Familie, Glaube

Glaube im Mutteralltag

„Mama, Mamaaaa, Maaaaammaaa, MAAAAMAAAA!“

Ich fahre schlaftrunken von meinem zerknautschten Kopfkissen hoch. Die Realität in Form eines zunächst flüsternden und dann in einem nervenzerfetzenden Crescendo endenden „Mama“ via Babyphone reißt mich aus dem schönen Land der Träume. Amelie ist unverkennbar wach und möchte aus ihrem Hochbett geholt werden. Sofort.
Eine kleine feucht-heiße Babyhand patscht mir mitten ins Gesicht. Auch Josefine regt sich. Das Babyphone hat sie geweckt. Ich drücke ihr einen hastigen Kuss auf ihre entzückende dicke Engelsbacke und eile ins Kinderzimmer, wo mir zwei vorwurfsvoll schauende Augen aus dem Bett anblicken. „Ich will meine Milch!“ Und im Hintergrund fängt auch Josefine an, nach ihrem Fläschchen zu jammern. Ich fühle mich kurzzeitig in meine Kellnertage zurückversetzt, als Bestellungen und Beschwerden von sieben Tischen gleichzeitig auf mich einprasselten. Wem wende ich mich zuerst zu? Muffin, unserer Katze. Ich befürchte nämlich, dass sie mir den Arm abbeißt, wenn ich ihre leere Schüssel nicht augenblicklich mit Kitekat fülle. Ich jongliere also mit Katzenfutter, Babyfläschchen und 3,5prozentiger Bio-Milch, während ich mir mit meiner dritten Hand (die man sich als zweifache Mutter wachsen lassen MUSS!) einen Kaffee einlasse.
Zurück im Schlafzimmer erwartet mich ein infernalischer Duft nach…nun wie drücke ich mich freundlich aus?…Babyausscheidungen. Also: Windelwechseln ist angesagt. Habe ich schon erwähnt, dass die gefühlte Temperatur bereits 35 Grad beträgt? Schweißtropfen bahnen sich ihren Weg meinen Rücken hinab. Ich sehne mich nach einer Dusche. Mein Kaffee wird kalt. Schließlich sind beide Kinder milchsatt, gewickelt und halbwegs zivilisiert gekleidet.
Ich lege Josefine auf ihre Spieldecke, wo sie sofort mit ihren Übungen (Popo in die Luft strecken, der „liegende Gartenzwerg“) beginnt, was mich mit schlechtem Gewissen daran erinnert, auch mal wieder etwas für meinen Körper zu tun. Und Amelie klettert auf ihren Stuhl, um dort genüsslich ihr Müsli zu verzehren. Durchatmen. Ich bete innerlich um Kraft für den Tag. Um Geduld. Und Liebe. Früher hatte ich Zeit für ausgiebige Stille Zeit: Bibeltexte lesen, mir lange Gedanken über das Gelesene zu machen, meinen Tag innerlich zu planen, für meine Anliegen und für Freunde zu beten – kurz: intensive Zeit mit Gott verbringen. Heute: ein kurzer Blick in die Losungen, ein rasches Stoßgebet und die innere Rückversicherung, dass Gott da ist, meine Bedürfnisse kennt und mich auch in meinem chaotischen Zustand liebt.

Das bringt mich nun zu dem Punkt: Wie lebe ich überhaupt meinen Glauben als Mutter eines Babys und Kleinkindes? Wie überlebt meine Beziehung mit Gott in dieser anstrengenden Zeit? Und kann da geistliches Wachstum überhaupt stattfinden?

Ich bin mir absolut bewusst, dass ich als Mutter mehr denn je auf Gott angewiesen bin. Das ist auf der einen Seite beängstigend, denn das zeigt, dass ich eben nicht alles im Griff habe: meine Ungeduld, meine Müdigkeit, die mich schnell dazu verleitet, lieblos zu werden, die Sicherheit und Gesundheit meiner Familie usw. Worüber ich früher weitgehend Kontrolle hatte, ist mir entzogen worden, ich bin nicht mehr mein eigener Herr. Und kann mich nicht mehr primär um meine eigenen Bedürfnisse drehen. Das macht demütig. Und manchmal auch zornig. Aber gerade weil ich öfters als früher versage und größeren Mangel verspüre (den auch mein Mann nicht stillen kann), renne ich öfters zu Gott. Auch wenn es nur kurze Sprints sind und ich mich nur sehr kurz bei ihm aufhalten kann: „Hi Gott, bin gerade am Ende, brauche mal nen göttlichen Powerriegel. Und kannst du mir bitte helfen, meine Ungeduld in den Griff zu kriegen? Und was ich dir noch sagen wollte, ich bin echt froh, dass du mich magst – auch mit 10 Kilo Übergewicht und meiner Zickigkeit.“

Meine Beziehung mit Gott kann  ich mit folgender Metapher veranschaulichen: Eine Mutter hat ein halbwüchsiges Kind, welches gerade mitten in den Vorbereitungen zum Abitur steckt. Es wohnt noch daheim, nimmt die Hilfe der Mutter in Anspruch, aber verbringt die meiste Zeit am Schreibtisch, vergraben in seine Bücher. Es hat momentan wirklich keine Zeit, sich lange mit seiner Mutter am Kaffeetisch zu unterhalten oder mit ihr irgendwelche schönen Dinge zu unternehmen. Das muss warten, bis das Abitur geschrieben ist. Aber das Kind stellt zu keinem Zeitpunkt die Loyalität und Liebe seiner Mutter in Frage. Es ist froh, dass die Mutter seinen Rücken freihält, ihm Mut macht, es motiviert und ihm ab und zu als Aufmunterung sein Lieblingsessen kocht. Und die Mutter bedrängt ihr Kind nicht, denn sie weiß und akzeptiert, dass es sich hauptsächlich um sein Abitur kümmern muss – das hat Priorität. Solche intensiven Zeiten im Leben stellen noch lange nicht die Beziehung zwischen Mutter und Kind in Frage. Im Gegenteil: Sie sind ein Beweis für deren Tragfähigkeit und Belastbarkeit.

Ich beende diesen Eintrag mit Josefine auf meinem Schoß, die ganz hektisch nach der Tastatur angelt. Meine Berufung ist hier, direkt unter meiner Nase und verlangt danach, geliebt und umsorgt zu werden. Gott hat mich zu seinem Babysitter ernannt. Und damit ich dieser Berufung nachkommen kann, rüstet er mich täglich mit allem aus, was ich dafür brauche. Auch wenn mir oft die Zeit fehlt, weiß ich, dass er meinen Rücken freihält, mir Mut macht, mich motiviert und mir ab und zu als Aufmunterung Freunde vorbeischickt, dir mir mein Lieblingsessen kochen.

Familie, Fun

Familienspaß im Hochsommer

Dinge, die Kleinkindern (und nicht ganz so kleinen Kindern) im Sommer Spaß machen:

– Wassereis herstellen und vernaschen (meine neueste Kreation: Kirsch- und Bananensaft in einem Eisbecher einfrieren)

– Seifenblasen pusten bis man Sterne vor den Augen sieht

– Ein Windspiel aus gesammelten Muscheln basteln

– Einen Teller mit Kirschen, Erdbeeren, Melonenstücken, Himbeeren etc. verzieren, ins Gefrierfach stellen und dann vernaschen

Smoooothies!!!!

– Sich auf die Wiese legen, Wolken beobachten und gemeinsam überlegen, welche Form sie haben (für Amelie sind alle Wolken Enten…)

– Kleine Boote basteln und schwimmen lassen

–  Ein Lagerfeuer mit Stockbrot und Marshmallows veranstalten

– Lernen, mit dem Laufrad zu fahren

– Und nach dieser Anstrengung: gemeinsam Mittagsschlaf halten

– Durch den Gartensprinkler rennen (wir haben leider keinen, aber das Planschbecken tut’s auch!)

– Ein einfaches weißes T-Shirt mit Kartoffeldruck verzieren

Fun

Jugendsünden Part III

S – Stammdisco
Ich pirschte mich linkisch an meine ersten Discobesuche ran….und fand eine neue faszinierende und zugleich verwirrende Welt. Eingängige Eurodance-Beats („What is love? Baby don’t hurt me, don’t hurt me no more.“ Super easy – das konnten sogar die Berufsschüler mitgrölen), Nebelmaschinen, die mir die Nebenhöhlen freiätzten und natürlich die  Gattung Jungs. Mit Letzteren ergab sich so manch peinlicher Smalltalk à la „Bist du öfters hier?“ „Sind das Marlboro Menthols, die du da rauchst?“ oder „Der DJ war auch schon mal besser“.
Eigentlich hätte ich mir alle Eintrittsgelder sparen können, denn außer verrauchten Klamotten, diversen Katern und ödem Smalltalk hatten mir Discobesuche nie etwas gebracht. Und vom Gesparten hätte ich mir dann ne endcoole Chevignonjacke kaufen können..

T -Tagebuchschreiben
Ein Zickenstreit mit Schulkameradinnen entwickelte sich zu einem apokalyptischen Drama…. in meinem Tagebuch. Heute bin ich äußerst peinlich berührt, wenn ich mein Teenagergeschreibsel lese. Es war pathetisch, düster und triefte nur so vor Selbstmitleid. Gut, dass die Emo-Ära erst ein Jahrzehnt später folgte.

U – U2
Die Alben Joshua Tree und Rattle and Hum haben meine Teeniejahre geprägt. Und ich war unsterblich in Bono verliebt. Heute liebe ich natürlich Armin. Aber ich höre U2 immer noch gerne.

V – Verbotene Liebe
Ich war von der ersten Stunde an Fan, verfolgte das Liebesdrama um Jan und Julia und hasste Clarissa von Anstetten inbrünstig (obwohl sie in echt, also die Schauspielerin meine ich, sehr nett war. Sie saß im Flugzeug mal neben mir und war genau das Gegenteil ihrer Seifenoperrolle).

W – Wonderbra
Ja, auch ich betonte meine Weiblichkeit mit dem Wunder-BH. Heute hab ich das  – dank Stillphase – nicht mehr nötig.

X – XXXL
Yeah! Ich habe meine XXXL-Tshirts und -pullis geliebt!! Was sind wir doch als Teenies (im Gegensatz zur heutigen Jugend) unsexy durch die Gegend gelaufen. Da hätten wir uns ja gleich ne Burka überwerfen können.

Z – Zum Schluss – ganz klar – Beverly Hills 90210
Keine andere Serie hat die 90er so sehr geprägt. Obwohl sie heute eigentlich auch nur noch peinlich ist. Außer Dylan. Der war der einzig Normale unter all den kalifornischen hirnamputierten Saubermännern und -frauen.

Fun

Jugendsünden Part II

L – Loopingstrohhalm, die keimverseuchte Trinkhilfe
Nur EHEC ist gefährlicher….

M – Mixkassette
Freitagabend in einem fränkischen Kaff. Ich sitze wie ein hypnotisiertes Karnickel vor meinem Phillips-Kasettenrecorder und höre die Schlager der Woche auf Bayern 3. Sobald die ersten Takte eines Hits erklingen, drücke ich die „Aufnahmetaste“. Mein Finger bleibt über ihm nervös schweben und drückt hektisch auf „Aus“, sobald der Moderator wieder das Quasseln anfängt. Leider habe ich oft genug ungewollte Verkehrsnachrichten und Moderatorengedöns mitgeschnitten und somit auf meinen Mixkassetten verewigt.

N – New Kids On The Block
Ich habe sie aus Prinzip und Opportunismus gehasst. Heimlich hab ich sie aber trotzdem gerne gehört.

O – Odol-Mundspray
Wieso hat eigentlich irgendwann Zähneputzen nicht mehr gereicht? Ach ja, wenn man heimlich eine gequarzt hatte, wurde eine halbe Dose in die Mundhöhle gesprüht, damit die Eltern keinen Verdacht schöpften. Eine Mutter kann man aber leider nicht täuschen.

P- Piercing
1993 ließ ich mir in Akko/Israel bei einer Araberin mein Nasenpiercing stechen. Ich war damit sowas von en vogue! Und starb vor Angst fast tausend Tode. Das bewahrte mich dann später davor, mir ein Bauchnabelpiercing stechen zu lassen, welches ich mir seit dem Video Cryin von Aerosmith heiß und innig gewünscht hatte.  Ach, ich wäre so gerne wie Alicia Silverstone gewesen…..

Q – Queen
Nach der Todesnachricht von Freddy Mercury war in meiner Klasse Trauerstimmung angesagt. Tagelang gab es kein anderes Thema. Dass er an AIDS gestorben war, machte das Ganze zusätzlich SKANDALÖS. Denn an unserem Land-Gymnasium war das Skandalöseste ein Metallica-T-Shirt zu tragen und in der Pause in der Raucherecke abzuhängen.

R – Radlerhosen
Über dieses Kapitel meines Lebens verhänge ich schamesrot eine Schreibsperre.

Fun

Jugendsünden Part I

Ich konnte an diesem Buchtitel im Laden nicht vorbeigehen!:

„Wir waren jung und brauchten das Gel“ – Das Lexikon der Jugendsünden

Dieses Buch lud mich ein, mich einige vergnügliche Stunden in meinen schlimmsten Jugendsünden zu wälzen und die späten 80er und 90er Jahre Revue passieren zu lassen. Von leichter Melancholie umwölkt, erinnerte ich mich seufzend an meine erste Levi’s 501 (DAS Must-have der 90er), die Cliff-Werbung und an Riesenhandys.

Inspiriert davon, werde ich nun einen mutigen Schritt gehen und meine größten Jugendsünden offenbaren. Es wird mir unendlich peinlich sein, aber nur wenn ich heute darüber lachen kann, bin ich mit der peinlichen Vergangenheit versöhnt.

A – Arschgeweih
GOTT. SEI. DANK. Dieser Trend ging haarscharf an mir vorüber! Ich hatte zwar schon eine Zeichnung für ein oberhässliches Tattoo entworfen, es aber nie in die Tat umgesetzt. Dafür mussten Schulter und Unterbauch als Tätowierunterlage herhalten. Seufz.

B – Brieffreundschaften
In der Zeit vor Internet, Handy, Facebook, dienten Brieffreundschaften als langweilige und nichtssagende Vorstufe des Social Networking. Aufgrund von Annoncen in diversen Pferdezeitschriften (Wendy, Conny) entstand so manche Brieffreundschaft, deren Briefwechsel im Allgemeinen so aussah:

„Hallo Vroni, wie geht es dir? Mir geht es gut. In Mathe haben wir heute eine Ex geschrieben. Am letzten Wochenende war ich auf dem Warendorfer Reitturnier. Ich habe eine braune Plakette in der E-Dressur gewonnen. Anschließend durfte ich feiern gehen und bis halb zehn in der Pizzeria sein. Das war echt toll. Ich freu mich, wenn ich bald Post von dir kriege. Tschüß, Deine Zenzi.“

C – Clearasil
Scheißpickel gingen davon auch nicht weg.

D – Derbes Schuhwerk
Oh ja, auch ich besaß sie. Die unsagbaren Buffalos, die sich bis heute – unverständlicherweise – eine Fangemeinde erhalten haben. Was habe ich sie geliebt! Ich hatte sie in den Variationen weiß (hinten offen), im Tigerlook und mit zehn Zentimeter dicken Sohlen und in schwarz.

 

E – Eastpak
Meinen ersten (und einzigen) Eastpak-Rucksack hatte ich mir auf ebay ersteigert. Das waren meine ersten Gehversuche im Internet. Den Rucksack habe ich heute noch. Vielleicht finden ihn irgendwann meine Töchter voll retro und wollen ihn erben.

F – Flaschendrehen
Hab plötzlich eine akute Gedächtnisschwäche

G – Girlie
Wollte ich offiziell nie sein, kaufte mir aber dann doch heimlich die Spice-Girls- und Tic-Tac-Toe-CD. Und ich fand Heike Makatsch toll.

H – Hardrock Cafe
Auch ich war stolze Besitzerin diverser Hardrock-Cafe-T-Shirts. Ohne zum Teil einen Fuß in die jeweilige Stadt gesetzt zu haben. Meine lauteten: Hardrock Cafe Jerusalem, Hardrock Cafe Tel Aviv und Hardrock Cafe Patpong. Letzteres ist zum Schreien, denn ich trug es mit größtem Stolz und erst viele Jahre später erfuhr ich, dass es sich bei der mysteriösen“Stadt“ Patpong um Bangkoks Rotlichtviertel handelt! Ein absolutes Must für mich: an allen T-Shirts den Kragen rausschneiden (diesen Modefimmel hatte ich von den Israelis übernommen. Dort überlebte kein T-Shirt die Schere.).

I – Israel
Dort verbrachte ich das gefühlte halbe Jahrzehnt zwischen 1991 und 2000. In Israel kaufte ich mir dann auch meine erste Levi’s 501 (gefälscht und damit erschwinglich), brachte unzählige israelische Mixtapes in meinen Besitz, schaute Beverly Hills 90210 mit hebräischem Untertitel, tanzte in Discos zu Eurodance und MTV London mit Ray Cokes war mein täglich Brot.

Mit Levi's 501, Nasenpiercing und Girlie-Shirt in Israel, 1996. Sorry für den Bitch-Blick.

J – Jeans zerstören
Waren alle meine T-Shirts zerstört, kamen die Jeans dran. Je zerlöcherter, desto besser. Mit Graus erinnere ich mich an die Kämpfe mit meiner Mutter. „So gehst du heute nicht mit in die Kirche. Zieh dir eine anständige Hose an!“ „Mann Mutti, das trägt man heute so! Wenn es die Leute in der Kirche stört, sind sie selbst schuld.“ „Nein, entweder du ziehst dich anständig an oder du kannst zu Hause bleiben.“ „Dann bleib ich eben zu Hause.“ Und somit hatte ich ich ein weiteres Mal um den lästigen Kirchgang gedrückt.

K – Kuschelrock
Ich kann mit Stolz und Recht behaupten, dass ich nie auch nur eine Kuschelrock-CD besaß. Bis ich heiratete und Armin seinen großen Fundus mit in die Ehe brachte. Trotzdem fand ich ja heimlich Lieder wie „Especially for you“ (Kylie Minogue, Jason Donovan) oder „To be with you“ (Mr. Big) ganz cool.

L – Liste wird in Kürze erweitert

Und was waren Eure Jugendsünden?

Familie

Wohoooo!

Gerade sehe ich, dass mein Blog mittlerweile 10.000 Views hatte.

Danke, Danke, Danke fürs Mitlesen, Mitleiden, Mitfreuen! Ich freue mich über jeden Kommentar wie ein Schnitzel, also dürft ihr gerne kommentieren, was das Zeug hält. Weiter gehts, die 20.000 knacke ich auch noch….

Familie

Vom Umziehen, Geocachen, Abstillen und Abnehmen

Ich habe die letzten Wochen gefühlte Zillionen Themen angesammelt, über die ich schreiben möchte. Nicht alles ist blog-geeignet (hey Leute, ein bissel Privatsphäre muss sein!), aber alles andere werde ich nun in Bild-Textform wiedergeben.

1. Der Umzug

Wir sind innerhalb unseres Hauses umgezogen. Hört sich nicht spannend an, war es auch nicht. Aber sauanstrengend. Das Ergebnis? Amelie und Josefine haben nun ihr eigenes Reich mit selbstgebautem Hochbett (eine La Ola für Schwiegerpapa!) und unser Büro haben wir deutlich abgespeckt. Neuerdings legen wir also die zwei Mädchen ins gleiche Zimmer zum Schlafen. Das ist für uns alle noch Neuland und geht nicht immer glatt. Aber Aufgeben ist keine Option (diese Philosophie lässt sich gerade auf so einige Lebensbereiche übertragen).

Amelies und Josefines kleines Schlafparadies

2. Ein Wochenende mit Freunden

Oh ja, das muss hier auch seinen Platz finden! Der Besuch unserer lieben Freunde Annette, Ralf und Stina, sowie meiner Nichte Kaesha. Ich weiß nicht genau warum das so ist, aber in ihrer Gegenwart gibt es immer etwas zum Lachen, immer Gesprächsstoff, immer Ermutigung und ein offenes Ohr. Und nachdem sie uns seit Jaaahren mit ihrem Hobby Geo-Cachen in den Ohren liegen, haben wir es nun diesen Pfingstsonntag gemeinsam ausprobiert. Armin ist ja nun (sehr stolzer) Besitzer eines Eifons und tataaaa: man kann es auch als Navi-Gerät nutzen (fehlt nur noch die Eierkochfunktion, ansonsten kann es ja echt alles). Mit Sack, Pack, unwilligen Teeniekindern, begeisterten Kleinkindern und dummerweise ohne einen Schluck zu trinken begaben wir uns auf moderne Schatzsuche. Ich war dann doch leicht enttäuscht, dass das Versteck nur ein sogenanntes Logbuch enthielt, in dem man sich mit seinem Usernamen eintragen konnte. Hmm, ich hatte zumindest erwartet, am Ende dieses staubigen Weges auf ein paar liebevoll versteckte Gummibärchenrationen oder Überraschungseierfiguren zu stoßen…. Egal, wir hatten trotzdem unseren Spaß und sind am Ende mit einer Erfahrung mehr und ausgedörrter Kehle nach Hause zurückgekehrt.

Wir haben den "Schatz" gehoben!

3. Die Freuden des Abstillens (meine Stillberaterin wird mich würgen)

Ich bin wochenlang auf den Resten meines Zahnfleisches gegangen. Nachts wurde ich alle 2 Stunden aus dem Schlaf gerissen und tagsüber wandelte ich als ungenießbarer Zombie durch Haus und Garten. Finchen wollte nichts anderes. Nur meine Brust. So oft wie möglich. Und da mein schlechtes Muttergewissen mir fleißig suggerierte: Nein, du darfst noch nicht abstillen. Dein Kind braucht deine Nähe. Sie wird schweren geistigen und emotionalen Schaden davontragen, sobald du sie abstillst.

Aber der Leidensdruck wurde Gott sei Dank so groß, dass mein gesunder Menschenverstand über mein Muttergewissen siegte. Ich bin kurzerhand nachts aufs Fläschchen umgestiegen. Und siehe da! Mein Baby kommt nun nur noch zweimal nachts. Manchmal sogar nur einmal. Was für ein Lebensgefühl! Ich kann wieder lachen! Ich habe Anflüge von Energie und Kreativität! Die Augenringe schwinden! Und nun darf auch endlich das überflüssige Körperfett, welches ich die letzten drei Jahre fleißig angesammelt hatte, schwinden!!

4. Und so sind wir beim Thema „Abnehmen“

Ich halte nichts von Diäten. Oder von Pillen. Oder von Pülverchen. Ich lasse mir einfach nicht vorschreiben, was ich zu essen habe und was nicht! Hallo?? Ich werde mich hier nicht zum Sklaven von Kalorienzählen und panischer Fettvermeidung machen. Aaaaber nun hat mir meine kleine Schwester von Almased vorgeschwärmt. Dieses Pulver, welches man zu einem Drink anrühren kann, soll also angeblich beim Abnehmen helfen. Ich konnte mir nicht vorstellen, alle drei Mahlzeiten durch einen popeligen Drink zu ersetzen, der irgendwie nach grieseligem Soja schmeckt. Also ersetze ich gerade nur das Abendessen. Während Amelie und Armin frische Brötchen mit Butter, Käse und Wurst in sich reinstopfen, sitze ich tapfer vor meinem Glas Almased. Ich bin mal sehr gespannt, wie, ob und bis wann ich meine 15 Kilo abnehmen werde. Moment, es sind nur noch 14 Kilo. Dank Almased.