Gedanken, Glaube

So kann der Tag starten!

 

Dank meiner hormonellen Unausgeglichenheit steh ich morgens schon oft um 7 Uhr auf. Also MASSENHAFT Zeit bis Amelie per Babyphone nach ihrer Morgenmilch quakt!

Und so nehm ich mir immer ein paar Minuten um mal schnell einen Blick in die Losungen zu werfen. Also, das ist ein kleines blaues, manchmal auch grünes oder sonstwie gestaltetes Buch, in dem jeweils zwei Bibelverse für den Tag stehen. Manche sprechen davon spöttisch als „christliches Horoskop“. Und auch ich erwische mich ab und zu dabei, dass ich diese Verse dafür missbrauche, mir eine Tendenz für den vor mir liegenden Tag bei Gott abzuholen. Aber eigentlich sollen sie dazu dienen, mich zu ermutigen, und mir klar zu machen, wie sehr mich Gott lieb hat!

Heute morgen hat Gott mir mal wieder per Losung eine liebevolle Ermutigung um die Ohren gehauen.

„Gott ist mit dir in allem was du tust“.

Aha.

Auch wenn ich gerade siffige schwarze Schmiere aus dem Backofen kratze?

Und wenn ich gerade mal wieder heulend (ein Gruß hier an die Hormone) versuche,  meinen Alltag auf die Reihe zu kriegen?

Und auch wenn ich ratlos vor einem blanken Bildschirm sitze und mir ABSOLUT nichts für eine Andacht für unseren Hüttletreff einfällt?

Und wenn ich – was ja vorkommen soll – völlig in der Kommunikation mit meinem Mann oder meinem Kind versage?

Und wenn ich gerade gelangweilt das hundertste Oberhemd bügle?

Ich könnte hier noch zig weitere „Und wenns“ anfügen. Und bei jedem „und wenn“ nickt Gott (wobei er sich sicherlich manchmal das Lachen verkneifen muss) und versichert mir: „Ich bin bei dir in allem was du tust“.

Danke.

Bücher, Listen

Das Leben muss gefeiert werden!

Ich hatte einen ziemlich coolen Geburtstag. Dazu muss man wissen, dass ich einen hohen Anspruch an meinen Ehrentag stelle. Wann feiert man schon mal sich selbst und das Leben, welches einem geschenkt wurde? Weitere Gründe zum Feiern: Dass das Leben selbst eine irre Reise ist.  Dass meine Eltern mich nicht aus lauter Verzweiflung vor einer Kirchentür abgelegt haben, sondern mich liebevoll großgezogen haben. Dass diese 36 Jahre angefüllt waren mit Lernen, tiefster Verzweiflung, höchster Extase, Verwirrung, Erkenntnis, Erfolgen, Rückschlägen, Liebe, Zurückweisung, 42 verschiedenen Jobs (und keiner war so anstrengend wie mein Mamajob!) und Reisen in ferne Länder und in mein innerstes Ich.

Und heute bin ich hier. Mit den ersten grauen Haaren. Mit zahllos vollgeschriebenen Tagebüchern (angefangen habe ich mit 10), die alles dokumentierten von den ersten Jungsschwärmereien bis hin zur Geburt meines ersten Kindes.

Ich bin dankbar für alle Menschen in meinem Leben, die (gute) Spuren hinterlassen haben und immer noch hinterlassen. Und mit ein paar von ihnen durfte ich meinen Geburtstag verbringen.

So, genug der Schwafeleien und kommen wir endlich zum wichtigsten Punkt. Den Geschenken. Jawoll! Ich liebe Geschenke. Fast alle Art von Geschenken (eine Liste der schrecklichsten Geschenke meines Lebens folgt zum Schluss).

Auf meinem Geburtstagstisch lag zum Beispiel die Handtasche meiner derzeitigen Lieblingsmarke Desigual, die mir mein Mann schenkte. Da mir eh keine vernünftigen Klamotten mehr passen (außer sie haben Zirkuszeltmaße), hat er sich an Fraus Lieblingsaccesoire gehalten.


Und dann war da die Hammeridee von den Mädels meiner Baby-Gang: meinen Blog in ein Buch zu binden. Ich hab mir ein Megaloch in meinen dicken Bauch gefreut.

Ja, und die vielen Bücher, die ich geschenkt bekommen habe!! Ich verschlinge gerade Eat, Pray, Love. Und dann wartet da noch ein Stapel weiterer druckfrischer Bücher auf mich. Herrlich!

Oder Jazz-CDs! Und selbstgemachtes Tiramisu! Und liebe Karten! Und haufenweise Schokolade und Pralinen. Hmmmm….

Ach, das Leben kann so schön sein!

PS. Ich hatte ja die Schreckliche-Geschenke-Liste versprochen:

1. Ein Busenmassagegerät, das mit Stromschlägen zu mehr Wachstum verhelfen soll (als ob ich das nötig hätte)

2. Eine Schürze mit dem Motiv einer Gänsefamilie

3. Acht  Sammeltassen zur Konfirmation

4. Handtücher mit Häkelrand

5. Ein selbstgemachtes Herzkissen mit aufgemalter Liebeserklärung

Schwangerschaft

Schwangerschaftstücken

 

Es ist wie immer die alte Leier: Ich hab schon lange nichts mehr geschrieben…keine Zeit…Lust…Anregung. Obwohl doch mein Alltag mehr als genug Stoff bietet für einfallsreiche, witzige, sarkastische Beiträge. Zum Beispiel meine fortschreitende Schwangerschaft und ihre undendlichen Tücken wie z.B. nächtliche Sodbrennen-Attacken oder die Giraffenstellung beim Schuheanziehen. Ganz zu schweigen davon, dass ich seit einigen Monaten plötzlich graue Haare bekomme, der bildlich gewordene Beweis meines Alters. Auch wenn man graue Haare mit Weisheit gleichsetzt, so hinkt aber letztere noch gewaltig hinterher.

Denn in Vronis Welt ist es ja so, dass ich auch mit dickem Bauch und Kurzatmigkeit und schmerzenden Bändern weiterhin tadellos funktioniere wie das aufgezogene Duracell-Häschen. Immer fleißig dabei To-Do-Listen abzuarbeiten und dem Nestbautrieb nachzukommen. Daneben einen kleinen trotzigen Wirbelwind bändigen. Das ist, als hätte ich unseren Mercedes mehrere hundert Kilometer ohne Öl gefahren….quietsch, rauch, qualm, Ofen aus. So auch bei mir. Montagabend: aaaaah, ich kann nicht mehr laufen! Also, nur noch auf allen Vieren durchs Haus gekrochen. Armin beobachtete dieses seltene Schauspiel mit einer Mischung aus Besorgtheit und verkniffenem Lachen. Dienstag: herrje, was zieht und zerrt an meinem Nacken? Egal, weiter gehts, die Wäsche muss noch gewaschen werden und abends an der Babydecke weiternähen. Dienstagnacht: über meinem Haupte verlöschen die Lichter. Mittwoch: Der zähneknirschende Gang zum Orthopäden. Diagnose: blockierter Wirbel und massive Verspannungen. Dass das so weh tun kann übersteigt mein Verständnis.

Liebe Leute da draußen. Wenn ihr schmerzfrei lebt, dann seid heute bitte die glücklichsten Menschen der Welt! Ganz egal ob ihr gerade einen Kater auskuriert, der Chef nervt, die Waage 5 Kilo zuviel anzeigt oder die Frau nörgelt!!

Nun bin ich das rauchende Wrack eines Mercedes, das umgekippte, verstummte Duracell-Häschen. Die mahnenden Worte meiner Hebamme klingen mir gerade noch wie ein Echo im Ohr: machen Sie langsam, machen Sie weniger. Aber wo hole ich mir Hilfe, was delegiere ich, und was lasse ich einfach liegen? Alles Dinge, die mir ganz heftig schwerfallen, aber ich werde nicht umhinkommen, meine Lebensweise für die nächsten Monate zu ändern. Wie ich das anstelle? Keine Ahnung…. Wer nen Tipp hat, bitte mitteilen….