Freundschaften, Listen

Heute breche ich eine Lanze für meine Freunde

Meine allerliebste Freundin Sina und ich teilen Freude, Leid und Laster....

Seit der Ankunft meiner zwei Mäuse bedeutet Zeit für Freunde ein äußerst rares Gut. Und das will ich in erster Linie an die Leute verteilen, die mir nahe stehen. Davon gibt es nicht viele. Deshalb hatte es mich interessiert, wieviele Freunde so ein Durchschnittsbürger wohl hat. Früher dachte ich nämlich, dass ich der einzige Loser bin, der tatsächlich nur ein bis zwei wirklich gute Freunde hat (und es gab auch Zeiten, da hatte ich niemanden). Der Rest waren gute Bekannte, die aber außer meinem Modegeschmack und meiner Vorliebe für gutes Essen nichts weiter über mich wussten. Und die in emotionalen Sinnkrisen für mich nicht die erste Anlaufstelle waren.

Heute ist es ähnlich. Ich habe eine Handvoll enger Freunde. Und dafür bin ich verdammt dankbar. Denn das ist tatsächlich eine ganze Menge! Wer hat heute noch Zeit und auch das nötige Vertrauen, sich wirklich für eine andere Person zu interessieren? Und damit meine ich nicht, ihr ab und zu mal was auf die Facebook-Pinnwand zu posten! Es geht doch darum, sich zu öffnen, sich verletzbar zu machen, sich Zeit zu nehmen, sich in den anderen hineinzufühlen und dem anderen zu erlauben, ganz er selbst zu sein. Gerade der letzte Punkt ist der springende Punkt für mich. Erst wenn ich das Gefühl bekomme, dass ich gerade dann geliebt bin, wenn ich ich selbst bin, dann bin ich in einer Freundschaft angekommen.

Als ich Mutter wurde, hatte ich Angst, dass meine Freundschaften erlahmen könnten. Erstens hatte ich plötzlich viel weniger Zeit als früher. Zweitens erzählte ich viel über meine Kinder („Stell dir vor, Amelie hat gestern seit 14 Tagen das erste Mal wieder Stuhlgang gehabt!“) – was vor allem eine Herausforderung für meine Single-Freunde bedeutete. Und drittens war ich anders als früher: Weniger lustig (da müde), weniger zuhörend (da müde), weniger neugierig (da müde). Ich ziehe meinen Hut vor meinen allerliebsten Freundinnen, die trotz all dieser Veränderungen zu mir stehen!!! Danke Euch!!! Ich habe sehr sehr viel Liebe für Euch – auch wenn ich meistens zu müde (und gefühlsverklemmt) bin, um diese adäquat ausdrücken zu können.

Und ja: Freunde sind für mich überlebenswichtig. Warum?

1. Meine Freunde kennen mich. Auch die ganz ganz ganz schlechten Dinge. Und sie mögen mich irgendwie trotzdem.

2. Weil sie einem in den unmöglichsten Situationen zur Seite stehen (Danke Sina, als du Armin im Schwarzwald gerettet hast, nachdem er seinen Subaru abgefackelt hatte!)

3. Weil sie einen bekochen.

4. Weil sie wissen, worüber ich mich an Weihnachten oder an meinem Geburtstag freue (und nein: es ist nicht der obligatorische Facebook-Geburtstags-Gruß).

5. Weil ich mit ihnen ganze Nächte lang über Gott und die Welt klönen kann.

6. Weil sie mich schon in den peinlichsten Augenblicken erlebt haben. Und sich nicht abschrecken ließen (Danke Jule, dass du meine Vagina-Monologe überwunden hast).

7. Weil sie meine Vergangenheit kennen.

8. Weil sie immer ein offenes Ohr für mich haben. Auch wenn sie vielleicht einige meiner babybezogenen Gesprächsthemen nicht ganz nachvollziehen können.

9. Weil sie mich zum Lachen bringen.

10. Und weil sie mir unbewusst Mut für die Zukunft machen.

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