Fotografie

Adventswunder

Am Wochenende habe ich „vordekoriert“. Ich wurde zum Weihnachts-Streber, da ich die nächste Woche megabeschäftigt bin und zu nichts kommen werde. Die Elche, Lichterketten und Strohsterne haben unser Zuhause in ein Winterwonderweihnachtsland verwandelt. Als ich dann vor vollendetem Werk stand, wurde mir klar, dass kein Glitter, kein Strohstern und kein debil frohlockender Engel mir vermitteln kann, um was es in der Adventszeit tatsächlich geht. Zwischen all dem Lärm und der Hektik und der Aufmerksamkeitshascherei und der unkontrollierten Kalorienzufuhr kündigt sich ganz leise die Ankunft eines Kindes an. Ein Kind, das alles verändern wird.

So war es für mich diese Woche ein besonderes Geschenk, den kleinen Linus fotografieren dürfen. Er hat sicher alles verändert…..zumindest für seine Eltern. Ich durfte mit der Kamera all die Wunder einfangen, die mit einem neu begonnenen Leben einhergehen.

Gedanken, Glaube

Von der Einsamkeit

Es ist seltsam und irgendwie unpassend über Einsamkeit nachzudenken, wenn man von Menschen umgeben ist. Von Menschen, die einen gern haben und nur das Beste für einen wollen. Trotzdem hat es sich in den letzten Wochen mein alter Freundfeind „Einsamkeit“ bei mir bequem gemacht. November ist für so einen Gemütszustand natürlich die prädestinierte Zeit.
Aber ich versuche tiefer zu graben. Denn sicherlich liegt es nicht nur an der Jahreszeit oder an mangelnden Begegnungen mit Freunden. Tagtäglich sind meine Kinder bei mir, mein Mann. Und ich trinke Kaffee mit Freundinnen, gehe abends aus.

Aber trotz allem. Da liegt ein Schatten über meinem Gemüt, der sich nicht durch Unternehmungslustigkeit und Geselligkeit vertreiben lässt. Ich kann es schwer benennen, aber ich glaube ich bin auf den Grund gestoßen: Es ist die Sehnsucht gesehen zu werden. Wirklich gesehen zu werden. Nicht nur das, was ich äußerlich bin, was ich kann und was ich präsentiere. Sondern auch mit all meinen seltsamen Kanten, düsteren Winkeln, Prägungen und all meinen Herzenswünschen. Es gibt wenige Menschen, die das können und ich erwarte es auch nicht. Denn es erfordert Mut zur Verletzlichkeit und Zeit und Ehrlichkeit. Von allem habe ich zuwenig und hätte gerne mehr, um selbst tiefere Beziehungen führen zu können.

Ich sehe all die Menschen in meinem Leben und wüsste oft gerne, was sie wirklich bewegt. Ob sie gerade mit dem Leben klar kommen. Ob sie mit sich selbst klar kommen. Aber oft hasten wir aneinander vorbei, aus Angst uns zu verletzlich zu machen und etwas in einen anderen Menschen investieren zu müssen. Aber genau das sind die Beziehungen, die ich führen will. Mit Mut und Ehrlichkeit und Offenheit und Lachen und Weinen. Und immer unter dem schützenden Dach der Gewissheit vom anderen voll und ganz geliebt zu sein.

Ich kann mich in meiner Sehnsucht immer nur an dem Einen orientieren. Der ohne Pomp geboren wurde. Der hilflos und einsam gestorben ist. Und der mir jeden Tag – auch besonders jetzt im November – zuraunt:

„Ich bin bei dir – alle Tage.“ 

 

 

Dankbarkeit

Danken – Teil 7

Heute bin ich dankbar..

1. Für das Lied „Gib mir Sonne“ von Rosenstolz. Laut aufgedreht im Auto und ich singe die Worte: Feier das Leben, feier das Glück. Feier uns beide, es kommt alles zurück. Feier die Liebe, feier den Tag. Feier uns beide, es ist alles gesagt.

2. Für einen Besuch bei meiner „kleinen“ Schwester. So klein ist sie nicht gerade mit ihrem 10-Monats-Bauch. Ich kam im richtigen Moment, als sie schmerzgekrümmt in der Küche stand und Angst hatte, dass irgendwas mit dem Kleinen nicht stimmt. Es war gut, dass sie in diesen angstvollen Momenten nicht alleine war. Und nach einer Weile beruhigte sich alles und das Baby strampelte vergnügt in ihrem Bauch weiter.

3. Für Bewahrung auf der Fahrt über die höllische A81 und A8.

4. Für Bananenbrot.

5. Für den Mädchen-Segen in meiner Familie und in der meiner Schwester (wir haben insgesamt vier Mädchen).

6. Für die Liebe, die ich jeden Tag von meinen Kindern bekomme.

7. Für Gelassenheit – was meinen Haushalt betrifft. Es stört mich nicht mehr (so sehr), wenn Dinge unerledigt bleiben. Dann liegen sie halt rum, werden dreckig und ich mach einen großen Bogen drum. Die Welt geht davon nicht unter. Auch meine eigene nicht mehr…

8. Für weniger Arbeit im Garten.

9. Für Josefines Mitgefühl. Vorhin sagte sie mit trauriger Stimme im Bett: „Tante Doro Bauchweh!“

10. Für alle Menschen in meinem Leben, die mir Mut machen, die mich begleiten und mich zum Lachen bringen.

Dankbarkeit

Danken – Teil 6

Ich bin ein bisschen im Verzug mit meinem Dankbarkeitsprojekt. Gestern am späteren Abend fiel mir siedend heiß ein, dass ich ja noch einen Blogeintrag schreiben müsste. Da der Laptop aber zwei Meter von mir zum Laden auf unserer Bauerntruhe stand und ich zu faul zum Aufstehen war (es lief ja schließlich „Bauer sucht Frau“ im deutschen Bildungsfernsehen!), musste der Blogeintrag um einen Tag verschoben werden. Also, tadaaa, hier bin ich wieder. Heute ausgeschlafen und mit ganz vielen Dingen auf dem Herzen, für die ich gerade dankbar bin:

1. Stichwort „Schlafen“: die Schlaflosigkeitsphase hat sich gelegt. Die letzten zwei Nächte waren traumhaft.

2. Für mein neues Plug-In, dass ich mir soeben für Photoshop gekauft habe. Die Effekte sind Hammer, Hammer, Hammer!

3. Gerade habe ich mit meiner Freundin telefoniert. Wir sind immer beide schwer beschäftigt und schaffen es so selten miteinander zu reden. Ich spreche öfters mit ihrem AB als mit ihr selbst. War einfach schön zu hören, wie es ihr geht und was sie beschäftigt.

4. Ich bin dankbar für das Lob von Amelie beim Mittagessen: „Mama, mir schmeckt dein Essen immer, weil du so toll kochst“ (Heute stand auf dem Speiseplan: Maultaschen in Gemüsebrühe….)

5. Nach dem Mittagessen konnte ich mich eine halbe Stunde hinter meinem Buch mit meiner Lieblingsschokolade vergraben. Nur außergewöhnlich guter Sex ist besser.

6. Für die Birken, deren gelbes Laub sich heute so kontrastreich gegen den tiefblauen Himmel abgesetzt haben. Sagenhaft!

7. Ich bin so so so dankbar, dass ich Wäsche waschen darf. Und zwar mit Hilfe meiner Waschmaschine. Ab und zu muss ich an meine Mutter als junges Mädchen denken, die die komplette Wäsche per Hand und Waschbrett erledigen musste. Heute: Tür auf, Wäsche rein, Waschpulver rein, Tür zu, an. Was beschwere ich mich eigentlich manchmal??

8. Singen mit Josefine. Sie liebt es, ihr Liederbuch anzuschleppen und mich vorsingen zu lassen.

9. Zehn Minuten ungestörte Zeit am Morgen, die ich mit einer kurzen Andacht verbringen konnte.

10. Ich bin dankbar, Armins Geburtstag in zwei Tagen zu planen.

 

PS: Meine Lieblingsschokolade ist Alpenvollmilch von Rittersport. Nur als kleiner Tipp am Rande….

Dankbarkeit, Listen

Danken – Teil 5

Für was ich heute dankbar bin?

  1. Ich habe eine weitere fast schlaflose Nacht hinter mir. Nein, dafür bin ich nicht dankbar. Ganz und gar nicht! Ich leide lieber unter einer Wurzelbehandlung ohne Betäubung als unter Schlaflosigkeit. Aber ich bin dankbar, dass ich den Tag gut überstanden habe. Dass es viele Momente gab, die ich sogar genossen habe.
  2. Für den Regen. Für meine Kids gibt es nichts Besseres als mit Gummistiefeln und viel Anlauf in Pfützen zu springen. Ich liebe es, sie dabei zu beobachten.
  3. Ich bin dankbar, dass Josefine tatsächlich wieder ausgeglichen ist. Sie scheint eine Entwicklungsphase hinter sich zu haben und ruht in sich selbst. Ich kann das Zusammensein mit ihr wieder ganz neu genießen.
  4. Heute Mittag habe ich mich mit Josefine ins Bett kuscheln können, während draußen der Regen fiel. Es gibt kaum etwas Entspannenderes als ein schlafendes Kleinkind neben sich und Regen, der aufs Dach fällt.
  5. Für mein „Bayerisches Kochbuch„, welches das Rezept für den weltbesten Streuselkuchen enthält.
  6. Für Besuch von Freunden, die wir sehr lange nicht mehr gesehen hatten.
  7. Für Traditionen, die ich schon in meiner Kindheit geliebt habe und nun dank meiner Kinder fortführen kann. Heute: „Die Sendung mit der Maus“ und der Sankt-Martins-Umzug.
  8. Ich bin dankbar, in einem Ort zu leben, wo man sich gegenseitig kennt (ein bisschen zumindest), ins Gespräch kommt und Gemeinschaft hat.
  9. Für die gute Beziehung zwischen meinen Mädchen.
  10. Für meinen Blog.
Familie

Danken und sehr viel Müdigkeit – Teil 4

Heute bin ich früher dran mit meiner Dankbarkeitsliste, denn für den Rest des Tages bin ich ausgebucht. Es fällt mir heute schwer irgendwas in Richtung positiver Gefühle zu entwickeln. Denn letzte Nacht lag ich wieder bis 3 Uhr wach. Fühle mich wie ein Zombie mit zuviel Koffein intus. Hello again, Schlaflosigkeit. Sie überfällt mich von Zeit zu Zeit. Hat sich lange nicht mehr blicken lassen. Bis diese Woche. Letzte Nacht war ich Zuschauer in meinem eigenen Kopfkino. Der Film lief und lief und ich konnte nicht raus. War kein besonders guter Streifen. Fühlte sich an wie ein seltsames Werk von Lars von Trier. Filmmusik lieferte Rammstein. Also kein Wunder, dass sich Schlaf nicht einstellen wollte.

Trotz allem will ich heute Dankbarkeit nicht von meiner Gefühlslage abhängig machen. Es gibt Segen in meinem Leben, auch wenn ich mir gerade die Decke für den Rest des Tages über den Kopf ziehen möchte.

Mein Segen heute?

  1. Es regnet. Ich muss NICHT raus, Blätter aufrechen.
  2. Meine Mädchen spielen und malen völlig vertieft seit einer Stunde in ihrem Zimmer, ohne dass sie Mama oder Papa brauchen.
  3. Der Ausschlag in meinem Gesicht ist zurückgegangen. Ich kann wieder unter Menschen gehen.
  4. Ein bevorstehendes Foto-Shooting.
  5. Unser schiefes, hässliches Haus, das uns Obdach, Trost und Heimat bietet.

Mehr fällt mir nicht ein. Mein Hirn ist von Schlafmangel getrübt…..und ich bin einfach nur froh, wenn ich wieder schlafen kann!!!!

 

Dankbarkeit, Listen

Danken – Teil 3

Heute bin ich dankbar:

  1.  für Wachheit und Geduld und Kraft trotz zu wenig Schlaf (bin erst gegen 3 Uhr eingeschlafen, da aufgeputscht von ZUMBA).
  2. für Josefines Spaß am Kinderturnen – überhaupt hatte sie einen richtig guten Tag. Vielleicht lag es daran, dass ich heute mehr auf ihre Bedürfnisse eingegangen bin?
  3. für die Email einer ehemaligen Kollegin und Fotografin, die mich mit viel Rat unterstützt.
  4. für unser mittlerweile sehr abgegriffenes Buch „Ein Jahr in Wimmelhausen„. Amelie hatte es heute im Kindergarten dabei und beim gemeinsamen Anschauen des Buches haben sich viele ernste Gespräche entwickelt. Toll!
  5. für meinen Brotback-Automat. Seit unser Bäcker pleite ging, bin ich zumindest auf dieser Ebene Selbstversorger.
  6. für all das Laub, das ich heute zusammengerecht und auf den Kompost geschmissen habe. An heißen Sommertagen hatte es uns viel Schatten gespendet!
  7. für Kaffeetrinken mit einer Freundin und für ihre Ehrlichkeit und ihr Vertrauen.
  8. für einen ruhigen Freitagabend ohne Termin.
  9. für den Duft von frisch gewaschener Kinderhaut.
  10. für die Möglichkeit, jeden Abend einen Dankbarkeitsliste zu erstellen!
Dankbarkeit, Familie

Danken – Teil 2

Heute bin ich dankbar

1. dass ich in meinem fortgeschrittenen Alter immer noch meinen Booty shaken kann. ZUMBA sei Dank. Heut hab ich’s zum ersten Mal ausprobiert. Alter, ich habe Muskeln in meinem Körper, die ich vorher nicht kannte.

2. für die verwöhnten Hühner auf unserem Nachbargrundstück und ihre Eierlegefähigkeit. Unser Kühlschrank ist ihnen sei Dank wieder gut gefüllt.

3. für Pfannkuchen zum Frühstück

4. für ausreichend, ungestörten Schlaf in der letzten Nacht

5. für ein Stück blauen Himmel

6. für den Luxus, meinen Kindern schöne Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke kaufen zu können

7. für unsere Katze Muffin, die uns heute auf einem Spaziergang wie ein treues Hündchen begleitet hat

8. für meinen Mann, der sich um den ganzen nervigen Papierkram und Paragraphen-Mist bezüglich meiner Selbständigkeit kümmert

9. für den letzten Salat im Garten, der dem Frost trotzt

10. für die neue Ausgabe der Aufatmen-Zeitschrift. Das ist eine christliche Zeitschrift, die sich traut, auch schwierige Themen anzupacken; die nicht moralisierend daher kommt und die sich traut auf Fragen und Unsicherheiten keine fertig abgepackten Lösungen zu bieten. Sie regt – und das ist unter Christen leider selten – zum eigenen Nachdenken an. Danke!

Dankbarkeit, Familie

Danken – Teil 1

Heute bin ich dankbar:

  1. Für den Blick auf die Waage am Morgen. Trotz mehrerer schokoladenbedingter Ausfälle keine Zunahme seit zwei Monaten. YES!
  2. Für weitere vier Jahre Obama. (Ob das gut ist, wird sich noch rausstellen)
  3. Für ganz schrecklich-schönes Novemberwetter. Perfekt für einen Vormittag, den ich mit Backen von Zimtschneckenkuchen und Kochen von Hühnchen-Chili verbracht habe
  4. Für den Duft von Yankee Candles
  5. Dafür, dass ich während eines mittelschweren Trotzanfalls von Josefine besonnen und ruhig geblieben bin. Ich hatte den richtigen Weg im Umgang mit ihr gewählt – Glückstreffer!!
  6. Für unsere bequeme Couch, auf der wir so viele Stunden mit Vorlesen verbringen
  7. Für den Besuch von lieben Freunden, gemeinsames Laternelaufen und Abendessen mit Chili, Bier und Brot
  8. Für Laternenlieder, mit denen unsere Kinder das Dorf fröhlich beschallt haben
  9. Für gute Bücher. Heute: Gute Geister
  10. Für eine zufriedene Josefine, die am Ende des Tages zu mir in die Küche kam und „Herrlich“ seufzte.
     
Dankbarkeit, Familie, Gedanken, Glaube

Heute bin ich zu müde, um mir eine Überschrift auszudenken…

„Mama, heut war so ein schöner Tag und jetzt bist du sooo schimpfig!“

Seit meine Kinder beide sprechen können, hat sich das mit der Kindererziehung irgendwie verkompliziert. Früher war ich hier während des Tags die Alleinherrschende. Auf dem Wickeltisch habe ich lustige Monologe geführt, mein Baby hat dankbar vor Freude gegurrt. Ich habe lange, ruhige Spaziergänge machen können, ohne dass ich in eine Diskussion darüber verwickelt wurde, ob der Traktor auf dem Feld grün oder rot oder lilagescheckt ist. Der Brei wurde kommentarlos vertilgt. Und das Zubettgehen lief (meistens) schnell und komplikationslos ab.

Heutzutage fliegen mir Worte entgegen. Worte der Zuneigung. Worte des Widerstands….und davon sehr viele. Fröhliche Finger- und Singspiele auf dem Wickeltisch? Von wegen. Ich habe neuerdings ein kreischendes, um sich schlagendes Kleinkind zu bändigen und bin froh, wenn der Windelinhalt IN der Windel bleibt. Beim Essen wird über jedes Maiskorn verhandelt: „Fine mögen nicht, BÄH! Fine jetzt Nachtisch!!!“

Und das Zubettgehen erst! Das lässt selbst einen Kriegsunterhändler alt aussehen.
„Fine, ich mach jetzt das Licht aus.“
„Nein, Fine trinken!!“
Ich reiche ihr zähneknirschend einen Becher Wasser. „So, jetzt mach ich aber echt das Licht aus, mein Schatz.“
„NEIN, FINE  ANGST, FINE ANGST!!!“
„Aber ich lass doch das Nachtlicht an!“
„NEEEEIN, Achtlich AUS!!“
„Willst du deine Puppe zum Schmusen?“
„Nein, Buch!“
„Das Buch hier?“
„NEIN, Fine suchen selber aus!!“
Und so geht es lustig weiter, bis ich letztendlich rotweintrinkend auf dem Sofa lande und Armin das Kriegsgebiet überlasse.

Das Muttersein fällt mir zurzeit schwer. Ich habe das Gefühl, es besteht hauptsächlich aus Machtkämpfen, Diskussionen und Schuldgefühlen, weil ich zuviel schimpfe und so wenig Erfolg mit Grenzensetzen habe. Vielleicht bin ich nur ein heilloser Kontroll-Freak. Vielleicht bin ich aber auch ein Mensch, der selbst gerade an seine Grenzen kommt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, dann halte ich inne. Und frage mich, wie ich einen Perspektivwechsel hinbekomme. Das ist nämlich der einzige Weg für mich, um aus dieser Spirale aus Schimpfen, Unzufriedenheit, Schuldgefühlen und Müdewerden hinauszufinden.

Mein Perspektiv-Wechsel ist immer, immer die Dankbarkeit. Da ist einerseits die oberflächliche, offensichtliche Dankbarkeit, die sich meistens aus dem Schlecht-Ergehen anderer Leute ergibt. Gut, dass ich nicht wie xy mit Krebs im Krankenhaus liege! Gott sei Dank haben wir keine Eheprobleme wie die Familie xy!

Ich will aber die tiefergreifende Dankbarkeit, die unabhängig von äußeren Umständen ist! Eine, die nicht von dem Leid anderer genährt wird.

Ich will Dankbarkeit als Grundherzenshaltung. Ich will Dankbarkeit atmen und leben. Ich muss Dankbarkeit üben. Um solche Tage wie heute nicht irgendwie zu überleben, sondern bewusst zu erleben. Um widrigen Situationen entspannter begegnen zu können, denn ich glaube, dass in einem dankbaren Herzen Groll und Ungeduld weniger Platz finden.

Die nächsten sieben Tage will ich jeden Tag zehn Dinge auflisten, für die ich dankbar bin und in denen ich bewusst den Segen Gottes sehe.

Tief durchatmen nach diesem Tag und los gehts: 

  1. Unser Krabbelcafe und die Frauen dort, denen ich heute morgen mein Herz ausschütten durfte. Und die ich im Gegenzug wieder ein bisschen besser kennengelernt habe.
  2. Weinberge im Herbstnebel
  3. Amelie, die beim abendlichen Fernsehschauen ihre kleine Schwester im Arm hielt
  4. Überbackene Avocado mit selbstgemachter Chilisauce, Limettensaft und Parmesan
  5. Das Lob von Amelie beim Mittagessen: Das hast du gut gekocht, Mama! (Nicht die Avocado, sondern die Fischstäbchen….)
  6. Der Anruf einer Freundin, die mir ehrlich ihre Not geschildert hat und der ich ein bisschen meiner Zeit schenken durfte
  7. Brennende Kerzen am Fenster, während draußen der Regen fällt
  8. Siesta mit schnurrender Katze
  9. Kuscheln mit Josefine nach der anstrengenden Zubettgeh-Verhandlung
  10. Mein Mann, der mir wie jeden Abend mit den Mädchen geholfen hat

„Sometimes“, said Pooh, „the smallest things take up the most room in your heart.“