Familie

Schatz, bin ich zu dick?

„Ich bin zu dick.“

„Ich bin zu dünn.“

„Ich bin zu laut“.

„Ich bin zu schüchtern“.

„Meine Haare sind zu dunkel“.

„Meine Haare sind zu dünn“.

„Ich bin zu auffällig“.

„Ich bin zu unauffällig“.

„Ich bin zu unsportlich“.

Würde ich eine Umfrage unter Frauen machen, was sie an sich kritisieren, würde ich Hunderter solcher Aussagen erhalten. Und ich selbst nehme mich da nicht aus. Ständig wird uns eingeimpft, wie wir zu sein hätten! Gott sei Dank hab ich mir das Lesen von Frauenmagazinen schon vor Jahren abgewöhnt. Ich merkte nämlich, dass ich nach dem Durchblättern von Cosmo, Brigitte und co. jedes Mal von Komplexen geplagt wurde: „Meine Klamotten sind von vorgestern, ich sollte dünner sein, ich sollte mehr auf die Pflege meiner Haut achten, ich sollte mich mehr in meinen Job reinhängen, ich sollte dies, ich sollte das….“ Diese Zeitschriften haben nur zwei Ziele: mir mein Geld aus der Tasche zu ziehen und mich zu manipulieren. Schluss damit!

Ich wünschte, wir Frauen würden endlich lernen, zu uns selbst zu stehen. Wie will die Gesellschaft uns denn haben? Am liebsten angepasst, schlank, unauffällig, fleißig, nett und adrett. Sorry, in das Schema passe ich nicht. Früher, ja da wünschte ich mir genau so zu sein und hasste es, dass ich manchmal furchtbar laut und peinlich sein kann. Dass ich einen derben Humor habe. Dass mein Hintern größer als eine Burgerbratpfanne ist. Dass ich keinerlei Interesse an einer konventionellen Karriere habe. Dass ich nicht süß bin. Dass ich manchmal furchtbar launisch bin.

Das Wunderbare am Altern ist, dass ich mehr und mehr lerne, zu mir selbst zu stehen. Mich selbst zu bejahen. Unabhängiger von der Meinung anderer werde. Was nicht heißt, dass ich nicht kritikfähig bleiben sollte. Dass ich an meinen Fehlern und Schwächen weiterhin arbeite. Aber ich muss mich nicht jeden Tag mehr in das dunkle Tal der Selbstzweifel stürzen.

Mädels, lasst uns unsere Vielfalt und Einzigartigkeit feiern anstatt sie ständig zu verdammen!

Rezepte

Kürbisfreunde aufgemerkt!

bin ein Fan von Ruckzuck-Schmackofatz-Rezepten. Ich habe mittags keine Zeit, filigrane Schnitzkunstwerke aus Karotten herzustellen oder Granatäpfel auszupulen. Noch besser, wenn so wenig Pfannen und Töpfe schmutzig werden. Schnell, effizient, lecker, gesund – das ist mein derzeitiges Küchenleitmotto. In meiner Ökokiste langweilten sich zwei Kürbisse. Hmmm, da stolperte ich über ein verheißungsvolles Rezept und voilà! Ich habe heute ein neues Lieblingsrezept kreiert!

Backofen-Lachs mit Kürbis

4 Lachssteaks (salzen und pfeffern)

250 g Kürbis, in kleine Würfel geschnitten

2 Schalotten fein hacken

2 EL Butter

150 g Creme Fraiche oder Schmand

0,2 l  Gemüsebrühe

Pfeffer, Dill

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Schalotten mit Butter und Kürbis kurz andünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und aufkochen. Creme Fraiche unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen, Dill zugeben.

Eine Gratinform mit Butter fetten. Den vorbereiteten Lachs hineinlegen und den Kürbis samt Sauce darauf verteilen. Die Form mit Alufolie verschließen und im Backofen ca. 20 garen.

Amelie und ich haben die komplette Portion vernichtet! Muss ich noch mehr sagen….?

Familie

Days like these….

Die Tage mit zwei Kindern vergehen wie im Flug. Und zwar nicht wie in einer gemütlich vor sich hinbrummenden Cessna, sondern wie in einem Raketengeschoss, an dessen Bord Rage Against The Machine spielen. An manchen Tagen muss ich mich regelrecht anstrengen, mich zu erinnern, was gestern, den Tag davor und den Tag davor war. Also fasse ich mal für den an einem Mutteralltag interessierten Leser und für mein zersiebtes Gedächtnis zusammen:

Eigentlich startet der Tag schon gegen 5 Uhr. Und zwar punktgenau mit Josefines Jammern. Sie ist in ihrem morgendlichen Jammern recht dezent, aber es findet trotzdem seinen Weg in meinen verschlafenen Gehörgang. Also nehme ich meine Tochter in den Schwitzkastengriff (hört sich brutal an, liebt sie aber), und so schlummern wir dann noch mal ein bis zwei Stunden.

7:30 Uhr Endgültiges Erwachen. Mein Ärmel ist speicheldurchtränkt, manchmal auch mit kleinen Milchbröckchen durchsetzt, was einen interessanten sauren Geruch verströmt. Hmmm. So kann der Tag beginnen. Nanosekunden später hüpft Amelie aufs Bett mit einem ihrer Bücher im Arm. „Mama, lesen.“ Und wenn ich nicht sofort reagiere: „MAAAMAAAA, LESEEEEN!!“ Ich fahre meine Multitaskingfähigkeiten hoch, stille Josefine, lese Amelie ein Buch vor und versuche krampfhaft meine rotgeäderten Augen offen zu halten.

7:45 Uhr Stereowickeln und -anziehen. Das klappt mittlerweile prima. Außer wenn Amelie gar keine Lust hat und a) lieber ihre Puppe wickelt oder b) mit hüpfenden Locken durchs Haus rennt und ich sie fangen soll. Niemand hat mir je versprochen, dass Kinderaufzucht einfach ist.

8:00 Uhr Frühstück. Zum ersten Mal an diesem noch fast jungfräulichen Tag habe ich ein paar Sekunden für mich und meinen Kaffee, während Amelie neben mir ihren Joghurt schlabbert und Josefine zufrieden in ihrer Wippe sitzt. Dann schweifen meine Gedanken ab zu maledivischen Traumstränden, oder zu Angelina Jolie mit ihren 31 Kindern, dem Stall voller Nannies, Köche, Personal Trainers und Visagisten. „Amelie Kacka muss!“ Und so werde ich nach kurzer Träumerei wieder in die Realität zurückkatapultiert.

8:30 Uhr Duschen. Ja, und zwar mich! Ich!darf!duschen! Dazu schiebe ich Josefine im Stubenwagen ins Bad. Sie steht total auf das Duschgeräusch und pennt dabei jedes Mal ein. Schwieriger ist das Unterfangen, Amelies Zähne putzen zu wollen. Da muss jedes Mal die böse Drohung her, dass Karius und Baktus ihren Zähen ganz ganz fieses Aua machen werden, wenn sie sich weigert. Bringt aber auch nicht immer was. Ich habe den leisen, unheimlichen Verdacht, Amelie durchschaut schon langsam unsere Erwachsenenflunkereien. Na dann viel Spaß, Osterhase und Christkind!

9:00 Nach einer Turbodusche fühle ich mich endlich für den vor mir liegenden Tag gespornt und gestiefelt. Ich nutze Josefines Badezimmerschläfchen und wirbele mit Putzlappen, Staubsauger und Dreckwäsche durchs Haus. Oh, da rieche ich etwas höchst Verdächtiges. Amelies Androhung beim Frühstück hat sie in die Tat umgesetzt. Ich wickele und sinniere dabei über die Genfer Menschenrechtskonventionen.

10:00 Uhr Stillen und Vorlesen.

11:00 Uhr Jetzt aber ruckzuck Kochen. Dank meiner Kochliste geht das tatsächlich immer ruckzuck. Allerdings hat sich unser Speiseplan mit Amelies Entwicklung ihrer Geschmacksknospen einer Wandlung unterzogen. Nix mehr mit Sushi, Gamberi alla Venezia oder Artischocken-Risotto. Stattdessen: Fischstäbchen, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Pizza. Gut, dass Josefines Gusto nur auf Muttermilch fixiert ist. NOCH!

12:00 Uhr Alle Mann …pardon Mädchen..antreten zum Stereowickeln! Dann heißt es laut Amelie: Papa schläft (das sollte sie mal seinem Arbeitgeber Kaufland unter die Nase reiben!), Mama schläft (hahaha! Kam bei diesem hohlen Lachen gerade die Ironie rüber?), Josefine schläft (hmm, mal sehen…), Amelie schläft, Gulla schläft (Amelies Puppe), Muffin schläft (unsere Katze).

13:00 Uhr Jaaa, an manchen Tagen klappt Amelies Schlafszenario sogar. Ich kuschele mich mit Josefine auf die Couch (mit dem hilfreichen Schwitzkastengriff), während Amelie in ihrem Bett schläft. Irgendwann rappele ich mich hoch, in der Hoffnung, dass Josefine weiterschlummert. Das ist aber in 99 Prozent der Fälle nie der Fall. Egal wie leise und unauffällig ich mich auch entferne. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte mich einfach an einen anderen Ort beamen. Zum Beispiel in die Küche. Zur Kaffeemaschine.

14:30 Uhr Alle wach! Bis auf Muffin. Die würde auch nach einem atomaren Angriff auf Waldbach weiterschlafen. Stopp, stimmt nicht. Dann würde sie in den Schlaf, der auch als ewiger bekannt ist, fallen.

15:00 Uhr Nachmittagsprogramm. Das besteht wahlweise aus Kneten, Einkaufen bei DM („Amelie mit, Kekse kaufen!“), Spazierengehen mit Bobbycarfahren und Hühnerfüttern, Vorlesen (Klappe, die 11.), oder Langeweilebacken. Langeweilebacken? Ja, das gibts hier bei den Smoors öfters. Wenn wir schon alle Programmpunkte abgehakt haben und trotz allem noch soooviel Zeit bis zum Abendessen ist, dann backen wir. Cookies, Apfelkuchen, Bananenbrot, Zimtschnecken.

17:00 Uhr Mal wieder Stillen. Jetzt kommt der anstrengendste Teil des Tages. Alle werden müde und quengelig. Auch Mama. Aber die darfs nicht zeigen und muss sich jetzt noch bis ca 20:00 Uhr zusammenreißen. Das nennt man Selbstregulation. Können Kinder noch nicht. Und leider auch einige Erwachsene nicht.

18:00 Uhr „Papa, Papa, Paaappaaaa!“ so Amelies Freudenschrei, sobald draußen ein Mercedesmotor ertönt. Armin ist da. Endlich Verstärkung. Endlich ein Erwachsener, mit dem ich Themen abseits von Kackawindeln, Duplofiguren und Keksen erörtern kann. Wir essen zu Abend, oft mit einer heulenden Josefine auf dem Arm. Sie kann jetzt nicht mehr und muss alle aufgenommenen Reize des Tages verarbeiten. Da muss man cool bleiben. Da muss man durch!

19:00 Uhr Die Smoorsche Taskforce bringt die Mädchen ins Bett. Ich kümmere mich um Josefine, die zwar noch keine Zicken wegen Zähneputzen und Schnuller veranstaltet, die uns aber ein 10-minütiges Kreischkonzert vom Allerfeinsten bietet. Der Tinnitus wartet schon um die Ecke… Armin bändigt unsere 2-jährige, die ihn aber oft mit perfiden Verzögerungstaktiken um den Finger wickelt: „Amelie Milch haben“, „Amelie Aua hat“ usw.

20:23 Uhr Endlich Ruhe. Endlich Couch. Die zwei Babyphones auf dem Couchtisch erinnern uns aber daran, dass wir trotzdem weiterhin auf Abruf bereitstehen. Egal. Jetzt ein Gläschen Wein. Eine Folge DSDS (zu mehr reicht meine Aufmerksamkeitsspanne zur Zeit nicht mehr) und um 21:30 Uhr ins Bett.

Tja, dieser Tag ist aber noch laaange nicht zu Ende. Der Mamajob geht bis in die Nacht bzw. bis in die frühen Morgenstunden weiter. Wie ein tapferer Soldat entere ich die Nacht, lasse mich alle 2 Stunden aus dem Schlaf reißen, wiege unser Baby im Arm, kämpfe mich zurück in den Schlaf (immer mit einem halben Ohr am Kind) und träume dann fürchterlich wirres Zeug von Dieter Bohlen, der aus atomar verseuchter Knete Apfelkekse formt und diese an unsere Muffin verfüttert.

Bücher, Familie

Buchtipps für Kiddies und leidgeprüfte Eltern

Wer ein Kind hat, und dieses nicht unbedingt vor dem bequemen Babysitter Fernsehen parken wollen, liest vor. Stunden über Stunden. Oft gibt es Lieblingsbücher, die ich schon so oft vorgelesen habe, dass ich den Text mit geschlossenen Augen rezitieren kann und nebenbei im Geiste über die neue Wandfarbe für unser Wohnzimmer meditieren kann. Leider gibt es auch Werke, bei denen ich mich mit Würgen überwinden muss, diese vorzulesen.

Eltern (und solche, die es werden wollen) aufgepasst!

„Meine allerschönsten Geschichten“

Man nehme einen debilen Autor, dessen Hirnzellen vom regelmäßigen Cannabiskonsum aufgeweicht sind, und lasse ihn ein englisches Kinderbuch übersetzen. Kostprobe gefällig?

Schrum-didel-dum-Didel

Die Katze spielt Fidel

Die Kuh springt über den Mond

Da klappert der Teller

Komm Löffel lauf schneller.

Boah!!!Das hält man nur mit Drogen aus bzw. man kann nur im Rauschzustand diesen Zeilen einen tieferen Sinn zuordnen. Ich finde zu diesem Kinderbuch einfach keinen Zugang. Vor allem auch deshalb, da es an sehr veralteten Geschlechterrollen festhält. Da hat z.B. in einer Geschichte eine Frau Schwierigkeiten, den Abwasch zu machen. Sie wäscht und wäscht und wäscht den ganzen Tag. Wenn dann der Ehemann nach Hause kommt, steht natürlich kein Essen auf dem Tisch!! SKANDAL!!! Der Mann, ein ganz pfiffiger, schenkt seiner Frau kurzerhand eine Spülmaschine. Mit Dankbarkeitstränen in den Augen setzt sich die Frau umgehend in die Ecke, um dem Mann etwas zu nähen.

Diese Geschichte werde ich nie NIE NIE meiner Tochter vorlesen. Dagegen ist das Struwelpeterbuch als pädagogisch höchst wertvoll einzustufen!

Aber nun nach all der Meckerei zu meinen Favoriten. Also Bücher, die ich sogar heimlich in Abwesenheit meiner Tochter lese.

1. Mein Esel Benjamin


Ein alter Klassiker, der auch schon meine Kindheit mit Träumen vom eigenen Esel und einem rundum sorglosen Leben auf einer hübschen Mittelmeerinsel nährte. Ich kenne kein Kind, das nicht auf dieses Buch abfährt! Es ist zwar echt uralt und in schwarzweiß, aber die Protagonisten – ein Eselbaby und ein pausbäckiges Mädchen – lassen jedes Herz dahinschmelzen! Hat hier vielleicht meine Begeisterung für Schwarzweiß-Bilder ihren Anfang gefunden?


2. Ein Jahr in Wimmelhausen


In diesem Buch werden textfrei viele Geschichten erzählt. Geschichten vom Sich-verlieben, Kinderkriegen, Wochenbettdepressionen, Sterben, Heiraten, Laternenbasteln, Einsamkeit, Nachbarschaftshilfe usw. Selbst beim 47. Anschauen entdeckt man neue Facetten, neue Storylines. Und jedesmal keimt in mir der leise Sehnsuchtswunsch, selbst Bewohnerin von Wimmelhausen sein zu können…


3. Frederik


Die Geschichte einer Maus, die für den Winter keine Nüsse sammelt, sondern Sonnenstrahlen, Wörter und Farben – die sie dann in die Köpfe der anderen Mäuse zaubert, als all ihre Vorräte aufgebraucht sind. Ein wunderschön und anspruchsvoll illustriertes Kinderbuch! Ich hab mich in den kleinen Frederik verliebt. Und Amelie auch.

In letzter Zeit habe ich einiges an Elternlektüre gelesen. Hier meine HOT TOP 3:

1. So beruhige ich mein Baby.

Wer ein Schreikind hat (oder auch nicht; wurscht!), für den sollte dieses Buch Standardlektüre sein!!! Ich habe es schon hundertmal gelesen und jedes Mal ist es als entsteige diesem Buch in Zeiten größter Not eine Fee, die ein paar Mal mit ihrem Feenzauberstab wedelt und Sternenglitzer versprüht …und – oh Wunder – das Kind schläft/gurrt zufrieden/trinkt.

2. Achtung Baby!

Das Buch von Michael Mittermaier hab ich eigentlich Armin gekauft, aber sofort selbst gelesen. Eigentlich konnte ich bisher mit seinem Brachialhumor wenig anfangen, aber in Buchform kann ich mich mit ihm anfreunden. Ich hab das Buch in zwei Tagen und einer halb durchwachten Nacht durchgelesen. Musste aufpassen, dass meine Lachattacken Josefine nicht aufweckten! Jeder, der Kinder hat, wird sich mit dem Buchinhalt zutiefst identifizieren können. Ein wunderbares Geschenk für frischgebackene Väter!

3. Warum unsere Kinder Tyrannen werden

Der stimmungsmäßige Gegenentwurf zu Achtung Baby. Dieses Buch ist zutiefst deprimierend – also Obacht! Aber es zeichnet meiner Meinung nach ein sehr realistisches Bild davon, was die moderne Pädagogik von Partnerschaftlichkeit (mein Kind ist mein Partner!) bei unserem Nachwuchs anrichtet. Und noch schlimmer, wenn Erwachsene ihre Bedürfnisse über ihre Kinder zu kompensieren versuchen. Das Resultat sind Kinder und Jugendliche, die es nie erlebt haben, dass sich ihre Eltern von ihnen abgrenzen und sie nie gelernt haben, Frustration auszuhalten. Sie bleiben auf dem psychischen Entwicklungsstand von Kleinkindern stehen. Also back to the roots: eine zugleich liebevolle und streng-konsequente Erziehung. Hoffe, Armin und ich kriegen das gemeistert!