Bilder, Freitags-Futter

Freitags-Futter

Freitags halte ich inne, mit einem Blick zurück auf die vergangene Woche. Was hat meiner Seele, meinem Körper gut getan? Was hat mich wortwörtlich „gefüttert“?

Im Herbst schrumpfen meine Tage. Dafür sind sie angefüllt mit hunderten Playmobil-Kleinteilen, die die Kinder aus den Kisten wühlen und im ganzen Haus verstreuen. Ich bin dankbar, dass meine Kinder spielen dürfen. Ich schaffe es, über das Chaos hinwegzusehen und mich dran zu freuen, dass wir einfach ein Dach über dem Kopf haben (auch wenn es nicht das Dach eines neuen Hauses ist, das wir uns ja schon seit langem wünschen).

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Projekte auf dem Esstisch. Die ganze Woche lang.

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Stricken beruhigt mich. Teetrinken auch. Nachdem ich die Kinder bestrickt habe, war ich selbst an der Reihe.
Ein wollweißer Winter-Beanie. Nächstes Strickprojekt? Keine Ahnung….Vorschläge??

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Friedlich spielende Kinder.
Ich begreife immer mehr, dass Frieden nicht die Abwesenheit von Konflikten bedeutet.
Und auch nicht, dass alles ruhig und geordnet verläuft. Sondern inmitten all dieser Dinge ein ruhiges Herz zu behalten.

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Arbeiten mit Blick auf den Herbst.

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Diese Fellkugel. Ich habe keine Worte…

Gedanken

Nebel

Gestern Nacht bin ich vom Book-Club nach Hause gefahren. Von einer Nebelbank in die andere. Die Straße war nass und am Himmel hing der volle helle Mond. Ich habe später geschlafen wie ein Stein. Und dabei von Menschen und Büchern geträumt. Heute morgen hing der Nebel immer noch schwer wie eine nasse Wolldecke auf dem Haus. Ich wollte schnell-schnell machen und die Kinder scheuchen. Aber stattdessen machte ich mir noch einen heißen Kaffee, setzte mich zurück an den Tisch und beobachtete einfach nur die Mädchen beim Müsli-Matschen und ihrer Unterhemden-Schlacht. Meinem Mecker-Impuls befahl ich, einfach mal die Klappe zu halten. Ich nahm noch einen Schluck vom Kaffee und sah hinaus in den grauen Oktober-Morgen. Langsam lichtete sich der Nebel draußen und in meinem Kopf.

Zu lange hatte ich negative Gefühle weggedrückt. Mein Bewältigungs-Mechanismus fürs Leben ist nämlich das Ignorieren meiner Gefühlslagen. Das geht eine Weile echt prima. Vor allem, wenn sich ein gut gefüllter Kühlschrank und Weinkeller in der Nähe befinden. Ich schlucke meinen Ärger, meine Verletzlichkeit, meinen Stress weg. Blöd nur, dass meine Klamotten anfangen zu schrumpfen und ich morgens Kopfweh habe.

Im Kühlschrank steht jetzt nur noch so gesunder Kram wie Hummus und verschrumpelte Karotten rum. Und im Weinkeller befindet sich lediglich eine Flasche Glühwein aus dem Jahr 2005. Ich habe den Entschluss gefasst, mich dem zu stellen, was das Leben mir so in den Weg schmeißt, anstatt mich hinter dem Snack-Teller zu verstecken oder im Weinglas zu versinken. Daraufhin brach der Damm. Jeden Tag viele heilsame Tränen. Konflikte. Ich sprach aus, was ich ehrlich fühlte. Und sowas kommt beim Empfänger nicht immer gut an. Gespräche. Beleidigtes Schweigen. Brüllende Rückenschmerzen.

Boah, dachte ich mindestens einmal am Tag, ist Familie anstrengend!

Boah, dachte ich mindestens einmal am Tag, ist Ehe anstrengend!

Boah, dachte ich von der Dämmerung bis Mitternacht, ist so ein Abend ohne Snack und Wein völlig unerträglich!

Ich kämpfe nicht mehr gegen meine Gefühle an. Ich gebe auf. Lasse mich hineinsinken in eine tiefere Wahrheit als meine eigene Wahrheit („Ich brauche niemanden“ „Doch tust du“).

Meine Sicht, wie das Leben zu sein hat tausche ich ein gegen Kapitulation. Weil meine Sicht eh nur immer bis zur nächsten Nebelwand geht. Jetzt stehe ich auf einem Nährboden, auf dem Neues gedeihen kann. Ohne den Schutzschild vor mir hertragend bin ich weit offen für das was kommt. Und auch voll Furcht, so ganz ohne alten Bewältigungs-Mechanismus.

Heute Abend, als ich Amelie ins Bett brachte, äußerte sie einen Wunsch. Freitag Abend möchte sie sich mit mir im Dunkeln unter einen Busch setzen. Eine Laterne anzünden. Geschichten erzählen. Punsch trinken. Sterne beobachten.

„Und wenn Nebel ist?“ fragte ich.

„Na und? Der stört mich nicht. Ich muss die Sterne nicht sehen. Hauptsache, du bist dabei,“ antwortete Amelie, gab mir einen Kuss und drehte sich auf die Seite.

Ich muss meinen Weg nicht klar sehen müssen. Aber ich muss den sehen, der mit mir auf dem Weg unterwegs ist.

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Gedanken

Es ist wie es ist, und es kommt wie es kommt

So, ihr Lieben.

Neue Woche, neues Glück.

Ach, Quark. Die neue Woche begann für mich heute morgen mit der Abgabe von Tränen, Blut und Urin. Unfriede am Frühstückstisch, Arzttermin zum Checkup. Und jetzt Couchtermin mit Gedanken und Worten. Ich bin seit letzter Woche irgendwie am Rudern. Habe jeden Tag eine Runde geheult. Es geht mir nicht schlecht. Aber eine Welle an Gefühlen und Selbstzweifeln ist über mir zusammengeschlagen und ich ringe nach Luft und Licht. Das klingt jetzt alles sehr diffus. Ist es auch für mich.

Mir fehlen Worte und gleichzeitig strömen Worte nur so aus mir heraus. Sobald ich mehr Klarheit habe, schreibe ich noch ein bisschen mehr darüber.

In der Zwischenzeit lasse ich die neue Woche stoisch heran rollen, die ich unter das Motto stelle: Es ist wie es ist, und es kommt wie es kommt (dieses Zitat habe ich dem Buch entnommen, welches im momentan lese: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“).

Was ist?

Herbst. Alltag. Gefühls-Chaos. Book-Club. Fahrdienst. Hausaufgaben. 5 Kilo zuviel. Konflikte.

Was kommt?

Keine Ahnung. Als nächstes Badputzen. Und ein Anruf beim örtlichen Abfall-Unternehmen. Die haben mir einfach neue Müllcontainer hingestellt, ohne dass ich es wollte (Habe anscheinend ein wichtiges Schreiben weggeworfen und jetzt steh ich da mit Müllcontainern, die ich nicht brauche). 

Freitags-Futter, Gedanken, Rezepte

Freitags-Futter

Entschuldigt, wenn ich heute zusammenhanglos und seltsam schreibe. Ich bin high.

Seit Tagen plagt mich wieder der Lendenwirbelbereich und ich ächze wie eine alte Oma. Josefine schlug heute morgen vor, ich solle doch einen Gehstock benutzen. Und Armin empfahl mir einen Arztbesuch. Angesichts dieser zwei lächerlichen Vorschläge griff ich lieber zu der Schachtel mit den extrastarken Schmerztabletten ganz hinten im Schrank. Sie sind mein Rettungsnetz, wenn nichts anderes mehr geht.

Nun sitze ich hier in meiner Wolke aus Glückseligkeit und Schmerzfreiheit.

Wie schnell ich doch zurückgreifen kann auf Mittel, die den Schmerz, die Spannungen ausradieren. Ich füttere mich heute mit Tabletten, morgen mit Wein, übermorgen mit Süßigkeiten.

Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit hüllt mich wie ein Mantel schützend und gleichzeitig bedrohend ein. Ich spüre meine Bedürfnisse stärker. Damit wächst auch der Wunsch, diese Bedürfnisse zu unterdrücken, auszuradieren. Deshalb habe ich mich diese Woche wieder bewusst dafür entschieden, alles, was mich betäubt, aus meinem Leben zu verbannen. Ich will mich selbst spüren. Und den Schmerz, die Spannung, die Leere anschauen. Aushalten. Und merken, dass ich daran nicht sterbe. Diese Gefühle weisen mich vielmehr darauf hin, dass ich einfach ein bedürftiger, von Gott völlig abhängiger Mensch bin.

Diese Woche habe ich seit langem wieder öfters geweint. Heute morgen waren das Tränen der Enttäuschung, des Schmerzes. Danach habe ich mich gelöst gefühlt. Ganz anders und freier, als wenn ich meine Gefühle weg-gegessen hätte.

Wenn ich Schmerz, Spannung und Leere betäube, dann traue ich Gott auch nicht zu, dass er mich sieht. Dass er sich um mich kümmert.

Heute morgen las in Psalm 33, 22: Love us God, with all you’ve got. That’s what we are depending on. (The Message)

Mann, bin ich abhängig von dieser Liebe. Und doch hänge ich mich so sehr an brüchigen Ersatz.

Ich lerne immer noch, so zu essen, dass es meinem Körper nützt und nicht schadet. Immer zwei Schritte vor, einer zurück. Oder manchmal auch wieder zwei.

Diese Woche habe ich für uns eine Portion Bananen-Erdnuss-Riegel gemacht. Die stehen im Kühlschrank für mich bereit, wenn mein inneres Süßigkeiten-Monster die Kontrolle über meinen Willen an sich reißt. Ich esse ein Stück. Und das Monster hält sein blödes Maul.

Amelie liebt die Riegel ebenfalls und sie sind eine wunderbare Alternative zu den zuckerüberladenen Müsliriegeln aus dem Handel (die auf Dauer echt auf den Geldbeutel gehen!).

Rezept Bananen-Erdnuss-Riegel

Zutaten:

4 reife Bananen
160 g Haferflocken
6 EL Erdnussbutter (am besten Bio mit geringem bis gar keinem Zuckeranteil)
(optional: Schokostückchen, Chia-Samen)

Die Bananen pürieren, mit Haferflocken und Erdnussbutter vermengen. Der Teig sollte eine weiche Konsistenz haben. Ich habe noch etwas Zartbitterschokolade gehackt und zusammen mit einem Esslöffel Chia-Samen in den Teig gemixt). Eine rechteckige Auflauf-Form fetten. Den Teig hineingeben, gleichmäßig verteilen und bei 180 Grad Ober-/Unterhitze ca. 20 Minuten lang backen. Auskühlen lassen und in kleine Rechtecke schneiden. Ab in den Kühlschrank damit!

Keine Ahnung, wie lange die Riegel haltbar sind. Das teste ich gerade noch aus 🙂

Eigentlich sollte ich jetzt noch ein nett arrangiertes Foto schießen und präsentieren. Aber dazu hab ich heute keinen Bock. Entschuldigt bitte….

Ehe

Ehe-Abende sind schon irgendwie wichtig

Gestern Abend haben Armin und ich lange geredet. Das ist ungewöhnlich. Zumindest für uns. Normalerweise verkriecht sich jeder von uns abends hinter seinem Laptop. Oder er werkelt in seiner Werkstatt und ich schaue Gilmore Girls / stricke die 30. Mütze / brüte über Blogbeiträgen und der neuesten Mode (Wir stecken unsere Shirts wieder in die Hose? Wirklich? Haben wir nichts aus den Fashion-Desastern der 80er gelernt?).

Also, wir haben geredet. Über unsere Arbeit. Und dann auch darüber, wie sehr man sich gegenseitig als selbstverständlich ansieht und den anderen über diese trügerische Tatsache vernachlässigt. Wenn man nicht aufpasst, sagt man demnächst zum Ehepartner: „Hey, du WG-Genosse!“ Ich rege mich über liegen gelassene Socken auf. Er ermahnt mich, das Katzenklo sauber zu machen. Ich rufe ihn an. Nicht, um ihm heiße Liebesschwüre ins Telefon zu hauchen, sondern solche oder ähnliche Worte: „Schaaaaatz, ich stör doch nicht, oder? Kannst du heute noch Katzenfutter und Tampons mitbringen? Ok, ich hab’s eilig. Der Milchreis brennt an.Tschüss.“ Wenn ich besonders gut drauf bin, hänge ich noch ein schnelles ichliebedich hinten dran.

Wir haben noch ein bisschen weitergeredet. Darüber, dass wir beide unfertige, kantige Menschen sind, die aneinander schuldig werden. Wie sehr wir die Vergebung des anderen brauchen und uns nicht in dem Unrecht suhlen wollen, das uns der Partner manchmal antut.

Und dann beschlossen wir, dass wir wieder regelmäßige Eheabende brauchen. Haha, meinte Armin. Das haben wir schon so oft versucht und jedes Mal haben wir es schleifen lassen.

Haha, sagte ich ein wenig rechthaberisch, das ist kein Grund es nicht wieder zu versuchen. Wenn ich zum Beispiel mit meiner Ernährungsumstellung scheitere und wieder scheitere, dann gebe ich auch nicht auf, weil ich nicht irgendwann die 150-Kilo-Frau sein möchte. Wenn wir nicht zu WG-Genossen mutieren wollen, dann müssen wir uns wieder einen Abend in der Woche nur für uns nehmen. Hinfallen dürfen wir. Vielleicht dürfen wir auch noch ein paar Minuten liegen bleiben und uns in unserem Versagen suhlen. Aber dann stehen wir wieder auf. Punkt. 

Eheabende sind eigentlich ganz wunderbar. Ich weiß gar nicht, warum wir uns so zieren. Es sei denn, ich will Scrabble spielen. Dann verdreht Armin die Augen, schenkt sich ein Glas Rotwein ein und gewinnt am Ende auch noch. Mein lieber schlauer Mann, mit dem man kein Brettspiel spielen kann.

Dieses Wochenende gehen wir Cous-Cous essen und Casablanca ansehen (ich habe noch nie Casablanca gesehen – Asche über mein cineastisches Haupt!). Und das Wochenende drauf steht Amsterdam nur für uns zwei auf dem Plan. Das klingt doch nach einer ziemlich gloriösen Auferstehung unserer Ehe-Abende, oder?

Freitags-Futter

Freitags-Futter

9:15 Uhr
In einer knappen Stunde beginnt das Frauenfrühstück, bei dem ich einen Vortrag halten soll.

Ich frage mich mal wieder, warum ich das tue! Meine Hände sind nass geschwitzt, meinen Herzschlag hört man bis nach Heilbronn und ich trinke die dritte Tasse beruhigenden Lavendeltee. Ich leide an Lampenfieber. Ich leide ganz schrecklich daran. Egal, wie oft ich schon vor einem Publikum stand. Leider wirke ich recht souverän, was aber überhaupt nicht der Fall ist. Innendrin bin ich immer noch das zehnjährige Mädchen mit seiner Unsicherheit, ob es gemocht wird, ob ihm zugehört wird.

Jedes Mal jagt mir der Anblick von vielen erwartungsvollen, auf mich gerichteten Augen eine Heidenangst ein. Mit Routine bekomm ich das Lampenfieber nicht in Griff. Außerdem hab ich jetzt einen Mörder-Hunger. Ich brauch Essen!! Und ich will Kaffee trinken. Aber den verkneif ich mir. Sonst bin ich ja nur noch ein zitterndes Nervenbündel, das man niemandem zumuten kann……

12:45 Uhr
Ich habe heute zweimal gefrühstückt. Einmal Mittag gegessen. Ich bin satt.

13:23 Uhr
Endlich komme ich dazu, den Morgen Revue passieren zu lassen. Ich bin immer noch satt – rundum. Und ich weiß gar nicht, warum ich mich heute morgen sooooo reingestresst habe. Kaum stand ich vor den Frauen, war die Aufregung verflogen.Und – ich kann es kaum glauben – es hat mir richtig Spaß gemacht! Ich bin ganz beglückt und erfüllt heimgekommen.

15:00 Uhr
Langsam kommt der Hunger wieder. Er kommt doch immer und immer wieder. Ich kämpfe gegen ihn an. Weil ein schlanker Körper das höchste Gut unserer westlichen Welt ist. Und ich bin meilenweit von diesem Ideal entfernt. Nachher, nachher werde ich meinen Körper wieder füttern. Er ist mehr als nur eine Projektionsfläche meiner unrealistischen Wünsche, sondern er ist mein Vehikel, mein Begleiter von Geburt an, mein Ausdrucksmittel aller Gefühle. Er verdient mehr als nur ein paar Salatblätter ohne Dressing….

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Auszug aus dem Buch „Essen als Ersatz“ von Geneen Roth

Ich

Ich…

…lache über meinen Mann. Der hat mir in der Küche folgenden Zettel mit Rotstift für mich aufgehängt (….und ich konnte nicht anders!)

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…arbeite intensiv an einem neuen Projekt.

…nähe wieder gerne. Eine Weile hatte ich überhaupt keine Lust. Das Fieber hat mich aber wieder gepackt und in den letzten zwei Wochen habe ich drei Blusen für die Mädels genäht. Es fällt mir immer noch schwer zu glauben, dass ich nähen kann. ICH! Die ehemalige Handarbeits-Null. Wenn ich das kann, kann das auch jeder andere….

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…gehe fast jeden Tag mit den Kids in die Natur.

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…kämpfe immer noch für einen gesunden Wochen-Rhythmus.

…höre Sea+Air (My Heart’s Sick Cord)

…lese: Henri Nouwen, Geneen Roth, Emily Freeman, Taproot.

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…mache nicht genug Sport. Ab und zu Joggen. Und ein bissl Yoga fürs Gemüt und den Rücken.

…koche Herbst-Minestrone mit Wirsing, Möhren, Steckrüben, den letzten Zucchini und Tomaten. Alles aus dem Garten!

…schlafe gut und mehr als sonst. Ich übe mich im Loslassen und Kontrolle abgeben.

…trinke Schafgarbe-Tee. Hilft bei Menstruationskrämpfen und schmeckt entsprechend höllisch.

…bete gegen den Zustand meines Herzens und der Welt an.

…genieße völlig freie Sonntage und Book-Club-Abende und unerwartete, gute Gespräche mit meinen Kindern.

…denke mal wieder über mein Ess-Verhalten nach. Da kommen neue, unbequeme Erkenntnisse zu Tage…

…bereite einen Vortrag für ein Frauenfrühstück vor. Thema: Gastfreundschaft. Bin gespannt, wie es wird!

…sehe Herbstfarben überall. Die machen mich so glücklich, dass ich es nicht beschreiben kann. Der Herbst legt immer einen Schalter in mir um. Ich finde dann einen anderen Rhythmus, eine andere Gefühlslage, eine tiefere Zufriedenheit und Geborgenheit.

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Freitags-Futter, Rezepte

Freitags-Futter

Sind Freitage nicht eine wunderbare Erfindung? Ab Mittags sind wir frei, frei, frei!

Ich habe beschlossen, dass wir unsere Freitage gebührend feiern müssen. Abends, wenn dann alle daheim sind, mit Pizza und Dia-Show. Oder Fernsehen. Könnte sein, dass die Kids meine verstaubte Dia-Sammlung nicht ganz so aufregend finden wie ich selbst. Oder vielleicht doch? Heute Abend probiere ich es aus. Vronis Weltenbummeleien Part 1 (Bayern, Texas, Never-Never-Land).

Zur Feier des Tages führe ich eine neue Blog-Serie ein: Freitags-Futter.

Mir kam die Idee bei einem ausgiebigen Schaumbad an einem helllichten Donnerstag-Vormittag. Als ich da so rumlag, aufgeweicht, entspannt, ohne schlechtes Gewissen und mit Schlamm-Maske, dachte ich: „Hmmmm, ich sollte öfters das tun, was mir gut tut.“ Ich weiß, das ist unter uns Frauen ein ausgelatschter Ratschlag.

Wir sollen mehr auf uns achten, unsere Bedürfnisse ernst nehmen, Zeit für uns selbst nehmen, bla bla bla. Theorie ist eines, in der Praxis geht der gute Vorsatz zwischen Pausenbrot-Schmieren, Müllrausbringen und Stinkewäsche verloren.

Ich brauche Worte, Schönheit, Essen, Begegnungen, die meine Seele füttern. Sonst verhungere ich. Ich muss mich daran nicht übersättigen. Aber ich benötige eine gewisse Dosis, weil ich Hoffnung brauche.

Also Freitags-Futter. Das kann ein Buchauszug sein, ein Rezept, ein Gedicht, ein Zitat, eine Aktivität, ein Innehalten.

Heute morgen hat mich dieses Zitat der Autorin Sandra Magsamen angesprungen:

„Each new day is a gift that we get to unwrap—and we each do it in our own way. Maybe you tear into the day as you would rip open ribbons and wrapping paper, or maybe you proceed slowly and deliberately—following a plan, carefully untangling and refolding bows and paper. 

Each morning is a reminder to try again, to live deliberately, to feel hopeful, to use your senses and take on the ever-changing beauty that is all around us. 

Think of the morning as a lesson that is unfolding to show you the fabric of all living things.“

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Es gibt doch (fast) nichts Besseres als einen Tag mit einem aufbauenden Zitat und einer Schüssel Müsli nebst einem Liter Kaffee zu beginnen.

Unser derzeitiges Lieblingsmüsli (das sich ruckzuck backen lässt!)
     Vanille-Mandel-Müsli

  • 200 g Haferflocken
  • 100 g Mandelstifte
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 60 ml Ahornsirup oder Agavendicksaft
  • 60 ml Kokos-Öl
  • 10 Tropfen Vanille-Aroma (oder nach Belieben)

    Die trockenen Zutaten miteinander vermischen. Den Sirup, das Öl und das Aroma verquirlen, über die Haferflocken-Mischung geben und gut vermengen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gleichmäßig verteilen. Bei 180 Grad bei Ober-/Unterhitze backen. Nach ca. 15 Minuten das Müsli wenden und solange weiter backen, bis es gold-hellbraun wird. Ich passe immer haarscharf auf, weil das Müsli leicht anbrennen kann.
    Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und dann nach Belieben mit Trockenfrüchten mischen (ich nehme immer eine Handvoll Rosinen. Denkbar wären auch Cranberries, Berberitzen, Kokos- oder Apfelchips).

Familie

Mist, ich bin anfällig für Freizeitstress

Der Wert eines Wochenendes: In den letzten zwei Tagen völlig neu entdeckt.

Während die Woche voll war mit außerschulischer Aktivität und Freundes-Verabredungen und Hausaufgaben und Geschwisterstreitigkeiten und kalten frühen Herbstmorgen, fühlte sich unser Wochenende wie ein Mini-Urlaub an.

Freitag mittag stieg eine (schul-)müde Amelie die Treppe hoch und ich rief ihr aus der Küche zu: „Schmeiß den Ranzen in die Ecke, vergiss die Hausaufgaben, es ist Wochenende, ich habe Apfelklöße mit Vanillesauce gemacht!“ Ihr Gesicht leuchtete auf und ich fühlte mich zurückversetzt in meine eigene Schulzeit als Freitag-Mittage sich wie eine massive Erlösung anfühlten.

Unser ganzes Wochenende fühlte sich wie eine Erlösung an. Unsere Lebenschnelligkeit erlahmte. Es war unendlich viel Zeit zum Playmobilspielen und Ausschlafen. Zum Basteln und Pilzesuchen. Zum Kochen von Rehbraten und Vorlesen. Zum Telefonieren und Kürbisglotzen. Kaum Geschwister-Streitigkeiten. Viel Raum zum Sein.

Ich hatte mir immer fest vorgenommen, nie (wie andere Eltern!) in die Falle „Freizeit-Stress“ zu tappen. Wie das so ist mit guten Vorsätzen, sie gehen mal ganz schnell vor die Hunde, wenn die Realität zuschlägt. Nun frage ich mich, wie wir unsere Wochentage entzerren können. Amelie geht seit einem Jahr zum Flöten und hat richtig Spaß daran. Nun will sie auch zum Fußball-Training. Praktisch, da wir genau neben dem Fußballplatz wohnen. Josefine hat mit Ballett angefangen, da sie Musik und Tanz liebt (Heute lief beim Mittagessen Bach und Josefine meinte verzückt: „Bei der schönen Musik vergesse ich ganz das Essen!“). Und dann sind da noch die täglichen Bestürmungen, wer denn HEUTE zu Besuch kommen könnte. Ich merke, dass ich öfters die Bremse ziehen muss, weil uns Tage daheim – die wir nur als Kernfamilie daheim verbringen – gut tun.

Ich muss auch hier konsequent sein und meinen Kindern Grenzen für ihre Freizeitplanung aufzeigen. „Heute nicht.“ Das werde ich wieder öfter sagen müssen. Nicht um meine Mädels zu ärgern, sondern um ihnen Raum für Ruhe und Entfaltung zu schenken.

Ruhe und Entfaltung finden nicht zwischen Fußballplatz und Ballett und Flöten und Verabredungen statt. Sondern im Vorrat von unendlich viel Zeit und Spiel und Zuwendung. Das kann mir kein Trainer abnehmen. „Heute nicht“ ist meine ganz neue Verantwortung, in die ich erst lernen muss hinein zu wachsen.

Jetzt noch ein paar Bildchen vom Wochenende (wem es noch NICHT aufgefallen sein sollte, es ist Herbst und ich befinde mich in äußerst vergnügter Kürbislaune).

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