Bilder, Garten

I ♥ Herbst

Every leaf speaks bliss to me
fluttering from the autumn tree.
-Emily Bronte-

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Spielwelten überall! Ich fühle mich in meiner Ordnung gestört, aber ich lerne Gelassenheit. Ich lasse Amelies Werke an den Wänden kleben und der Playmobil-Campingplatz dient uns bei nächtlichen Klo-Gängen als Hindernis-Parcours.

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Eine Freundin und ich haben einen abendlichen Näh-Treff ins Leben gerufen. War schon lange ein Traum von mir. So komme ich endlich mal zu den Projekten, die mir schon lange im Kopf rumgeistern. Gestern war das eine völlig nutzlose, aber sehr dekorative Wimpelkette. Die kommt dann gleich nächste Woche zum Einsatz, wenn Josefine ihren ersten offiziellen Kindergartentag hat.

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ImageMein armer vernachlässigter Garten. Es wartet Arbeit überall auf mich. Und jeder Tag ist ein neuer Balance-Akt zwischen Kindern, Garten, Arbeit, Beziehungen, Hobbies, Mann. Momentan fällt der Garten hinten runter. Auch ohne Pflege strahlt er seine Schönheit aus. Ist halt keine ordentliche Schönheit….

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Ende Oktober reifen immer noch Erdbeeren. Ganz ohne mein Zutun.

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Ich kann mich entspannt zurücklehnen. Die Natur findet ihren Weg. Wir werden versorgt.

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Familie

Josefine startet voll durch

Unser Haus gleicht heute morgen einem Bienenstock. Zwei kleine Bienchen sind schon seit sehr früher Stunde auf den Beinen und wetzen aufgeregt in ihren Pyjamas den Flur entlang. Josefine hat heute ihren Schnuppertag im Kindergarten. Zwei Stunden am Vormittag. Sie hüpft ADHS-verdächtig durch die Küche, während ich versuche Müsli und Milch auf den Tisch zu bringen. Vor Aufregung essen die Mädchen  nur zwei Löffel voll und lassen den Rest stehen. Ich seufze und gehe in den Wäschekeller um die erste Ladung Wäsche des Tages in Gang zu bringen. Es stinkt. Und leider nicht nach überstrapazierten Socken. Sondern nach einem sehr sehr toten Tier. In der Ecke des Wäschekeller werde ich fündig. Vier rattige Augenpaare starren mich an. Und starren und starren. Muffin sitzt stolz daneben. Ich würge und schreie nach meinem Mann. Er ist Experte in der Tierkörperbeseitigung.

Ich versuche mittlerweile meine Bienchen einzufangen, ihnen die Haare zu bürsten und ihnen etwas Vernünftiges anzuziehen. Muffin schreit nach Futter. Ich glätte zur Feier des Tages meine eigene Haarpracht. Kinder ins Auto und ab zum Kindergarten. Meine Anspannung wächst. Josefine klammert in Gruppen stark an mir und kann sich nicht lösen. Ich habe mir den Vormittag komplett freigehalten, um ihr einen sanften, mütterbegleiteten Übergang zu schaffen. Wir werden sehr nett empfangen, Amelie nimmt Josefine an die Hand und die beiden verschwinden in der Puppenecke. Wie jetzt? Ich war eingestellt auf Heulen, Klammern, Zähneklappern! Ich stehe nutzlos neben der Puppenecke und gehe zögernd aus dem Raum. Immer den Blick auf die Puppenecke gerichtet. „Tschüß mein Schatz, ich hol dich später ab!!“ Ich werde keines Blickes gewürdigt. 

Was sagen die Experten? Dass sich Kinder mit schlechtem Bindungsverhalten gut von den Eltern lösen können? Ähäm. 

Na, dann geh ich jetzt mal Rewe. Einkaufen ohne Kind. Kein Kampf um den einzig vorhandenen Kinder-Einkaufswagen. Kein Verhandeln am Joghurt-Regal. Keine kostenlose Wurstscheibe bei unserer Wurst-Verkäuferin. Ich fühl mich allein und frage mich, ob es den anderen Kunden im Rewe genauso geht. Am liebsten würde ich jemanden anquatschen: „Sie, meine kleine Tochter ist heute zum ersten Mal im Kindergarten. Ich gehe heute alleine einkaufen!“ 

Daheim tigere ich durchs Haus. Auf meiner To-Do-Liste für die Zeit nach Josefines Kindergarteneintritt stehen tausende Dinge: Entrümpeln, Heizkörper neu streichen, Bügeln, Küchenschränke säubern. Also koche ich als erstes Honig-Likör. Und dann poliere ich die Möbel mit Möbelpolitur. Ahhh, jetzt riecht es wie in meiner Kindheit, wenn meine Mutter den Putzrappel bekommen hat. 

Oh, es wird Zeit, Josefine abzuholen! Sie kommt mir im Flur des Kindergartens entgegen gehopst. „Josefine, du darfst jetzt mit mir nach Hause“. Panisch hopst das Kind von mir weg. Die Erzieherinnen sind beide erstaunt, dass Josefine keinerlei Probleme hatte, sich einzufügen. „Sie hat nicht einmal nach Ihnen gefragt.“ Irgendwie macht mich das wahnsinnig glücklich. Dann fange ich das hopsende Kind ein. Sie wird zornig: „Ich will im KINDI BLEIBEN!!!!!“ Ich versuche ihr die Schuhe anzuziehen. Keine Chance, sie heult und windet sich. „Fine KINDI!!!!“ Nach fünf Minuten Schwitzen und Kämpfen und Reden und Betteln haben die Erzieherinnen Erbarmen mit mir. „Josefine darf gerne noch bis zum Ende bleiben.“ 

Mein Kind hopst überglücklich zurück und straft mich mit einem beleidigten Blick. 

Wunderbar. Ich radle zurück, schreibe diesen Blogeintrag und werde jetzt zur Feier des Tages Kohlrabi kochen. Vielleicht staube ich nachher noch alle Lampenschirme ab. Mal sehen. 

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Familie

Unerfüllte Wünsche

Eigentlich wollte ich um diese sehr frühe Uhrzeit noch schlafen. Aber meine innere Unruhe hat mich aus dem Bett getrieben. Wieso ist es draußen so abgrundtief dunkel? Warum habe ich gestern nacht um elf Uhr einen Teller Spaghetti mit Pesto gegessen (mit der Begründung: ich brauche jetzt dringend ein Frustessen)?

Heute ist das Nachtreffen unserer Familien-Freizeit in Stuttgart. Mir steht überhaupt nicht der Sinn danach. Null Nullinger. Ach ja, ich soll noch einen Input halten. Auch danach steht mir nicht der Sinn. Erstens bin ich viel zu müde, um überhaupt einen vernünftigen Satz über die Lippen zu bringen. Zweitens mag ich nicht unter Leuten sein, wenn ich mich deprimiert fühle. Ich bin nämlich der Typ Mensch, der versucht für gute Stimmung in Gruppen zu sorgen. Heute werde ich der totale Party-Pooper sein.

Meine Gedanken sind an ganz anderen Orten. An den Orten unerfüllter Wünsche von Freunden. Nicht die Art von Wünschen, die leicht zu erfüllen sind. Oder die materialistisch sind. Nein, es sind existentielle Wünsche. Die einfach nicht erfüllt werden. Kilometerhohe Hürden, die unüberwindbar erscheinen. Der verzehrende Wunsch nach einem Partner. Der Wunsch, dass die neugegründete Familie nicht gewaltsam auseinander gerissen wird. Der Wunsch, an dem Verlust des Kindes nicht zu zerbrechen.

Ich leide mit. Und will etwas tun. Ich möchte die Ärmel hochkrempeln, beten, einen großen Topf Chili kochen, trösten und einem Fiesling in den Hintern treten. Ob das was ändert? 

Ich bin heute dankbar für alles was ich habe. Ich will heute nicht meckern. Auch nicht über unser zu kleines 60er Jahre Bad. Vielleicht ist das Leid manchmal ein Appell an uns, dem Leben mit trotziger Freude und Hoffnung zu begegnen? 

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Familie

Meine Lieblingsbücher

Heute morgen haben wir uns spät aus den Betten gewühlt. Noch völlig schlaftrunken versuchte ich die Tatsache zu greifen, dass es bereits halb zehn war. Das ist für uns wie ein Sechser im Lotto. Nein, sogar noch besser. Meine Eltern und meine kanadische Tante sind zu Besuch. Sie hatten mittlerweile den Frühstückstisch gedeckt und die Spülmaschine ausgeräumt. Das Leben kann manchmal so traumhaft sein. 

Das Wetter ist weniger traumhaft. Grau, nass, neblig. Bestes Lesewetter!! Was gibt es Besseres (außer ausschlafen) als eine durchgesessene Couch, eine Tasse Kaffee und ein Stapel Bücher? Genau, nichts. Zumindest sieht meine Definition von himmlisch ge-nau-so aus. 

Letztens bat mich eine Freundin um Buchtipps, da wir einen ähnlichen Büchergeschmack teilen. Das brachte mich auf die Idee, eine Liste meiner absoluten Lieblingsbücher zu erstellen. Also streifte ich vorhin an unseren Bücherregalen entlang. Mit jedem Buch, das ich herausgriff, purzelten auch gleich einige Erinnerungen heraus. Oh, das hier habe doch auf einer Parkbank in New York gelesen! Und das hier, das hat mir durch eine schwierige Phase hindurch geholfen! Und das hab ich vom ersten bis zum letzten Buchstaben genossen wie einen guten schweren Rotwein! 

Also, hier meine Top-Bücher. In keiner besonderen Reihenfolge. 

1. Drachenläufer und Tausend strahlende Sonnen von Khaled Hosseini
Ein afghanischer Schriftsteller beschreibt das Leben in seinem Land vor dem Einmarsch der Sowjets bis hin zu der Schreckensherrschaft der Taliban. Niemand sonst konnte mir bisher so ein lebhaftes und schmerzvolles Bild dieses Landes vermitteln. Unbedingt lesen!!! Khaled Hosseini hat dieser Tage seinen neuen Roman rausgebracht. Ich kann es kaum erwarten!

2. Schloss aus Glas von Jeannette Walls
Eine ungewöhnliche Kindheit in einer Familie, die man sich verrückter nicht vorstellen kann. Ein autobiografischer Roman, der mich sprachlos zurückließ. Für Eltern, die denken, sie wären die letzten Loser eine sehr aufbauende Lektüre…

3. New Yorker Geschichten von Dorothy Parker
Ich fand dieses Buch in einem Hostel im East Village/New York. Neugierig geworden, suchte ich mir einen lauschigen Platz im Tompkins Square Park und versank in den New Yorker Geschichten. Die Kurzgeschichten spielen in meinem Lieblingsjahrzehnt, den Zwanziger Jahren. Scharfzüngig entlarvt Dorothy Parker die Verlogenheit der Gesellschaft. Sie beschreibt Stadteinsamkeit und Liebeskummer so treffsicher, dass ich mich damals darin oft wieder fand. 

4. Picknick mit Bären von Bill Bryson
Ein australischer Freund empfahl mir vor vielen Jahren diesen Schriftsteller. Ich befand mich gerade in einer Lebensphase, in der ich das Lesen für mich wiederentdeckte. Also kaufte ich mir seit langem wieder ein Buch. Von Bill Bryson. Ich saß da also lesend an der Regnitz und in mir wurde eine Freude geweckt, die ich das letzte Mal in meiner Jugend empfunden hatte. Bücherfreude. Mein Lieblingsbuch von Bill Bryson ist definitiv „Picknick mit Bären“. Die Seiten sind bereits vergilbt, zerknickt und abgegriffen. Ein sehr geliebtes Buch. 

5. Die Muschelsucher von (hüstel) Rosamunde Pilcher
Ja. Ich gebe es zu. Unter meinen Top-Büchern befindet sich auch dieser Roman. Ich kann nicht anders. Ich liebe ihn. Zum ersten Mal las ich ihn in Adelaide/Australien. Keine 500 Meter entfernt hörte ich dabei das Meer rauschen und das Buch wurde dadurch erst richtig lebendig. Muschelsucher ist kein plumper Roman, sondern die Geschichte einer Frau, die sich über ein halbes Jahrhundert erstreckt und einen in seinen Bann schlägt. 

6. Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern von Rebecca Wells
Ein ungeschönter Südstaaten-Roman über Mütter, Töchter, Freundinnen. Ich litt, verurteilte, weinte und lachte. Wenn ein Buch das bei mir schafft, hat es seinen Platz in meinem persönlichen Bücher-Olymp verdient. 

7. Frühstück bei Tiffany von Truman Capote
Klar kannte ich den Film mit der umwerfenden Audrey Hepburn. Dann saß ich eines Morgens bei meiner Frühstückssuppe in einem Cafe in Mae Hong Son / Thailand. Neben mir ein Bücherregal auf der eine zerfledderte, alte Ausgabe von Frühstück bei Tiffany verstaubte. Ich nahm es, las es in einem Zug durch und stellte es büchertrunken am frühen Nachmittag wieder zurück. (Der Wirt fand mich seltsam). Jahre später war ich wieder im gleichen Cafe. Das Buch stand noch dort und ich bettelte den Wirt an, mir das Buch zu verkaufen. Er fand mich, glaube ich, immer noch seltsam und gab mir zögernd das Buch, das heute bei mir einen Ehrenplatz hat. 

8. Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier
Der Lehrer Gregorius findet ein Buch in einem Antiquariat. Fasziniert von Buch und Autor folgt Gregorius dessen Spuren bis nach Lissabon, wo er versucht, den Autor ausfindig zu machen.Der Handlungsstrang wirkt streckenweise zwar etwas konstruiert, aber es störte mich nicht. Ich mochte vor allem die melancholisch-philosophische Atmosphäre des Buches. Und irgendwann fahre ich selbst mal nach Lissabon!

9. Wiedersehen am Meer von Terri Blackstock
Ein Buch vom Grabbeltisch, das ich wahllos bei einer Willow-Konferenz herausgriff und bis heute zigmal gelesen habe. Eine schwer krebskranke Mutter verbringt einen Strandurlaub mit ihren zwei erwachsenen Töchtern, die einige  Probleme mit sich herumschleppen. Streit ist vorprogrammiert. Und doch finden alle am Ende zueinander. Es ist kein übliches Happy End, sondern eine Weiterentwicklung der Protagonisten. Mir hat das Buch den Anstoß gegeben, mich in eine Selbständigkeit zu wagen!

10. Bittersweet und Cold Tangerines von Shauna Niequist
Wer mich kennt, der kennt auch meine Begeisterung für diese zwei Bücher. Jedesmal wenn ich sie lese, habe ich das Gefühl, Shauna wäre eine Freundin, die mir genau das sagt, was ich hören muss. Sie teilt ihr Leben, ungeschönt, ehrlich, mutmachend, inspirierend. Unbedingt lesen!!!

11. Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon
Das Buch spielt in meiner Lieblingsstadt: Barcelona. Es ist Tragödie, historischer Roman, Familienerzählung. Ich konnte es nicht  aus der Hand legen.

12. Die Kathedrale des Meeres von Ildefonso Falcones
Jetzt kommen wir endlich zum Mittelalter-Genre. Ich liebe Mittelalter-Bücher (vor allem von Astrid Fritz!). Aber dieser Roman, der in Barcelona spielt, ist mein absoluter Favorit. Ein echt dicker Schinken, der gut recherchiert und noch besser erzählt ist. 

13.  Exodus von Leon Uris
Als ich mit 17 an einem Schüleraustausch mit einer High School in Israel teilnahm, verschlang ich dieses Buch. Klar, es ist streckenweise ein klitzekleinwenig propagandistisch. Aber es ist auch Geschichtsunterricht, der Licht in die Ursprünge des Nahost-Konfliktes bringt. Es wird immer einen meiner All-Time-Favourites sein!

14. Das Wunschspiel von Patrick Redmond
Dieser Roman spielt in einem englischen Internat in den Fünfziger Jahren. Es fängt harmlos an, entwickelt sich aber zum Psycho-Thriller erster Güte. 

15. Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena
Dieses Buch weckte ganz viele Erinnerungen an meine eigene Kindheit auf dem Lande. Melancholisch, einfühlsam und eine große Portion Frauensolidarität. 

16. Das Paradies von Barbara Wood
Noch so ein Schinken! Den ich aber seit vielen Jahren liebe. Das Paradies erzählt die Geschichte einer ägyptischen Familie über mehrere Generationen hinweg. Ein hochinteressanter Einblick in die uns fremde orientalische Welt!

17. Ich muss verrückt sein so zu leben von Shane Clairborne
Shane ist radikaler Christ. Aber nicht im Sinne von Verboten, sondern radikal im Sinne der Nächstenliebe. In seinem Buch fordert er zu dieser radikalen Nächstenliebe auf und hält uns gleichzeitig einen Spiegel hin. Das Buch hat mich aufgerüttelt, durchgeschüttelt, geärgert und herausgefordert. Ich muss es unbedingt nochmal lesen!!

18. Die Bäume weinen um Regen von Elfriede Eckle
Ein relativ unbekanntes Buch, das aber in meinem Heimatort spielt und biografische Züge hat. Ich erkenne viele Einwohner wieder und es wird relativ deutlich, wer im Dritten Reich auf welcher Seite stand. 

So, und jetzt widme ich mich meinem neueste Krimi (Gottlos von Karin Slaughter)

Familie, Reisen

Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr!

So sieht es aus, wenn wir aus dem Urlaub heimkommen. Überquellende Koffer, stinkende Schmutzwäsche, Sand zwischen zerknickten Buchseiten, feuchte Badeanzüge, wucherndes Gras im Garten, sehr hungrige und vorwurfsvolle Katze.

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Wie lange habe ich mich auf diese faule Mallorca-Auszeit gefreut! Nach langen Wochen mit viel Arbeit sehnte ich mich nach Tagen ohne Agenda und Haushalt und To-Do-Listen. Aber es fiel mir anfangs nicht leicht mich umzustellen. Ich brauche immer meine Zeit in einen neuen Rhythmus zu finden. Mein Alltag mit Kindern ist mir in den letzten fünf Jahren zu einem Korsett geworden. Anfangs schnürte es mir oft die Luft ab und ich fühlte mich regelrecht beschnitten von festen Tagesabläufen, häuslichem Rhythmus und Bedürfnissen der Kinder. Aber irgendwann während dieser Jahre passte das Korsett besser und es wurde mir zum Halt. Deshalb bin ich die ersten Tage im Urlaub immer ein wenig von der Rolle, wenn ich mein Dauerkorsett abnehme und mich erstmal unwohl ohne fühle.

Auf dem Hinflug war ich also eine meckrige deutsche Meckerziege. „Fliegen und Service schließt sich heutzutage echt aus,“ meckerte ich und biss in ein staubiges, lieblos zusammengepapptes Air-Berlin-Sandwich. Ich war missmutig. Der Flug war mit Verspätung gestartet, was 90 Prozent der Passagiere dazu ermunterte, die Wartezeit mit morgendlichem Biertrinken zu überbrücken. Im Flugzeug schwappte die Fröhlichkeit durch die Sitzreihen. „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr!!“ So tönte ein badischer Weiberverein in den Sitzreihen hinter mir und bestellte die nächste Runde. Ich verdrehte die Augen und hoffte, dass uns der Rückenwind etwas schneller nach Palma brachte.

Ich brauchte tatsächlich zwei Tage um mich ganz aufs Faulenzen und Genießen einlassen zu können. Als ich mich dann an das Leben ohne Korsett gewöhnt hatte, wurde ich regelrecht spanisch. Ach, lassen wir die Kinder doch noch ein Eis / Pommes / Pizza / Popcorn essen! Feste Bettzeiten? Gehen wir lieber noch zur Kinderdisco/ an den Strand. Lass uns lieber ein schickes Cabrio für unseren Ausflug mieten statt eines praktischen Kleinwagens (was sich dann prompt bei der Durchfahrt winziger süßer spanischer Gässchen rächte)! Zu hohe Wellen heute? Super, wo ist mein Badeanzug!!

Die Tage flogen vorbei und auf dem Heimflug fühlte es sich an, als wären wir ewig weg gewesen. Jetzt habe ich die letzte Ladung Wäsche gewaschen, den Sand aus allen Schuhen geschüttelt, Sandalen und Sommersachen in den Keller gepackt. Meeresrauschen, fröhliches Kinderlachen im Pool, Pinienduft, laue Abende auf dem Balkon mit kaltem Weißwein klingen noch nach. Allein wenn ich den letzten Satz lese, muss ich lächeln. Aus lauter Dankbarkeit.

Jetzt ziehe ich wieder gerne mein Korsett an. Ich schnüre es nur nicht so fest. Da soll noch Platz bleiben.

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Endlich wieder mein Meer. Eine unendliche Liebesgeschichte zwischen mir und den Wellen….

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 …in die ich mich stürzte und einen gefühlten Liter Salzwasser schluckte.

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 Ich war fasziniert davon, den Himmel zu fotografieren.

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Chillen am Pool….

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 …ab und zu unterbrochen vom obligatorischen Gang zu meinem Kaffeedealer.

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Dieses Buch war kurios, abgedreht, lustig, bayerisch. Weitere Bücher, die mich im Urlaub sehr sehr sehr begeisterten:
A Year Of Biblical Womanhood“ und „Expressive Photography

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 Nach dem Abendessen Popcorn? Klar!!!

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Ich wage mich aufs Schiff und blicke zurück auf unsere Bucht.

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Ganz vergessen, dass ich leicht seekrank werde!!!!

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Ich finde soviel Faszination in kleinen Dingen, an denen ich ohne meine Kamera einfach vorbeigehen würde.

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