Montag-Morgen

Guten Morgen, lieber Montag! Oh, du schöne Routine. Kinder und Mann sind aus dem Haus, niemand stört mich gerade. Herrlich. Eigentlich müsste ich mich dringend an die Hausarbeit machen und später noch zur Bank fahren und eine Moderation für unser morgiges Frauenfrühstück∗ ausarbeiten.

Aber jetzt genieß ich die fünf Minuten Ruhe und schau zurück . Das Wochenende war kinderlastig (haha, die Rechtschreib-Korrektur schlug zutreffend „kinderlästig“ vor). Unsere Vorstellungen von Ruhe und Erholung kollidierten mit unseren Kindern, ihren Plänen, Wünschen, Nähebedürfnis. Am Samstag-Abend, lange nach der offiziellen Bett-Geh-Zeit, kroch Amelie zu mir aufs Sofa. Anstatt sie gleich wieder ins Bett zu schicken, schloss ich meine Arme um sie. Eigentlich schwebte mein Finger für eine weitere Folge Downton Abbey über der Fernbedienung. Ich legte sie zur Seite (die Fernbedienung, nicht mein Kind). Amelie legte ihren Kopf auf meinen Schoß. Und dann unterhielten wir uns. Über den Besuch ihrer neuen Freundin, über einen Jungen in ihrer Klasse, der sie ärgert, über die nächsten Ferien. „Mama, ich will mal wieder nur was mit dir alleine machen.“ Wir schmiedeten Pläne, kicherten, schmusten. Dann ging meine Siebenjährige satt ins Bett. Mir wurde wieder stark bewusst, dass diese Abende mit intimen Gesprächen, mit Rückenkraulen und Schmusen gezählt sind. Dass sie wichtige Bausteine für unsere Beziehung sind, die später tragen, wenn wir uns anschreien und miteinander zornen……

Gestern wäre ich zwar am liebsten den ganzen Tag auf der Couch kleben geblieben. Aber ich löste mein Versprechen gleich ein. Amelie und ich bastelten den ganzen Nachmittag und schufen ein Schloss aus Pappe, Klopapierrollen, Stoffresten, Schaschlik-Spießen. Währenddessen verschwand Josefine mit Papa in der Werkstatt. Dort ist ihr gemeinsamer Ort, an dem sie hämmern, sägen, schmirgeln. Das sind ihre „Bausteine-Stunden“.

Und zwischendrin wurde Amelies Hose fertig. Die ihr dann doch nicht passte und sofort von ihrer kleinen Schwester in Beschlag genommen wurde. Josefine hat dann gleich noch eine Schürze dazu kreiert. Sie hat Hose und Schürze jetzt Tag und Nacht an.

Jetzt muss ich aber echt an die Hausarbeit, anstatt hier auf dem Blog meine Zeit zu vertrödeln. Aber ich bin so gerne hier, in meiner kleinen Zufluchtsecke!

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∗ Müttercafe-Frühstück in der ETG Scheppach am 19. April um 9 Uhr (mit Kinderbetreuung)

Thema: Es eilt die Zeit im Sauseschritt – wie gehe ich mit meiner Zeit um?
Referentin: Christa Horst

 

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