Familie, Mütter-Challenge

Mütter-Challenge {Tag 17 – Welche Mutter ist ein Vorbild für mich? Was kann ich von ihr übernehmen?}

Ehrlich: Ein richtiges Vorbild als Mutter habe ich nicht. Es gibt sie nämlich nicht – die Supermami, die alles perfekt beherrscht und dabei wie aus dem Ei gepellt strahlt. Aber es gibt viele Mütter, an denen ich bestimmte Punkte bewundere: das blitzperfekte Haus, die wohlerzogene Kinderschar, die Top-Figur.

Ich habe länger über die heutige Challenge nachgegrübelt und an meinem inneren Auge zogen einige meiner Freundinnen und Verwandten vorbei. Frauen, die bewundernswerte Mütter sind; die sich jeden Morgen ihren Herausforderungen neu stellen und ihren ganz eigenen wunderbaren und schmerzhaften Kampf kämpfen. Ich habe mir eine Mutter herausgepickt, die ich schon sehr lange kenne, die mich manchmal in den schieren Wahnsinn getrieben hat und die ich aus tiefstem Herzen bewundere: meine jüngere Schwester.

Sie startete ihre Mutter-Karriere vor mehr als zehn Jahren als Alleinerziehende. Damals war mir nicht klar, was das tatsächlich bedeutete. Dass sie nämlich tagtäglich mit der ganzen Last der Verantwortung und der Aufgaben auf sich alleine gestellt war. Heute kann ich das ansatzweise nachvollziehen und umso mehr Hüte ziehe ich vor ihr. Einerseits fand ich es damals irgendwie cool, dass sie sich nie mit einem Partner absprechen musste. Sie konnte sich also einen Namen für ihr Kind aussuchen, ohne dass ihr jemand reinquatschte. In Erziehungsfragen musste sie sich mit niemanden absprechen und genoss die ungeteilte Liebe ihres Kindes. Aber ich schätze, dass die Sehnsucht nach echter Familie alles hundertfach – ach Quatsch, tausendfach! – überwog. Von Anfang an war ich in ihr Kind verliebt. Und in ihren Erziehungsstil. Ich wusste: Wenn ich eines Tages selbst Kinder haben sollte, würde ich in ihrem Stil erziehen. Ohne großen  Schnickschnack, geradlinig, konsequent, liebevoll und auf ordentliche Manieren achtend.

Meine Schwester hat dem Leben die Stirn geboten. Manch andere Frau hätte sich in ihrer Lage selbst bemitleidet, andere angeklagt oder wäre daran zerbrochen. Aber sie nahm das Kind als Geschenk Gottes an, richtete ihr Leben neu aus, zog ihre Ausbildung durch und suchte sich Arbeit. Und alles das mit hoch erhobenem Kopf und positiver Lebenseinstellung.

Von ihr habe ich gelernt, bei meinen Kindern keinen Nonsense durchgehen zu lassen. Von ihr habe ich gelernt, mich durch harte Zeiten durchzubeißen und Selbstmitleid vor die Tür zu weisen. An ihrem Beispiel habe ich erlebt, dass Gott manchmal seltsame, aber immer gute Wege mit uns geht.

Danke Doro für dein Vorbild als Mutter!

 

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