Familie

Oh what a morning…

I must discipline myself to live within the boundaries of today…

Dieser Satz ist mir vorhin über den Weg gelaufen. Und er passt zum heutigen Tag, der Punkt 5:45 Uhr begann. Wir legten einen schlechten Start hin. In der Nacht hatte ich eine Erkältung bekommen. Nebenbei war mein Hirn die halbe Nacht damit beschäftigt, Situationen und Menschen und deren Schicksale zu analysieren. Ich wollte so gerne liegen bleiben. Mich krank melden. Einen Becher Ben and Jerry’s zum Frühstück essen und die zweite Staffel „Friends“ gucken. Aber da waren meine zwei Mädchen, die noch vor Anbruch der Dämmerung auf mir rumturnten und sich über ein Buch zankten. Sie wollten versorgt, angezogen, gewaschen und beschäftigt werden. Innerlich stöhnte, ächzte und weinte ich. Äußerlich mobilisierte ich das letzte Quentchen Kraft und Contenance. Bin immer wieder erstaunt, über welche Fähigkeiten frau als Mutter verfügt. Wir stolperten also mühsam in den Tag hinein. Ich, meine zwei erkälteten, trotzenden Kinder und mein Mann, der sich wahrscheinlich schon in sein Büro sehnte. Einen fiesen Wortwechsel, einige Tränen und fünf Scheiben Toast später, graute mir vor den weiteren 12 Stunden, die sich vor mir wie ein unüberwindbarer Berg auftürmten.

Während ich mich durch die Küche wurstelte, verschwand Amelie mit Stiften und Malblock im Kinderzimmer. Sie hatte die Stimmung erfasst: „Heute ist ein blöder Tag.“ Und sie hatte ebenfalls gespürt, dass ich Trost und Ermutigung brauchte. Ich fühlte mich ganz elend, denn ich will meinen Kindern eine solche seelische Bürde gar nicht aufhalsen. Wie dem auch sei: sie wollte mich aufmuntern. Mit diesem Bild, das alle Dinge beinhaltet, von denen sie meint, dass sie mich freuen würden:

Dieses Bild, liebevolle Worte von meinem Mann und das obige Zitat halfen mir, die letzten Stunden ad acta zu legen und mich mit diesem Tag zu versöhnen.

Familie

Drama-Queen(s)

Ich habe mich von meiner Mütter-Challenge erholt. Nein, nicht dass ich Erholung nötig gehabt hätte…aber ich wollte einige Zeit schreibabstinent sein, mich neu sammeln. Ich liebe jeden Aspekt des Schreibens. Aber ich war übersättigt und ehrlich gesagt auch sehr „gechallenged“ in den letzten Tagen von meiner Familie. Da blieb wenig bis keine Zeit für anderes.

Die letzten Wochen waren wirklich übervoll an guten Dingen. Ich habe mich sehr gesegnet gefühlt. Aber ich weiß auch, dass hinter jedem Höhenflug kleinere und größere Abstürze lauern. Dass ich plötzlich mitten in einer Situation stecke, die mich überfordert. Das merke ich daran, wenn mich dieser Gedanke überfällt: Ich brauche Hilfe! Ich schaffe das gerade nicht mehr alleine!!

Und die letzte Woche hatte ich stündlich bis minütlich diese Gedanken. Ich war zu erschöpft. Zu erschöpft um meinen Hobbies nachzugehen. Zu erschöpft zum Sport. Zu erschöpft für unseren Hauskreis, den wir kurzfristig absagten. Zu erschöpft zum Kochen (gut, dass ich eine prall gefüllte Tiefkühltruhe besitze). Josefine leidet nämlich gerade unter dem Hosenbeinklammer-Syndrom. Auch bekannt unter dem Namen Mamadarfdenraumnichtverlassen-Störung oder Akute Rumtragsucht. Jede noch so minimale Abwendung resultiert in einem Heulkonzert, dass AC/DC alle Ehre macht. Und AC/DC gehört nicht zu meinen Lieblingsbands. Ihre Musik fühlt sich für mich an, als würde jemand auf meinen Nerven einen wütenden Steptanz vollführen.

On top of that: Geschwisterstreitigkeiten.


Es.vergehen.keine.zwei.Minuten.ohne.Drama. DRAMA.DRAMAAAAAAA!!!!!

Der  Steptanz auf meinen Nerven erfährt einen fulminanten Höhepunkt. Ich reagiere auf dreierlei Weise. Keine der drei Optionen ist pädagogisch wertvoll:

1. Ich flüchte mich aufs Klo und sperre mich ein. Ich atme tief durch (wenn nicht vor mir jemand die Kloluft verpestet hat). Und dann schimpfe ich leise vor mich hin.

2. Ich schimpfe laut. Ich werde persönlich. Ich verallgemeinere. Und gleichzeitig schimpft meine innere Super-Nanny mit mir und stellt mich an den RTL-Pranger.

3.  Ich stürme laut stampfend zum Süßigkeitenfach, reiße es auf, scanne dessen Inhalt und knalle es frustriert zu. Süßigkeiten sind ein No-Go. Dann muss ich mich halt an meinem Mann abreagieren. Der bleibt gelassener, je impulsiver ich bin. Und holt mich damit wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Gut, dass ich heute mittag den Süßigkeitenschrank, die Flucht und das Schimpfen vermeide und mir stattdessen alles hier von der Seele schreibe.Außerdem habe ich einen Teil der Überforderung, der Wut und der Erschöpfung heute morgen beim Joggen im Wald gelassen.

Puh, jetzt gehts mir besser!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PS: Ich weiß, dieses Post klingt ein bisschen nach Drama-Queen. Sorry. Es wird auch wieder anders. Für den Moment musste ich nur mal Luft ablassen.

Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 28 – Mein heutiger Fokus: Liebe}

Heute ist der letzte Challenge-Tag. Ich habe diesen Tag herbeigesehnt und auch ein kleines bisschen gefürchtet. Einerseits musste ich mir täglich die Zeit fürs Schreiben aus den Rippen schneiden und habe dafür einiges anderes liegen lassen. Es wird also in nächster Zeit entspannter und ich kann aufgeschobene Projekte endlich in Angriff nehmen (Sitzsack fürs Kinderzimmer nähen, Family-Artikel schreiben, sinnlos im Internet surfen, tonnenweise Hummus essen).

Andererseits werde ich die Disziplin des täglichen Schreibens vermissen. Sie hatte mich gezwungen, mich einem bestimmten Thema zu widmen, das sich dann wie ein roter Faden durch den ganzen Tag zog. Ja, nicht nur durch den Tag, denn die Challenges haben Spuren hinterlassen. Jedes einzelne Thema sickerte wie hartnäckiger Regen langsam in die Tiefen meines Herzens. Das Schreiben stieß in meinem Inneren Türen auf, von denen ich manche lieber verschlossen gehalten hätte. Was ich dahinter fand, war anstrengend, wunderbar und manchmal auch schmerzhaft. Denn hinter diesen Türen fand ich Wahrheiten. Und ich durfte diesen Wahrheiten ins Gesicht blicken. Zum Beispiel die Wahrheit, dass ich Geduld durchaus lernen kann. Oder die Wahrheit, dass ich meine Liebe für meine Familie durchs Bekochen ausdrücken darf. Oder die Wahrheit, dass ich mir selbst gnädig sein darf. Oder die Wahrheit, dass ich oft zu weit von der Mutter entfernt bin, die ich eigentlich sein möchte.

Die letzte Aussage ist schmerzhaft. Und gleichzeitig so befreiend. Denn die Mütter-Challenge hat mir geholfen, mich von dem Mutter-Traumbild, das ich anstrebte, zu verabschieden. Stattdessen habe ich entdeckt, wie meine Begabungen und auch Begrenzungen unser Familienleben bereichern. Ich darf mir selbst mit Liebe begegnen. Und glauben, dass ich geliebt bin. Unsere Familie ist nicht immer ein friedlicher Ort. Aber ich wünsche mir, dass er zu einem Ort wird, an den wir flüchten können, wenn draußen Stürme toben. Dass er zu einem Ort wird, an dem Liebe gelebt, geatmet und ausgestrahlt wird.

Heute früh las ich einen Satz, der mich schon länger begleitet:

„Warte nicht darauf, liebevolle Gefühle zu haben. Entscheide dich heute und jeden Tag neu, den Weg der Liebe zu gehen und zu lieben.“ (Joyce Meyer)

Das ist reife, hart erarbeitete, jenseits von Verliebtheit, tränenbegossene und erkämpfte Liebe. Das ist Liebe, die hält.

Liebe zu mir selbst. Liebe zu meinem Mann. Liebe zu meinen Kindern.

 

 

Ernährung, Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 26 – Heute kümmere ich mich um meine Gesundheit}

Ich bin ein Auto.

Ein Auto, dass nie still steht, immer in Bewegung. Vorwärts, vorwärts. Die Tankanzeige steht oft bedrohlich nahe dem roten Bereich. Die Zeit reicht nie, um in Ruhe komplett aufzutanken. Aber ich kümmere mich darum, dass der Tank nie bis zum letzten Tropfen leergefahren wird. Eigentlich müsste ich öfters in die Wartung. Ein paar kleinere Reparaturen warten schon seit Jahren darauf, erledigt zu werden. Und ich muss die Wagenpflege ernster nehmen. Denn eine Panne oder einen Totalausfall kann ich mir nicht leisten.

Ich bin natürlich kein Auto. Gott sei Dank. Sonst würde ich irgendwann gegen ein besseres, schöneres, effizienteres Modell eingetauscht werden und meinen Lebensabend auf dem Schrottplatz oder in Weißrussland verbringen.

Heute kämpfe ich gegen einen drohenden Infekt an und huste mich halbtot. Wenn ich die üblichen Ratschläge lese oder höre, muss ich lächeln. „Legen Sie sich ins Bett, der Körper braucht Ruhe.“ Hahaha. Wenn ich das täte, dann würden binnen 0,5 Sekunden zwei Kinder auf mir Trampolin springen und mir die Ohren vollplärren. Also, muss ich weiter funktionieren. Und damit der Motor läuft, muss ich ihn eben gut pflegen.

Wie ich das heute tue?

  • Zum Frühstück gibt es Frischkornbrei mit geriebenen Äpfeln, Bananen und Walnüssen. Dazu grünen Tee.
  • Ich nutze Finchens Vormittagsschlaf und lege selbst kurz die Beine hoch. Dazu gibts Ingwertee.
  • Ich pfeife auf übliche Medikamente, Homöopathie und schwöre auf meine Kräuterkuren. Und auf meinen selbst gemachten Zwiebelsirup. Der wirkt Wunder. Auch bei meinen Kiddies.
  • Fürs Mittagessen koche ich meine Kürbissuppe. Macht satt, hat einen hohen Nährwert und belastet nicht.
  • Dann trinke ich Hustentee auf Ex. Der ist nämlich so widerlich, dass ich ihn nur auf diese Weise trinken kann.
  • Weitere Gesundbleib-Methoden (Spaziergänge an der frischen, sibirischen Luft, Inhalationen und eine positive Einstellung)

Ich stelle fest, dass ich mich dauerhaft um ein starkes Immunsystem kümmern muss. Die letzten Jahre war ich durch Schlafmangel und Stillen so ausgelaugt, dass ich alle sechs bis acht Wochen krank wurde. Erst in diesem Winter stellt sich Besserung ein. Mit Ernährungsumstellung, viel grünem Tee , ein bisschen mehr Schlaf und Bewegung an der frischen Luft. Da gibts keine Zauberformel. Nur die guten alten Tipps, die in jeder Frauenzeitschrift neu aufgewärmt und als DAS neue Abnehm-/Wellness-/Gesundheitsmittel gepriesen werden. Bullshit. Das haben Frau von Bingen, Herr Kneipp usw. schon vor Jahrhunderten entdeckt.

Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 25 – Heute ermutige ich mein Kind}

Das war zwar die gestrige Challenge, aber ich komme erst heute morgen zum Schreiben.

Gestern war nämlich Kinderfaschingshölle angesagt. Ich bin immer noch geflasht. Und irgendwie auch ein kleines bisschen traumatisiert. Meine Eltern waren nämlich so weise, mir diese Veranstaltungen als Kind zu ersparen. Daher war der gestrige Nachmittag meine Feuertaufe. Ich wäre gerne vorbereitet gewesen auf das, was uns erwartete. Aber ich war ahnungslos und völlig naiv. Ich stelle es mir vor wie die erste Achterbahnfahrt. Man denkt vorher: Das wird ein Riesenspaß! Und man lacht immer noch, wenn man die erste Steigung hochgezogen wird. Aber dann….beginnt der Trip in die ganz persönliche Hölle. Genauso war das gestern. Uns begrüßten vor der Tür Ninjas und Raubritter, die der Kälte trotzend, sich aufs Blut bekriegten. Nun gut, dachte ich, Jungs!

Im Vorraum war auch noch alles friedlich. Bis auf einen zweijährigen Jungen, der völlig hysterisch weinte. Das hätte mir eine Warnung sein sollen. Als wir die Tür zur Turnhalle öffneten, begann unsere karnevaleske Achterbahnfahrt. Um uns herum wirbelten Prinzessinnen in rosa Polyester-Alpträumen, düstere Harry-Potter-Figuren, wackere Feuerwehrmänner, schießende Cowboys und trotzige kleine Schäfchen. Und jeder jagte jeden. Auf der Bühne wurde gerade der 108. Helau-Ruf ins völlig übersteuerte Mikrofon gebrüllt. Meine Ohren klingelten zwei Stunden später noch so stark, als hätte ich bei einem Rave direkt auf den Boxen getanzt. Die müden Eltern hoben brav die Hände und ließen einen schwachen Helauruf ihrerseits erklingen. Unsere Kinder drückten sich ängstlich an uns, als wären sie kleine Magnete. Amelies Augen waren die ganze Veranstaltung über so groß wie Untertassen. Was irgendwie ganz gut zu ihrem Bärenkostüm passte.

Die Kindergartenkinder wurden aufgerufen, auf die Bühne zu kommen, um einen „Schatz“ zu heben. Amelie wollte nicht. Und dann erinnerte ich mich an die Challenge. Ich fragte sie, ob ich mitgehen solle. Sie schüttelte immer noch halb hysterisch vor Furcht den kleinen Bärenkopf. Aber als ich ihr anbot, sie zu tragen, willigte sie zögernd ein. Ich wollte sie nicht zwingen. Aber manchmal ist es so wichtig für mein Kind, über seinen eigenen Schatten zu springen. Und hinterher zu merken, dass es gar nicht so schlimm ist.

Auf jeden Fall ist es tröstlich für unsere Kinder, wenn wir sie bei diesem Sprung nicht alleine lassen. Und wenn nötig, müssen wir sie erstmal tragen, bis sie es sich selbst zutrauen.

Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 24 – Heute frage ich nach der Meinung meines Kindes}

„Amelie, wie findest du mein neues Pandora-Armband?“

„Schön, Mama.“

„Findest du mich auch schön, Amelie?“

„Jaaaaa. Mama, geh jetzt weg.“

So gestaltete sich heute morgen die Umsetzung meiner Challenge. Es ist so herrlich einfach, die ungebrochene Zuneigung des eigenen Kindes für Ego-Streicheleinheiten zu nutzen. Denn völlig egal, ob ich 140 Kilo wiege, unter eitriger Akne oder Haarausfall leide – ich bin für meine Kinder  immer die Schönste. Bis sie den Sender entdecken, der Germany’s Next Topmodel zeigt (Gott bewahre….!).

Aber ich schweife ab. Mich für die Meinung meiner Kinder zu interessieren, geht in die ähnliche Richtung wie die gestrige Challenge. Denn hier geht es um grundsätzliche Beziehungsarbeit, die von Respekt und Interesse geprägt sein sollte. Dabei geht es mir nicht darum, nach der Pfeife meiner Kinder zu tanzen. Aber sie sollen wissen, dass sie ihre Meinung sagen dürfen. Auch wenn wir als Eltern dann anders entscheiden. Früher hieß es: „Wenn die Erwachsenen reden, habt ihr Kinder ruhig zu sein.“ Ich stimme teilweise zu. Kinder müssen auch lernen, andere ausreden zu lassen. Aber sie dürfen nicht das Gefühl bekommen, unwichtig zu sein. Oder dass ihre Meinung nicht zählt. Oder dass die Meinung eines Erwachsenen gewichtiger ist als die eines Kindes.

Seit ich Mutter bin komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Vor allem seitdem Amelie reden kann. Sie hat ihre ganz eigene Sicht auf die Welt, die nicht falsch ist, „nur“ weil sie ein Kind ist. Wenn ich mich für ihre Gedanken und Meinungen öffne, dann sehe ich die Welt durch ihre Brille. Und diese Welt ist bunt, voller Wunder, voller Fragen, voller Begeisterung für die Dinge, die für uns Erwachsene schon längst ihren Zauber eingebüßt haben:

Wie zum Beispiel eisbedeckte Pfützen, Kondensstreifen am Himmel, Teigabschlecken, Hühnerfüttern, Glitzersteine.

 

Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 23 – Heute unterbreche ich mein Kind nicht beim Reden}

Was Josefine betrifft, ist diese Challenge geschenkt. Sie lallt gerade ihre ersten Worte wie „Babap“ und „Mam“ und ich bin viel zu verzückt über ihre Sprachversuche, als dass ich sie gedankenlos unterbrechen könnte.

Beim Rest der Menschheit, Amelie und Armin eingeschlossen, sieht es anders aus. Wenn mir nämlich ein wichtiger Gedanke kommt, dann muss ich ihn aussprechen. Sofort. Andernfalls habe ich Angst, er könnte mir entwischen. Was mein Gegenüber gerade spricht, blende ich aus und platze mit dem heraus, was mir gerade so fürchterlich wichtig ist. Wenn ich das nicht täte, würde ich platzen. Wortwörtlich. Leider ist das eine Angewohnheit, die mich stört. Nein, natürlich nicht bei mir. Denn das was ich zu sagen habe ist wichtig. Immer. Aber andere Leute, die einen unterbrechen finde ich un.mög.lich. Da kehre ich sofort meine Hobbypsychologin raus und analysiere Ich-Bezogenheit, Unfähigkeit zur Empathie und schlichtweg Ignoranz.

Ich bin natürlich nicht immer so. Ich kann auch gut zuhören und meine Klappe dabei halten (meistens).

Meine Kinder erleben und verarbeiten. Sie lernen die Welt kennen, in dem sie Fragen stellen, beobachten und ausprobieren. Wie frustrierend muss es sein, wenn ihnen nicht oder nur oberflächlich zugehört wird (Jaja, red du nur, du bist ja nur ein Kind…). Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass wir in unserer Familie Beziehung leben. Dazu gehört eben auch, einander zuzuhören, mitzufühlen und sich selbst zurückzunehmen.

Puh, nicht immer einfach….Wie schön wäre es doch manchmal, wenn sich unser Wortschatz tatsächlich nur auf „Mam“ und „Babap“ beschränken würde…..

Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 22 – Heute ersetze ich Ironie durch Freundlichkeit}

Was ich an Kindern liebe? Neben ihrer wundervollen Gabe, völlig in der Gegenwart zu leben und begeisterungsfähig zu sein, mag ich ihre Leichtgläubigkeit.
Sie nehmen alles so an, wie es gesagt wird. Ich wünschte mir, dass wir unter Erwachsenen auch so miteinander umgehen könnten. Dann könnte ich es mir nämlich sparen, nach bestimmten Gesprächen alles Gesagte analysieren oder jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen. Dieser Leichtgläubigkeit liegt nämlich das totale Urvertrauen eines Kindes zugrunde. Nach und nach geht das verloren – zum Teil eben auch durch ironische Bemerkungen, Lügen und Übertreibungen von Seiten der Erwachsenen. Vieles ist lustig gemeint, denn es ist ja so einfach, einem Kind einen Bären aufzubinden. Aber wenn ich mich in die Lage eines Kindes versetze, dann würde ich mir völlig verarscht vorkommen, wenn die Erwachsenenrunde über mich gönnerhaft lacht, nachdem sie mich zum Affen gemacht haben.

Gerade lese ich das Buch „Mutig mit den Kindern wachsen„. Darin habe ich eine Geschichte gelesen, die mich sehr ins Nachdenken über mein eigenes Verhalten brachte. Ich bin nämlich auch eine der Kandidatinnen, die ganz gerne mal in die Lügengeschichtenkiste greift, um ein Kind zu veräppeln.

Carolin, 6 Jahr alt, isst am liebsten Spaghetti. Eines Tages fragt sie ihre Tante: „Wo wachsen eigentlich die Spaghetti?“ Ihre Tante findet den Gedanken lustig und antwortet: „Die Spaghetti wachsen in Italien auf Bäumen. Wenn du größer bist, fahre ich mal zur Spaghettiblüte mit dir nach Meran.“ Carolin geht am nächsten Tag in die Schule und posaunt groß herum, dass es Spaghettibäume gäbe, die in Meran wachsen würden. Die Klassenkameraden lachen sie aus, aber die bleibt dabei. Doch am nächsten Tag, als alle Kinder zu Hause nachgefragt haben, wird Carolin so richtig ausgelacht.

Ich möchte Fragen und Anliegen meiner Kinder ernst nehmen.

Ich will auf Trödeleien, Fehler und Missgeschicke meiner Kinder nicht mit Ironie reagieren.

Denn so unbedeutend oder lustig mir meine Reaktion auch vorkommen mag, sie kann zerstörerische Kräfte entfalten. Denn Kinder vergeben zwar schnell, aber vergessen tun sie nicht.