Familie, Gedanken

My wild and precious life

Tell me, what it is that you plan to do with your ONE wild and precious life? (Mary Oliver)

Gestern Abend war endlich mal wieder – nach langem Schleifenlassen – ein Eheabend dran. Dazu gehört bei uns: sich aufbrezeln (das gilt eher für mich), schick essen gehen, Lippenstiftspuren am Weinglas (und am Ehemann)  hinterlassen, neue Gerichte probieren (Zanderfilet auf Mie-Nudeln mit Asiagemüse an Passionsfruchtsauce – ein Traum!), die Gegenwart des Anderen ganz wahrnehmen, gemeinsam träumen, Reisepläne schmieden. Es war 22 Uhr, 34 Grad. Auf der Heimfahrt rollte ich das Fenster ganz nach unten, während Armin Gas gab, drehte das Radio bis zum Anschlag auf, steckte den Kopf aus dem Fenster, inhalierte den Duft nach Hitze, Kiefern und aufgeweichten Asphalt ein und schrie dem Sternenhimmel entgegen: Ich liebe dieses Leben! (Zwei Weinschorle und ich mutiere zu einer albernen siebzehnjährigen Hardcore-Romantikerin…oder wie Sina sagt: Hilfe, jetzt wird sie wieder pathetisch!).

Das oben genannte Zitat ist der Leitvers meiner derzeitigen Lieblingsbloggerin. Ich übernehme ihn ganz frech. Denn ich fühle, dass er die Überschrift für diesen Lebensabschnitt ist. Nein, es ist nicht immer leicht. Aber ich kann bestimmen, wie ich das Leben wahrnehme und ob ich mich von miesen Umständen und Depri-Gefühlen kontrollieren lasse.

Auch diese vor mir liegende Woche, neu und unbeschrieben wie ein weißes Blatt Papier, will ich mit Leben füllen. Gutem Leben.

  • Meine Eltern kommen zu Besuch (tatsächlich werden sie in 45 Minuten hier klingeln, und ich muss noch dringend eine Gazpacho und einen Brombeer-Mascarpone-Kuchen zaubern).
  • Morgen gehe ich Shohohohoppen (bitte diesen Satz mit Singsangstimme lesen – dann spiegelt er meinen Gemütszustand wider) !! Ich werde meinen neuen Körper (an den ich mich noch nicht gewöhnt habe) durch alle hippen Läden schleifen um ihn neu einzukleiden. Die Kreditkarte wird glühen, Baby!!!
  • Ich tue diese Woche etwas, was mich zur gleichen Zeit mit Vorfreude und Angst erfüllt. Über meinen Blog habe ich eine andere Mama kennengelernt. Und mit ihre treffe ich mich diese Woche. Damit wage ich mich aus meinem Wohlfühlkokon heraus und betrete das wacklige Terrain von neuen Bekanntschaften. Bin schon sehr gespannt.

 

Fotografie

I ♥ Fotografie

Vor 12 Jahren, als die No Angels und die Y2K-Hysterie angesagt waren, kaufte ich mir meine erste Canon. Das Geld hatte ich mir mühsam von meinem mageren Stewardessen-Gehalt abgezwackt. Und ich bereute es nicht. Durch die Linse begann ich die Welt und das Leben ganz anders wahrzunehmen. Es wurde klarer, ich achtete plötzlich auf lauter kleine Details, die ich vorher nie gesehen hatte. Dinge, an denen ich früher unachtsam vorbeilief, gewannen plötzlich für mich an Bedeutung und wurden zu etwas Schönem. Ich verschoss Film um Film. Belegte einen VHS-Kurs, um das Blenden- und Verschlusszeit-Rätsel zu lösen. Lief durch meine Heimatstadt Bamberg und entdeckte plötzlich all diese schönen Winkel und Fassaden und Menschen und Marktstände und Pflastersteine und Skulpturen und Häuserfronten und Gärten und abgeblätterten Putz. Meine Kamera wurden für mich zu einer Offenbarung. Und zu einem Instrument, dass mich Geduld und Achtsamkeit und Respekt lehrte.

Ich wollte mehr. Und so reiste ich nach Prag. Ich sog den Novembernebel auf der Karlsbrücke ein, als wäre er ein kostbares Lebenselixier und beschloss dort, dass ich irgendwann Fotografin sein werde. Und gleichzeitig fasste ich den mutigen Entschluss, für ein Jahr aus meinem Leben in Deutschland auszusteigen. Ein halbes Jahr später stand ich am Münchener Flughafen. Mit einem Round-The-Word-Ticket, einem Working-Travel-Visum für Australien, einem leeren Tagebuch und meiner Fotoausrüstung im Gepäck.

Ich wollte alle meine Leidenschaften unter einen Hut bringen: Reisen, Fotografieren, Schreiben. Ich hatte mir ein bisschen Geld zusammengespart und ich hoffte, dass es zusammen mit ein paar kleineren Jobs unterwegs reichen sollte. Ich wollte das Leben in seiner ganzen Fülle erfahren, fotografieren, aufschreiben, schmecken und fühlen. Das tat ich. Texas, New Mexico, Kalifornien, Australien, Thailand, Kambodscha. Nicht alle Stationen waren Highlights. Zum Beispiel hatte ich hohe Erwartungen an Melbourne. Als ich aber dort in eine WG einzog, wurde ich für drei Monate depressiv. Und dieser dunkle Schleier lüftete sich erst, als ich für einen Monat nach Tasmanien flüchtete. Aber ich machte verdammt tolle Bilder in Melbourne (jaja, Melancholie hat die Kunst schon immer beflügelt). Kambodscha war ein traumhafter Alptraum-Trip. Einerseits happy-clappy Beachlife in Sihanoukville und Mopedtouren durchs atemberaubende Angkor Wat. Andererseits die Totenschädel von den Killing Fields. Bettelnde Menschen mit fehlenden Gliedmaßen, die ihnen von Landminen abgerissen worden waren. Kinder, die mich um mein Essen anbettelten. Diese Bilder haben sich tief in mein Gedächtnis eingegraben und meinen Blick auf die Welt verändert. Ich fotografierte die Totenschädel. Ich fotografierte den Mann mit den abgerissenen Beinen. Ich fotografierte die Kinder, die mich einen halben Kilometer verfolgten um einen Dollar für Essen von mir zu bekommen.

Nach meiner Rückkehr brauchte es eine Weile, bis ich mich wieder in mein normales deutsches Leben eingefügt hatte. Aber dann folgte die Sessshaftwerdung Schlag auf Schlag. Ich fand einen Job, ich verlobte mich und heiratete. Drei Jahre später kam unsere erste Tochter zur Welt, zwei Jahre später folgte unsere zweite Tochter. Ich dokumentierte weiterhin jedes Ereignis, jeden Menschen und jede absurde Situation mit meiner Kamera. Mittlerweile hatte ich mir eine kleine Dunkelkammer eingerichtet und es gab nichts Schöneres für mich als den Duft der Entwicklerchemikalien und dem Moment, wenn auf dem Fotopapier das Motiv erschien… wie von Geisterhand gezeichnet.

Irgendwann nach der Geburt unsere zweiten Tochter zeichnete sich die Idee ab, dass ich mich als Fotografin selbständig mache. Zunächst erschien mir diese Idee völlig lächerlich…aber trotzdem irgendwie verlockend. Eine innere Stimme raunte mir hämisch zu: „Das schaffst du doch nie. Das ist nur wieder so eine spinnerte Idee von dir. Andere sind viel besser als du. Was willst du überhaupt, du Stümper?“ Früher hätte diese Stimme alle meine Pläne und Ziele zu einem Häufchen Asche verbrannt. Aber mit 36 Jahren lässt man sich nicht mehr so leicht die Butter oder den Käse oder den vegetarischen Aufstrich vom Brot nehmen. Ich reckte trotzig mein Kinn und schwor mir: „Ich tu’s“.

Und gestern habe ich es getan. HAHAHAHA (das hämische Lachen gilt der hämischen inneren Stimme….)

Ich habe meine Homepage an den Start gebracht. Klar: eine Homepage alleine ist noch keine Karriere. Aber sie ist ein Startpunkt. Ein Statement. Eine Aussage, dass ich zu dem stehe, was ich tue und was ich kann. Auch wenn es andere tausend mal besser können.

Es macht mir irre Angst.

Es beflügelt mich.

Mein eigenes Foto-Business.

Bilder, Familie, Fotografie

Fotorückschau…

Amelie hat gerade ihre Helferphase….

Soviel Arbeit macht müde

Hatte ich mir nicht letzte Woche vorgenommen, meine Kamera ÜBERALL mit hinzunehmen? Voila! Wir waren einkaufen. Und ich kam mir überhaupt nicht dämlich vor, meinen Kindern im Rewe mit der Kamera hinterher zu jagen. Ich erntete ein paar befremdete Blicke. Mir egal! Mamarazzi in da house!!

Ein Nachmittag mit Opa, Krabbelcafe-Leuten und definitiv zuviel Sonne. Heute seh ich aus wie ein alter Lederschuh.

Familie, Listen

Summer Kid’s Fun….mal wieder eine Liste

Vor einige Tagen fragte mich eine Blogleserin, welche Aktivitäten ich für unsere Kiddies während der Sommerferien geplant habe. Und ich versprach ihr, meine Liste zu schicken. Aber warum nicht einfach in meinen Blog stellen? Vielleicht gibt es noch mehr Mütter, die froh sind um jede Anregung, die sie ihren Kids während der Ferien bieten können.

Meine Ideen habe ich auch fast alle „geklaut“. Schön, wenn wir uns gegenseitig inspirieren und helfen können!

Summer-of-Fun / Im Freien

  • Besuch im Zoo
  • Alle Spielplätze der Umgebung abklappern
  • Brombeeren sammeln im Wald
  • Zelten im Garten
  • Ein Picknick veranstalten (und alle Puppen dazu mitnehmen)
  • Schöne Steine sammeln und anmalen
  • Wasserballonschlacht
  • Puppentheater (Kinderzimmer ist zu klein – daher ist das eine prima „Außenaktivität“)
  • Einen Kuchenstand für Nachbarskinder aufbauen
  • Draußen kneten (das lieben meine Mädels besonders)
  • Mit Kreide eine Stadt aufs Pflaster malen und dann mit Playmobilfiguren „beleben“ (auch sehr beliebt bei uns)
  • Eine Matschstation einrichten (hoffe, dass mein Mann noch dazu kommt, diesen Matschtisch zu bauen)
  • Auf großem Packpapier mit Fingerfarben malen
  • Spray-Painting
  • Ein Stocklager einrichten (meine Kinder durchleben gerade eine intensive Stockphase und ich finde sie im und ums Haus ÜBERALL!)
  • Eine Schiffsreise unternehmen (im eigenen Garten oder Haus)


Summer-of-fun / Drinnen

  • Büchereibesuche
  • Kartoffeldruck (immer ein Renner)
  • Schönheitssalon spielen (meine Mädchen lieben das: Fingernägel anmalen, Haare frisieren usw.)
  • Gemeinsam Photoalben anschauen
  • Schatzsuche spielen
  • Ein Kissenlager aus allen Kissen im Haus errichten und dann reinspringen
  • Verkleiden spielen (zu dem Zweck habe ich eine Verkleidungskiste angelegt)
  • Gemeinsam Kuchen backen
  • Papierflieger basteln und fliegen lassen
  • Im Waschbecken planschen (ich fülle das Badwaschbecken, gebe ein paar Badespielsachen und Badeperlen rein und die Kids sind mindestens eine halbe Stunde beschäftigt)
  • Eine Straße mit Kreppband quer durchs Haus „bauen“ und dann mit Matchbox-Autos befahren

Noch mehr Ideen??

Bilder, Familie, Fotografie

Dieser Sommer!!

Ich liebe diesen Sommer!

Das habe ich gestern abend zu meinem Mann gesagt. Er schaute mich verwirrt an. Denn eigentlich ist er der Überzeugung, dass ich den Sommer hasse. Und den Herbst liebe.

Aber dieser Sommer. DIESER SOMMER! Er ist anders. Wunderschön. Voller wertvoller Momente. Wie dieses Wochenende….Meine Schwester war mit ihren zwei Mädchen und dem kleinen Jungen im Bauch zu Besuch…

 

Schwesternliebe

 

Genießen…

Lachen…

Mit Cousinchen matschen….

Unser neues Lieblings-Transportmittel!

 

 

 

Familie, Listen

Mini-Schritte….

Es ist halb sieben – Sonntagmorgen. Eigentlich hätte ich noch länger schlafen können. Eigentlich. Aber mein kreativer Schaffensdrang hat mich aus dem Bett getrieben. Ich liebe es, wenn noch alle schlafen und ich Zeit habe für ein Date mit meiner Waage, mit meiner Fitness-DVD, mit einer Tasse Kaffee und dem Laptop.

Nun hat mich also mein kreativer Schaffensdrang dazu bewegt, mich völlig schlaftrunken an die Tastatur zu setzen und meine Gedanken in logisch nachvollziehbare Ordnung zu bringen. Hoffe, ich treffe die Tasten richtig..slwiemr wlgionhmpf12i8u9u234444444 Oh, sorry, kurz eingenickt!

Ich dachte vorhin im Bett über Lebensziele nach. Ja, die habe ich. Aber darüber will ich die kleinen Ziele nicht vergessen. Meine Tages- oder Wochenziele. Addiere ich die zusammen, habe ich vielleicht irgendwann ein ganz großes Ziel erreicht. Zum Beispiel beim Abnehmen. Mein Date mit meiner Waage war nämlich heute morgen ein sehr erfreuliches. Nicht wie sonst: Geprägt von frustriertem Ärger und dem starken Impuls, das Teil zur Reparatur einzusenden. Oder einen Termin zur Fettabsaugung zu vereinbaren. Wenn ich alle kleinen Ernährungs- und Sport-Schritte dieses Jahres zusammenrechne, dann habe ich seit dem ersten Januar 14 Kilo abgenommen. Nichts repräsentiert für mich zurzeit dieses „Kleine-Schritte-Prinzip“ mehr als das. Jede Entscheidung, mir nur soviel auf den Teller zu nehmen bis ich satt bin, hat dazu beigetragen. Jeder Schritt in meinen Turnschuhen hat die Zahl auf der Waage ein winziges bisschen nach unten gedrückt. Und ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich mich absolut gigantomanisch großartig fühle!

Ups, ich höre, wie Josefine in ihrem Bettchen Geschichten erzählt. Die morgendliche Ruhe ist dahin und ich stürze mich voller Vorfreude in den neuen Tag und schaue mal, was er bereit hat.

Juhuu, ich bin zurück!

Hier eine Liste meiner Miniziele diese Woche:

  • Einen weiteren Fotoworkshop in Stuttgart besuchen, mehr über Portraittechnik und Retusche lernen
  • Meinen Fotoapparat überall mit hinnehmen (Supermarkt, Spaziergänge, Küche, Garten etc.)
  • An meiner Homepage weiterarbeiten
  • Ein neues Cupcake-Rezept mit Amelie ausprobieren und das Ergebnis an Nachbarskinder verteilen
  • Mit den Kindern in den Zoo gehen, diese Bilder mit Fingerfarben malen, gemeinsam Brombeeren im Wald sammeln und mit Amelie zelten (es sind Kindergartenferien und ich habe eine ganze Liste an Aktivitäten erstellt, die uns beschäftigt halten sollen).
  • Pfirsich-Chutney kochen
  • jeden Tag meinen Bauch mit Gymnastik stählen (kann es sein, dass zwei Schwangerschaften Spuren hinterlassen haben???)
  • negative Gedanken konsequent rausschmeißen und täglich Dankbarkeit üben.

Soviel zu meinen Minizielen. Jetzt schmeiß ich meine Eismaschine an und mache Erdbeereis für eine große mittägliche Familienrunde. Erdbeereisessen ist auch ein Ziel. Finde ich.

Wie sehen eure Wochenziele aus?