Bassd scho alles!

Glen (New Hampshire) – Quechee (Vermont)

Live free or die! – So lautet der seltsam klingende Slogan New Hampshires. Jeder Bundesstaat hat hier seinen eigenen Slogan, der auf Nummernschilder und Straßentafeln prangt. Und New Hampshire hat nun mal die – leider- liberalsten Waffengesetze der USA. Da kommt dieses Motto dann etwas bitter daher. Vermont, unser heutiges Ziel, hat die langweiligere Devise: The Green Mountain State.

Auf den Highways gibt es also einiges Skurriles zu entdecken. So z.B. das Motto Idahos: Famous Potatoes. Oder Texas mit: Everything’s bigger in Texas. Tatsächlich hat Houston die höchste Rate an Übergewichtigen (und damit auch an Overeaters?)

In der New York Times gab es einen Wettbewerb, um einen neuen Slogan für die USA zu finden (bisher In God We Trust). Hier ein paar Ergebnisse: Fat, ignorant, xenophobic, loud and proud (Offensichtlich von einem Antiamerikaner verfasst). Oder: Hate us until you need us /Your best friend, your worst enemy.

Wie die Amis halt so sind, sie haben natürlich für die einzelnen Staaten auch Spottmottos. So z.B. für den Mormonenstaat Utah: Our Jesus is better than your Jesus. Oder Rhode Island mit Yes, We Know What A Peninsula Is.

Welcher Slogan könnte Deutschland beschreiben? Für die lakonischen Franken hätt ich schon zwei: Des gehd ned,weil des gehd fei echd ned undBassd scho. Der Schwabe hat sich mit Mir kennet alles außer Hochdeutsch weit aus dem Fenster gelehnt.

Aber zurück zum  Highway, auf dem wir gerade unterwegs sind. Ursprünglich wollten wir ja heute mit einem kleinen Bummelzug auf den Mount Washington fahren, dem höchsten Berg New Hampshires. Aber beim Blick auf die Ticketpreise verschlägt es uns den Atem: 59 Dollar pro Erwachsener. Steckt euch das Geld an den Hut!! Wir pfeifen auf den Berg und geben das eingesparte Geld unterwegs lieber für Apple Pie und sinnlose Souvenirs aus.

Die frierende Apple Pie Lady
Die frierende Apple Pie Lady

Als wir uns dem Mount Washington nähern, der sowieso auf dem Weg liegt, sehen wir diesen in dichte Wolken gehüllt. Ha, ein gutes Gefühl, wenn man die richtige Entscheidung getroffen hat.

Armin hält mit quietschenden Reifen. Ein Schild am Straßenrand zeigt uns den „Appalachian Trail“ an. Unser Traumwanderweg!! Genau der, von dem wir vor ein paar Tagen redeten und beschlossen, eine Teilstrecke eines Tages zu wandern! Ehrfürchtig betreten wir den Weg, von dem an diesem Punkt noch 332 Meilen vor uns liegen und schon 1843 Meilen hinter uns liegen würden. Wir wandern davon ca. 0,3 Meilen und füllen uns stolz wie Harry!

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In den White Mountains
In den White Mountains

Jetzt sind wir gerade auf dem Campingplatz in Quechee angekommen, es ist eisig geworden, der Himmel hängt grau über uns und wir essen Apple Pie, selbstgebacken von der Apple Pie Lady nach einem Rezept ihrer Großmutter.  Wehmütig denk ich ein bisschen an Zuhause, sehne mich nach einem richtigen Badezimmer, nach dem Brot unserer Waldbacher Bäckerei und meinem DVD-Regal. Aber dann schau ich aus dem Fenster, sehe mächtige Pinien, den dichten bunten Wald, höre, wie Amelie zufrieden auf unserem Bett mit ihren Wäscheklammern spielt und bin dankbar, dass ich dieses kleine Abenteuer mit Armin und Amelie erleben darf.


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