Familie

Liebster Award

Ich bin für den Liebster Award nominiert worden! Von Leipzigmama! Ich mag ihren Blog sehr und schau immer mal wieder rein, um mich von ihrem Mix aus Humor und Nachdenklichkeit und DIY-Ideen anregen zu lassen.

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Mit dem „Liebster Award“ vergibt man ein Kompliment an einen anderen Blogger. Ein Zeichen dafür, dass man diesen Blog schätzt und einfach neugierig ist auf die Person dahinter.

Wenn man den Award annimmt, lässt man sich gleichzeitig auf ein Interview mit dem Nominator ein und beantwortet ihm 11 Fragen. Hier also die 11 Fragen, die mir Leipzigmama gestellt hat.

  1. Was macht deinen Blog aus?
    Er ist nur einer von vielen tausenden Mama-Blogs. Aber was mir besonders wichtig ist: Ich will keinen Unterschied machen zwischen meinem privaten Selbst und meinem Blog-Selbst. Und ich nehme mich selbst und mein Leben nicht allzu ernst. Wie der jüngst verstorbene Schauspieler Alan Rickman einmal sagte: „I do take my work seriously and the way to do that is not to take yourself too seriously.“(Ich nehme meine Arbeit ernst und um das zu erreichen, nehme ich mich selbst nicht allzu ernst.“)
  2. Drei Worte, die deinen Blog beschreiben
    Ehrlich
    Humorvoll
    Bild-lastig
  3. Woher nimmst du die Ideen für deinen Blog?

    Aus mir selbst. Sie blubbern aus den Tiefen meiner Hirnwindungen hervor, meistens ohne Plan und Verstand, inspiriert vom Alltag.

  4. Mit wie viel Aufwand ist das Bloggen für dich verbunden?

    Ich betreibe nicht viel Aufwand. Maximal ein bis zwei Stunden pro Woche. Viel mehr Zeit frisst das Überprüfen der Seitenaufrufe. Total krank, ich weiß.

  5. Wie meisterst du den Spagat zwischen Familie, Job und Blog?

    Mut zur Lücke, sag ich nur. Ich jongliere Kids, Buchprojekte, Kolumnenschreiben, Foto-Aufträge, Blog, Haushalt, Hobbies. Aber nie habe ich alle „Bälle“ gleichzeitig in der Luft. Kids und Ehe stehen immer, immer an erster Stelle. Alles andere darf auch mal auf den Boden fallen und dort eine Weile liegen bleiben. Außerdem verplane ich maximal nur 2 Abende pro Woche, damit ich erst gar nicht in eine Erschöpfung rutsche.

  6. Was ist deine geheime oder auch nicht- geheime Leidenschaft?

    Essen
    Promi-Tratsch
    Rotwein
    Frauentausch glotzen

  7. Was denkst du, wenn du “Leipzig” hörst?

    An das sehr coole Projekt eines Freundes, der sich an Schulen engagiert. Mehr unter http://www.crossoverskul.info

  8. Bar oder Couch?

    Auf der Couch an der Bar.

  9. Sommer oder Winter?

    Winter

  10. Lieblingsort mit dem Mann/Frau an deiner Seite?

    New York
    Barcelona
    Thailand
  11. Machst du Sport, und wenn ja, welchen?

    Hahaha. Wenn ich mich von meiner Couch an der Bar aufraffen kann, dann renne ich gerne durch den Wald oder schwimme durch den See. Hin und wieder ein bissl Yoga und Gewichte-Training.

Die Spielregeln sehen an dieser Stelle die Nominierung von (5-11) weiteren Blogs vor, die ich nun hiermit zu einem persönlichen Interview einladen möchte. Ich nominiere also die folgenden 5:

Christina – Den Spatz in der Hand

Lena – jesusnatürlich

Rebekka – Gottnaheglücklich

Miriam – Leckerleckerliese

Lisa – The Austrian in America

Miriam und Friedemann- unsermeating

Ihr dürft, wenn ihr Bock habt, folgende Fragen beantworten: 

  1. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen? Hätte Tagebuchschreiben nicht gereicht?
  2. Was macht es mit dir, dass du öffentlich wahr genommen wirst?
  3. Dein absolutes Lieblingsgericht?
  4. Nenne das Buch, welches dich im vergangenen Jahr am meisten geprägt hat.
  5. Schielst du auf deine Seitenaufrufe und Kommentare?
  6. Und wenn keine Kommentare kommen?
  7. Ach, genug übers Bloggen. Wohin möchtest du noch gerne reisen?
  8. Wie entspannst du am besten?
  9. Eine geheime Leidenschaft?
  10. Wie managst du deinen Tagesablauf?
  11. Was denkst du, wenn du „Hohenlohe“ hörst?

Und hier noch das Kleingedruckte: Die Liebster Award Regeln.

  1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat.
  2. Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
  3. Füge einen der Liebster-Blog-Award Buttons in deinen Post ein.
  4. Beantworte die dir gestellten Fragen.
  5. Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
  6. Nominiere 5-11 Blogs.
  7. Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast und verlinke von dort aus auf deinen eigenen Liebster Award Artikel.
DIY, Ehe, Freitags-Futter

Freitags-Futter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

Das hier:

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Unser Ehe-Glas.

Ursprünglich hatte ich es von Christina zu Weihnachten bekommen, mit Schokolade und Zitaten gefüllt. Sie kennt halt meine Liebessprache *ähäm*.

Und dann stand ich da mit dem leeren Glas. Zu schade zum Wegwerfen. Mir würde schon was einfallen, mit dem ich es füllen könnte. Einige Zeit später erhielt ich den Tipp mit dem Ehe-Glas.

Wie das Ehe-Glas funktioniert?

  • Jeder Ehepartner bekommt einen Stapel Zettel. Wichtig ist, dass jeder eine andere Farbe wählt.
  • Nun darf man aufschreiben, was man sich vom anderen wünscht. Meistens ist das ja etwas, was im Alltag zu kurz kommt.
  • Dann das Glas mit den Zetteln füllen.
  • Jede Woche darf man einen Zettel des Partners ziehen und irgendwann als Überraschung einlösen.

Wir kennen zwar die Liebessprache des anderen, aber im Alltag ist manchmal alles so mühsam umzusetzen. Hand auf mein gestresstes Herz? Ich kümmere fast immer zuerst um die Bedürfnisse meiner Kinder. Mein Kerl steht hinten an. Auf Dauer ist das echt nicht gut für uns.

Und ja, das Ehe-Glas funktioniert∗ und hat heilende Wirkung!

Heute Morgen hab ich mal wieder einen von Armins Zetteln gezogen: „Einmal ausschlafen.“

Das wird eine Überraschung morgen früh für ihn. Wenn er ungeweckt um 10 Uhr aufwacht! Könnte sein, dass ich für den Rest des Wochenendes einen extrem gut gelaunten Mann an meiner Seite habe. Und wenn ich Glück habe, dann entführt er mich Samstag Abend ins Steak-Haus. Das hab ich mir nämlich gewünscht….

(∗…es funktioniert bei uns. Jedes Paar tickt anders und was für uns heilend ist, muss nicht automatisch für andere heilend sein. Also stresst euch nicht, wenn ihr das Ehe-Glas ausprobiert und euch am Ende des Experiments denkt: „Pffff…….Wir müssen uns MEHR anstrengen.“ Ach nö. Dann war’s einfach nicht euer Ding. )

 

 

Familie, Gedanken, Haushalt

Einen Scheiss muss ich…

Oh, was hatte ich letzten Samstag noch für Pläne! Ich hatte das Esszimmer gestrichen….gemäß meinem Jahresmotto „Getting Shit Done!“. Danach fühlte ich mich erschlagen, aber ich war sicher, nächste Woche würde ich auch noch die fleckigen Küchenwände in Angriff nehmen können. Und an meinem Buch weiterarbeiten. Und Stuhlbezüge nähen. Die Erschlagenheit wuchs an und endete mit einem Schüttelfrost-Crescendo im Bett.

„Haha“, dachte sich ein Magen-Darm-Virus, „jetzt zeige ich dir meine Version von Getting Shit Done!“.

Seitdem liege ich im Bett und trinke ekliges Kohlewasser, esse Gemüsebrühe und träume von Pulled-Pork-Tacos mit fett Salsa obendrauf. Und dazu ein eiskaltes Bier. Aaaaaah!

Nichts, rein gar nichts habe ich diese Woche gemacht. Hab mein Hirn im Internet zu Matsch gesurft. Und dieses Buch gelesen. Eine Ratgeber-Satire.

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Jawoll, dachte ich. Einen Scheiss muss ich. Und ließ die Kinder tagelang in ihren Zimmern spielen, ohne einmal abends zu kontrollieren, ob aufgeräumt ist. Heute morgen sah ich das:

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Was soll ich sagen? Ich hab die Tür wieder zugemacht. Fühle mich viel zu schwach, um mich darüber aufzuregen. Vielleicht räumen die Kinder ja heute Abend auch auf. Wenn ich ihnen einen Gang zum Mexikaner verspreche. Mit Pulled-Pork-Tacos! Und Süßkartoffel-Pommes! Und Fajitas!

 

Familie, Freitags-Futter, Rezepte

Freitagsfutter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

  • Gemüse aus dem Wintergarten direkt auf den Tisch (Rosenkohl, Feldsalat und Blaukraut – ein Rezept dazu aus meinem Buch siehe unten)
  • JEDEN Tag Schlittenfahrten …. und dafür Hausarbeit spät abends erledigen.
  • Sonne im Gesicht

Nicht auf Bildern festgehalten:

  • Schreib-Flow
  • Ausreichend Schlaf
  • Sehr sehr liebe Emails
  • Brotbacken

 

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Rezept Wintersalat mit Rotkohl, Kichererbsen und Äpfeln

Zutaten (für 2 Personen zum Sattessen oder für 4 Personen als Beilage)

  • ½ kleiner Rotkohl
  • 2 Äpfel
  • 200 Kichererbsen (Dose)
  • 50 g Walnüsse (gehackt)
  • 40 g Rosinen
  • 120 g Feta
  • 6 EL Olivenöl
  • 5 EL Balsamico-Essig
  • 1 ½ TL Ahornsirup o. Agavendicksaft
  • 1 TL Soja-Sauce
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Senf

Den Rotkohl und die geschälten Äpfel reiben. Kichererbsen, Walnüsse und Rosinen hinzufügen. Den Feta würfeln und über den Salat streuen.

Für das Dressing alle Zutaten in ein Marmeladenglas geben, kräftig schütteln bis das Dressing schön sämig ist. Über den Salat gießen, vermengen und genießen.

Ich

Ich…

…schreibe: EIN NEUES BUCH!!! Im Vergleich zur Arbeit an meinem ersten Buch taste ich mich wie ein besoffener Blinder voran. Es ist ein Stolpern und Suchen und Ringen um jedes Wort. Ich hoffe so sehr, dass es sich lohnt. Und dass es ein, zwei Leute glücklich macht (außer meine Eltern….).

…sehe: Frostlandschaft. Es ist ein süßer Winter. Heiße-Schokoladen-süß, wenn man aus der Kälte ins Haus kommt. Es ist ein hübscher Winter. Eisblumen am Fenster. Wir sind den ganzen Tag draußen, bis uns die Nase läuft und die Füße brennen. Manchmal nehmen wir auch die Malkästen mit nach draußen und malen den Schnee bunt an. Dann ist es ein noch hübscherer Winter.

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…rieche: Kälte, frisch gewaschenes Kinderhaar, Kürbissuppe.

…höre: Blackstar von David Bowie (Leute, schaut euch das Video zu Lazarus an. Das hat mich aus den Socken geschmissen).

…füttere: Kinder und Tiere durch. Dinkel-Muffins und Sonnenblumenkerne sind das täglich Brot.

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..lese: „Madame Hemingway“ von Paula McLain (sehr empfehlenswert!). Ich leide immer  noch unter einer heftigen Hemingway-Obsession. Als nächstes kommt „For Whom The Bell Tolls“ dran.

…freue mich: über neue Bekanntschaften, Schlittenfahrten jeden Tag, Bücherberge daheim, Schule, dicke Winterpullis, aufgebaute Playmobil-Landschaften und den frisch gestrichenen Flur (Nein, Brownie, du warst keine Hilfe!).

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…vermisse: Freunde. Für die hab ich nämlich zu wenig Zeit. Und umgekehrt.

…stricke: ein Kleid für Josefine nach dieser Anleitung. Bin immer noch blutige Anfängerin und umso dankbarer für verständliche Anleitungen und schnelle Erfolge.

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…bete: um zündende Ideen für meine Schreibarbeit.

…sehe: wie meine Kinder an manchen Tagen vor Kreativität platzen. Ein Hoch auf Winterlangeweile, die Zirkusvorführungen und selbst erfundene Spiele generiert.

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…fühle mich: müde, warm und zufrieden.

„Wohl dem, der einen warmen Iglu, Öl in der Lampe und Frieden im Herzen hat.“
Sprichwort der Inuit

 

 

Bücher, DIY, Familie, Freitags-Futter

Freitagsfutter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich “gefüttert”?

Guten Morgen!!

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Die erste Schulwoche ist rum. Ich habe so sehr das Bedürfnis nach Alleinsein wie schon lange nicht mehr. Eines meiner Mädchen ist seit einigen Tagen auf Mega-Krawall gebürstet. Sie stellt alles in Frage, wird von Stimmungsschwankungen gequält und klammert sich an mich wie ein Kleinkind. Ich versuche, nicht auf jeden Kampf einzugehen und immer die natürliche Konsequenz eintreten zu lassen, aber MANN, das schlaucht. Als Sahnehäubchen  erteile ich Auszeiten und Fernsehverbote.

Logisch, dass meine persönlichen Sahnehäubchen diese Woche Zeit für mich alleine war. Und die war rar. Trotz Termine und Arbeit und Erziehung habe ich kleine Nischen gefunden, in denen Luft zum Atmen war.

Ich habe dieses fantastische Buch gelesen, bei dem ich am Ende Rotz und Wasser heulte, weil der ganze Weltschmerz aus mir herausbrach. Und dann dachte ich an David Bowie und Alan Rickman und heulte noch mehr. Ach, es war ein seelenreinigendes Heulen!

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Und ich habe zwei Scheibengardinen aus alten Bettbezügen genäht.

IMG_8992Das ist jetzt nichts Weltbewegendes und eigentlich nicht der Rede wert. Aber wenn meine Kraft als Mama stark beansprucht wird, dann muss ich in meinen „Nischen“ etwas mit den Händen schaffen. Die Ergebnisse meiner Erziehungsbemühungen werden wohl erst Jahre oder Jahrzehnte später oder nie zu sehen sein. Deshalb ist Handarbeit der Gegenpol, bei dem ich sofortige Ergebnisse in den Händen halte. Und das fühlt sich immer, immer sehr gut an. Auch wenn es nur Scheibengardinen für Klo und Bad sind (die meinem Mann gar nicht aufgefallen sind…..*grummel*)

Was ist euer Gegenpol zum Hausfrauen- und Mamamsein? Habt ihr einen?

 

 

 

 

 

Bücher, Musik

Lust auf Lesung/Wohnzimmerkonzert?

Die Weihnachtszeit mit ihrer Betriebsamkeit ist rum. Es regnet Tag um Tag und der Alltag ist wieder im Lande. An manchem grauen Tag drückt der Gedanke, dass der Winter jetzt erst richtig anfängt und Licht und Schönheit noch monatelang entfernt sind.

Trotzen wir der dunklen Jahreszeit die schönen Seiten ab!
Rücken wir zusammen, hören wir gute Musik, lesen wir Bücher, versammeln wir uns um den Tisch, genießen wir das Leben!

Ich mach’s kurz.

Ihr dürft Sally Grayson von der Band Black Swift und mich buchen: Ich lese aus meinem Buch „Willkommen an meinem Tisch“ und Sally liefert handgemachte Musik. 

Egal ob Hauskreis, Gemeinde, Weiber-Clique, Motorrad-Gang: Stellt einen Abend nach eurem Geschmack auf die Beine!

Wir haben ein paar Ideen, und vielleicht setzt ihr noch eure eigene oben drauf:

Option 1: Wohnzimmerkonzert mit Lesung
Sally und ich kommen zu euch ins Wohnzimmer, in die Küche, Gemeinderäume, Partykeller, Dachboden, Wintergarten. Wo auch immer. Ihr ladet 15-20 Leute ein, Sally rockt, ich lese, ihr lasst den Hut rumgehen und jeder geht glücklich nach Hause. BlackSwift@FS_014_copyHannaSchneider_23

Option 2: Dinnerparty mit Wort und Musik
Ihr schmeißt eine Dinnerparty bei euch daheim (Tipps dazu in meinem Buch, haha!). Sally und ich kommen vorbei, futtern euch alles weg und gehen wieder nach Hause. Stop, natürlich nicht. Sally untermalt eure Party mit Musik, ich lese aus meinem Buch und ihr genießt einen einmaligen Abend für Ohr und Herz und Magen. (Am Ende lassen wir den Hut rumgehen, aber bitte keine Essensreste darin entsorgen….).

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Wenn euch dieses einmalige, sensationelle Angebot total von den Socken haut, wenn ihr sofort eure Freunde zusammentrommeln und um euren Tisch versammeln wollt, dann bucht uns unter:

veronika.smoor@online.de

booking@blackswiftmusic.com

 

PS: Wir nehmen nur Anfragen aus dem süddeutschen Raum an, vorzugsweise Großraum HN / S!

 

Familie, Reisen

Ich bin nicht, was ich denke

Ein grauer Tag Anfang Januar. Wir fahren auf der A7 Richtung Allgäu. Vom Fahrbahnrand grüßt ein entflogener schneeweißer Kakadu, der dort munter in den Bäumen herumklettert. „Was ist ein Kakadu, Mama?“ fragt Josefine von hinten. „Das ist ein Vogel, der eigentlich in Australien lebt.“

Eine halbe Stunde später passieren wir ein turtelndes Storchenpaar, das auf einer nassen Aue Frösche jagt. „Warum sind die Störche nicht in Afrika?“ fragt meine Erstklässlerin. Ich möchte gerne den Kakadu und die zwei Störche jedem Leugner des Klimawandels unter die Nase halten, damit herumfuchteln und triumphierend lachen.

Der Klimawandel ist nämlich dafür verantwortlich, dass wir schneetechnisch am immer kürzeren Zügel gehalten werden und unsere Wintersachen im Keller verrotten. Also tun wir das Naheliegende. Wir folgen dem Schnee. In die Berge.

Vor einigen Wochen saßen wir bei Christinas Familie im Wohnzimmer und sie erwähnte in einem Nebensatz, dass sie im Allgäu Urlaub machen wollten. Ich kenne Christina jetzt schon über zwei Jahre, weil sie damals mutig über meinen Blog Kontakt mit mir aufnahm. Von Anfang an fand ich sie ganz schön hervorragend. Nun sind wir so gut befreundet, dass wir gemeinsam in unseren Wohnzimmern rumhängen können.

Sind wir gut genug befreundet um gemeinsam Urlaub zu machen?
„Was haltet ihr davon, wenn wir mitkommen? Sollen wir mal schauen, ob in dem Hotel noch ein Zimmer für uns frei ist?“

Oh je, sind wir aufdringlich!
Freude, Freude, Freude.

Puh, gut gelaufen. Sind finden uns nicht doof. 

Wir sind fast vor Kempten. Es regnet aus tiefhängenden Wolken. Unmerklich steigt das Gelände an. Aus den Regentropfen formen sich dicke Flocken. Almhöfe ducken sich unter einer nassen Schneedecke. Die gewundene Straße, über die uns das Navi lotst, fordert mit aufdringlichen Schildern das Benutzen von Schneeketten. Vergessen ist der seltsame Klimawandel. Der bringt uns nur schleichend um. Das Ignorieren der Schneekettenpflicht könnte uns viel schneller ins Jenseits befördern. Alles geht gut und wir rutschen auf den Parkplatz unseres Hotels, das seine Glanzzeit in den 80er Jahren gehabt haben musste.

Im Foyer begrüßt uns eine große Infotafel, auf dem das glattgebügelt-joviale Gesicht des Hotelbesitzers uns entgegengrinst. Er ist selbsternannter Hypnotiseur und Reiki-Meister. Kinder mit Schulproblemen würden dank seiner Hypnosetechnik zu glücklichen entspannten Schülern. Aha. Wenn man sein Ohr gegen die Tafel drückt, könnte man fast meinen,  Motivationstrainer-Phrasen zu hören: „Chaka, du schaffst das!“ „Glaube an dich selbst, dann glaubt das Universum an dich!“

Nach einigen Minuten wende ich mich von dem überlebensgroßen Aufsteller ab und wir wenden uns den schönen Dingen des Lebens zu. Vier Tage liegen vor uns. Und die füllen wir randvoll mit Schwimmen, waghalsigen Schlittenfahrten, Waldspaziergängen, Gesprächen, Kaffeerunden, Brettspielen, Museumsbesuch, Nickerchen, Lesestunden, Tobestunden. Nicht ein einziges Mal kommt das Gefühl auf: Oh nein, wir haben einen Fehler gemacht. Die anderen werden uns zuviel! 

Im Gegenteil. Jeden einzelnen Tag mit Christinas Familie empfinden wir als Geschenk, das uns scheinbar zufällig in den Schoß gefallen ist.

Am letzten Tag sehe ich den Hotelbesitzer aka Reikimeister aka Hypnotiseur aka Motivationstrainer im Flur. Er steht mit dem (durchtrainierten) Rücken zu mir und unterhält sich mit einem Angestellten. Im Vorbeigehen höre ich, wie ihm Mr. Reiki mit Bass-Stimme eindringlich rät „Du bist, was du denkst!“

Ich schlüpfe schnell an ihm vorbei. Am liebsten würde ich ihm besserwisserisch zurufen: „Stimmt nicht! Du bist, was Gott über dich denkt!“

Ich grübele noch lange über diese kurze Episode im Flur. Ich bin nicht was ich denke. Sonst wäre ich morgens Furie, mittags Faulpelz, abends Fress-Sack. Selbst wenn ich mein Versagen mit positivem Denken notdürftig überpinseln würde, schiene die Wahrheit immer fühlbar durch.

Mit übervollem Herz und Kofferraum machen wir uns auf den Heimweg. Wir haben uns so wunderbar miteinander verstanden, dass wir am liebsten gleich wieder mit Christina und ihrer Familie Urlaub machen würden. Oh je, sind wir aufdringlich. 

Im kalten Haus daheim dreht sich die Stimmung. Ein Kind fängt an. Das nächste stimmt mit ein. Ich bin von meinem Mann enttäuscht. Er von mir. Wir streiten, weinen. Ich denke: Ich bin so eine miese Ehefrau und Mutter. (Ich bin, was ich denke??).

Im Wohnzimmer setze ich mich alleine auf die Couch und schicke ein Stoßgebet gen Himmel. In dem Moment gehen mir die Worte von Jesus durch den Kopf: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“ (Joh. 10, 10). Ich sehe wieder klar. Da will uns jemand den leckeren Nachgeschmack dieses Urlaubs mächtig verderben. Armin und ich sprechen später ein Gebet in der Küche. Und der Dieb verzieht sich. Es kehrt wieder Friede ein.

Ich bin nicht dem stetigen Klimawandel meiner Selbstwahrnehmung unterworfen. Ich bin nicht das, was ich denke.

Gott denkt nur Gutes über mich. Und diese Wahrheit liegt außerhalb der Reichweite meiner Bemühungen. Besonders an Tagen, an denen ich eine miese Ehefrau und Mutter und Autorin bin.

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Familie, Gedanken

Verdammt, JA!

Seit vier Tagen grüble ich, was ich mir denn im neuen Jahr vornehmen könnte. Es drängen sich mir die üblichen Verdächtigen auf, meine alljährlichen Top 3: Weniger Zucker, mehr Sport, weniger Internet und Fernsehen. Brauch ich mir nicht jedes Jahr neu vorzunehmen – das ist ein lebenslanger Prozess, in dem ich stecke. Mal läuft es besser, mal nur suboptimal. Ist ok. Mein Leben ist kein Optimierungs-Objekt mit Erfolgsgarantie, sondern ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Eigentlich will ich mir gar nichts vornehmen. Bei dem Gedanken, etwas leisten zu müssen, auf etwas zu verzichten, werde ich hundemüde. Ich will einfach nur ein Leben leben, das mir genügt. Und mein Leben genügt mir im Moment voll und ganz. Vielen Dank.

Allerdings sind einige Entscheidungen gefragt. Soll ich mich mehr aufs Schreiben verlagern? Genau so viele Foto-Aufträge wie im letzten Jahr annehmen? Mehr? Weniger? Wofür schlägt mir mein Herz bis zum Hals und was lässt meine Magengegend Achterbahn fahren? Vorhin postete die Autorin Jen Hatmaker diese Genialität auf Facebook (Seht ihr? Ich halte Internet-Abstinenz nicht besonders gut durch):

„If it’s not a HELL YES, then it’s a no.“
(Wenn es kein VERDAMMT JA ist, dann ist es ein Nein)

Ich möchte in diesem Jahr genau hinhören, wann ich nur aus Höflichkeit und Pflichtgefühl Ja sage. Wann ich Ja sage, obwohl ich am liebsten Nein brüllen würde. Wenn mein Ja gezwungen, notgedrungen, aus Konfliktangst und Feigheit geboren wird. Wann mein Bauchgefühl alle Warnsirenen einschaltet und ich sie mit einem vorschnellen Ja übertöne.

Alle meine Entscheidungen und Zusagen werde ich in diesem Jahr genau an diesem Maßstab messen: Wenn es kein „Verdammt-Ja-das- will-ich!“ ist, dann ist es ein Nein.

Vielleicht ist das der erste vernünftige Vorsatz meines Lebens. Immerhin besser als der, mit dem Fahrrad einmal um die Welt zu fahren. Oder 55 Kilo zu wiegen (hahahaha!!!!). Hab ich nie in die Tat umgesetzt. (Alle guten Vorsätze landen früher oder später auf der Müllhalde der guten Absichten, nicht wahr?)

Heute Abend gilt mein VERDAMMT JA meinem Bett, diesem Blog, einem Gute-Nacht-Gebet und einer Kuschelrunde mit Amelie und einem Glas Baileys.

Hell, Yes!

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Bücher, Familie, Weihnachten

Mit Spuckbeutel unterm Christbaum und Hemingway am Feuer

Heilig Abend fiel aus. Die Krippe wartete am Abend vergeblich auf uns. Im Eiltempo brachten wir die Bescherung hinter uns, bevor eine andere, böse Bescherung sich Bahn brach. Ein Magen-Darm-Virus kam auf Stipp-Visite vorbei, grüßte schnell und heftig und brachte seinen Kumpel namens Mittelohrentzündung mit.

Ich gluckste und lachte vor mich hin. Wir sind nie krank (Erkältung zähle ich nicht zu Krankheiten). Unsere Kinderärztin mustert uns bei den wenigen Besuchen so seltsam irritiert, als wären wir zum ersten Mal in ihrer Praxis. Und nun haute uns das lustige Leben mit voller Breitseite ein Sammelsurium an Infekten um die Ohren. Manchmal, wenn man auf ruhiges Gewässer wartet, bauscht sich im Hintergrund heimlich eine Welle auf, die einen unerwartet umreißt und herumwirbelt und am Ende hart auf den Boden der Tatsachen wirft.

Nun, es war nicht ganz so dramatisch. Ich nahm es mit Humor. Nach zwei Tagen war der Spu(c)k vorbei, ich packte Kamillentinktur und Fiebersaft zur Seite und holte endlich den Rehbraten aus dem Ofen. Das Reh sollte nicht umsonst dem Jäger vor die Flinte gelaufen sein..

Wir kamen dann doch noch zum erholsamen Teil. Die schönste Zeit des Jahres. Die Tage, an denen ich immer vergesse, welcher Wochentag gerade ist. Wenn wir zwischen Strickzeug und Kartenspielen und Büchern und Märchenfilmen versinken.

IMG_9848IMG_9844Die letzten Tage haben wir in meinem Elternhaus verbracht. Dort war ich offline. Kein Blick aufs Handy. Draußen gefror Regen an kahlen Ästen. Nebel saß schwer auf nasser Erde. Amelie und Josefine spielten mit ihrer Cousine Mia. Ich saß am Feuer und las Hemingway (Paris – Ein Fest fürs Leben). Jeder braucht eine zweite Chance. Auch der Ernest. Ich habe mich bisher nicht für ihn erwärmen können und nach dieser Lektüre stehe ich in Flammen. Könnte ich mir eine Epoche aussuchen, in die ich zurückreisen könnte, dann wären es die Zwanziger Jahre in Paris.

Zwischen Hemingway und Kartenspielen und Küchengesprächen schlich sich das neue Jahr heran. Ich habe mich noch nicht mal an die Zahl 2015 gewöhnt und bereits ist sie passe. Das ist in Ordnung. Gestern sagte ich zu meiner 78-jährigen Mutti: „Ist doch eigentlich ganz gut so. Dass die Zeit in Kindheit und Jugend unendlich erscheint und im Alter dahin rast. Stell dir vor, es wäre umgekehrt.“ Meine Mutti lächelte und pflichtete mir bei.

Ich freue mich aufs neue Jahr. Es bringt viel Arbeit mit sich. Vielleicht auch unsichtbare Veränderung, an die ich jetzt aber nicht denke. Ich sehe nur die leeren Kalenderseiten. Mit was sie sich füllen werden? IMG_9887_edited-1