Familie, Gedanken, Listen

Dinge, die ich nicht tue

Ich falle abends gegen zwanzig Uhr völlig erschöpf aufs Sofa. Eigentlich müsste ich direkt ins Bett, um dringend benötigten Schlaf, der mir aufgrund von Finchens nächtlichen Schreiattacken geraubt wird, nachzuholen. Und um halb sechs (Danke an die Zeitumstellung) ist die Nacht nämlich schon wieder vorbei. Aber ich quäle mich noch ca. eine Stunde durchs Fernsehprogramm, das mich aber mit seinem Fremdschämpotenzial irgendwann die Fernbedienung in die Ecke schmeißen lässt. Noch fünf Zeilen in meinem neuesten Buch gelesen, bis mir die Buchstaben vor den Augen verschwimmen und Gute Nacht. Und da waren doch noch so viele Dinge, die ich eigentlich tun wollte, aber überhaupt nicht dazugekommen bin! Der Sitzsack, den ich endlich anfangen möchte zu nähen! Die Karte, die ich seit zwei Wochen an eine liebe Freundin schicken wollte! Die Fenster im Wintergarten, die vor Dreck langsam blind werden! Die 30 Minuten Power-Gymnastik, die ich wieder nicht geschafft habe!

Wie schaffen es andere Frauen (mit Kindern), blendend auszusehen, mit links ihren Haushalt zu schmeißen, ihre Kinder nett anzuziehen, eine romantische Ehe zu führen und dabei immer wie aus dem Ei gepellt auszusehen?

Letzte Woche las ich in meinem neuen Lieblingsbuch „Bittersweet“ folgenden aufschlussreichen Satz:

Es ist nicht schwer, sich für bestimmte Lebensziele zu entscheiden. Was tatsächlich schwer ist, das ist herauszufinden, was wir bereit sind aufzugeben, um das zu tun, was uns wirklich wichtig ist. 

Ok. Ich ließ einen inneren Hilfeschrei los: „Nein, nein, ich will überhaupt nichts aufgeben!! Es ist mir alles wichtig! Doofes Buch! Doofer Satz, der jetzt die nächsten Wochen in meinem Kopf herumschwirren wird und alles in mir in Aufruhr versetzt!“

Aber ich brauche diesen inneren Aufruhr. Ich muss tief in mir drin herumwühlen, um das ans Tageslicht zu bringen, was ich bereit bin aufzugeben. Ich bin einfach kein spontaner Mensch – solche Entscheidungen und Gedankenprozesse brauche ihre lähmend lange Zeit bei mir.

Ich will eine Liste erstellen mit den Dingen, die ich nicht tue. Die vielleicht anderen Menschen furchtbar furchtbar wichtig wären, aber für mich momentan keine Bedeutung haben und mir nur wertvolle Energie und Zeit stehlen:

1. Ich putze die Wintergartenfenster nicht. Und ich lasse mich von dem Dreck auf ihnen nicht mehr jeden Tag nötigen!

2. Ich koche nicht mehr täglich. Nur dreimal die Woche. Ansonsten gibts nur Vorgekochtes und Eingefrorenes. Oder auch mal den Pizzaservice.

3. Ich bügle nicht.

4. Ich ziehe kein rigoroses Sportprogramm durch. Ab und zu am Wochenende joggen. Das muss reichen.

5. Ich dekoriere nicht ständig um.

6. Ich stelle kein Dauerbespaßungsprogramm für meine Kinder auf.

7. Ich verzichte auf intensives Haarstyling. Pferdeschwanz reicht.

8. Ich verbringe keine Zeit mit Leuten, die mich anstrengen, negativ reden und mir nur meine Zeit stehlen.

Ich hoffe, ich kann diese Liste in den nächsten Wochen noch um einige Punkte bereichern und damit auch mein Leben!

Im Alltags-Stress versumpfen?

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