Familie

Mein Intellekt braucht einen Kürbis

Kreativität + Schaffenskraft + Ideenüberfluss + zu wenig Zeit = Frust

Ja, so siehts gerade aus! Ich habe das Gefühl, mit jedem weiteren Schluck Muttermilch verlässt ein Quentchen Energie meinen Körper. Den ganzen Tag präsent sein, dem großen Kind durch die Sauberwerdphase helfen (jaaaaa, sie geht endlich aufs Klohoooo!), dem Baby die Löffelkost schmackhaft machen, Berge von vollgespuckter Wäsche waschen, Mutter, Ehefrau, Freundin sein: das schlaucht. Alle Hobbies und das Schreiben liegen brach. Und irgendwie hab ich das Gefühl, auch mein Hirn liegt brach. Klar, es ist eine Leistung, die vielen kleinen hausfraulichen und mütterlichen Leistungen unter einen Hut zu bringen, aber mein Intellekt wird dadurch nicht unbedingt angeregt und inspiriert.

Anyways. Ein Hobby hat zwischendurch trotzdem seinen Platz: das Gärtnern. Ich wollte ja eigentlich dieses Jahr aus Zeitersparnis nur Kürbis anbauen. Der wächst wie Unkraut und braucht keine Pflege. Dann wurde es doch ein bisschen mehr: nun wachsen bei mir im Garten: Tomaten, Chillies, Zwiebeln, Schalotten, Erdbeeren, Möhren, Radieschen, Salat, Kohlrabi, Knoblauch, Rucola…und Kürbis. Auf meiner Fensterbank stehen die kleinen Zöglinge schon in den Startlöchern.

Liebe Schnecken und lieber Löwenzahn. Nehmt euch in Acht! Eure Tage sind gezählt. Vor allem, wenn Armin seinen Schneckenkorngroßangriff unternimmt. Letztes Jahr hat er eine komplette Packung auf einmal verteilt und somit einen fürchterlichen Schneckenmassenmord begangen.

Familie

Bilder eines Tauftags

Ostersonntag ist in unserer Familie der traditionelle Tauftag. Passt ja irgendwie, oder? Der Tag der Auferstehung steht symbolisch für die Sichtbarwerdung der Liebe Gottes. Und die kommt eben auch in der Taufe ganz stark zum Ausdruck. So, genug des hochgestochenen Geschwafels..it’s picture time: tataaa! Josefines Taufe, bitteschön:

Noch herrscht Friede und Ruhe in der Smoor’schen Casa. Amelie hat mal wieder einen Liebesanfall für ihre kleine Schwester.

Geschafft. Gott sei Dank bin ich vor Rührung nicht komplett in Tränen ausgebrochen. Sonst würde ich auf dem Bild aussehen wie Alice Cooper.

Unsere liebe Taufpaten Annette und Ralf...man kennt sich noch aus Schulzeiten. Und damit aus einem anderen Leben!
Meine Schwägerin mit ihren drei Mädchen & Josefine. Ein blonder Traum.
Der Knuspergrill hat uns mit Brathähnchen, den weltbesten Pommes und Falafel versorgt. Boah, war das Essen gut!!
Die beste kleine Schwester der Welt kurz vor der Detonation. Mia inside!
Die besten Eltern der Welt.
Warum wundert es mich, dass Amelie das Schokoladenessen so ausgezeichnet beherrscht?
Der Gewinnerkäsekuchen meiner großen Schwester (sie hat tatsächlich an einem Käsekuchenwettbewerb teilgenommen und mit diesem Rezept den ersten Platz belegt. In meiner Familie dreht sich einfach alles um den Genuss!)
Ich bin heut der Star!
Meine große Schwester Christine hatte ein Puppentheaterstück für Josefine verfasst. Ich war entzückt! Vor allem von Ralfs improvisierter Darstellungskunst.
Ich. Erschöpft. Glücklich.
Nach so einem aufregendem Tag muss man sich mal nen Schluck gönnen.
Der Geschenketisch.


Gedanken

Vronis Talkrunde

Mittagspause. Der Himmel hat mir zwei Kinder geschenkt, die mittags mindestens zwei Stunden schlafen. Ich reibe mir freudestrahlend die Hände und putze das Klo. Eigentlich habe ich ja eine Putzfrau, aaaaber die putzt nicht ganz so toll wie ich. Wenn nach meiner Schrubberei Bad und Klo glänzen und mein Mann wieder gerne ein paar Stunden dort mit seinem ADAC-Magazin verbringt, dann fühle ich mich ganz zufrieden. Ich räume die Putzsachen auf und stolpere über einen Berg Wäsche, den ich schon seit Tagen krampfhaft ignoriere. Na gut, seufze ich innerlich. Mache ich daraus das Beste. Ich schaue ein bisschen Unterschichten-Fernsehen und lege dabei die Wäsche zusammen. Es läuft Britt. Die letzte Bastion der Mittags-Trash-Talkshows. Die Gäste wie üblich eine gesunde Mischung aus Playboy, sexy Disco-Hasen und die hässliche Moral-Apostelin. Keine Ahnung was das Thema ist. Die wortgewandte Talkrunde diskutiert darüber, dass sexy gestylte Frauen selbst schuld sind, wenn Ihnen One-Night-Stand-Angebote ins Haus flattern. Selbst wenn diese gar keinen wollen und sich darüber empören. Der männliche Gast: „Ey, ich bin erst 21, da darf ich doch ruhig ein bisschen Spaß haben, oder!“ Publikum:“….“ (wartet auf Britts Urteil). Britt: „Klar, da muss ich ihm mal recht geben. Mit 21 muss man sich ja noch nicht fest binden. In einer Beziehung sollte er schon monogam sein, aber wenn er Single ist, dann kann er doch ruhig Spaß (sprich: rumpoppen) haben.“ Publikum klatscht. Männlicher Gast (erleichtert über die Zustimmung): „Ja, find ich auch!“

Darf ich mal Talk-Master spielen?

Der gleiche Dialog.

Männlicher Gast: „Ey, ich bin erst 21, da darf ich doch ruhig ein bisschen Spaß haben, oder!“

Ich:“Was meinst du mit Spaß? Karussellfahren? Zu Burger King gehen? Häkeln?“

MG: „Hä? Ne, ich mein Bräute klarmachen.“

Ich:“Du gehst also gerne zu Hochzeiten.“

MG: „Willst du mich verarschen? Nein, Frauen abschleppen, poppen!“

Ich:“Aha. Und diese Frauen sind damit einverstanden? Wie ist deine Flirt-Taktik?“

MG:“Klar, die wollen alle! Gibt keine, die wo mal nein gesagt hätte! In der Diso geh ich halt zu so einer hin und sag ihr, dass sie schöne Augen hat oder geil tanzt. Dann reden wir ne Weile und meistens fragen die mich dann, ob ich heut noch was vorhab. Dann is schon alles klar.“

Ich:“Und den Mädchen ist bewusst, dass du nur einen One-Night-Stand möchtest?“

MG:“So direkt muss man ja nicht drüber sprechen. Die merken das dann schon. Und überhaupt wollen die ja auch nur Sex.“

Ich:“Bist du dir sicher?“

MG:“Klar Mann, schau mich an. Ich bin ein geiler Typ!“

Ich:“Aha. Die Aussage, du wärst ein geiler Typ, rechtfertigt also ein frauenfeindliches Verhalten, mit dem du hinterlistig Frauen ins Bett bekommst und dich hinterher aus dem Staub machst. Ich klär dich mal auf: Wir Frauen sind gutem Sex nicht abgeneigt. Nur lassen wir damit immer ein Stückchen von uns beim Mann. Im schlimmsten Fall ein Stück unseres Herzens. Das ist am Anfang vielleicht nur ganz klein. Aber gehen wir mit ihm wieder ins Bett, wird das Stück größer. Und ehe wir uns versehen, hängt unser ganzes Herz an diesem Mann. Plötzlich glauben wir unserer eigenen Lüge nicht mehr, dass wir mit diesem Mann ja nur ein bisschen Spaß wollten. Was wir tatsächlich wollten, war die Bestätigung unserer Einzigartigkeit, eine intime Bindung, Liebe. Sich das einzugestehen tut weh. Noch mehr schmerzt es, dass der Mann uns mit Lügen ins Bett gelockt hat und wir diesen Lügen glauben wollten. Ein Stück unseres Selbsts, unseres Selbstwerts ist zerstört worden. Das, mein Lieber, ist das Resultat deines Handelns. Wird dir langsam die Verantwortung bewusst, die du uns Frauen gegenüber hast?“

MG:“Hab nur die Hälfte verstanden von deinem Psycho-Gelaber. Aber die Frauen sind doch auch mit Schuld!“

Ich:“Ja, ich wünschte mir, wir Frauen würden mutiger zu uns selbst stehen und das was uns fehlt, nicht in einem One-Night-Stand zu suchen.“

MG:“Wo sollen sie es denn dann suchen?“

Ich:“Das war heute die erste intelligente Frage aus der Talkrunde. Finde es selbst heraus.“