Eat, Pray, Love

Nein, ich meine nicht das Buch. Welches ich übrigens im Gegensatz zur restlichen Frauenwelt mit gemischten Gefühlen las.

Ich schreibe von meinem Seminar. Genau, dem Bibelseminar vom Marburger Kreis, von dem ich heute wieder zurückkam. Als ich mich vor vier Tagen mit Ipod, Ohrringsammlung und fetter Bibel in Richtung Kloster aufmachte, hatte ich eigentlich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Hauptsache raus! Mich lockte natürlich auch die Tatsache, dass meine Freundin mitfuhr sowie noch andere Leute aus meinem Hauskreis (meine kürzeste Definition für Hauskreis: singende Selbsthilfegruppe).

Also: Bibelseminar. Ich wappnete mich innerlich für jede Menge theoretische Inputs, in denen Wörter wie Exegese, synoptische Evangelien oder Hermeneutik fallen würden. Deshalb hatte ich ja für alle Fälle meinen Ipod dabei. Ich rechnete mit Bibelstudium früh um 5 Uhr. Ich wollte eigentlich meine Ruhe. Es kam alles anders.

1. Wir waren in dem besten aller Klöster  untergebracht (ok, ich kenn nur eins). Ich fühlte mich mehr wie im Hotel als wie in einem weihrachverseuchten Mittelalterbau. Und das Essen, oh my God, das ESSEN!!!!

2. Ich durfte ausschlafen. Beginn erst um 8 Uhr früh!!!

3. Gott sei Dank besteht die Bibel mehr als nur aus unverständlichen Fachbegriffen und angestaubten Geschichten. Wir ließen bestimmte Aussagen von Jesus auf uns wirken, kauten sie ordentlich durch wie ein Hubba-Bubba und siehe da: sie füllten sich mit Leben. Irgendwie merkten wir: „Das hat was mit mir ganz persönlich zu tun.“ Ein Hubba-Bubba verliert nach einigem Kauen seinen Geschmack und ich spuck’s aus. Aber die Bibeltexte wurden gehaltvoller und nahrhafter, je mehr wir drauf rum kauten.

4. Ich fühlte mich einfach sauwohl in unserer schrägen 15-köpfigen Gruppe bestehend aus Heavy-Metal-Freaks, Rentnerinnen, Mamas, Computernerds und Referentinnen.

5. Und mitten in dieser Truppe aus schrägen, hilfsbedürftigen, starken, zerbrochenen und liebenden Menschen habe ich ein Stück Heilung erfahren. Ich bin auf Dinge gestoßen worden, die mir vorher nicht bewusst waren. Ich fühle mich, als wäre ich mit einem riesigen Brocken auf dem Herzen hingefahren und ohne ihn zurückgekehrt. Wow.

6. Das habe ich gelernt: Gott ist kein fernes Gedankengebilde, verzerrt von Klischees. Er ist kein Angst-Macher, keine Witz-Figur, kein Narren-Stück. Er ist interessiert an meinem Leben, an meinem Heilwerden.

So, jetzt hab ich mittlerweile alles ausgepackt: Ohrringsammlung, die regen Gebrauch fand; Ipod, der unbenutzt blieb; fette Bibel, die Eselsohren und Tintenflecke aufweist. Ich habe meine Kinder gedrückt und abgeknutscht, als wäre ich vier Monate statt vier Tage weggeblieben. Meinen Mann seh ich wieder in ganz neuem Licht, denn er hat Haushalt und Mädels prima bewältigt. Die Kinder sind nicht an Skorbut gestorben. Die Fettpfanne stand sauber geschrubbt im Abtropfsieb.

Was will man mehr?

P1080300  P1080304PS: Ja, was wollen wir mehr?? Wir wollen und brauchen noch ganz dringend Teilnehmer für unsere Familienfreizeit in den Pfingstferien!!! Wer jetzt angefixt ist, kann sich auch gerne über mich direkt anmelden!

3 Kommentare zu „Eat, Pray, Love

  1. Wenn krasse liebe Typen Jesus erleben: das ist jedes mal ein Wunder. hab mich koestlich amuesiert beim lesen deines Beitrags im mc aktuell. ja,so isses mit Jesus, immer frisch, immer ueberraschend und echt. War es das Kloster am schmerligen Bach? ja das Essen: sensationell!
    Sehr lebendig und witzig Dein Blog, alles Gute
    Andreas

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