Listen

Dankbarkeitsliste

Heute erstelle ich mal wieder eine Liste. Eine Liste der Dinge, für die ich diese Woche sehr sehr dankbar bin. Dankbarkeit vertreibt mein Selbstmitleid und macht gute Laune. Wichtig fürs Wochenende….denn mein Liebster ist eh schon geplagt genug von seiner zickigen hormonell herausgeforderten Ehefrau.

Hmm, also los gehts. Was rockt gerade mein Leben?

– Mit Wärmflasche im Rücken und einem Kaffee im Bett zu liegen und diesen Blog zu schreiben!

– Meine Babysitterin, die gerade Amelie für drei Stunden bespaßt

– Herbstnebel am Morgen (keine Ahnung warum…aber verursacht bei mir so ein wohliges Wohlfühlgefühl)

– Habe gerade DEN perfekten Kleiderschrank fürs Kinderzimmer bestellt (von dem ich dachte, er sei ausverkauft)

– Morgen gönn ich mir einen Maltag in der Malschule mit Freundin

– Nächste Woche kommen meine Eltern zu Besuch (das heißt, noch mehr Stunden im Bett mit Kaffee und Laptop!!!)

– Dass die Freude und Spannung aufs Baby jeden Tag wächst

– Für die ausgiebige Fußreflexzonenmassage meiner Hebamme

– Die letzten Ernteerfolge: jetzt sind Chinakohl, Himbeeren, Paprika, Endiviensalat, Chili, Kürbis und Porree dran

– Mein Mann, der mir abends viel Hausarbeit abnimmt, obwohl er selbst gerade unter Arbeitsdruck steht

– Dass ich meine Babydecke fertigstellen konnte

Familie, Gedanken

Gelassenheit ist eine Kunst, die ich schon fast beherrsche!

Meine Gedanken zur Schwangerschaft vor einem Monat: „Also, viel dicker KANN mein Bauch nicht mehr werden!“

Doch, er kann. Faszinierend! Und er hat tatsächlich noch ca. 7 Wochen, um weiter in die Unendlichkeit zu wachsen. Ich verneige mich voller Ehrfurcht vor der Leistungsfähigkeit des weiblichen Körpers! Bin sehr sehr froh, dass ich bisher „nur“ 12 Kilo zugenommen habe. Trotz Nacho-Schokoladen-Trüffel-Pizza-Gelage! Und heute packt mein Mann mit selbstgemachter Mousse au Chocolat in drei Varationen noch eins oben drauf. Ist das nicht einfach im wahrsten Sinne des Wortes süß?

Ich versuche ja in jeder Situation immer das Beste zu sehen, auch wenn ich als erste Impulshandlung im Selbstmitleid badend die Bettdecke über den Kopf ziehen möchte. Hebamme und Frauenarzt haben mich einstimmig von meinem Aktivitätswahn zwangsweise entbunden: ich muss aufgrund vorzeitiger Wehen und fieser Hüftschmerzen die Couch hüten. Die ersten Tage habe ich still vor mich hingejammert. Na toll, wie soll ich mich um mein Kind kümmern? Und die Wäsche, die macht sich auch nicht von alleine. Die Wollmäuse unterm Sofa…ok, die kann ich verkraften. Und das Essen? Das zaubert sich wohl von gaaaaanz alleine auf den Tisch! Ich habe mich richtiggehend in dieses Gedankenkarussell verstrickt und man konnte förmlich meinen Kopf rauchen sehen. Ich fühlte, wie mich dieser selbstgemachte Druck fast zerquetschte.
Dann habe ich mit dem Druck Schluss gemacht: „Zwischen uns ist es aus und vorbei! Du machst mir das Leben zur Hölle, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben! Wir beide gehen jetzt getrennte Wege.“ Leider hat der Druck eine sehr üble Eigenschaft: er klammert. Deshalb musste und muss ich diesem elenden Stalker tagtäglich klare Absagen erteilen.

So versuche ich nun die gute Seite der Zwangsruhe zu genießen. Ich lese mal wieder unfassbar viel. Und schreibe. Und klebe Fotos ein. Und nähe. Und lese Kinderbücher bis zum Erbrechen vor (mein Kind MUSS ein Sprachgenie werden!).

Der Haushalt? Nun, die Heinzelmännchen haben sich zwar noch nicht angemeldet. Aber ich teile meine Zeit so ein, dass ich vormittags das Nötigste mache und mich ab mittags flachlege. Ich übe mich darin, Staub und Unordnung großzügig zu übersehen. Ist ja nur für eine Weile…

Familie, Schwangerschaft

Liebe Gebärmutter…

…ich weiß, wir hatten nicht immer das beste Verhältnis miteinander. Oft habe ich über dich geschimpft, und du hast zurückgeschossen mit komischen Geschwüren und monatlichen Schmerzattacken. Zu anderen Zeiten habe ich dich bewundert, dich angebetet, denn du hast mein Baby in bester Manier beherbergt und versorgt. Und hast dich danach vorbildlich zurückgebildet.

Uns verbindet mehr als nur ein paar Muskelstränge: Hassliebe,  gegenseitige Abhängigkeit….call it as you like.

Aber nun das! Musst du mich Tag und Nacht quälen mit Wehen? Ich dachte, das hätte noch ein paar Wochen Zeit? Aber nein, Du hast dich dazu entschlossen deine schmerzauslösenden Pfeile Minute um Minute, Stunde um Stunde abzuschießen und mir den letzten Nerv zu rauben. Ja, ich weiß, vielleicht hab ich mir in den letzten Wochen zuviel zugemutet und das ist nun deine hinterlistige Rache.

Ich hätte da nur eine Bitte: behalte mein Kind wenigstens bis Mitte November bei dir. Sonst muss ich ein echt ernsthaftes Hühnchen mit dir rupfen.