Bücher

Bücher, am liebsten stapelweise

Meine Bücherliebe im Januar. Der Stapel wird mit der vorherrschenden Wetterlage noch wachsen. Oft werde ich gefragt, wie ich es schaffe, soviel zu lesen. Lesen ist für mich wie Atmen. Es passiert natürlich. Es passiert jeden Tag. In den fünf Minuten bevor die Kinder aufwachen. Mittags in meiner mir selbst verordneten Mittagspause. Abends auf der Couch, nachdem ich genug Trash-TV getankt habe. Und dann manchmal bis 12 oder 1 Uhr, unfähig mich von meiner Lektüre zu lösen.

Mal sehen wie lange mich dieser Bücherstapel wach halten wird.

Und was lest ihr gerade?

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Freundschaften

Lieblingspullis und Skinny Jeans

Ich tue mir schwer, neue Freundschaften aufzubauen.

Bäm! Jetzt ist es raus.

Am liebsten sind mir meine Freundschaften, die ich schon ewig habe. Sie sind wie mein Lieblingspulli: vertraut, bequem, weit, die Säume abgewetzt und mit Flecken, die sich nicht mehr rauswaschen lassen. Früher konnte ich es kaum erwarten nach Feierabend meine Büroklamotten in die Ecke zu schmeißen und mit einem wohligen Aufseufzen in meinen Lieblingspulli zu schlüpfen. Alte Freundschaften machen so was mit mir: ich klingele an der Wohnungstür einer Freundin, betrete ihr Zuhause und lasse mich mit einem wohligen Seufzen auf ihre Couch fallen in dem Urvertrauen willkommen zu sein. Manchmal rede ich dann ganz viel. Oder nur sehr wenig. Freundschaften haben Weite, die Schweigen und Plappern aushalten, in denen ich mit und ohne Makeup willkommen bin.

Neue Freundschaften sind Skinny Jeans. Ich weiß immer nicht, ob ich reinpasse. Und wenn ich tatsächlich reinpasse, dann kann ich es erst mal gar nicht glauben. Denn ich bin überzeugt, ich sei viel zu fett für Skinny Jeans. Zu unliebenswert für neue Freundschaften.

Gestern hatte ich Besuch von einer neuen Freundin, die ich durch ein Foto-Shooting kennenlernte. Vor so einem Treffen fühle ich mich immer wie eine Halbwüchsige vor einem Date. Verrückt, oder? Die Frage, ob sie mich nach dem Besuch immer noch mag, nagte an mir. Ob das Bild, das sie von mir hat mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Manchmal kann ich nur schwer überspielen, dass Schüchternheit und Unsicherheit ein Teil von mir sind. Und dann war sie da mit ihrem kleinen wunderbaren Sohn. Ich hatte tausend Fragen und konnte nur wenige stellen. Ich wollte gerne noch mehr hören, aber da waren drei kleine Kinder, die auch gehört werden wollten. Wir spannen Ideen und sie gab mir Bücher zum Lesen, die ihr sehr wichtig sind. Wir redeten darüber, wie befreiend das Schreiben für uns ist und wie anstrengend der Alltag mit Kindern sein kann.

Nach dem Nachmittag empfand ich diese Skinny Jeans nicht mehr als Fremdkörper. Ich fühlte mich viel mehr wohlig eingehüllt in einen Stoff aus Verbundenheit und Freundschaft mit einem kleinen Rest an Verletzlichkeit.

Ich möchte das Risiko neuer Freundschaften immer und immer wieder eingehen. Auch auf die Gefahr hin, aus ihnen später wieder herauszuwachsen. Auch auf die Gefahr hin auf Ablehnung zu stoßen. Ich möchte Begegnung und Verbindung mit Menschen, deren Humor und Lächeln, deren Geschichte und Zerbrechlichkeit, deren Ideen und Begabungen mich anrühren. Kein soziales Netzwerk schafft so eine Verbindung. Nur ein herzklopfendes Klingeln an der Tür einer potenziell neuen Freundin. Nur die Frage nach einem Kennenlernen. Nur das Zeigen von Zuneigung.

Skinny Jeans sind riskant. Aber wenn sie passen, sind sie umwerfend.

Familie, Reisen

Winter-Jagd

Wir waren dann mal weg. Vier Tage sind wir dem Winter hinterher gejagt, um unseren Kindern zeigen zu können: Trotz Klimawandel gibt es hin und wieder einen Flecken angetauten, hundebepissten Schnee. Den haben wir jetzt also im Allgäu gefunden. Wir haben unseren Kurzurlaub dort mit den Schwiegereltern verbracht, die es genossen, sich um ihre zwei Enkeltöchter zu kümmern. Dazu kamen jede Menge Schlaf (!!!!!), Schlittenfahrten, Lesen, Stadtbesichtigungen (Füssen), Schneeballschlachten und Gondelfahrten.

Jetzt hatte ich Schnee. Jetzt darf der Frühling kommen. Bitte!! Heute kam nämlich mein Saatgut mit der Post an. Mich kitzelt die Sehnsucht nach wärmenden Sonnenstrahlen und Farben bis in die Fingerspitzen. Vielleicht kann ich ja schon mal Koriander und Paprika auf der Fensterbank ziehen und mir die erste Hyazinthe kaufen….

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Familie

Inseln

Ein ganz normaler Mittwoch-Mittag. Ich komme am Kindergarten an. Ein Knäuel aus rotwangingen, zerzausten Mädchen, schmutzigen Taschen, Fahrradhelmen und Gemälden stürmt mir entgegen. „Was gibt es heut zum Mittagessen, Mama?“ Meine Antwort (Hirsebratlinge) löst Kinder-Krawall aus. Ich bleibe hart, putze eine kleine triefende Nase und bugsiere meine wildgewordenen Kinder ins Auto.

Josefine ist mit ihren drei Jahren nach dem Kindergarten so müde, dass sie oft weint, sich auf dem Boden schmeißt. Ein Kampf mit einer Krake stell ich mir einfacher vor, als dieses erschöpfte Kind auszuziehen, ihm die Hände zu waschen und an den Tisch zu setzen. Gleichzeitig möchte ich mich aber auch Amelie zuwenden, die tapfer die große, vernünftige Tochter spielt. Sie hat keine andere Wahl, denn für mehr als ein kreischendes Kind reichen meine Nerven nicht aus. Am Tisch atmen wir alle auf. Hier ist der Ort, an dem wir zur Ruhe kommen, Kraft tanken, lachen, reden. Und die Hirsebratlinge werden nach einer unerklärbaren Sinneswandlung ohne Gemecker verputzt.

Jetzt brauchen meine Mädchen ihre Kuschel-Einheit. Sie holen sich den Trost und die Geborgenheit, die sie nach einem Kindergartenvormittag brauchen. Meine Gedanken wollen zu den Dingen vorauseilen, die noch erledigt werden müssen und ich fühle die Ungeduld körperlich spürbar in mir hochsteigen. Aber ich zwinge meine Gedanken zurück in die Gegenwart. „Hier“, scheint Gott mir zuzuflüstern, „sind zwei Mädchen, die gerade glücklich sind, dich ganz zu haben und die nach deiner Aufmerksamkeit lechzen.“

 Hier bin ich richtig. Jetzt. Wir atmen alle auf, kuscheln noch eine Weile weiter. Dann spüre ich, wie meine Kinder vollgetankt sind, mit Liebe und neuer Power.

Wir brauchen diese Inseln in unserem Alltag, der nämlich nicht nur für uns hektisch sein kann, sondern auch für unsere Kinder. Liebe, Ruhe und gutes Essen tanken. Das Tun unterbrechen mit einer Umarmung, sich an den Tisch setzen, nachfragen, zuhören.

Ich brauche das. Meine Kinder brauchen das. Mein Mann braucht das.

Ohne diese Inseln ertrinken wir in dem Strudel aus Anforderungen, anstrengenden Beziehungen und Aktivität.

PS: Eine meiner Inseln ist dieser Blog, der meinen Gedanken und Ideen eine Stimme verleiht. Heute hat er Jubiläum – ich schreibe den 300. Eintrag. Danke an alle, die hier mitlesen und mir bisher Rückmeldung gegeben haben! 

Rezepte

Brot!

Es fing an, als die kleine Bäckerfiliale an unserem Ort ihre Pforten schloss. Jeden Nachmittag hatten Klein-Amelie und ich auf unserer Spazierroute beim Bäcker Halt gemacht, hielten ein kurzes Schwätzchen mit der Verkäuferin und kauften einen Laib Vollkornbrot sowie die obligatorische Brezel. Josefine in meinem Bauch stellte noch keine Ansprüche, sie blubberte zufrieden in ihrem Fruchtwasser herum.

An einem kalten Februarmorgen standen wir vor verschlossener Tür. Amelie schaute mich mit ihren großen, fragenden Augen an: „Keine Bezel?“

Nein, keine Brezeln und kein Vollkornbrot mehr. Wir waren untröstlich. Wochenlang hofften wir, dass eine andere Bäckerei einziehen würde, aber allen Gerüchten zum Trotz blieb der Laden leer.  Der letzte örtliche Treffpunkt hatte geschlossen.

Not machte schon immer erfinderisch (obwohl wir ja nicht wirklich Not litten, denn der nächste Bäcker ist nur wenige Kilometer entfernt). Ich kramte den altersschwachen Brotbackautomaten meines Mannes aus dem Keller. Bei jedem Umzug wollte ich ihn entsorgen, denn damals fand ich Brotbackautomaten ebenso überflüssig wie Eierkocher und Tupperware. Ich sollte bald eines besseren belehrt werden. Zuerst probierte ich mit einer großen Portion Skepsis eine fertige Brotbackmischung aus. Das Ergebnis war fürchterlich. „Siehst du, Armin, ich hab’s schon immer gesagt. Dein Automat ist totaler Kokolores,“ mäkelte ich und fühlte mich in meiner Meinung bestätigt, dass die meisten modernen Küchengeräte überflüssig sind. Armin rollte genervt die Augen gen Himmel und ich unternahm zaghaft einen neuen Versuch. Diesmal verließ ich mich auf ein Rezept aus dem Internet. Der dampfende Brotlaib, den ich aus dem Automaten fischte, duftete so herrlich, dass ich es kaum erwarten konnte, ihn anzuschneiden. Er schmeckte wunderbar. Ich hatte Brot gebacken! Meine Hände  bzw. mein Automat folgten einer jahrtausendealter Kunst!

Dieser erste Laib Brot löste in mir den Wunsch aus, unabhängiger zu werden. Der Gedanke daran, dass wir abhängig von profitgeilen Lebensmittelkonzernen sind, sitzt wie ein Spreißel in meinem Bewusstsein. Ich spürte ihn erst nicht, aber nach und nach entzündete sich die Stelle und lässt mir nun keine Ruhe mehr. Ich versuche den Spreißel herauszupopeln, indem ich mittlerweile soviel wie möglich regional kaufe, mein eigenes Putzmittel herstelle, eigenes Gemüse und Obst anbaue (das zumindest für den Sommer und Herbst reicht), Mehl mahle, Joghurt selber mache und ab und zu schon Kleidung für die Kinder nähe. Mein nächstes Projekt ist Käseherstellung. Gestern folgte ich Schritt für Schritt einer Anleitung zur Ricotta-Herstellung. Das Ergebnis war Fensterkitt. Schwierige Chemie, der Käse.

Ähäm, ich klinge wie ein Streber-Hippie. Aber ich lebe immer in einem Kompromiss zwischen Hofladen und Kaufland, zwischen H&M und Secondhandladen, zwischen meinem Buchladen und Amazon.

Aber zurück zum Brot. Immer, wenn der Tag hektisch und chaotisch wird, flüchte ich mich in die Küche um Brot zu backen. Der immer gleiche Vorgang, das Warten, Kneten und Formen zwingt mich in eine langsamere Gangart. Wenn ich bis zum Ellbogen im warmen Hefeteig versinke, spüre ich eine Verbindung zu den vielen Frauen in den Jahrhunderten vor mir, die genau die gleichen Arbeitsabgänge befolgt haben, um ihre Familie zu ernähren. Das tröstet mich in dieser gegenwärtigen Zeit, die mich mit ihrem Tempo und ihren Ansprüchen manchmal ängstigt und überfordert.

Und wenn dann das unvergleichliche Aroma nach frisch gebackenem Brot das ganze Haus durchdringt, fühle ich mich glücklich. Komisch, was Brot alles mit mir macht!

Hier unser Rezept für Körnerbrot aus dem Backautomaten.
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Wir lieben auch dieses Frühstücksbrot, das nach Honig und Zimt schmeckt. Allerdings sind die Maßangaben in Cups – also entweder umrechnen oder einen entsprechenden Messbecher verwenden. Oft werfe ich alle Zutaten am Abend in den Brotbackautomaten und am nächsten Morgen haben wir frisches Brot. Einfacher geht’s nicht.

 Frühstücksbrot
1 ¼ Cups lauwarmes Wasser
2 EL Honig
2 EL Butter
1 TL Salz
3 Cups Mehl (ich nehme 2 Cups Weißmehl und 1 Cup Vollkornmehl)
½ Cup Haferflocken
1 EL Brauner Zucker
1 TL Zimt
½ Päckchen Trockenhefe

In der angegebenen Reihenfolge in den Backautomaten geben und auf Start drücken.

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Und hier unser derzeitiges Lieblingsbrot, das dank der Kartoffeln im Teig sehr lange frisch bleibt und ohne Sauerteig auskommt:

 Kartoffelbrot
680 g gekochte mehlige Kartoffeln
4 TL Salz
42 g Frischhefe
1/4 l lauwarmes Wasser
2 EL Olivenöl
670 g Weizenmehl

Ergibt 3 Brote

Die Kartoffeln mit der Schale in reichlich Salzwasser in 30 Minuten weich kochen. Das Wasser abgießen, die Kartoffeln 5 Minuten ausdampfen lassen, schälen und durch eine Presse in eine Schüssel drücken (oder mit dem Kartoffelstampfer zerkleinern). Die Hefe in Wasser auflösen und mit den restlichen Zutaten zu den Kartoffeln geben. Alles rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Eventuell noch etwas Mehl zufügen. Für 1 Stunde abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen. Nach 30 Minuten einmal ziehen und falten (d.h. den Teig auf einer bemehlten Oberfläche in die Länge und Breite ziehen und danach von allen vier Seiten in die Mitte falten und zurück in die Schüssel legen). Nach dem Gehen nochmals ziehen und falten. Den Backofen auf 230 °C vorheizen. Ein Gefäß mit Wasser in den Ofen stellen. Den gegangenen Teig auf der stark bemehlten Arbeitsfläche in drei Portionen teilen. Daraus jeweils mit den Händen runde Brote formen und diese auf ein Backblech mit Backpapier legen. Nochmals für 20 Minuten abgedeckt gehen lassen. Anschließend 10 Minuten im Ofen backen, danach die Temperatur auf 210 °C reduzieren und das Wasser entfernen. In weiteren 30 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

IMG_7017_edited-1Wohooo, ich habe Brot gemacht!!!!

Familie, Gedanken, Glaube

Nie fertig….

Auch wenn die Weihnachtszeit für mich vorbei ist, so erinnern mich ein nadelnder Baum, eine katastrophal überquellende Papiertonne, trockene Plätzchenreste und prallvolle Foto-Ordner an die wunderbare Zeit, die hinter uns liegt. Nach einem hektischen Sommer und einem vollen Herbst habe ich mich lange auf die Zeit zwischen Weihnachten und jetzt gefreut. Ich habe mich eingeigelt mit vielen Büchern, Filmen, meinem Stickzeug und zu vielen Snacks. Telefon und Email ignorierte ich die meiste Zeit. Erst an Silvester verließen wir unseren Kokon, blinzelten wohnungsblind in die Sonne und machten uns auf zu Freunden, mit denen ich bisher gefühlte 67 Mal Silvester gefeiert hatte.  Danach igelte ich mich wieder ein und genoss den Zustand, mich nur um meine Kinder und sporadisch auch um den Haushalt kümmern zu müssen. Vorgestern trauten wir uns nochmal aus dem Kokon….zum Shoppen nach Schwäbisch Hall. H&M und ich hatten nämlich ein heißes Date. Eigentlich wollte ich ja nur einen Schlafanzug für Amelie kaufen, aber mich traf das Ikea-Phänomen. Statt 12,99 für den geplanten Artikel auszugeben, belief sich am Ende die Rechnung auf das Zehnfache. Ich konnte einfach nicht an den reduzierten Wollpullis vorbei…und das Tuch musste auch noch mit…..hmmm, eine Statement-Kette wollte ich mir auch schon seit geraumer Zeit zulegen – wie praktisch, dass dort welche hingen!  In der Umkleide betrachtete ich mich und meine Auswahl oberkritisch. In meinem Kopf ist nämlich neuerdings beim Shoppen immer Guido Maria Kretschmar dabei. Als ich mich in ein bundeswehrfarbenes Oberteil zwängte, konnte ich ihn sein typisches Ächzen hören: „Ach Gott, Kind. Presswurst-Alarm! Bitte bitte zieh das sofort wieder aus!“. Ok, Guido. Danke, dass es dich gibt. Dank dir werde ich zur besseren Shopperin.

Gestern morgen genoss ich den Vormittag mit meinem Mann (die Mädels waren im Kindergarten). Seltener Luxus. Die Couch nur für uns. Gespräche, die nicht unterbrochen werden. Kaffee, der nicht kalt wird, weil man die Barbie UNBEDINGT UND GANZ GANZ SCHNELL reparieren muss. Wir schrieben, lasen in der Bibel und redeten darüber, was uns gerade beschäftigt (klingt als wären wir Ehe-Streber, aber wir schaffen das nur  ca. fünf Mal im Jahr). Beim Schreiben und Reden wurde mir klar, dass ich die Zeit in meinem Kokon genossen habe, aber dass mein Rückzug in einer Totalverweigerung endete. Da hatte ich keine Lust, mich mit anderen Menschen auseinander zu setzen, da wollte ich mich an keine Ernährungsratschläge halten, da schaute ich keine Nachrichten, ich betete nicht, ich ging nicht ans Telefon. Und plötzlich wurde aus dem gemütlichen Kokon eine einsame Insel, auf der Depression und Schuldgefühle und Scham auf mich lauerten. Denn ohne andere Menschen, ohne die Verbindung mit ihnen, ohne Verbindung zu Gott werden Stimmen in meinem Kopf laut, die mir einflüstern, dass ich ein Loser und nicht liebenswert bin. In den letzten Tagen hörte ich diese vergiftende Stimme fast permanent. Aber bevor das Gift in mir seine Wirkung entfalten konnte, floh ich. Zu meinem Mann. Zu einer Freundin. Ich sprach all das aus, was seit einiger Zeit in meinem Herzen rumort. Wir beteten zusammen. Die giftige Stimme in uns verstummt, wenn wir unsere eigene Stimme erheben und das aussprechen, was uns Not macht und wenn wir Mitgefühl bekommen. Ich durfte wieder erfahren: Auch wenn ich zum zigsten Mal in meinem Leben an diesem Punkt bin, werde ich nicht verurteilt oder weniger geliebt.

Und: Ich werde nie fertig sein. Mein Leben folgt keiner statischen Linie bis zu einem Punkt, an dem ich irgendwann (wenn ich mich genügend bemüht habe!) ein fertiger Mensch ist. Mein Leben ist vielmehr ein lebendiger Organismus, der atmet und lernt und mal dahin und dorthin drängt, der Träumen folgt und scheitert, der glaubt und zweifelt, der hinfällt und aufsteht.

So, und um diese tiefen Gedanken nicht noch weiter ausführen zu müssen, lad ich lieber noch ein paar Bilder der vergangenen Tage hoch. Einverstanden?

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