Haushalt

Der Ordnungsfreak in mir…

….befahl mir diese Woche: „Räum endlich mal deine Backzutaten-Schublade auf!“

Ich: „Hey du Ordnungsfreak in mir, halt die Klappe, ich will jetzt meinen Mittagsschlaf halten!“

Dann dachte ich kurz nach. Jedes Mal wenn ich meine Backlaune bekomme – und die bekomme ich alle 48 Stunden – wühle ich mich verzweifelt durch die Schublade. „Wo zum Henker ist der Vanillezucker? Und was suchen die thailändischen Chiliflocken hier?“ (Hmmm, interessanter Effekt, den Vanillezucker durch Chili zu ersetzen…)

Dann gab ich dem Ordnungsfreak nach.

Gedanken, Schreiben

Warum ich diesen Blog schreibe

Das Telefon klingelt. „Ja?“, antworte ich atemlos, denn ich bin vom Kinderzimmer aus an den Apparat gehechtet. Eine Freundin ist dran, mit der ich schon lange nicht mehr gesprochen habe. Sie ist ebenfalls junge Zweifach-Mama. Unser chronischer Zeitmangel verhindert, dass wir regelmäßigeren K0ntakt haben. Miteinander, mit anderen Freunden, Geschwistern usw. Umso mehr freu ich mich also, sie zu hören. „Ich wollte dir einfach nur mal Danke sagen.“ Hastig durchkrame ich mein löchriges Gedächtnis. Habe ich ihr eine Karte geschrieben? Ein Geschenk geschickt? Ich bin ratlos und reagiere mit einem dümmlichen „Hä?“. „Ja, Danke für deinen Blog den du schreibst. Ich gucke alle paar Wochen rein, freue mich über die Fotos und das, was du aus deinem Alltag berichtest. Das gibt mir das Gefühl, ich bin mit meiner Lebenssituation und meinem Erleben nicht allein.“

Boah.

Ich bin platt. Erstens, weil es so ungewöhnlich ist, sich für das Schreiben eines Blogs zu bedanken. Zweitens, weil ich merke, dass andere von dem profitieren, was ich so ab und zu in meinen Laptop hacke.

Ursprünglich hatte ich diesen Blog als eine Art Familiendokumentation geplant. Aber heute schreibe ich ihn, weil

1. ich Lust am Schreiben habe

2. ich andere ermutigen möchte

3. ich andere zum Lachen bringen möchte

4. ich irgendwann meine umfangreichen Memoiren verfassen werde, deren Grundlage dieser Blog ist (ich hoffe, ihr entnehmt der letzten Zeile die Selbstironie!)

5. ich beim Nachlesen immer wieder erstaunt feststelle, welchen wunderbaren Weg Gott mit mir geht.

 

 

Bilder, Familie

Was macht ein Haus zu einem Zuhause?

Unsere Haus am Sportplatzweg war mal ein staubig-trauriges Konglomerat aus fleckigem Linoleum, rustikalen Lampen, holzvertäfelten Hässlichkeiten und gehäkelten Tischdeckchen. Bei unserer ersten Hausbesichtigung präsentierte sich uns unser zukünftiges Zuhause als letzte Wohnstätte einer Oma, die eben ins Heim abgewandert war. Ich weiß noch wie ich tief einatmete (so tief es halt ging mit schwangerem Bauch!), diesen eine Weile bei dem trostlosen Anblick anhielt und ihn langsam wieder in die miefige Wohnzimmeratmosphäre entließ. Armin und ich blickten uns unsicher an. In der Tasche hatten wir schon einen Maklervertrag über ein solides Reihenhaus mit kleinem Garten nahe der Autobahn. Wir mussten nur noch unterschreiben.

Bis dieser Anruf kam. Von unserer Hauskreisleiterin. 24 Stunden vor der Makler-Deadline.  „In Waldbach soll ein Haus vermietet werden. Wir wissen zwar nicht, ob es für euch was ist, aber schaut es euch mal an.“

Wer mich kennt, weiß, wie schwer ich mich mit Entscheidungen tue. Ich hatte mich nach langem Ringen fürs Reihenhaus entschieden. Zumindest fast. Tief in mir aber nagte der Zweifel. Und deshalb stand ich jetzt hier in diesem Haus, in Waldbach. Denn wer weiß, vielleicht könnte dieses Haus unseren Vorstellungen noch näher kommen? Der Mietpreis tat es ja schon. Ich schloss meine Augen und versuchte mir die Räume nach einer Verschönerungsaktion vorzustellen. Die Holzvertäfelung verstecken wir hinter Rigips-Wänden. Die 7oer-Jahre-Vorhänge, – lampen, -tapeten werden entfernt bzw. übermalt. Und über das hässliche Linoleum legen wir Laminat. Ich sah eine helle, freundlich-einladende Wohnlandschaft in creme und weinrot vor mir. Ich nickte Armin zu, was soviel heißen sollte: Da steckt viel Arbeit drin, aber ich bin sicher, dass wir uns hier ein schönes Zuhause schaffen können!

Dann betraten wir den Garten. Ein weiterer Ort des tristen Grauens. Abgehalfterte Koniferen standen im Hässlichkeitswettbewerb mit einem halbfertig, vor sich hingammelnden Carportgerüst, eingerahmt von türkisgrünen Waschbetontrögen und angesammeltem Metallschrott. Ich musste schlucken. Hier musste ein Container, eine Kettensäge und viele viele Blumen her, um aus dieser Wüste eine Oase zu zaubern.

Wir waren uns schnell sicher: Wir wollten dieses Haus. Auch wenn uns noch nicht bewusst war, wieviel Arbeit damit auf uns zukommen würde. Das führte ringsum zur Verwunderung: „Das ist doch bloß ein Mietobjekt. Steckt da nicht soviel Geld rein. Das lohnt sich nicht!“ Ich war trotzig und entschlossen: Hier schaffen wir uns ein Zuhause für unsere Familie!

Was wir dann auch in die Tat umgesetzt haben. Ich fand eine seltsame Befriedigung darin, dieses vernachlässigte, traurige Haus in einen fröhlichen und gemütlichen Ort zu verwandeln. Einen Ort, an dem ich gern meine Kinder großziehe, der viele Gäste beherbergt, der Zeuge von Festen und Ereignissen ist, der Zuflucht und Trost ist. Ich glaube, es ist uns gelungen. Mir kommt dieses Haus heute vor wie eine alte Kuscheldecke, in die man sich einhüllt, um eine Zeitlang das Gefühl von Frieden und Geborgenheit zu erleben. Sie ist an einigen Ecken ausgefranst, alles andere als makellos und modern, aber sie passt zu uns, zu unserer Lebensart. Wir brauchen nicht den modernsten Komfort (ok, eine Jacuzzi und ein Holzofen fehlen uns tatsächlich von Zeit zu Zeit), sondern gute Nachbarn (die haben wir), viel Platz für die Kinder (den haben wir zumindest im Garten), Platz zum Träumen und zum Aufstellen unseres Möbel-Mixes aus Billy-Regal und Bauerntruhe.

Die Geschichte dieses Hauses war lange Zeit eine traurige gewesen. Es war an der Zeit, diesem Ort neues Leben einzuhauchen: mit Kinderlachen, mit dem Backen von Hunderten von Cookies, mit dem Anpflanzen von Gemüse, mit dem Beherbergen von Gästen und den spätabendlichen Kuschelstunden auf unserer Couch.

 Dieses verwinkelt-schiefes Haus, für das ich eine zärtliche Liebe empfinde, hat mich zwei Dinge gelehrt:

1. Hinter dem offensichtlich Hässlichem ist so mancher Schatz verborgen. Den man aber nur heben kann, wenn man Geduld und den richtigen Blick für die Dinge hat.

2. So ähnlich sieht auch die Beziehung von Gott zu mir aus. Ich bin alles andere als ein strahlender Neubau ohne Makel. Da ist im Laufe der Zeit viel zu Bruch gegangen. Aber trotz aller Fehler hegt er ebenfalls eine zärtliche Liebe für mich, er heilt, was zerbrochen ist und bringt in die Ecken Licht, wo es vorher staubig und dunkel war.

Esszimmer damals
Esszimmer heute
Eingang damals

  Eingang heute

Wohnzimmer damals
Wohnzimmer heute
Schlafzimmer damals (schauder!)
Kinderzimmer heute
Flur damals (inklusive Schwiegermama, die zufällig ins Bild huschte)
Flur heute
Terasse damals
Terasse heute
Bilder

Die letzten zwei Wochen

Ohne Bücher ist mein Leben leer...
Neues Wandtattoo im Kinderzimmer
Sandgünstiges Novemberwetter…
Unser Apfelbaum
Unser Apfelbaum

Ich liebe es, Liebe in Form von Cookies weiterzugeben!
Familie, Gedanken, Listen

Dinge, die ich nicht tue

Ich falle abends gegen zwanzig Uhr völlig erschöpf aufs Sofa. Eigentlich müsste ich direkt ins Bett, um dringend benötigten Schlaf, der mir aufgrund von Finchens nächtlichen Schreiattacken geraubt wird, nachzuholen. Und um halb sechs (Danke an die Zeitumstellung) ist die Nacht nämlich schon wieder vorbei. Aber ich quäle mich noch ca. eine Stunde durchs Fernsehprogramm, das mich aber mit seinem Fremdschämpotenzial irgendwann die Fernbedienung in die Ecke schmeißen lässt. Noch fünf Zeilen in meinem neuesten Buch gelesen, bis mir die Buchstaben vor den Augen verschwimmen und Gute Nacht. Und da waren doch noch so viele Dinge, die ich eigentlich tun wollte, aber überhaupt nicht dazugekommen bin! Der Sitzsack, den ich endlich anfangen möchte zu nähen! Die Karte, die ich seit zwei Wochen an eine liebe Freundin schicken wollte! Die Fenster im Wintergarten, die vor Dreck langsam blind werden! Die 30 Minuten Power-Gymnastik, die ich wieder nicht geschafft habe!

Wie schaffen es andere Frauen (mit Kindern), blendend auszusehen, mit links ihren Haushalt zu schmeißen, ihre Kinder nett anzuziehen, eine romantische Ehe zu führen und dabei immer wie aus dem Ei gepellt auszusehen?

Letzte Woche las ich in meinem neuen Lieblingsbuch „Bittersweet“ folgenden aufschlussreichen Satz:

Es ist nicht schwer, sich für bestimmte Lebensziele zu entscheiden. Was tatsächlich schwer ist, das ist herauszufinden, was wir bereit sind aufzugeben, um das zu tun, was uns wirklich wichtig ist. 

Ok. Ich ließ einen inneren Hilfeschrei los: „Nein, nein, ich will überhaupt nichts aufgeben!! Es ist mir alles wichtig! Doofes Buch! Doofer Satz, der jetzt die nächsten Wochen in meinem Kopf herumschwirren wird und alles in mir in Aufruhr versetzt!“

Aber ich brauche diesen inneren Aufruhr. Ich muss tief in mir drin herumwühlen, um das ans Tageslicht zu bringen, was ich bereit bin aufzugeben. Ich bin einfach kein spontaner Mensch – solche Entscheidungen und Gedankenprozesse brauche ihre lähmend lange Zeit bei mir.

Ich will eine Liste erstellen mit den Dingen, die ich nicht tue. Die vielleicht anderen Menschen furchtbar furchtbar wichtig wären, aber für mich momentan keine Bedeutung haben und mir nur wertvolle Energie und Zeit stehlen:

1. Ich putze die Wintergartenfenster nicht. Und ich lasse mich von dem Dreck auf ihnen nicht mehr jeden Tag nötigen!

2. Ich koche nicht mehr täglich. Nur dreimal die Woche. Ansonsten gibts nur Vorgekochtes und Eingefrorenes. Oder auch mal den Pizzaservice.

3. Ich bügle nicht.

4. Ich ziehe kein rigoroses Sportprogramm durch. Ab und zu am Wochenende joggen. Das muss reichen.

5. Ich dekoriere nicht ständig um.

6. Ich stelle kein Dauerbespaßungsprogramm für meine Kinder auf.

7. Ich verzichte auf intensives Haarstyling. Pferdeschwanz reicht.

8. Ich verbringe keine Zeit mit Leuten, die mich anstrengen, negativ reden und mir nur meine Zeit stehlen.

Ich hoffe, ich kann diese Liste in den nächsten Wochen noch um einige Punkte bereichern und damit auch mein Leben!

Im Alltags-Stress versumpfen?
Bilder

Die letzten zwei Wochen (herbstlastig)

Meine Tage sind bis zum Platzen angefüllt mit zahnendem Kind, Haushaltspflichten, Nähprojekten und Besuchen, so dass zu wenig Zeit zum Bloggen blieb bzw. bleibt. Also muss ich mal wieder in Bildersprache sprechen. Hier ein Resümee der letzten zwei Wochen:

Meine Nichte Kaesha und ich beim Kürbisschnitzen - Schee wars!
Wir Schwestern gehen auf die 40 zu, aber im Herzen sind wir Quatschköpfe

Und die Nachbarschaft war auch vertreten..