Familie

Schockierende Geständnisse meines Kleiderschranks

„Liebe Veronika,

wir beide kennen uns jetzt schon einige Jahre. Wir haben viel miteinander erlebt, einiges gemeinsam durchgemacht. Als du zum Beispiel deine Katze aus Versehen kurz vor einem Businesstrip in mich eingesperrt hast. Drei Tage lang hat sie mich vollgehaart. Ich habe mich danach nicht beschwert, sondern diese Tortur stillschweigend geduldet. Oder als du diese Phase hattest, in der du mich mit billigem Polyacryl-Fummel bestückt hast. Und mit Oversized-Baggy-Jeans. Und mit Batik-Shirts. Und mit nuttigen Oberteilen. Alles das habe ich ertragen.

Aber nun reicht es mir. Seit du diese zwei kleinen Schreihälse hast – und das ist nun schon eine ganze Weile! – bekomme ich nur noch deinen ganzen alten, abgetragenen, jahrealten Fummel zu sehen. In ÜBERGRÖSSE! Ich kann die Leggins, ausgeleierten Jeans und Tuniken nicht mehr sehen oder riechen. Ich verstehe ja, dass Leggins die bequemsten Hosen für die Zeit nach der Entbindung sind. Sie erinnern einen nicht, wie zum Beispiel kneifende Hosenbünde, daran, dass man früher mal eine schlanke Taille hatte. Aber: deine letzte Entbindung war vor 1 1/2 Jahren! Und seit Monaten versprichst du mir, dass du shoppen gehen möchtest, wenn du endlich die letzten acht Kilo abgenommen hast. Nur kommt dir dummerweise immer was dazwischen.

Wenn ich innerhalb der nächsten drei Monate nicht endlich den chemischen Duft neu gekaufter Kleidung rieche, dann kündige ich!

Bitte nimm es nicht persönlich, aber die Situation ist für mich untragbar geworden.

Dein Kleiderschrank“

 

 

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