Familie

Ein Jahr Leben

Wow, unsere Amelie wurde heute um 6:55 Uhr ein Jahr alt. Zu dumm, dass wir diese Uhrzeit verpennt haben. Ich hatte mir fest vorgenommen, pünktlich wach zu werden, um meinem Kind (Baby darf ich jetzt nicht mehr sagen) ein Geburtstagslied zu trällern. Jaja, vor einem Jahr habe ich auch „geträllert“, als ich in den Presswehen lag… Und wer hat mir eigentlich den Schwachsinn erzählt, man vergäße den Schmerz? Das ist ein Mythos. Ich erinnere mich an jede einzelne Wehe und ich finde es bis heute erstaunlich, dass man innerhalb weniger Stunden soviele Arten des Schmerzes erleben darf.

Aber das Gute: man überlebt’s. Meistens zumindest. Und danach kommt ja erst die richtige Arbeit. Ich habe mal eine Statistik erstellt:

1 Jahr Baby bedeutet:

2190 mal Windelwechseln

260 km Kinderwagen schieben

183 Stunden nachts am Babybett wachen (das sind ca. 7 volle Tage!)

700 Stunden stillen (das ergeben 29 Tage!!!!!)

36 Stunden Schlaflieder singen

60 mal baden

Und das Wichtigste zum Schluss: 525 948,766 Minuten Amelie lieb haben!!!

Familie, Fun

Pädagogisches Genie

Nun wird mir bewusst, dass es sicherlich tierischen Spaß macht und null Stress bedeutet, jedes Jahr zwei Tage vor Heilig Abend einen Kindergeburtstag auszurichten! Beim nächsten Kind wird das anders getimt.

Aber andererseits feiere ich nun jedes Jahr zweimal die Ankunft eines Kindes zu Weihnachten, das hat auch wiederum eine sehr besondere Note.

Und wird Amelie uns irgendwann beschuldigen bzw. mich, dass ihr Geburtstag in eine sehr ungünstige Zeit fällt? Wird sie mich anmaulen: „Mama, hättest du nicht noch 9 Tage lang die Beine zusammenkneifen können??“ Dieses Wochenende hatte ich übrigens eine geniale Idee, um eine aufmüpfige 14-jährige Tochter später mal handzahm zu bekommen. Ich filme sie, wenn sie mal wieder knallrot anläuft und „einen Schokoladenkuchen backt“ (diesen Ausdruck habe ich heute gelernt!). Das ist dann Erpressungsmaterial, welches bei Ungehorsam und Widerstand gegen elterliche Anordnungen („Um11 Uhr bist du spätestens daheim. Alleine!“) bei Youtube hochgeladen wird.

Ich sollte eine pädagogische Laufbahn einschlagen.

Gedanken, Hobbies

Weihnachtswahnsinn und Gedankengewusel

Oh wei, schon lange nicht mehr geschrieben! Möchte ich die letzten Wochen zusammenfassen, dann mit diesen zwei Worten: Weihnachtswahnsinn und Gedankengewusel.

Weihnachtswahnsinn: nur der bleibt verschont, der konsequent boykottiert. Und das will ich nun echt nicht, da ich ein Fan der Adventszeit bin. Der erste Advent ist sozusagen der Paukenschlag, mit dem die für mich schönste Jahreszeit eingeläutet wird: endlich darf die angestaubte Deko aus ihren Kisten, ich verzweifle über Lichterkettenentknäuelung und bastele – wie jedes Jahr – hektisch einen Adventskranz. Ach, und nicht zu vergessen meine semiprofessionelle Pralinenwerkstatt, in der ich vor dem ersten Advent bis zu den Ellebogen in geschmolzener Kuvertüre stecke. Denn ich habe einen Stand auf Deutschlands schönstem Adventsmarkt auf dem Hof meiner Eltern in Sendelbach (habe ich mal gegoogelt und nix gefunden, also bleibt das hoffentlich noch lange ein Geheimtipp!). Dieses Jahr sind an meinem Stand nicht nur Schokojunkies eingetrudelt, sondern auch diverse Mitglieder meines Familienclans und Freunde. Sie schnüffelten und gierten und sabberten – aber da bin ich knallharte Geschäftsfrau: nur gegen Bares gab es meine handgeschöpften Toffeepralinen, Schokotaler, Rumkugeln und Nougatstückchen. Und wer mir ab und zu einen Glühwein spendierte, bekam das Anrecht auf einen Sitzplatz neben mir.

Neffen und Nichte glühweinbedingt außer Rand und Band

Gewinn hab ich trotz meiner straffen Kalkulation kaum gemacht (obwohl ausverkauft!), denn die Anfahrts- und Glühweinkosten haben diesen ruckzuck aufgefressen… Sei’s drum, nächstes Jahr bin ich wieder am Start!

Ach, und was mein Gedankengewusel betrifft, das ist noch schwerer als meine Außenlichterkette zu entwirren. Hier meine Hauptpunkte:

  • Ich beanspruche mehr Zeit für mich, mehr Zeit mit Freunden, die mir gut tun, mehr Zeit für meine Interessen!
  • Ergo: Nur wenn ich mich gut um mich kümmere, kann ich mich gut um Amelie und meine Familie kümmern
  • Warum sind Emotionen manchmal so völlig außer meiner Kontrolle?
  • Ich möchte mich mehr mit Menschen umgeben, die mir gut tun
  • Und gleichzeitig schaffe ich es so gut, mich aus lauter Selbstschutz zu isolieren. Was ist da gesunde Selbstabgrenzung und was nicht?

Ach, und WIE hab ich es eigentlich trotz Pralinenfutterei und Plätzchenteignascherei geschafft abzunehmen? Der Blick auf die Waage ist momentan nicht der gefürchtetste, sondern der gefeiertste Augenblick des Tages. Da nehm ich mir doch glatt noch einen Lebkuchen und feiere mich selbst!

Happy 3. Advent an alle!!