich schmecken.Dieses hier aus „Lomelinos Eis“ ist der K-N-A-L-L-E-R. Besser hätten wir nicht in die Erdbeer-Saison starten können! Sorry, dass ich kein hübsches Bildchen dazu liefere. Das Eis war schneller weg, als ich nach meiner Canon hätte greifen können…..

     

  • Cremiges Erdbeer-Eis
    Zutaten:
    250g Erdbeeren
    1 EL frisch gepresster Zitronensaft
    250ml Sahne
    1 Dose gezuckerte Kondensmilch

    Die Erdbeeren putzen, mit dem Zitronensaft fein pürieren und mit der Kondensmilch verrühren. Die Sahne steif schlagen, unter das Püree heben und die Masse in der Eismaschine gefrieren lassen.

    Ohne Eismaschine: das Eis in einen Gefrierbehälter füllen und während des Gefriervorgangs alle 30-60Min. einmal gut umrühren.

Familie

Von Korsetts und Wahlfreiheit

Meinen heutigen Beitrag durfte ich für den Blog „Unvereinbarkeitsdebatte“ schreiben: 

Letztens erhielt ich eine Email von einer Freundin aus dem tiefen Süden Deutschlands. Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern in einer Stadt, die für ihre Innovationsfreude und „Hippiekultur“ bekannt ist. Ich freu mich immer, wenn sie mir schreibt, einfach weil sie ein toller Mensch ist. Sie hat sich entschieden, bei ihren Kindern zu bleiben, bis sie in den Kindergarten kommen.

Ihre Email schrie „Ich komme mir vor wie ein Alien!!! HILFE!!!“

Weiterlesen auf Unvereinbarkeits-Debatte……