Kreativer Freitag ⎨Windlichter und dazu eine Pita⎬

Vorgestern war der erste Tag.

Der erste Tag, an dem ich die Heizung wieder eingeschaltet habe. Dazu habe ich Tee und Apfelmus gekocht. Mich mit den Kindern unter eine Wolldecke verkrochen und stapelweise Bücher gelesen. Wenn ich früh aufstehe, wabert feuchter Nebel über unsere Wiese, Spinnen haben nachts Kunstwerke zwischen den Zweigen unseres Haselnuss-Strauchs gewebt. In der Luft liegt ein Hauch von reifen Äpfeln, Feuer und faulem Laub. Mein Lieblingsgeruch: Herbst.

Mit den kürzeren Tagen holen wir uns wieder Kerzenlicht ins Haus. Was würde besser passen als diese Herbst-Windlichter?

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Die sind selbst für einen Bastel-Grobmotoriker wie mich keine Überforderung. Und die Kids haben ihren Spaß daran.

Ihr braucht:

  • Bunte Blätter (möglichst nicht zu große)
  • 1 Pinsel
  • Marmeladen-, Babybrei-, Pesto- oder sonstige Gläser
  • Serviettenkleber oder Mod Podge
  • Seidenpapier (ich hab einfach das Papier aus einem Schuhkarton genommen)

Sammelt Blätter aller Art und presst sie einige Tage.

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Dann kann es losgehen. Einfach das Glas mit Kleber einpinseln. Blätter drauf und ebenfalls überpinseln. Wer mag, kann das Glas erst mit Seidenpapier bekleben, dann mit Kleber bestreichen. Blätter drauf und ebenfalls mit Kleber einstreichen. Trocknen lassen, fertig. Ich liebe diese Windlichter! Sie zaubern eine total schöne Stimmung.

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Als wir noch mitten in der Bastelei waren, ging im Backofen ein Teig für Pitabrot. Ich war nämlich ein bissl verzweifelt. Erstens habe ich noch nie anständige Pita außerhalb des Nahen Osten gegessen. Und zweitens manipuliere ich Amelie, damit sie endlich Lust auf unseren anstehenden Israel-Urlaub bekommt („Mama, ich will da nicht hin. Da ist Krieg. Mallorca ist viel cooler!“).

Während die Windlichter trockneten, schob ich die erste Fuhre Pitas in den heißen Ofen. Ich rieb mir die Augen. Starrte ungläubig in den Ofen. Rieb mir nochmal die Augen. Vor mir verwandelte sich plumper Hefeteig in luftige Pitabrote.

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Noch heiß füllte ich sie mit Käse, getrockneten Tomaten und auf Wunsch für die Kids mit Hiffenmark (die orientalische Abwandlung des fränkischen Krapfens). Zehn Minuten lang war Stille und wir genossen. Das warme Brot, den Kerzenschein, heruntertropfendes Hiffenmark.

Der Pita-Trick hat übrigens funktioniert. Heute gab Amelie zähneknirschend zu, dass sie sich doch irgendwie schon auf Israel freut.

Und deshalb: die nächsten zwei Wochen entfällt der Kreative Freitag. Wir hängen stattdessen in der Wüste und am Strand von Tel Aviv rum. 

Rezept Pita-Brot (aus meiner Brotback-Bibel „Brot genießen“)
E
rgibt 7 Brote

500 g Weizenmehl (Type 550)
100 g Weizenmehl (Type 1050)
21g Frischhefe (oder entsprechend Trockenhefe)
275 ml lauwarmes Wasser
1 1/2 TL Salz
1 EL Zucker
3 EL Olivenöl

Beide Mehle in einer Schüssel mischen. Eine Mulde formen, Hefe im Wasser auflösen und in die Vertiefung geben. Mit einer Gabel einen Vorteig anrühren. Abdecken und an einem warmen Ort 15 Minuten lang gehen lassen. Anschließend mit Salz, Zucker und Olivenöl zu einem geschmeidigen Teig kneten. Diesen wieder abdecken und für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig nochmal durchkneten und in sieben Stücke teilen. Jedes Stück mit den Händen einige Male im Kreis walzen, bis sich eine Kugel geformt hat. Auf einer bemehlten Oberfläche ablegen. Für fünf Minuten abdecken und gehen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 180 Grad vorheizen, die Bleche im Ofen lassen. Ein Gefäß mit Wasser in den Ofen stellen.

Dann die Teigballen mit der Hand flach drücken, mit Mehl bestäuben und zu Fladen von 15 cm Durchmesser ausrollen. Nochmal abdecken und 15 Minuten lang gehen lassen. Anschließend die Fladen in den Ofen auf die heißen Bleche legen (ich habe sie mit Backpapier ausgelegt). Knapp 20 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

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