Die Angst vor dem Ungenügend…

Endlich wieder eine Nacht, in der ich eine dickere Decke gebraucht habe. Um 5 Uhr bin ich klipper-klapper-frierend aufgewacht und hab mich mit einem wohligen Seufzer in eine dicke Wolldecke gewickelt. Nur einschlafen konnte ich dann nicht mehr. Also lauschte ich dem Vogelkrach draußen und meinen Gedanken hier drinnen. Deshalb auch ein Blogeintrag zu so früher Stunde…

Ich zögere zurzeit ein neues Beitrags-Feld in diesem Blog zu öffnen. Mir fehlen nicht die Ideen, oh nein. Vor dem Einschlafen bäumt sich meine Kreativität nochmal auf und ich kritzele wahllos Gedanken und Ideen in mein Tagebuch. Dieses hat Gott sei Dank kein Publikum und ich fühle keinen Druck, etwas Tolles produzieren zu müssen. So geht es mir nämlich in letzter Zeit mit meinem Blog. Meine Worte fließen nicht mehr. Vor jedem Satz überlege ich: „Ist das jetzt auch inspirierend / provozierend / lustig / intelligent genug? Werden Sie Likes / Kommentare / Emails auslösen?“

Als dieser Blog nur rund 10 Leser am Tag hatte (die ich alle kannte und die mich kannten), schrieb ich viel mehr von der Leber weg. Was konnte schon schief gehen? Selbst wenn meine 10 treuen Leser mein Geschreibsel unendlich doof empfunden hätten, so wusste ich doch, dass sie mich als Person nicht ablehnten. Dass ich genug bin, auch wenn meine Worte ungenügend sind.

Je mehr ich schreibe, je mehr Leser ich bekomme, je mehr Anerkennung fließt, desto größer wird die Angst, dass es nicht mehr genügt. Also scheue ich in letzter Zeit davor zurück, überhaupt etwas zu schreiben. Perfektion ist der Feind des Guten und Mittelmäßigen.

Sind wir doch ehrlich: Oft sind wir Mittelmaß. In lichten Momenten sogar richtig gut. Und in in den nicht ganz so glorreichen Momenten unterirdisch.

Aber eines ist unveränderlich:

Ich genüge.

Du genügst. 

Du bist kein Produkt deiner Leistung und Anerkennung und deinem Aussehen und Status. Du bist nur ein Produkt deines in dich verknallten Schöpfers.

Und du (das bist du in deinem Kern mit deinem müden, abgearbeiteten, liebenden, harten Herz) genügst ihm. 

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10 Kommentare zu „Die Angst vor dem Ungenügend…

  1. Ganz genau!!! Ich verfolge deinen Blog schon eine Weile und das schöne ist, es wird nie langweilig.
    Zum deinem heutigen Eintrag: Kennst du das Buch „Löwenherz“ von Leo Bigger…sehr zu empfehlen…und passt irgendwie.

  2. Heute früh hab ich mir gedacht :“Freu mich schon auf den nächsten smoorbaer-beitrag!“
    Und schwupps, da isser! Mit meinem neuen Lieblingssatz: Du bist nur ein Produkt deines in dich verknallten Schöpfers!
    Genial!
    Bitte schreiben- egal ob inzelligent, lustig, inspirierierend,… Unser verknallter Schöpfer hat da schon eine große Gabe in dich gelegt! Lass ihn werken! 🙂

  3. Guten Morgen, du genügst mir nicht nur, sondern du gibst mir Kraft und Mut.Und du zeigst mir dass meine eigenen ungenügenden Gedanken normal sind und nur menschlich. Danke ! Ich wünschte mir manchmal du würdest nebenan wohnen und ich könnte jeden Tag Kaffee mit dir trinken 🙂

  4. Hallo Vernonika,
    das kenne ich zu gut.Du schreibst mir aus dem Herzen.In der letzten Zeit ging es mir mit dem Bloggen genau so.Wenn ich dann noch die anderen Blogs gelesen hatte,dachte ich an die kommst du nicht ran,was du schreibst interessiert eh keinen.wenn dann noch die Kommentare ausblieben,bestätigte das meinen Eindruck.Als ich mt meinem Mann,dr auch bloggt darüber sprach,sagte er mir:“Ich schreibe für mich,so eine Art Tagebuch,was die anderen denken ist mir egal oder ob sie kommentieren.Mir reichen die Aufrufe,da weiß ich es liest doch jemand meinen Post.“Seitdem habe ich wieder Lust zu schreiben und ich denke nicht viel nach.
    Ich persönlich lese dich sehr gerne,auch wenn ich nicht immer kommentiere,sorry dafür.Du hast einen sehr schönen Schreibstil,erfrischend,humorvoll und voll aus dem Leben.Bei vielem denkt man das kommt mir bekannt vor,kenne ich irgendwoher.Sehr authentisch und mit schönen Bilder.Mache dir nicht soviele Gedanken und schreibe einfach weiter munter darauf los.
    Liebe Grüße Pippi von Pippi` Blog

  5. Liebe Veronika! Dein Beitrag hat mir so gut getan, dass ich ihn schon mehrmals gelesen habe 🙂 Danke! Mach dir keine Gedanken, was deine Leser toll / inspirierend / lustig etc finden (da falle ich selbst auch oft drauf rein), sondern die allerbesten Beiträge sind die aus deinem Herzen und die sind genau richtig – deine ganz normalen, einfach alltäglichen, ehrlichen, genau passenden und wirklich gut tuenden Worte, die ich in letzter Zeit so vermisst habe! Dein Blog ist mir wichtig 🙂 ganz lieben Gruß, Annika (mamasieben)

  6. Mit ähnlichen Gedanken wie du war ich gerade eben noch bei der Arbeit und Planung des neuen Schuljahres… jemand wollte unbedingt mich als neue Lehrerin für’s Kind, das hat mich einerseits total gefreut und ermutigt, andererseits dachte ich: „Oje, hoffentlich enttäusche ich sie nicht. Ich koch auch nur mit Wasser“.
    Und dann „antwortest“ du quasi stellvertretend: „Du genügst. So wie du bist, ist es gut.“
    Das war so unerwartet klar – danke :-)!
    Ich lese deinen blog gerne, mach dir keinen Stress, ob es „gut genug“ ist, ich bleib auf jeden Fall dran. Ich finde dich ehrlich und authentisch und ganz oft finde ich mich in deinen Sätzen wieder, so schön auf den Punkt gebracht. Liebe Grüße, Ute

  7. Lb. Veronika,
    bitte mehr von Deinen herrlich-ehrlichen, – humvorvollen und treffenden Posts, in denen ich mich oft genauso wiederfinden kann. Ich bin total gerne hier!
    Alles Liebe und bis zum nächsten Mal 😉 , Christina

  8. Liebe Veronika,
    jetzt ist es schon einige Monate her, dass ich durch deinen Familyartikel auf deinen Blog gestoßen bin. Momentan bin ich immer noch dabei die alten posts zu lesen 🙂 und du sprichst mir so oft einfach nur aus dem Herzen. Meine zwei kids sind 1,5 und 3 Jahre alt und wenn ich manchmal einfach nicht mehr über die Haushalts-, Erziehungs- und andere Berge hinwegsehe, lese ich deinen Blog und fühle mich verstanden, ermutigt und motiviert. Es tut so gut dass du so ehrlich schreibst. Außerdem vermittelst du mit deinen kreativen Koch- und anderen Ideen eine Lebensfreude, die einfach nur ansteckt. Ich freue mich sehr über deinen Blog.
    Lass dich durch die Lüge, dass es nicht genügt nicht zum Schweigen bringen!
    DANKE.
    Ganz liebe Grüße
    Alex

  9. Liebe Veronika,
    es sind nicht nur deine genialen, lebensnahen und fast immer so treffenden Worte und Gedanken, die stets eine kleine Wohlfühl-Oase in meinem Mami-Alltag darstellen, sondern ganz entscheidend auch die Fotos, Rezepte und die von deinem in mein Haus überschwappende Lebensfreue und Kreativität, das Bunte, Verrückte, Liebevolle und doch so Normale, das alles zwischen den Zeilen von dir zu deinen Leser/innen transportiert wird.
    Während deines Urlaubs habe ich deine Einträge vermisst! Ohne deinen Blog würde mir inzwischen etwas sehr Schönes, Kraft und Mut Spendendes fehlen.
    Liebe Grüße
    Corinna

  10. Liebe Veronika, deinen Beitrag finde ich dieses mal für mich sehr passend – denn in letzter Zeit habe ich oft das Gefühl, dass ich noch kreativer / humorvoller / lustiger / sozialer / mitfühlender usw. sein müsste. Manchmal frage ich mich abends, ob das reicht, womit ich meinen Tag ausgefüllt habe, ob ich es morgen anders angehen müsste …
    Danke für deine Ermutigung, die Du mir ins Herz legst … Spannend, wie der Herr wirkt!
    Eine gute Woche Euch – alles Liebe aus WÜ – Anett

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