Familie, Listen

Gefühlszustände

Zu wenig Zeit, um wohlformulierte Sätze zu bilden. Also muss für meine momentane Gefühls- und Lebenslage eine Liste her.

10 Dinge, für die ich gerade dankbar bin:

– Ich schaffe es doch tatsächlich, Zeit für mich selbst abzuknapsen (Gymnastik, Bloggen, Patchwork nähen, 10-Minuten-Wannenbäder)

– Wir sind alle gesund!!

– Josefine hat einen Tag/Nachtrhythmus!!!

– Ich darf weitere Artikel für die Family schreiben, hurra!

– Ich fühle mich voller Leben, Kraft und Tatendrang (und nach der nächsten schlaflosen Nacht finde ich mich in der Gefühlshölle wieder…)

– Für Menschen, die an mich denken, mir Gutes tun und wünschen (sollte ich selbst auch öfters tun. Also an andere denken. Nicht an mich.)

– Dass ich Gott in meinem Leben habe  – ohne ihn ist alles so verdammt sinnlos. Und er hat soviel Power, Dinge und Menschen zu verändern – manchmal bin ich einfach nur sprachlos.

– Dass mir heute der beste Fried Rice meines Lebens gelungen ist.

– Natürlich für meinen Mann, der mich heiß und innig liebt.

– Dass ich wieder in meine alte Jeans passe (ok, zugegeben, es ist die größte in meinem Kleiderschrank)

– Für meine Haushaltshilfe. Ich muss meine kostbare Zeit nicht mehr an sinnlose Bodenschrubberei verschwenden!

– Dass ich diese Zeilen mit 180 Anschlägen pro Minute schreiben kann. Da steckt noch die Sekreteuse in mir.

– So das waren jetzt mehr als 10 Dinge….

10 Dinge, die mich gerade nerven:

– Die Kälte (bin ich seit der Geburt kälteempfindlicher geworden?)

– Dass mein Gewicht stagniert (obwohl ich doch neuerdings auf Schokolade verzichte!)

– Dass ich oft das Gefühl habe, keinem meiner Kinder gerecht zu werden.

– Dass mich immer noch von Zeit zu Zeit dunkle Gefühle überfallen.

– Dass wir Deutschen (jahaaa, ich gehöre auch zu dieser Gattung) uns oft so schwer tun mit Herzlichkeit und Freundlichkeit.

– Unordnung!!

– Nächtliche Stillstunden

– Mein völlig sinnloser Kampf gegen Altersspuren im Gesicht (schönen Gruß an die Kosmetikindustrie, in deren Rachen ich Hunderte von Euros geschmissen habe)

– Und in diesem Zusammenhang: graue Haare

– Vollgespuckte Kleidung ( an manchen Tagen rieche ich wie eine Wagenladung saure Milch)

Familie, Gedanken

Eigentlich müsste ich jetzt….

Wir haben nach wie vor ein Schreibaby. Aber meine Einstellung zu meiner Situation hat sich grundlegend geändert. Ich bin dermaßen gelassen, dass ich immer wieder verwundert über diese Veränderung den Kopf schütteln muss. Haben sich meine Hormone auf den normalen Level eingependelt? Oder hat Gott an ein paar Rädchen in meinem Kopf bzw. Herzen geschraubt? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Dazu kommt noch mein felsenfester Wille, mit dem ich jeden Morgen beschließe, mich nicht von den Umständen besiegen zu lassen. Sobald ich nämlich mein Herz für negative Gefühle, Ungeduld und Stolz öffne, setzen diese unwillkommenen Gefährten den ganzen Tag über ihr wirksames Gift frei. Und das Gift fließt in meine Gedanken, in meine Worte, in meine Beziehungen.

Seitdem mein Herz giftfrei ist, hat sich unsere Familienatmosphäre wesentlich entspannt. Ich bin darüber extrem dankbar und weiß, dass ich das nicht aus mir selbst heraus geschafft habe (Danke an meinen Boss da oben!).

Eigentlich wollte ich ja zu einem ganz anderen Thema schreiben. Eigentlich. Ja, genau. Zu diesem Wort! Das Wort „eigentlich“  ist das Äquivalent zum schlechten Gewissen. Zum Beispiel:
Ich sitze gerade hier auf der Couch und schreibe diesen Blog. Aber eigentlich müsste ich mich jetzt mal mit meinem Mann unterhalten, der neben mir sitzt.
Ich spiele mit meiner Tochter Duplo, aber eigentlich wartet in der Küche der Abwasch.
Ich mache den Abwasch, aber eigentlich müsste ich jetzt mal dringend duschen.
Ich lese ein Buch, aber eigentlich müsste ich mich an die Bügelwäsche machen.
Egal, was ich tue, eigentlich gäbe es immer etwas, was ich noch dringender tun sollte. Was zur Folge hat, dass ich selten einfach nur mal den Augenblick genießen kann, völlig in der Gegenwart auf gehen kann. Schade. Denn Leben ist nicht das , was vor 12 Minuten war, oder was übermorgen sein wird, sondern was JETZT, ja genau in dieser Sekunde stattfindet. Ganz ehrlich, es gibt IMMER etwas, was jetzt eigentlich noch dringender wäre. Die Steuererklärung zum Beispiel. Oder die Heißwachsbehandlung für die Bikinizone. Aber ich will über all diesen Verantwortlichkeiten nicht die Verantwortung für mein Leben verlieren. Denn wie gesagt, Leben ist das, was jetzt passiert. Die Gegenwart mit wacher und bejahender Haltung annehmen – das will ich noch mehr einüben. Und das Wort „eigentlich“ aus meinem Wortschatz streichen.

Familie

Kreischalarm!!

Oh Josefine. Bitte bitte bitte sei heute abend ein Bilderbuchbaby. So ein fröhliches Ding aus der Pampers-Werbung. Ohne Schreien, Pupsen und Jammern. Unser Nervenkostüm ist schon ganz fadenscheinig.

Familie, Gedanken, Listen

Ohne gute Vorsätze ins neue Jahr!

Ende 2010: ich war miserabelst gelaunt. Ich mochte mich selbst nicht mehr leiden…das war doch nicht mehr ich! Alles an mir fand ich fürchterlich und hätte man mir angeboten, mit dem erbärmlichsten Menschen der Welt zu tauschen…ich hätte keine Sekunde gezögert. Von außen schaute ich mir manchmal kopfschüttelnd zu, wenn ich gerade mal wieder

a) meinen Mann grundlos beschimpfte

b) mir mordsmäßigen Druck machte, dass der Haushalt piccobello sein müsse

c) vor dem Spiegel stand und diesen am liebsten zertrümmert hätte

d) Amelie anschrie.

Dann kam Silvester. Und dieses Mal nahm ich mir gar nichts vor. Ich hatte einfach nicht die Kraft, mich voller Tatendrang fürs neue Jahr mit guten Vorsätzen zu wappnen, die dann eh am 2. Januar wieder gebrochen werden würden. Und so verschlief ich völlig gleichgültig die Mitternachtsknallerei vor lauter Baby-Erschöpfung. Wir waren bei meinen Eltern. Diese Pause habe ich dringenst benötigt. Wie dankbar bin ich für Menschen in meinem Leben, die mich umsorgen und mich lieb haben, auch wenn ich mich alles andere als liebenswert fühle. Klingt das jetzt alles zu sehr nach Selbstmitleid? Wahrscheinlich. Und Gott sei Dank habe ich eine Schwester, die manchmal schmerzhaft direkt sein kann. Die hat mir dann auch zum Jahresanfang den Kopf gewaschen, meine Perspektive wieder gerade gerückt und mich ermahnt, liebevoller zu meinem Mann zu sein.

Ich hatte diesen verbalen Arschtritt gebraucht. Manchmal müssen uns andere Menschen die Augen öffnen – wenn wir sie denn lassen.

Zähneknirschend gab ich mir einen großen Ruck und reiße mich nun täglich zusammen. Wie?

1. Auch wenn ich vor lauter Schlafmangel kaum noch geradeaus sehen kann: Ich bleibe freundlich

2. Ich zähle jeden Abend fünf Dinge auf, für die ich dankbar bin. Meistens werden es mehr.

3. Ich lächle

4. Wenn die Ungeduld und Gereiztheit in mir aufsteigen, atme ich tief durch.

5. Ich bete, bete, bete

6. Ich versuche nicht mehr soviel Wert auf einen perfekten Haushalt zu legen.

7. Ich stelle eine Haushaltshilfe ein (um den perfekten Haushalt wieder herzustellen)