Leergeschrieben

IMG_0604kleinIMG_0589_edited-1IMG_0560_kleinIMG_0580_edited-1IMG_0568_edited-1IMG_0599_edited-1IMG_0598IMG_0551_edited-1IMG_0554_edited-1IMG_0570_edited-1IMG_0591IMG_0543_edited-1IMG_0544_edited-1IMG_0606kleinIch sitze gerade vor der Glotze, schau die Kochprofis, während draußen ein orangefarbener Vollmond in die Höhe steigt. Eigentlich würde ich gerne was Interessantes, Inspirierendes, Intellektuelles schreiben. Ich möchte mein Herz und meine Gedanken erforschen. Aber da ist nicht viel. Meine Tage fließen gleichförmig dahin. Keine besonderen Höhen, keine Tiefen. Nur mein normaler Alltag, über den ich schon soviel geschrieben habe, dass ich befürchte mich selbst und euch zu Tode zu langweilen.

Ich könnte darüber schreiben, dass ich gerade die erste Grille des Jahres höre (hab die Kochprofis auf lautlos gestellt…). Oder darüber, dass gestern die Schwalben aus Afrika heimgekehrt sind. Vielleicht auch darüber, wie sehr mich meine Jüngste herausfordert. Wie sehr sie manchmal in ihrer Wut, ihren Launen gefangen ist. Ich bin mir so unsicher, wann ich ihr Grenzen setzen, wann ich ihr helfen, wann ich sie in Ruhe lassen soll. Trial and error. Jeden Tag neu.

Ich könnte darüber berichten, wie sehr ich auf Brettspiele und Stricken und Brotbacken und den Duft von frischgewaschener Wäsche und Mittagsschläfchen stehe. Und darüber, wie alte Freundschaften neue Facetten gewinnen.

Aber die Worte wollen nicht kommen.

Mir ist, als hätte ich mich in den letzten Monaten leergeschrieben. Da ist nur noch ein bisschen Bodensatz, den ich mühsam zusammenkratze. Ich kann euch also nicht viel präsentieren. Nur Bilder. Von denen mache ich viele. Ich glaube, sie können im Moment besser berichten als meine Worte….

 

 

10 Kommentare zu „Leergeschrieben

  1. Lass dir gesagt sein, ich sauge jedes Wort, jede Situationsbeschreibung auf und es ist Balsam für meine Seele! Ich denke es geht mir nicht alleine so! Mach weiter.. Du bist toll und ich liebe deinen Schreibstil!

  2. Selbst dein „Bodensatz“ liest sich gut und ist wohltuend!
    Ich kenne das Gefühl so gut. Und bei mit tritt das oft im Wechselspiel auf mit dem Phänomen „Hände voller Kinder, die zeit und Aufmerksamkeit einfordern“. Solange die Hände voll sind ist es der Kopf häufig auch. Aber wenn dann endlich mal ein Moment der Ruhe vorbei kommt, zieht schnell auch die Leere in meinen Gedanken ein…
    Ich hab mich schon oft mit der Erkenntnis getröstet, dass ich nicht alle Gedanken einfangen muss. Es hat auch was gesundes die kommen und gehen zu sehen wie die Wellen am Meer.

  3. Ich lese deine Blogposts immer gern, egal wie viel Neues drin steckt. 🙂 Die Bilder sind immer wieder sehr schön anzusehen. Es gibt wsl einfach Zeiten, in denen nicht viel Neues passiert, wo wir in dem Vorhandenen tiefer gehen und neue Facetten entdecken dürfen. Schönes Wochenende!

  4. Es müssen nicht immer Worte sein. Letztes Jahr fühlte ich mich sehr schlecht, und habe meinem Sohn mitgeteilt das ich unbedingt etwas schönes brauche. Wollte mich mit nichts negativen beschäftigen. Er schickte mir Fotos von dir, es war genau das was mir in diesem Moment weiterhalf. Du machst so megastarke Fotos, mach das halt nur und setz dich nicht unter Druck mit dem schreiben. Vielleicht brauchst du einfach mal eine Pause. Sei gesegnet

  5. Wenn Du über die Banalitäten des Alltags schreibst, dann sind es auf einmal keine Banalitäten mehr. Die Dinge werden irgendwie schön durch Deine Worte und Bilder. Danke dafür. Du schenkst so unendlich viel Muße, wenn man in seiner kleinen banalen Welt sitzt. Das ist Deine wunderbare Begabung. Bitte mach weiter!

Schreibe eine Antwort zu smoorbaer Antwort abbrechen