Bücher, Familie, Gedanken

Keine Höhenflüge

Ich verrate euch etwas:

Wenn man ein Buch veröffentlicht hat, ändert sich gar nichts. Nullingernichts.

Außer dass ich neuerdings ein seltsames Gefühl habe, wenn ich durch die Stadt laufe. Hat der Typ mit den großen Ohren mein Buch gelesen? Warum starrt mich die Zwillings-Mama so an? Hat sie mich erkannt? HAT SIE MICH ERKANNT?? Hmm, ich könnte ja mal in die Buchhandlung gehen und dort nachsehen, ob mein Buch in der ersten Reihe steht. Vielleicht neben den Spiegel-Bestsellern? Und wenn nicht, dann muss ich die Verkäuferin auf ihren schweren Faux-Pas aufmerksam machen….Ich könnte ja auch in einem Nebensatz die Bemerkung fallen lassen, dass ICH dieses Buch geschrieben habe.

Meine Höhenflüge finden Gott sei Dank nur in meinem wirren Kopf statt. Das echte Leben geht davon unberührt weiter. Und dafür bin ich dankbar. Mein täglicher Rhythmus erdet mich. Nichts hat sich verändert.

Ich dachte immer: wenn ich erstmal ein Buch veröffentlicht habe, dann schlägt mein Leben eine ganz neue, glanzvolle Richtung ein. Dann bin ich WER!

Das Buch ist nun da. Und ich bin tatsächlich wer: die gleiche Veronika wie immer. Die, die morgens ihre neuen grauen Strähnen auf dem Kopf untersucht, hektisch nach Katzenfutter sucht, drei Tassen Kaffee vor neun Uhr morgens trinkt, andere Autoren anhimmelt (siehe Bücherstapel), mit den Kindern Pilze und Kastanien sucht, nicht enden wollende Geschirrberge abtrocknet, Hausaufgaben betreut, zu Elternabenden rennt, laut flucht, singt, genervt ist und ein paar Kilo zuviel wiegt.

Ich verspüre einen tiefen Frieden darüber, dass ich niemand sein und nichts darstellen muss. Dieser rastlose Drang, der mir früher in den Knochen saß, ist lange verflogen. Ist es das Alter? Oder das Ruhen in etwas Höherem, das mir Sinn und Frieden gibt?

Keine Höhenflüge. Nur Alltag mit Herbst-Touch. Hier bin ich ganz ich.

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5 Gedanken zu „Keine Höhenflüge“

  1. Ach Veronika, ich liebe es wie du schreibst.
    Vieles rührt mich total, dann wieder lache ich vor mich hin…
    Dein Buch hab ich natürlich schon im Vorfeld bei Osiander bestellt und schwupps war’s dann tatsächlich im Briefkasten:-))
    Aufgrund Zeitmangel bin ich noch nicht durch, was ich bisher aber gesehen und gelesen hab, find ich wunderschön!

    Liebe Grüße von Untereisesheim nach Waldbach:-))
    Susanne

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  2. Vielleicht liegt dein Buch noch nicht auf Platz 1 der Spiegel Bestseller, aber es liegt neben mir und ich habe es ca zur Hälfte durch und finde es wunderschön, inspirierend und nachdenklich machend.
    Bleib bitte einfach Veronika – das reicht völlig.

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  3. Liebe Veronika!
    Spiegelbestseller hin oder her…
    Dein Buch hab ich schon lang auf Amazon vorbestellt, es dann endlich gekriegt und seither gelesen.
    Bin sehr begeistert und hab schon exemplar Nr. 2 bestellt für eine gute Freundin zum Geburtstag!
    Heute hab ich das erste Rezept nach“gekocht“: Winter-Salat mit Rotkraut und Apfel… Leeeecker!!!
    Danke an dich für diese vielen Freuden!
    Ganz liebe Grüße aus Österreich! Lisa

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  4. Liebe Veronika
    Ich hab dein Buch gekriegt und muss mich jetzt sehr anstrengen, es nicht einfach von A-Z durchzulesen (-fressen). Erstens, weil ich es doch ganz sachte geniessen möchte. und zweitens, weil ich noch ganz viel anderes muss. Heute und morgen hab ich nämlich schreibefrei und muss hinter ein Theaterstück für Kinder und Teens (nicht professionell, warte noch auf göttliche Inspiration :-).
    Ich mag deinen Stil sehr, du schreibst wunderbar. Fühle mich verwandt mit deiner Art Gastfreundschaft, bin selber auch auf einem Bauernhof mit grosszügig-gastfreundlicher Mutter aufgewachsen. Und ich werde dein Buch gleich noch nachbestellen, z.B. für meine Lieblingsschwester…
    Du darfst ruhig stolz auf dich sein!

    Herzliche Grüsse
    Christa

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  5. Du hast noch Tomaten?? Wie geil ist das denn! Die Sorte brauch ich auch…
    Essen und lesen (ok, das bin nur ich 🙂 uns gerade durch dein Buch.
    Mmmmh sehr lecker, tolle Inspirationen und voll Lust, endlich mal wieder kreativ in der Küche zu werden!!
    Bevor du ein Pseudonym brauchst, musst du, schätze ich mal, allerdings noch mindest. 5 Bücher schreiben 🙂 Zum Glück, oder? Mir hat mal jemand abgeraten, grins, den Nachnamen von Micha anzunehmen, da die Musikwelt dann nicht mehr richtig wüsste, wer ich sei! Wat musst ich lachen – das wusste die doch noch NIE und weiss sie auch jetzt so gut wie nicht. Und? Bestens! Alles andere würde doch nur nerven. Stell mir vor, ich müsste nach jedem Konzert Autogramme geben, oh mann… Das überlasse ich lieber Tracey, geh in der Zeit lieber schon mal umziehen – oder futtern – solange noch was da ist! Die wesentlich nachhaltigeren Hochgefühle, das teile ich absolut mit dir Vroni, haben wir doch sowieso dann, wenn uns eins unserer Kinder (oder unser Allerliebster) in die Augen schaut und uns sagt, dass wir die Allerbesten auf der ganzen Welt sind, gell….Von mir aus darfst du trotzdem sehr gern noch paar Bücher schreiben, helfe dir dann auch beim Pseudonymsuchen, sollte dir grade kein passendes einfallen 😉

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