Familie

So ist das Leben diese Woche

Die Kinder sind daheim – Ferien. Josefine klettert auf meinem Schoß herum, ich schmiere ein Erdnussbutterbrot für Amelie während ich das tippe. Das ist kennzeichnend für diese Tage. Ich versuche Arbeit und Kinder und Haushalt miteinander so zu verflechten, dass ich mein Pensum schaffe. Was bedeutet, dass ich extra früh aufstehe und schonmal zwei Stunden arbeite, bevor ich Kinderstimmen im Flur höre. Gerade weil mein Kalender berstend voll ist, will ich langsam machen. Ich versuche jedem Moment in dieser Woche Aufmerksamkeit zu widmen. Da sind viele viele kleine Momente, die sich aneinanderreihen und ein Leben formen. Und da sind viele späte Stunden am PC. Und viel zu viel Kaffee. Puh…..

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Gedanken

Bin ich noch ganz richtig?

Heute hatten wir endlich mal wieder einen friedlichen Abend. Josefine spielte nach dem Abendessen Baby und kletterte auf meinen Schoß, um sich von mir in meinen Armen wiegen zu lassen. Ich sage euch, solche Momente sind selten und kostbar geworden. Ich habe sie solange gehalten, bis sie sich aus meiner Umklammerung mühsam herauswand. Sie wollte kein Baby mehr spielen, sondern Josefine sein. Vier starke Jahre alt. Laute, lebensfrohe, sensible, bonbonverliebte, nähebedürftige Josefine.

Ich wurde heute hinterfragt mit meiner zuweilen lauten, lebensfrohen Art. Weil meine Fröhlichkeit manchmal als unsensibel und einschüchternd empfunden wird. Weil mir immer die Sonne aus den Knopflöchern scheint. Weil man mir nicht sofort anmerkt, wenn mein Leben holprige Wege einschlägt. Ich fühlte mich, als hätte mir jemand einen Kübel Eiswasser über den Kopf gegossen. Wie kann ich denn nicht sein wie ich bin? Kann ich einem Kater das Jaulen absprechen? Oder den Blumen das Blühen? Der Sonne das Scheinen oder dem Regen das Regnen?

Ein großer Teil meiner Fröhlichkeit ist angeboren, wahrscheinlich von meinem Vater vererbt, der immer ein Lied auf den Lippen hat. Und ja, ein Teil meiner Fröhlichkeit entspringt der Tatsache, dass sich vieles in meinem Leben in den letzten Jahren in eine sehr positive Richtung entwickelt hat. Das Bewusstsein, dass manche Menschen damit ein Problem haben, kratzt an mir wie ein unangenehmer Wollpulli aus den 70ern. Manchmal möchte ich mich dämpfen, damit sich andere nicht unsicher fühlen. Manchmal fühle ich mich falsch, als hätte ich diesen Wollpulli an, der drei Nummern zu klein ist und damit viel zu viel zeigt, was besser ungezeigt bleibt. Manchmal möchte ich kurz wieder ein Baby sein, denn das kann gar nichts falsch machen. Es wird einfach geliebt.

Aber dann bin ich doch wieder starke, eckige 40 Jahre alt. Das selbe laute, lebensfrohe, schokoladenverliebte, distanzbedürftige, liebessehnsüchtige Ich. Ich will mit offenen Augen und fröhlicher Gelassenheit durch die Welt gehen. Und dabei doch wieder öfters innehalten und den anderen danach fragen, wie es ihm geht. Denn das kam in letzter Zeit tatsächlich zu kurz.

Vor vielen Jahren drückte mir eine laute, lebensfrohe australische Aktivistin (die sich um ihren Ruf weniger Sorgen machte als um die Rechte der Aborigines) ein Zitat aus der Antrittsrede Nelson Mandelas in die Hand. Seitdem habe ich es immer in Sichtweite an meinem Schreibtisch. Wenn mich Zweifel überfallen. Wenn ich mich in meiner Identität erschüttert fühle. Wenn diese Stimme mir einflüstert, ich sei nicht richtig. Wenn ich mal wieder Panik schiebe, ich könne nicht mehr schreiben oder fotografieren oder eine gute Mutter sein.

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.

Unsere tiefgreifendste Angst ist,
über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?

Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes.

Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.

Es ist nichts Erleuchtendes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen.

Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.

Wir sind geboren worden,
um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.

Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

(Zitat im Original von Marianne Williamson)

 

Bilder, Ehe, Reisen

Liebe im Wandel der Zeit

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Bitte entschuldigt die Bilderflut, die euch bevor steht!

Ich war nämlich mit meinem Lieblingsmann in meiner Lieblingsstadt. Diese habe ich die letzten Tage fast nur durch den Sucher betrachtet. Mit dieser Beschäftigung war ich leider nicht alleine. Bamberg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Touristen-Hotspot entwickelt. Dort, wo ich früher gemütlich mit meinem Fahrrad entlangfahren konnte, würde ich heute einige Japaner, Amerikaner und Russen mit ihrem Eis in der Hand umnieten. Aber wahrscheinlich würden sie es gar nicht bemerken, weil sie viel zu sehr beschäftigt sind mit  Staunen über Architektur, Schlenkerla (Rauchbier) und hübsche Bambergerinnen.

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Es war ein eigenartiges und äußerst köstliches Gefühl als Tourist in meine ehemalige Heimatstadt zurückzukehren. Früher hatte ich alles an Bamberg als selbstverständlich erachtet. Die atemberaubend schöne Innenstadt war lediglich Kulisse für Shopping-Trips, Freundinnen-Dates, Single-Blues und Afterparty-Dramen.

Nach vierzehn Jahren im freiwilligen Exil ist vieles immer noch vertraut. Das Café Müller ist noch da. Und mein Lieblingsbuchladen Fundevogel. Das Schranna-Lädla genauso wie mein heißgeliebter Sub-Stop. Nüssleins Weinstube und der China-Fan-Imbiss (dessen chinesischer Besitzer mittlerweile Stadtrat der CSU ist). Der wunderbare Teeladen Mohrenhaus und das Bolero, wo wir unser erstes Date hatten. Nur meine Stammdisco hat sich umbenannt. Die feiert jetzt übrigens 90er-Jahre-Partys….

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IMG_5565klein IMG_5658kleinVor genau 10 Jahren feierten wir unsere Hochzeit in Bamberg. Also sind wir zurückgekehrt und haben uns vier sehr faule Tage in dem heiligen Drei-Eck aus Café Müller, Sandstraße und Hain bewegt.

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„Jetzt vor genau zehn Jahren stand ich GENAU hier in meinem Brautkleid mit dir und meine Haare wurden vom Regen nass. Das war so romantisch!“

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„Weißt du noch? Da oben haben wir gefeiert und überhaupt nichts vom Buffett abbekommen!“

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Beim Betreten unseres Hotelzimmers wartete eine Überraschung…

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Ein Strauß mit Karte, den meine Eltern dort für uns deponieren ließen. Ich war gerührt! Und dann fiel mein Blick aus unserem Hotelzimmer….

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…ich war mir nicht mehr ganz sicher, ob meine aufwallenden Gefühle meinem Mann oder dieser Stadt golten…

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Ok, natürlich auch meinem Mann, der mich immer auf seine Art wissen lässt, dass er mich liebt!!

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Mit meinem Lieblingsmann kann ich die schönen Dinge des Lebens auskosten. Wie zum Beispiel stundenlang im Café Müller sitzen und das Leben beobachten. Studenten widmen sich dort wie eh und je dem Schachspiel oder Balzritual. Die Preise sind unverändert. In der Frauentoilette hängt immer noch das Schild mit der Aufforderung, die Toilette BITTE SAUBER ZU HINTERLASSEN, SONST WIRD EINE FIESE KLOFRAU EINGESTELLT!!!! Draußen spielt eine osteuropäische Band südamerikanische Rhythmen. An unserem Nebentisch sitzt ein älterer Bamberger bei seinem Nachmittags-Bier und der Süddeutschen. Hinter uns vergnügt sich ein Pulk von jungen Frauen, die den 90er-Jahre-Marusha-Stil wieder aufleben lassen.

Ein Berliner stört die friedliche Szene. Er baut sich vor den Musikern auf und verströmt eine unterschwellige Aggressivität. Meine Nackenhaare richten sich auf. „Seit einer Stunde spielt ihr hier den gleichen Dreck,“ beginnt er zu pöbeln. „Ich halt euer Gejaule nicht mehr aus. Habt ihr mich nicht verstanden, wa?? Ihr sollt dahin zurückgehen, wo ihr herkommt! Nach Bukarest. Oder nach Rumänien! Ihr geht uns hier nur auf die Nerven. HABT IHR MICH VERSTANDEN??“

Das Berliner Männlein bläht seinen Brustkorb mit der selbstsicheren Überzeugung auf, im Recht zu sein. In mir regt sich maßloser Zorn. Am liebsten würde ich ihm in den Brustkorb pieken, damit seine Arroganz wie ein übelriechender Furz entweichen kann. Der biertrinkende Franke neben mir schaut nicht von seiner Zeitung auf. Aber er knurrt laut, so dass es jeder im Café hört: „Du bisd der Aanzich hier, den’s schdörd. Geh wo anners no, wenn’s dir ned bassd.“

Der Marusha-Tisch bricht in lauten Jubel aus: „Ja, wir mögen die Musik! Und hier sind 30 andere Leute, denen es auch gefällt!“

Ich klackse meinen Senf ermutigt drauf: „Schau, dass du fort kommst!“ „Ja, schleich dich!“ tönt es vom Marusha-Tisch.

Des Männleins Brustkorb sinkt in sich zusammen und es trottet mit lädiertem Stolz davon. Die Musiker strahlen – sicher haben sie die Worte kaum verstanden, aber unsere Unterstützung, die spüren sie.

„Jetzd schaud abbä, dass ihr aweng schönnä schbield,“ brummt der biertrinkende Franke vom Nebentisch. Er blickt immer noch nicht von seiner Zeitung auf.

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Bamberg ist rau und liebenswert. An manchen Tagen unerträglich grau. Und dann wieder wie ein italienischer Sommertag. Voll Witz und Tragödie. Bamberg ist meine Vergangenheit. Eine Vergangenheit wie ein Magnet, der mich anzieht, wenn ich in seine Nähe komme. Die Kraft wird nicht schwächer, egal, wie lange ich weg bleibe.

Eine Liebe aus der Vergangenheit, die sich wandelt, aber immer kraftvoll bleibt…

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Bücher

Willkommen an meinem Tisch

Das war tatsächlich mein erster Muttertag, an dem ich so gut wie nichts machen musste (außer die dreckstarrenden Kinder duschen und eine Pizza kleinschneiden). Keine Angst, meine lieben Mamas von Kleinkindern, der gloriöse Tag wird kommen, an dem eure Kinder relativ selbständig sein werden, keine Windel mehr brauchen und nicht mehr ständig an eurem Hosenbein klammern!

Ich bin also ein Fan von 4- und 6-jährigen Kindern! Vor allem, wenn sie früh mit knalliger Begeisterung in mein Bett hüpfen, mir ein Geschenk in die Hand drücken und ein holpriges Muttertags-Gedicht aufsagen. Und das alles, bevor ich überhaupt richtig die Augen aufmachen konnte! Die Mädchen haben sogar den Frühstücks-Tisch selbst gedeckt und meine Blumenbeete nach „schöner Tischdeko“ durchwühlt.

So perfekt, wie der Tag startete, ging er auch weiter. Ich konnte endlich mal mehr als nur eine Seite lesen und ich ließ mir unchristlich viel Zeit im Bad. Dann schaute ich nach, ob mein Buch bereits vorbestellbar ist. Und siehe da, der Tag wurde noch perfekter und ich geriet in einen Zustand surrealer Verzückung!! („Armin, AAAAARRRMIN!!! Mein Buch ist online, ich flipp jetzt total aus! Du findest mich jetzt bei Amazon. BEI AMAZON!“)

Nach vielen Monaten des Brütens und Schreibens und Planens steht nun die Geburt meines neuesten Babys bevor:

Mein Herzensbuch, das mir (fast) einfach so aus den Fingern geflossen ist! Die Worte, die mir während des Schreibprozesses kamen, bestätigten das, was mein Herz einfach schon sehr lange weiß: Menschen an meinem Tisch, Werkeln am Kochherd, meine peinlich-große Kochbuchsammlung, die Begeisterung für gutes Essen  – das sind meine Ankerplätze im Alltag, an denen ich festmache und neu auftanke.

„Ich bin überzeugt, dass unser Ess-Tisch ein heilender Ankerplatz in der Losgelöstheit unserer Zeit sein kann. Hier sehe ich dem anderen ins Gesicht, anstatt auf einen Bildschirm zu starren. Hier stelle ich Fragen anstatt Pseudo-Weisheiten auf Facebook zu posten. Hier darf ich aus der Hektik aussteigen und genießen. Hier darf ich das laute und chaotische Leben beobachten, das sich vor meinen Augen entfaltet. Hier werde ich gesehen.“

Der Erscheinungstermin ist der 7. September. Ihr dürft „Willkommen an meinem Tisch“ vorbestellen, am besten schonmal in rauen Mengen. Weil Weihnachten steht ja vor der Tür, nicht wahr?

Ehe

Mai, Hochzeiten, Geschenke!

Das Datum prangt dick eingekringelt im Kalender. Nächste Woche. Unser 10. Hochzeits-Tag!

Mir scheint, als wäre ich erst gestern eine völlig aufgelöste Braut mit dicker Schnupfennase und dem schönsten Kleid aller Zeiten gewesen. Der Tag flog an mir vorbei und doch sind so viele wunderbare Erinnerungen hängen geblieben. Ich habe Monate der Hochzeit entgegen gefiebert. Mit einem Fingerschnips war der große Tag vorbei und wir waren in der Ehe gelandet. Die Hochzeit war kein Endpunkt, nicht der Gipfel aller Romantik, sondern der Startschuss. .

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Unser erstes Ehejahr war besonders prägend. Ich denke heute immer noch gerne an diese Zeit zurück….

Der Hochzeits-Monat Mai steht vor der Tür! In den nächsten Wochen darf ich wieder als Fotografin auf einigen Hochzeiten dabei sein. Das ist immer eine spannende Sache: Den Ehe-Anfang zweier Menschen zu dokumentieren.

Sicher sind auch einige von euch zu Hochzeiten eingeladen. Dann stellt sich immer die erste Frage: „Was ziehe ich an?“ Und dicht darauf folgt die zweite Frage: „Was schenke ich?“

Ich habe einen Tipp: Das Ehe-Starterpaket der Zeitschrift Family.

Letzte Woche trudelte das Päckchen bei mir ein und ich bin ganz begeistert, wie liebevoll alles gestaltet ist. Ich werde das ab jetzt selbst auf Hochzeiten verschenken. Denn nichts ist wertvoller für ein frisch gebackenes Ehepaar, als den Anfang ihrer Ehe bewusst und achtsam zu gestalten. (Gut, das gilt auch immer noch nach zehn Jahren….)

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Postkarten, Haftnotizen für SIE und IHN zum Hinterlassen von kleinen Liebesbotschaften……

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…ein Tagebuch für die ersten dreißig Tage der Ehe…

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….und natürlich ein Jahres-Abo für die Zeitschrift Family.

Mehr Infos zum Ehepaket findet ihr hier!

Wochenende

Wochenende

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Vor einigen Wochen dachte ich: „Was ist bei einem 5-Km-Lauf schon dabei? Schafft doch jeder Greis.“ Und meldete mich einfach an. Ich joggte ein paar Runden durch den Wald und fand, dass ich ziemlich fit war. Meine Kinder meldete ich gleich mit an. „Das wird bestimmt eine lustige Familien-Aktion!“
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Jawoll, Beine sind FIT! Ich werde MEIN gemütliches Tempo joggen und mich von der Masse nicht mitreißen lassen. Wenn ich etwas nicht bin, dann manipulierbar. Hauptsache, ich komme ins Ziel. IMG_5155klein IMG_5104

Nervöses Warten auf den Start…..Aber erst sind die Kids dran.

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Die Eltern sind angespannter als die Kinder. Eine überambitionierte Mutter musste sich zum Fotografieren sogar mitten in den Weg stellen!
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Was meine Kinder können, kann ich schon lang. Jetzt bin ich dran. Startschuss. Ich werde auf den ersten 400m von einem Walking-Opa überholt. Und von 200 anderen Läufern. Mein gemütliches Tempo kann ich mir sonst wohin stecken. Und meine Gelassenheit ebenfalls. Ich will nicht Letzte werden!! Also renne ich wie noch nie in meinem Leben. Ich keuche wie ein Ackergaul beim Zumba. Mein Wille ist stärker als Atemnot und Knöchelschmerzen.

IMG_5163_edited-1Mit dem Phoebe-Style geht alles besser! Wer Friends kennt, der kennt auch den Phoebe-Jogging-Style…..

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Trommelt mich ins Ziel, ihr herrlichen Trommel-Hippies!!IMG_5170_edited-1

Ich bin nicht Letzte!!! Hoch lebe das Mittelmaß! Hoch lebe mein Körper, der Dinge schafft, die ich ihm nicht zutraue!

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Der Regen tröpfelt seit heute Nacht unaufhörlich auf Haus, Blumen, Wiese und Gemüsegarten. Ich könnte ihm stundenlang zuhören.
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Drinnen wartet eine hungrige Meute, die ich mit Rhabarber-Muffins und Kokoscreme-Torte füttere. IMG_5058klein

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Die erste Ernte aus meinem Mini-Gewächshaus. Ich könnte platzen vor Freude!IMG_5197klein


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Sonntag-Nachmittag-Beschäftigung. Wir batiken T-Shirts mit Blauholz-Spänen. Und veranstalten eine Riesen-Überschwemmung in der Küche. Egal. Wir lieben unsere neuen Shirts!!
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Familie

Ihr seid der Hammer!

Als ich sehr viel jünger war, dachte ich immer, ich wäre der einzige Mensch auf der Welt, der sich hundeelend einsam fühlt . Ich versteckte die Einsamkeit wie einen hässlichen Makel. Sie war mein Versagen, ein Gefühl, das ich mit aller Macht bekämpfte, weil es nicht sein durfte.

Vor einiger Zeit führte ich ein Gespräch mit meiner Schwester. Zum ersten Mal redeten wir darüber, wie es uns zu unseren Teenie-Zeiten ging.

Ich: „Weißt du was, ich hab dich immer so beneidet um deine Freunde und deine Klamotten. Ich dachte immer, du bist voll beliebt.“

Schwester: „Hä? Ich hab DICH immer beneidet und hab mich immer ganz elend einsam gefühlt.“

Ich: „Ich auch!! Hätten wir das beide einfach mal ausgesprochen. Uns wär vielleicht viel Seelenleid erspart geblieben.“

Als ich den gestrigen Beitrag schrieb, war ich mir noch unsicher, ob ich ihn wirklich veröffentlichen soll. „Schon wieder so ein peinlicher Seelen-Striptease. Ach, was soll’s. Vielleicht gibt’s da draußen ein oder zwei Leser, die sich ebenfalls einsam fühlen.“

Und dann trudelten die Reaktionen ein. Leute, ihr wisst gar nicht, was mir eure Kommentare bedeuten! Tausend Dank für jeden einzelnen. Ich habe gestern gelacht und geweint. Vor Erleichterung und Freude darüber, dass wir unsere Seelennot aussprechen dürfen und dass wir damit NICHT alleine sind! Ihr seid echt der Hammer!

Es ist so unglaublich befreiend, wenn wir Orte schaffen, an denen wir die Wahrheit aussprechen dürfen. Ohne gleich mit der frommen Keule bearbeitet zu werden. Mein Wunschtraum ist es ja, dass unsere Gemeinden solche Orte werden. In denen endlich ausgesprochen werden darf, was nicht ausgesprochen werden darf. „Ich bin einsam.“ „Ich fühle mich überfordert.“ „Ich trinke zuviel.“ „Ich fühle mich zum gleichen Geschlecht hingezogen.“

Aber heute genügt mir erstmal dieser seltsame Ort hier. Online. Mit Menschen, von denen ich die meisten nicht mal kenne. Und doch habt ihr es geschafft, dass ich mich nicht wie der letzte Freak fühle. Danke.