Bücher, Bilder, Ehe, Familie, Fotografie, Reisen

Was so los war…

Also hier, auf diesem Blog, ist gerade echt Tote Hose. Sorry dafür. Immer wenn’s hier ruhig wird, haut mein Leben ordentlich auf die Pauke. Einige Paukenschläge picke ich raus und erzähle von ihnen:

Ostern…
….finde ich jedes Jahr von Neuem sehr famos.
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Aber dieses Jahr gingen die Feierlichkeiten ziemlich an mir vorüber. Wir waren fünf Tage lang auf Familienfreizeit irgendwo im südlichen Schwaben. Das war jetzt nicht so ne Mini-Veranstaltung, sondern 240 Leute hockten lautstark aufeinander. Dazu noch eine Horde asiatischer smartphone-süchtiger Humboldtschüler und das Chaos war perfekt. Den Mädchen gefielen ihre Kinderbetreuung, die Band, das lange Aufbleiben, der viele Zucker. Armin und ich besuchten ein Kommunikation-Seminar, das war nicht ganz so lustig wie das Kinderprogramm. Aber wir dachten, wir könnten unsere Communications Skills in unserer Ehe noch verbessern, obwohl wir eigentlich schon ziemlich perfekt sind (kidding!).

Neues Buch
Die Wochen vor der Freizeit hab ich geschrieben wie verrückt. Mit ein Grund, warum es hier so ruhig war. Meine kreative Energie floss auf die Seiten meines neuen Buches, das im September rauskommen wird. Alles, was ich anfangs geschrieben hatte (gut die Hälfte) strich ich wieder oder schrieb es komplett um. Deshalb war ich ganz ordentlich unter Zeitdruck. Aber unter Druck entstehen ja bekanntlich die schönsten Diamanten, haha. Der Titel des Buches lautet:
Heiliger Alltag – Gott zwischen Töpfen und Pfannen begegnen. 

Hauskauf
Wir kaufen ein Haus. Kommt mir völlig surreal vor. Gestern beteten wir nochmal über die Finanzierung. Und dann nahm Armin die Bibel aus dem Regal, schlug sie wahllos auf und sein Finger landete auf einer von Daniels Visionen. Mein armer Mann – er hätte sich einen klareren Gotteswink gewünscht. Stattdessen offenbarte ihm sein geliebtes Bibel-Orakel irgendwas über Nebukadnezar und tausend Engel, oder so.
Ich sagte nur: „Schatz, ich werde mit dazu verdienen. Aber bitte erwarte NIEMALS von mir, dass ich mich in ein Büro setze. Ich werde weiter schreiben und fotografieren und bei Auftritten den Hut rumgehen lassen und außerdem total sparsam leben.“

Meine neuesten Leidenschaften…
…sind Downton Abbey schauen (wer damit anfängt, hört nicht mehr auf…) und das Buch „It’s what I do“ von der Kriegsfotografin Lynsey Addario lesen. Zum ersten Mal seit Jahren keimt in mir leises Bedauern auf. Dass ich damals nicht die Eier in der Hose hatte und mit der Kamera in den Krieg zog. Seit den späten 90ern war genau das mein heimlicher, ganz großer Wunsch. Grenzerfahrungen, die wollte ich machen. Und mit Bildern etwas bewegen. Wahrheiten erzählen.

Nun. Jetzt fotografiere ich halt Hochzeiten und Blumen-Arrangements. Da schwingt immer etwas fahle Enttäuschung mit. Ich verschlinge Addarios Buch, hocke mit ihr in einem afghanischen Tal, durchquere mit ihr Darfur, zittere mit ihr in Libyen. Ach, hätte ich doch nur….

 

Wird es ruhiger?
Momentan bin ich ziemlich gehetzt (sorry, bei wem ich heute nicht zurückgerufen habe – war voll im Stress!). Und jeden Tag sage ich mir gebetsmühlenartig: Bald wird es ruhiger, bald wird es ruhiger, bald wird es ruhiger. Ich möchte endlich zu den Dingen kommen, die ich eben auch gerne mache. Gitarre spielen. Neue Brennnessel-Rezepte ausprobieren. Trockenfilzen lernen. Lagerfeuer machen. Leute einladen. Stundenlang Puzzle spielen. (In Syrien fotografieren).
Aber da steht ja jetzt der Hauskauf an. Ruhiger wird’s nicht. Hauptsache, mein Herz bleibt ruhig im Lärm des Lebens….

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Freundschaften

Über Einsamkeit, Mut und wundervolle Frauen

Zweimal dieses Wochenende war ich auf einem 40. Geburtstag. Ich muss der offensichtlichen Tatsache ins faltige Gesicht blicken: Meine Freunde und ich haben den Anschluss an die hippe Generation verloren.

Am Freitagabend waren Sally und ich auf einem Geburtstag eingeladen, mit Musik und Worten die Gäste zu unterhalten. Das Wohnzimmer war bis auf den letzten Platz besetzt und das Büfett in der Küche hätte die russische Armee satt machen können. Wenn Sally und ich auftreten, bin ich mir nie sicher, wer mehr Spaß an der ganzen Sache hat: Wir beide oder das Publikum. In der Programmpause stand ich mit einer der Gästinnen in der Küche und unterhielt mich. Sie seufzte: „Es wird mit zunehmendem Alter schwieriger neue Freundschaften aufzubauen.“ Ich pflichtete ihr aus tiefstem Herzen bei.

Mir ging das Gespräch nicht aus dem Sinn. Ich war in jungem wie fortgeschrittenem Alter nie besonders gut darin war, Freundschaften aufzubauen, vor allem nicht mit Frauen. In ihrer Gegenwart fühlte ich mich oft unsicher, hatte Angst, dass ich nicht mithalten könne. Es gab ganz fürchterlich einsame Zeiten in meinem Leben. Die Art von Einsamkeit, die einen gegen die Wand drückt, die Luft zu Atmen raubt, einem die Kehle so zuschnürt, dass selbst ein Trostwein nicht mehr durchgeht. Bekannte hatte ich, aber nicht die Art von Freunden, bei denen ich mich auf die Couch fallen lassen und an ihren Kühlschrank gehen konnte. Mir fehlte diese Art von Menschen ganz fürchterlich. Menschen, die ich mir ausgesucht und bei denen ich Heimat habe. Heimat in Gesprächen, auf ihrer Couch, in gegenseitiger Zuneigung, an ihrem Tisch. An so manchem Geburtstag hab ich geheult, weil das Telefon stumm, der Briefkasten leer blieb. Etwas musste ganz fürchterlich verkehrt sein an mir. Unliebenswert.

Und dann kommen so Phasen wie….jetzt. Als wolle Gott alles gutmachen, was früher fürchterlich in die Hose gegangen war, als wolle er meinem Leben ein Kapitel hinzufügen, das eine neue Geschichte erzählt. Ich habe in den letzten Jahren so viele Frauen kennen gelernt. Und manche sind geblieben. Ich verliere Furcht, gewinne Mut. Auch den Mut, Schritte zu wagen, die ins Nichts führen könnten. Und doch führen sie öfters in neue Freundschaft, als in die Leere. Und so stehe ich jetzt mit über 40 Jahren verblüfft und dankbar da und denke: „Freundschaften fallen vielleicht nicht mehr so leicht wie mit 20, aber Mut und Tiefe wachsen mit jedem Jahr.“

Heute Vormittag habe ich mich mit Heike Malisic zum Brunchen getroffen. Wir kennen uns schon eine Weile übers Internet, aber wir wollten uns live und in Farbe kennenlernen. Ich hatte Angst und Mut und nach drei Stunden Quatschen wussten wir, dass wir uns mögen. Nachmittags war ich wieder auf einem 40. Geburtstag. Zusammen mit neuen, ganz wunderbaren Freundinnen.

Ich habe heute zugehört, mir wurde zugehört. Ich wurde ermutigt, ich habe ermutigt. Das brauche ich so sehr – außerhalb meiner Familie mit ihren manchmal dornigen Beziehungen. Jetzt bin ich todmüde und erledigt und freue mich wie ein Schnitzel darüber, was für wundervolle Frauen diesen Planeten bereichern.

Ich wünsche uns diese Woche Mut. 

Mut, unsere Einsamkeiten anzunehmen und zu durchleben. 

Mut, unsere Einsamkeiten zuzugeben. 

Mut, neue Schritte zu wagen. 

Vielleicht wartet ein besonderer Mensch direkt ums Eck. 

 

 

 

 

 

 

Bilder, Gedanken

Neuanfänge

Ich habe das Gedicht „Stufen“ von Herman Hesse im Sinn. Schon seit Tagen. Ich habe es mir vor 14 Jahren in ein DIN A 4-Heft geschrieben, das ich mit auf meine einjährige Weltreise nahm.

Ich krame Hesses Gedicht immer raus, wenn sich Dinge ändern und in mir Lust an Veränderung reift. Schon die ganze Woche kitzelt mein Bauch und die Luft schmeckt nach Champagner. Frühling! Neues Haus! Vorbereitungen!

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Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

IMG_0343Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

IMG_0320kleinEs wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

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Bilder, Freitags-Futter

Freitags-Futter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

Jeder Tag bringt Müh und Plag. Dieser Spruch stand jahrelang auf der Scheune unseres Nachbarn. Er hat mich Gott sei Dank nicht nachhaltig geprägt (also der Vers, nicht der Nachbar, haha). Ich tu mir schwer mit Alltags-Pessimismus. Lieber sag ich trotzig: Jeder Tag bringt Schönheit, wenn ich meine Augen aufmache und mehr sehe als nur Müh und Plag. Beweise gab es diese Woche wieder genug:

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Gedanken

Mutig handeln?

Seit wir uns dieses charmante 50er-Jahre-Haus angesehen haben, geht es uns nicht mehr aus dem Kopf.IMG_9270

Ich habe es bereits renoviert und eingerichtet, in Gedanken. Jetzt bin ich gerade bei den Vorhängen und Tapeten. Die Sessel bleiben. Die Lampen auch. Aber ich bin wie immer schon 1000 Schritte voraus. Wir wissen noch gar nichts. Die Bank weiß auch noch gar nichts. Und ob der Verkäufer uns das Haus geben möchte, steht ebenfalls in den Sternen. Vielleicht wird er uns einfach nur auslachen, wenn wir ihm unsere Preisvorstellungen nennen.

Nachts plagen mich panikartige Gedanken. Wollen wir wirklich Hausbesitzer werden? Uns so stark finanziell und örtlich binden? Sollten wir nicht doch lieber alles in ein Hausboot oder Wohnmobil investieren und um die Welt gondeln? Wollten wir nicht eine Kommune gründen? Schaffen wir die Renovierungsarbeiten (und das wird jede Menge sein)? Haben wir Freunde, die uns helfen können?

Ich hasse es, eine so weichenstellende Entscheidung treffen zu müssen. Was, wenn wir es kaufen und dann sehe ich zwei Monate später auf Immo-Scout meine absolute Traumimmobilie? Aber so ist es doch immer im Leben. Irgendwann müssen wir uns festlegen. Auf einen Job. Einen Partner. Einen Lebensentwurf. Und wenn wir es doch nicht tun, dann tut es das Leben automatisch für uns. Sich nicht festlegen, ist ja auch eine Entscheidung. Lieber gestalte ich mein Leben aktiv und mache dabei Fehler, als mich gelähmt dahin treiben zu lassen aus Angst vor Fehlern oder falschen Entscheidungen. Mutig beten, mutig dem Bauchgefühl trauen, mutig handeln. Was morgen oder in zehn Jahren sein wird, habe ich eh nicht in der Hand.

Also, hinein ins Leben. Und vielleicht in dieses Haus. In einigen Tagen wissen wir mehr…..

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Garagen-Hinteransicht. Garten. Angrenzender Schlosspark.
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Die Wandschränke! Das Küchenbüffet!
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Das Parkett!
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Die viele Arbeit!!!!
Freitags-Futter, Haushalt, Hobbies, Nähen, Rezepte, Schreiben

Freitags-Futter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

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Viele Stunden habe ich diese Woche wieder am Schreibtisch verbracht. Und mindestens genauso viele mit Putzen, Wäsche machen, Schulbrote schmieren, Aufräumen, Kindertaxi spielen. Ich habe mich so sehr nach einem sichtbaren Ergebnis meiner Arbeit gesehnt, dass mich der Handarbeits- und Backwahnsinn befallen hat. Eine Runde Nähen und Stricken und Backen (boah, kling ich bieder!) und ich kann sehen und fühlen, was ich mit meinen Händen geschaffen habe. Das ist sofortige Gratifikation, die mir weder Hausarbeit noch das Schreiben schenken können.

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Immer wieder werde ich gefragt, wie ich das alles schaffe. Mein Leben sei doch schon so voll. Mit Kindern und so. Hm. Man könnte mich genauso fragen, woher ich die Zeit zum Schlafen oder Essen oder Duschen nehme. Für mich ist kreative Arbeit wie die Luft zum Atmen. Ich denke gar nicht darüber nach, sondern ich atme ein. Ich atme aus.
Stricke ein paar Reihen. Backe einen Schokokuchen. Stelle den Esstisch voll mit Material. Die Kinder malen und schneiden Motive aus Stoff aus. Ich gestalte ein paar Karten. Beginne einen Zuschnitt für Pumphosen. Schaue meine chaotische Stoffsammlung durch. Am Ende eines kreativen Tages – und mögen es auch nur fünf Minuten an der Nähmaschine gewesen sein! – fühle ich mich immer lebendig und glücklich.

Für jemand anderen mag das Ein- und Ausatmen etwas völlig anderes sein. Programmieren. Reiten. Parties geben. Lesen. Kochen. Spazieren gehen. Hühner züchten. Klettern. Singen. Whatever.

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Ich habe mein erstes schweres Stück fertig gestrickt! Das kann ich immer noch nicht fassen…..

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Rezept Schoko-Kuchen (gesunde und sehr saftige Variante…und fast vegan!!)

„Armin, ich habe einen veganen Kuchen gebacken! Und der ist so lecker!“ „Aha, und was ist da drin?“ „Der ist OHNE Eier, aber dafür mit Buttermilch.“ „Äh, Schatz, Buttermilch ist nicht vegan.“ „Ach so. Mist.“

Zutaten:

  • 300g Weizenvollkornmehl
  • 60g Kakao
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 240 ml Buttermilch
  • 120 ml geschmolzene Butter (wer es noch etwas veganer haben möchte, nimmt Kokosöl, haha!)
  • 240 ml Ahornsirup oder Agavendicksaft
  • optional: Schokotropfen, Puderzucker, Schokoglasur

Den Ofen auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Die trockenen Zutaten miteinander vermengen. In einer anderen Schüssel Buttermilch, Butter und Ahornsirup mischen und zu den trockenen Zutaten geben. Kurz verrühren, bis alles gut vermengt ist. Wer mag, kann noch eine Handvoll Schokotropfen dazugeben. Den Teig in eine kleine, gefettete Kastenform füllen und 30 Minuten backen. Nach Belieben mit Puderzucker bestäuben oder mit einer Schoko-Glasur überziehen. Der Kuchen schmeckt am nächsten Tag fast noch besser!

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Kuchen UND dieses Kochbuch machen mich extrem glücklich.

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